CCC 470

Da in der Fleischwerdung, dieser geheimnisvollen Vereinigung, ,,die menschliche Natur angenommen, nicht aufgehoben wurde" (GS 22,2), sah sich die Kirche im Lauf der Jahrhunderte veranlaßt, die volle Wirklichkeit der menschlichen Seele Christi, mit ihren Verstandes- und Willenstätigkeiten, wie auch seines menschlichen Leibes zu bekennen. Doch gleichzeitig mußte sie jeweils daran erinnern, daß die menschliche Natur Christi der göttlichen Person des Sohnes Gottes angehört, von der sie angenommen worden ist. Alles, was Christus in seiner Person ist und tut, ist und tut ,,einer der Dreifaltigkeit". Der Sohn Gottes teilt also seiner Menschennatur seine eigene, persönliche Daseinsweise in der Trinität mit. In seiner Seele wie in seinem Leibe bringt folglich Christus das Leben der heiligsten Dreifaltigkeit menschlich zum Ausdruck [Vgl. hl. Leo d. Gr., serm. 21,2-3.]:

,,Denn er, der Sohn Gottes, hat ... mit menschlichen Händen ... gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt. Geboren von Maria, der Jungfrau, ist er in Wahrheit einer aus uns geworden, in allem uns gleich außer der Sünde" (GS 22,2).

Das ganze Kapitel lesen 2. Ich Glaube an Jesus Christus, Gottes Eingeborenen Sohn ¶422–682