CCC 2727
© Libreria Editrice Vaticana Quelle: vatican.va
Wir haben uns auch den Geisteshaltungen „dieser Welt" zu stellen. Wenn wir nicht wachsam sind, dringen sie bei uns ein. So etwa die Ansicht, daß nur das wahr ist, was durch Vernunft und wissenschaft nachgeprüft werden kann. Dagegen steht aber, daß Beten ein Mysterium ist, das unser Bewußtes und Unbewußtes übersteigt. Eine andere Ansicht hält nur Produktion und Gewinn für wertvoll und damit Beten für nutzlos, weil unproduktiv. Für eine weitere Meinung sind Sinnlichkeit und Bequemlichkeit Maßstab des Wahren, Guten und Schönen. Dagegen aber will das Gebet, das „Liebe zur Schönheit" [Philokalie] ist, die Herrlichkeit des lebendigen und wahren Gottes über alles lieben. Schließlich wird das Gebet aus Angst vor Betriebsamkeit als Weltflucht dargestellt. Doch ist das christliche Gebet nicht ein Rückzug aus der Geschichte; es ist auch kein Bruch mit dem Leben.