Amos 5
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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3. Dritte Rede (Kap. 5, Kap. 6): Untergang Israels und Ursachen des Unterganges. a. Allgemeines Bild des Unterganges. (V. 3) b. Gott und seine Gerechtigkeit haben sie verachtet. (V. 13) c. Die das Gute verschmähen, wird Trauer heimsuchen. (V. 17) d. Der schreckliche Tag des Herrn.
1 Höret dies Wort, das Klagelied, das ich über euch erhebe! Er will dem Hause Israel nach der Weise des Vaterlandes einen Grabgesang singen. - Gefallen ist das Haus Israel und steht nicht wieder auf. Geschehen ist, was er [Amos 4,12] gedroht. Hebr.: Höret diesen Spruch, den ich als Totenklage über euch anhebe, Haus Israel. Steht nicht wieder auf: Unter eigenen Königen. - 2 Die Jungfrau Israel Jungfrau, Frau, werden Städte und Länder in der Heiligen Schrift genannt. Der Name Jungfrau bezeichnet das Reich als ein blühendes, bald freilich ist es des Schmuckes beraubt. - ist hingestürzt Niedergeworfen. - auf ihren Boden Nicht in fremdem Lande, wo sie wenige Macht hatte. Das Land, das ihr als Erbe gegeben, ist Zeuge ihres Sturzes. - und niemand richtet sie wieder auf. 3 Denn so spricht der Herr, Gott: Die Stadt, aus der tausend ausgezogen, Die Stadt, welche tausend Streiter in die Schlacht entsenden konnte, wird nur hundert Menschen übrig haben, Greise, Frauen, Männer, Kinder: ein deutliches Bild des Unterganges des Reiches und der Wegführung des Volkes. - wird hundert übrig behalten; und die, aus welcher hundert ausgezogen, wird zehn übrig behalten im Hause Israel. 4 Denn so spricht der Herr zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben! Da sie diese Weisung hintangesetzt, sind sie dem Untergange nahe. - 5 Suchet doch nicht Bethel auf, ziehet nicht nach Galgala und wandelt nicht nach Bersabee hinüber, denn Galgala wird gefangen weggeführt und Bethel wird nichts helfen können. Alle Orte, welche von den Israeliten in frommer Pilgerfahrt aufgesucht und verehrt wurden, waren solche, welche durch den Aufenthalt der Patriarchen oder durch Gott von ihrer Frömmigkeit geweihte Denkmäler geheiligt waren. Doch nicht zufrieden mit den innerhalb des Reiches belegenen Stätten, suchten die Israeliten noch andere auf. Hebr. Gilgal galoh igleh. Das Gotteshaus Bethel wird zum Garaus (Bethaven, Nichtigkeit). - 6 Suchet den Herrn und lebet, es möchte sonst das Haus Joseph wie Feuer auflodern und das Feuer um sich fressen, ohne dass jemand in Bethel lösche. Bersabee wird nicht genannt, weil Amos sich nur an das Reich Israel wendet und nach der Niederlage der zehn Stämme jene Stadt weder eingenommen noch zerstört ward. - 7 Ihr, die ihr das Recht in Wermut verkehrt und die Gerechtigkeit zu Boden drückt! Anstatt durch und durch heilig zu sein, seid ihr voller Sünden, die euch wie Absinth sein werden und mich gegen euch hart und bitter machen. - 8 Er hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen, Wen behandelt ihr so verächtlich? Wen verlasst und verwerft ihr? Die beiden genannten sind die Hauptgestirne und stehen für alle Sterne insgesamt. In den Gestirnen spiegelt sich Gottes Majestät wieder. - er wandelt die Finsternis in Morgenlicht und lässt den Tag in Nacht übergehen, Er kann Todesgefahren in Licht und leuchtendes Glück in Unglück wandeln. - er ruft die Gewässer des Meeres herbei und gießt sie über die Fläche der Erde hin: Durch seinen Befehl ruft er die Wasser herbei und lässt sie als Diener seiner Gerechtigkeit die Erde überfluten. - Herr Jahve, der das Sein selbst ist, der keiner Veränderung fähig, seine Drohungen sind also zu fürchten. - ist sein