Amos 4
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Zweite Rede: Hartnäckigkeit des Volkes. (Kap. 4) a. Die Frevel der Frauen. b. Vergeblich gesendete Züchtigungen.
1 Höret dies Wort, ihr fetten Kühe Ihr Frauen. (Theod., Theod. Gr., Ephr.) Hebr.: Kühe von Basan. Dort war die beste Weide. Übertragen: sittenlose, zügellose. - auf dem Berge Samarias, die ihr die Geringen bedrückt und die Armen niedertretet, die ihr euern Eheherrn zurufet: Schaffet herbei, lasset uns zechen! Sie stimmen mit den Männern überein, ja treiben diese zu immer neuen Schandtaten an. - 2 Der Herr, Gott, hat bei seiner Heiligkeit geschworen: Wenn Gott schwört, wird der höchste Grad der Sicherheit ausgedrückt und auf eine den Menschen angemessene Weise gezeigt, wie sehr ihm alles am Herzen liegt, was diese tun, um zu lohnen und seine Verheißungen zu erfüllen, oder durch die Frevel herausgefordert zu strafen. Die Heiligkeit fordert, dass Gott die Sünde straft, und wie die Heiligkeit unveränderlich ist, so ist es auch das Strafurteil. - Sehet, es sollen Tage über euch kommen, da man euch und was von euch übrig ist auf Spießen und in siedenden Töpfen wegträgt. Wenn die Kühe getötet und abgehäutet sind, werden sie an einem durch die Muskeln der Hinterschenkel gezogenen Stabe aufgehängt und weggeschafft. Hebr.: Man wird euch selbst an Angeln und euren Nachwuchs an Fischhaken emporziehen. – Sie werden im Kampfe gefangen und nach dem Rechte der Sieger hinweggeschleppt. - 3 Dann werdet ihr durch die Breschen ausziehen, eine um die andere, und Ihr aber werdet von den Feinden ergriffen, endlich gefangen nach Armon geschleppt. Unter Armon verstehen die meisten Ausleger Armenien, das den Assyriern unterworfen gewesen sei. - werdet nach Armon zu hinausgestoßen, spricht der Herr. 4 Kommet denn nach Bethel und verübet Frevel, nach Galgala Über Bethel und Golgala siehe [Hos 4,15]. - und häufet Sünden, bringet des Morgens An jedem Morgen, nicht nur an Festtagen. - eure Schlachtopfer dar, jeden dritten Tag eure Zehnten. Der geforderte Übereifer soll die Torheit der Götzenverehrung lächerlich machen. - 5 Bringet gesäuerte Brote als Lobopfer dar, Ironische Aufmunterung: Zündet diese Brote auf dem Altare zur Nahrung des Lobopfers an. Da gesäuertes Brot vom Altare durchaus fernbleiben musste, wird der törichte Eifer verhöhnt. - rufet zu freiwilligen Gaben auf und kündet sie an, In demselben Sinne sagt der Seher, sie sollen durch öffentliches Gebot vorschreiben, dass freiwillige Gaben dargebracht werden. - denn so gefällt es euch ja, Ironische Aufforderung. Vergl. [Offenb 22,11]. - ihr Söhne Israel! spricht der Herr, Gott. 6 Darum habe ich eure Zähne stumpf gemacht in allen euren Städten und Mangel an Brot gesendet in alle eure Wohnsitze, doch ihr habt euch nicht zu mir bekehrt, spricht der Herr. Hunger und Not hat Gott für Ungehorsam angedroht. [5Mos 28,48.57] Stumpf werden die Zähne von dem Genusse unreifer und herber Früchte. Vergl. [Ez 18,2]. Nach der Vulgata ist also die erste Strafe, dass sie schlechte Früchte essen müssen, diese Strafe wird dann durch die Not gesteigert. Hebr.: Obschon ich euch die Zähne blank erhielt: euch nichts zu essen gab, seid ihr dennoch nicht umgekehrt. - 7 Ich hielt euch den Regen zurück drei Monate hindurch vor der Ernte und ließ auf eine Stadt Regen fallen und auf eine andere Stadt ließ ich keinen