Haggaj 1
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Erste Ermahnung und Erfolg derselben. (1,1 – 2,1) A. Saumseligkeit des Volkes und Strafe desselben. (V. 6) B. Ursache des Unglückes und Heilmittel für dasselbe. (V. 11) C. Erfolg der Ermahnung. [Hagg 2,1]
1 Im zweiten Jahre Bereits die Überschrift zeigt, dass die Prophezeiung in einer Zeit ergeht, wo die Hütte Davids verfallen ist und die Juden ihres Königs beraubt sind. Vergl. [Ez 21,26.27]. Freilich bleibt die Krone Davids dem gewahrt, der das Recht auf sie hat. Vergl. [Ez 21,27]. - des Königs Darius, Des Darius (von dar innehaben, halten) Hystaspis (521 – 486). - im sechsten Monat, Im sechsten Mondmonate vom Nisan an gerechnet, im Elul, in dem die Israeliten ihre Ernte eingebracht, nicht eine reiche, wie sie gehofft, sondern eine sehr spärliche. - am ersten Tage des Monats, An welchem mehr Opfer dargebracht und so das Volk zu größerer Verehrung und Gehorsam gegen Gott angeeifert wurden. - erging das Wort des Herrn durch Aggäus, den Propheten, an Zorobabel, Assyrisch: der in Babylon Geborene. Zorobabel ist Fürst von Juda: Statthalter. (Pechar assyr.) Wahrscheinlich war er der natürliche Sohn des Phadaias, der gesetzmäßige des Salathiel. - den Sohn Salathiels, den Fürsten von Juda, und an Jesus, den Sohn Josedeks, den Hohenpriester, Das Wort des Herrn ergeht an die beiden höchsten Würdenträger, den weltlichen wie den geistlichen, welche mit gemeinsamem Bemühen das Volk zur Erfüllung des Werkes drängen sollen. Salathiel war einer der Nachkommen des Jechonias, des Sohnes Joakims, also aus dem Stamme Davids. Jesus oder Josua (Jehoschua, Jeschua) war der Sohn Josedeks, der zur Zeit Nabuchodonosors nach Babylonien weggeführt ward, [1Chr 6,15] und der Enkel des Seraja, der mit anderen Vornehmen von Nabuchodonosor in Reblatha getötet war. [2Koe 25,18-21] - also: 2 So spricht der Herr der Heerscharen: Dies Volk spricht: Noch ist die Zeit nicht gekommen, das Haus des Herrn zu bauen! So haben sie wohl öfter gesprochen. Mit welchen Gründen sie ihre Saumseligkeit entschuldigten, deutet das Folgende an: wegen Unfruchtbarkeit der Felder seien keine Mittel zum Bau zu erschwingen, die Samariter werden ihnen feindlich entgegentreten; will Gott, dass sie einen Tempel bauen, so soll er die Hindernisse aus dem Wege räumen. Die Bezeichnung: dies Volk – zeigt, dass Gott die Entschuldigungen nicht zulässt. - 3 Es erging aber das Wort des Herrn Wohl nach einiger Zeit, etwa nach einem Festtage. - durch den Propheten Aggäus, also lautend: 4 Ist es denn für euch an der Zeit, in getäfelten Häusern Mit Zedernholz getäfelte Häuser. - zu wohnen, während dieses Haus wüste liegt? Ihre Nachlässigkeit ist der Grund, weshalb sie meinen, es sei noch nicht an der Zeit. Wie ganz anders fühlte einst David als sie! [2Sam 7,1] - 5 Nun denn, so spricht der Herr der Heerscharen: Nicht ein Wörtchen nur rührt von dem Propheten selbst her. - Richtet euren Sinn auf eure Wege! 6 Ihr habt reichlich gesät und wenig eingebracht; ihr habt gegessen, aber seid nicht satt geworden; getrunken und nicht zur Genüge; habt euch gekleidet, aber seid nicht warm geworden; und wer Lohn sammelt, steckt ihn in einen durchlöcherten Beutel. Eurem Tun und eurem Mühen hat der göttliche Segen gefehlt. Die über euch gekommene Not entschuldigt euch nicht, sondern ist vielmehr eine Strafe. - 7 So spricht der Herr der Heerscharen: Richtet euern Sinn auf eure Wege! 8 Steiget auf das Gebirge, holet Holz herbei Der Prophet wählt ein Werk aus, um allgemein zu sagen: Bringet das Material herbei. - und bauet das Haus, dass ich daran Wohlgefallen habe und mich herrlich erweise, Indem ich euch Wohltaten spende und so zeige, dass ich denen zu helfen imstande bin, die mir dienen und gehorchen. - spricht der Herr. 9 Ihr blicktet nach Überfluss aus und sehet, es ward Mangel; ihr brachtet ins Haus und ich blies es weg. Warum dies, spricht der Herr der Heerscharen? Weil mein Haus wüste liegt, während ihr euch beeilt ein jeder um sein eigenes Haus. Ihre eignen Häuser sind sie bemüht zu bauen und zu schmücken, Gottes Haus ist ihnen gleichgültig. - 10 Darum blieb über euch der Himmel verschlossen, dass er keinen Tau gab, und die Erde, dass sie nichts hervorsprossen ließ; Hebr.: Darum hielt der Himmel euretwegen den Tau zurück, und die Erde ihren Ertrag. - 11 und ich rief Dürre Im Hebr. ist ein schönes Wortspiel: Weil mein Haus verlassen (chareb) ist, habe ich gleicherweise die Trockenheit (choreb) gerufen. - über Land und Berge, über Getreide und Wein, über Öl und über alles, was die Erde sonst hervorbringt, über alle Menschen und Tiere und über alles, was die Hände arbeiten. Die Einzelaufzählung soll sie aus ihrer Gleichgültigkeit wirksamer aufrütteln. - 12 Da hörten Zorobabel, der Sohn Salathiels, und Jesus, der Sohn Josedeks der Hohepriester, und alles übrige Volk Das wenige aus der Gefangenschaft zurückgekehrte Volk. - auf den Ruf des Herrn, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Aggäus, so wie ihm der Herr, ihr Gott, an sie entboten, Dass er ihnen mit seinem Schutze beistehen werde, sobald sie beginnen wieder den Tempel zu bauen. - und das Volk fürchtet sich vor dem Herrn. 13 Und Aggäus, der Bote der Botschaft des Herrn an das Volk, sprach also: Ich bin mit euch, spricht der Herr. 14 Und der Herr weckte den Geist Erfüllte ihm mit großem Eifer Auch Zorobabel war wohl zu nachgiebig gewesen gegen das Volk. - Zorobabels, des Sohnes Salathiels, des Fürsten von Juda, und den Geist Jesus', des Sohnes Josedeks, des Hohenpriesters, sowie den Geist des ganzen übrigen Volkes, dass sie kamen und am Hause des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, arbeiteten. Am vierundzwanzigsten Tage des Monats, an dessen erstem die Mahnung des Herrn an sie ergangen. Der erste Vers des folgenden Kapitels gehörte nach Hieron., Cyr., Theod. u.a. zu diesem Kapitel und war auch von Hugo a. S. Caro, der zuerst die heutige Kapiteleinteilung einführte, zu Kap. 1 geschrieben, weshalb es sonderbar ist, dass er in der heutigen Vulgata das zweite Kapitel beginnt. 15 Am vierundzwanzigsten Tage des sechsten Monats, im zweiten Jahre des Königs Darius.