Name. 9 Er bringt lächelnd Verderben über den Starken und Plünderung über den Mächtigen. Wie wahnsinnig und waghalsig ist es also, einen solchen Gott zu verachten und seine Rache herauszufordern! - 10 Sie hassen den, der sie im Tore zurechtweist, und den, der recht redet, verabscheuen sie. Wenn er Gericht hält, hassen sie ihn, wenn er gegen die Ungerechtigkeit sich erhebt, wenden sie sich von ihm, der die Unschuldigen verteidigt, Wahrheit und Recht redet. Übrigens stellten sich die Propheten in der Tat unter das Tor. Vergl. [Jer 17,19]. - 11 Darum, weil ihr den Armen beraubt und auserlesene Beute von ihm nehmt, Sie haben durch Habsucht und Raub gesündigt. Auserlesen ist ein Gegenstand auch der Liebe nach, mit der man an ihm hängt. - sollt ihr wohl Häuser von Quadern bauen, aber nicht darin wohnen, liebliche Weingärten pflanzen, aber ihren Wein nicht trinken. 12 Denn ich kenne eure vielen Frevel und eure schweren Sünden, als Feinde des Gerechten nehmt ihr Geschenke an und bedrückt die Dürftigen im Tore. Den Gerechten verfolgen sie, den Armen bedrücken sie, durch Geschenke bestochen. - 13 Darum schweigt der Kluge zu dieser Zeit, denn die Zeit ist schlimm. So schlimm sind die Zeiten geworden, dass selbst die Weisen es für besser halten, nicht mehr Tadel gegen die auszusprechen, welche der Bosheit folgen; wohl um sie nicht zu noch Schlimmerem herauszufordern. - 14 Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben möget, Doch wenn auch die Weisen schweigen wegen der allzu großen Bosheit, nicht ebenso der Prophet. Werfet das Böse von euch, suchet Gott, nur wenn ihr mit ihm verbunden seid, wird euch wahres Leben zuteil, werdet ihr Frieden und Glück genießen. - so wird der Herr, der Gott der Heerscharen, mit euch sein, wie ihr sprechet. Alsdann dürft ihr euch rühmen, dass ihr Kinder Abrahams, dass ihr das Volk Gottes seid. - 15 Hasset das Böse und liebet das Gute und haltet im Tore das Recht aufrecht, Dies ist die Grundlage alles sozialen Lebens. - vielleicht wird sich dann der Herr, der Gott der Heerscharen, der Übriggebliebenen Josephs erbarmen. Der Prophet wagt nicht zu versprechen, dass alsdann die Strafe abgewendet, sondern nur dass sie dann verringert werden wird. So weit ist also die Bosheit schon gediehen, dass der Sturz des Reiches nicht mehr abgewendet werden kann. Vielleicht: Erbarmen ist Gott immer eigen, die Strafe ist also nie ohne Milderung, aber vielleicht befreit Gott selbst gänzlich von der Strafe. - 16 Darum Weil ihr auf diese Mahnungen nicht gehört habt. - spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herrscher, Gottes Macht wird mit feierlicheren Namen vor Augen gestellt, um der Rede mehr Nachdruck zu verleihen. - also: Auf allen Straßen soll Klage ertönen, auf allen Wegen draußen soll man rufen: Wehe, wehe! Man soll den Landmann zum Trauern rufen Selbst die Landleute auf Äckern und Feldern werden wegen des plötzlichen Unglückes nur zu jammern vermögen. - und zum Wehklagen die Klagekundigen. 17 Auch in allen Weinbergen Wo zuvor Freude, ist jetzt Weh. - soll Wehklage sein, denn ich werde durch deine Mitte hindurchziehen, Erinnerung an Ägypten und Sodoma; die Worte sind aus [2Mos 12,12] genommen. Der Herr will vorübergehen, die Strafe zu vollziehen, welche solche Frevel verdienen, und allgemeine Trauer verursachen. - spricht der Herr. 18 Wehe denen, welche nach des Herrn Tage verlangen! Wie können die, welche mit Verbrechen belastet sind, den Tag des Herrn herbeiwünschen, denen derselbe nur Strafe und Zorn bringen kann? Zuerst muss die Strafe über sie kommen, ehe die frohen Verheißungen in Erfüllung gehen können. - Was soll er euch? Dieser Tag des Herrn ist ja Finsternis, und nicht Licht! 