Regen fallen, ein Stück Feld ward beregnet und ein anderes, auf das ich nicht regnen ließ, verdorrte. Ihr solltet fühlen, dass mein Gericht euch die Trockenheit brachte. - 8 Da kamen zwei und drei Städte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und wurden nicht satt; aber dennoch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt, Immer wieder wiederholt Gott dieses Wort, voller Betrübnis, dass das Mittel, welches seine väterliche Vorsehung gewählt, ohne Frucht blieb, während sonst doch selbst die Törichtsten durch Heimsuchungen belehrt werden. - spricht der Herr. 9 Ich habe euch mit Glutwind und die Menge eurer Gärten und Weinberge mit Getreidebrand geschlagen, eure Ölpflanzungen und Feigengärten fraß die Raupe, Wie [5Mos 28,22.39.40.42] angedroht. - dennoch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 10 Ich habe den Tod unter euch gesendet, Hebr.: Ich sandte die ägyptische Pest unter euch. - wie einst über Ägypten, habe mit dem Schwerte eure Jünglinge geschlagen, ließ eure Rosse erbeuten und ließ den Moder eures Lagers in eure Nase aufsteigen, So die Pest mehrend. Durch den Gestank wurden sie an den schlimmen Geruch ihrer Sünden und den Abscheu gemahnt, den sie Gott durch ihre Frevel bereitet. Durch alle Sinne zeigt ihnen Gott, wie sehr die Sünden zu verabscheuen sind. Der Seher hat die Kriege mit den Syrern vor Augen. [2Koe 6,25; 2Koe 8,12; 2Koe 13,3.7.22] Vergl. auch [2Koe 13,7]. - doch ihr seid nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 11 Ich habe euch um und um gekehrt, Wie ein aus dem Feuer gerissenes Brandscheit. - wie Gott Sodoma und Gomorrha umgekehrt hat, und ihr wurdet wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen ist, aber ihr seid nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 12 Deshalb Da dies alles vergeblich gewesen, bleibt nichts mehr übrig, als dass Gott zur äußersten Strafe fortschreitet. Diese droht er V. 12 an und bestätigt die Drohung V. 13 durch den Hinweis auf seine göttliche Macht und Majestät. - will ich dir also tun, o Israel! da ich dir aber solches Was er tun will, sagt er noch nicht, um die Frucht zu vergrößern und so zur Buße zu bewegen. - antun will, so bereite dich, deinem Gott gegenüber zu treten, Israel! Siehe zu, ob du Gott widerstehen kannst; bereite dich vor, schlimmere Schläge zu erdulden, erwäge, wer es ist, der dich heimsuchen will. - 13 Denn siehe, er ist es, welcher die Berge gebildet Die Erde, deren Fundamente die Berge sind, hat er geschaffen und lenkt alles in der Schöpfung, wie an einem Beispiele gezeigt wird (Wind). - und den Wind geschaffen, der dem Menschen seinen Ausspruch verkündet, Ihm kundtut, was im Menschen ist. - er schafft Nebel am Morgen und schreitet über die Höhen der Erde daher, Herr, Gott der Heerscharen, ist sein Name. Drei beweise der Allmacht Gottes werden hebr. beigefügt: der das Morgenrot, der die Finsternis schafft, der über die Höhen der Erde dahinschreitet. Gott gibt Licht und Glück, Finsternis und Unglück und alles ist ihm unterworfen. Nach der feierlichen Aufzählung von sechs Erhabenheiten Gottes stellt der Prophet dessen Majestät in einer feierlichen Formel vor Augen: Der ewige, unveränderliche, vollkommene Gott, der zugleich der Bundesgott ist, ist jener, dem alle Heere Himmels und der Erde dienstbar sind. Damit drückt er gleichsam das Siegel auf die Drohungen.