Amos 1

I. Gottes Urteil über die Feinde und das auserwählte Volk. (Kap. 1, Kap. 2) Einleitung. (V. 2) A. Verkündigung des Gerichtes über die Syrer, die Philister und die Tyrier. (V. 10) B. Verkündigung des Gerichtes über die Edomiter, die Ammoniter und die Moabiter. [Amos 2,3]

Der Prophet Amos
Worte des Amos, eines der Hirten von Thekua, die er über Israel schaute Im Gesichte. Über Israel: weil Juda nun nebenher erwählt und nur um Israels willen genannt wird. - in den Tagen Ozias, des Königs von Juda, Der König von Juda wird als theokratischer König an erster Stelle genannt. Warum auch Jeroboam genannt wird, siehe [Hos 1,Anm.2]. - und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben. Die Zeit wird genau angegeben, wenngleich wir nicht wissen, wenn das Erdbeben statthatte. Es wird auch erwähnt als ein dem künftigen Unglücke vorausgehender Vorbote, der Gottes Erhabenheit kundgibt. - Und er sprach: Kurze Zusammenfassung der Weissagungen. - Der Herr wird von Sion her brüllen und von Jerusalem seine Stimme erschallen lassen, Anspielung auf [Joe 3,16]. Aus einer anderen Prophezeiung zeigt Amos denen, welche den Tag des Herrn erwarten, aber durch das lange Harren ermüdet, die Prophezeiungen geringschätzen, dass das Gericht bevorsteht und seinerseits statthaben wird. Bald wird der Herr, der in Sion thront, brüllen und wie ein Löwe über seine Feinde, die Götzenanbeter, kommen, für die ihm angetane Unbill Strafe zu verhängen. - da werden die schönen Auen der Hirten trauern und des Karmels Gipfel verdorren. Der Karmel, vergl. [1Koe 18], ist reich an Weiden, Wäldern und Quellen. Seine Trockenheit ist also ein Anzeichen des schrecklichen Gerichtes. Der Berg Karmel wird indes sprichwörtlich als Bezeichnung eines Ortes von vorzüglicher Anmut gesetzt, dessen Verödung die Verödung des ganzen Landes besagt. - So spricht der Herr: Ehe der Prophet die Israeliten straft und ihnen das Gericht androht, sagt er auswärtigen und verwandten Völkern im Umkreise Israels die Bestrafung durch den Herrn vorher. Erkennen die Israeliten, dass jene mit Recht geschlagen werden, so sprechen sie damit das Urteil über sich selbst, da sie gleiches getan. Außerdem erflehen sie aus dem Gerichte über ihre Feinde, wie sehr sie selbst ihm am Herzen liegen, da er das ihnen angetane Unrecht so hart straft. Sie lernen erkennen, dass, wenn Gott auch das Böse eine Weile erträgt, er zuletzt doch zu seiner Zeit gerecht straft, und aus der Strafe der Feinde lernen sie sich fürchten, damit sie nicht größerer Strafe würdig werden, sondern gewarnt durch die Züchtigung anderer sich zum Herrn bekehren. - Wegen der drei, ja vier Missetaten Wegen der vielen Missetaten. - von Damaskus wende ich dies nicht ab, weil sie Galaad mit eisernen Wagen gedroschen haben. Siehe [2Koe 10,32.33]. - Und ich will Feuer über das Haus Azaels Die Burg der Hauptstadt Damaskus. - senden, das die Paläste Benadads Benadad ist der Name mehrerer Könige von Damaskus. Vergl. [1Koe 15,18.20; 1Koe 20,1ff; 2Koe 6,24; 2Koe 8,7; 2Koe 13,3]. - verzehren soll. Ich will die Riegel Festungswerke. - von Damaskus zerbrechen, ausrotten die Bewohnerschaft aus dem Gefilde des Götzen Oder hebr.: Tal der Nichtigkeit, des Götzendienstes. - und den Zepterträger aus dem Hause der Wonne Vermutlich die Sommerresidenz des Königs von Syrien. - und das Volk Syriens soll nach Cyrene Hebräisch: Kir. Nach gewöhnlicher Ansicht die Gegend des Kurflusses, der vom Kaukasus ins Kaspische Meer fließt. Indes ist mit Recht zu bezweifeln, ob die Assyrier damals ihre Herrschaft bereits so weit ausgedehnt. Andere denken an eine Landschaft von Süd-Medien. Über die Tatsachen siehe [2Koe 16,9]. Benadad II. wurde von Hazael getötet und nach Hazael herrschte Benadad III. dessen Sohn, in Syrien. Beide kämpften mit Glück gegen Israel. [2Koe 6,24; 2Koe 13,3] Welcher von beiden hier gemeint ist, ist nicht festzustellen, am wahrscheinlichsten redet er von allen. - weggeführt werden, spricht der Herr. So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Gaza werde ich dies nicht abwenden, weil sie alle Gefangenen weggeführt, um sie an Idumäa zu überliefern. Wann dies geschehen, lässt sich nicht genau bestimmen. - Ich werde Feuer über die Mauern Gazas senden, das seine Paläste verzehren soll. Ich werde die Bewohner von Azot vertilgen und den Zepterträger aus Askalon und werde meine Hand gegen Akkaron wenden und der Überrest der Philister soll zugrunde gehen, spricht der Herr, Gott. Alle Philisterstädte außer Gath werden genannt. Jede Stadt soll ihre besondere Strafe treffen; wer dieser entgeht, den wird ein anderer Untergang ereilen. - So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Tyrus werde ich dies nicht abwenden, weil sie alle Gefangenen Judäas an Idumäa überliefert und des Bruderbundes nicht gedacht haben. Die Edomiter waren die schlimmsten Feinde. Unter David und Salomo hatte sich Tyrus mit Israel verbunden. Vergl. [2Sam 5,11; 1Koe 5,12; 1Koe 9,11]. - Ich will Feuer über die Mauern von Tyrus senden, das seine Paläste verzehren soll. So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Edom werde ich dies nicht abwenden, weil es seinen Bruder mit dem Schwerte verfolgt und die Barmherzigkeit gegen ihn verletzt hat Anspielung auf Jakob und Esau. [1Mos 27,41] Die Barmherzigkeit: die ihm gebührende Barmherzigkeit. - und im Grimm verharrt für und für und seinen Zorn bewahrt immerdar. Ich will Feuer entsenden über Theman, dies soll die Paläste Bosras Stadt und Idumäa, südlich vom Toten Meere. Ob Theman eine Landschaft in Idumäa war, ist strittig. - verzehren. So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten der Söhne Ammons werde ich dies nicht abwenden, weil sie die Schwangern Galaads aufgeschlitzt haben, um ihr Gebiet zu erweitern. Galaad war ein vorzügliches Weideland. Die von den Ammonitern verübte Grausamkeit sollte sie vor Rächern des Überfalls sicher stellen. Wann dies geschah, ist nicht festzustellen; vielleicht als Hazael Israel mit Krieg überzog. - Ich will Feuer entzünden auf den Mauern Rabbas, Ammonitische Hauptstadt. - das ihre Paläste verzehren soll unter Kriegsgeschrei am Tage des Kampfes und im Sturme am Tage des Erdbebens. Und Melchom Oder Milkom, Malkom, wohl dasselbe wie Moloch. Die Heiden schrieben ihre Taten und Siege ihren Götzen zu, wird ein Volk besiegt, so ist sein Gott unterlegen. - soll in die Gefangenschaft wandern, er und seine Fürsten zumal, Die Götter galten als Väter und Herrn des Landes. spricht der Herr.

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