19 Wie wenn jemand vor einem Löwen flieht und ein Bär tritt ihm entgegen, und kommt er noch in ein Haus und stemmt sich mit der Hand gegen die Wand, wird er von einer Schlange gebissen. Von allen Seiten drohen Gefahren. Wer einer entgeht, stürzt in die andere, der Untergang ist unvermeidlich. Wer dem allgemeinen Unglücke entgeht, fällt zu Hause geheimen Nachstellungen zum Opfer; ja, je mehr man sich sicher glaubt, desto näher ist das Verderben. - 20 Ist der Tag des Herrn nicht Finsternis und kein Licht? Ist nicht Dunkel an ihm und kein Glanz? Von neuem wiederholt der Prophet, dass es Torheit ist, wenn die Frevler den Tag der Heimsuchung des Herrn herbeisehnen. Wie schwer lassen die Bösen, wenn sie dem auserwählten Volke angehören, sich überzeugen, dass sie gleichfalls der Strafe anheimfallen! Vergl. [Jer 7,28]. - 21 Ich hasse und verschmähe Wenn sie vermeinen, dass ihre äußerliche Verehrung Gottes ihnen zum Lobe gereichen oder sie gegen die Gefahren schützen und Gottes Zorn abwenden werde, so mögen sie hören, was Gott ihnen durch den Propheten sagt. - eure Feste und missfällig ist mir der Geruch eurer Festversammlungen. Die Festtage, an denen außer der Darbringung der Opfer Festversammlungen zu halten waren. - 22 Bringt ihr mir auch eure Brandopfer und Gaben dar, so nehme ich sie nicht an und die Dankopfer von eurem Mastvieh Blutige und unblutige Opfer werden genannt und denselben Fried- und Dankopfer beigefügt. - sehe ich nicht an. 23 Hinweg von mir mit dem Lärm Verächtlich. - deiner Lieder Die Gesänge der Leviten gefallen Gott nicht, weil sein Lob aus dem Munde von Sündern ihm nicht wohlklingt und jene Gesänge auch den Götzen zu Ehren gesungen werden. (Hier.) - und das Spiel deiner Harfe mag ich nicht hören. 24 Vielmehr flute das Recht wie Wasser daher und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom. Die erneute Versicherung, dass die Strafe kommt, zeigt, dass diese unabwendbar ist. - 25 Habt ihr mir denn Schlachtopfer und Speiseopfer in der Wüste dargebracht vierzig Jahre hindurch, Haus Israel? Die Strafe ist nicht zu hart, denn von Anfang an hat das Volk gesündigt und sorgsam seinen Frevel fortgeführt. Das Geschlecht, welches die Wüste durchwanderte, übte die Beschneidung nicht, so war es auch nicht wunderbar, wenn es, verurteilt in der Wüste zu enden, Gott nicht verehrte, sondern Götzen mit sich führte. Vergl. [3Mos 17,7; 5Mos 32,17]. - 26 Vielmehr trugt ihr die Hütte eures Molochs und das Bild eurer Götzen, das Gestirn eures Gottes, Hebr. wahrscheinlich: Ihr truget die Hütte eures Königs und Kaivan, eure Götzenbilder, den Stern eurer Götzen. An Stelle Jahves wählten sie sich einen anderen König, dessen Lade sie mit sich trugen. Statt König (Melech) ist besser mit der Vulgata Moloch anzunehmen. - die ihr euch gemacht hattet. 27 Darum will ich euch über Damaskus hinaus in die Verbannung führen, Ich will das Reich untergehen und euch in die Verbannung führen lassen. Vergl. [Apg 7,43]. - spricht der Herr, Gott der Heerscharen ist sein Name. Dieser Gott führt die Feinde als Diener seiner Rache herbei.
Zitiert in 19
- V. 2 Summa (EN)(III 89.3)
- V. 7 Querida Amazonia(§15)
- V. 8 Querida Amazonia(§15)
- V. 9 Querida Amazonia(§15)
- V. 10 Querida Amazonia(§15)
- V. 11 Querida Amazonia(§15)
- V. 12 Querida Amazonia(§15)
- V. 21 CCC(¶2100)Ecclesia In Asia(§41)
- V. 22 CCC(¶2100)Ecclesia In Asia(§41)
- V. 23 CCC(¶2100)Ecclesia In Asia(§41)
- V. 24 CCC(¶1435
¶2100) Ecclesia In Asia(§41) - V. 25 CCC(¶2100)Summa (EN)(I-II 98.4)
- V. 26 Summa (EN)(I-II 98.4)