Amos 8
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. Gesicht über das Ende: Anklage der Ungerechtigkeit. (V. 6) C. Ankündigung der Zerstreuung.
1 Folgendes ließ der Herr, Gott, mich schauen: Siehe, da war ein Obsthaken. Unter dem Bilde der Ernte wird dem Propheten gezeigt, dass das Volk reif geworden zur Strafe durch seine Frevel und dass die Früchte derselben bereits gesammelt und gekostet werden müssen. - 2 Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Einen Obsthaken. Da sprach der Herr zu mir: Es kommt das Ende Im Hebr. weist zugleich der Wortklang auf das sicher bevorstehende Gericht hin. Welches das Ende sein soll, sagt V. 3. - über mein Volk Israel, nicht länger mehr will ich seiner schonen! 3 Es sollen die Türangeln des Tempels an jenem Tage ächzen, Neuere: heulen werden die Gesänge im Palaste. Nach den älteren Erklärern ächzen die Tore, weil die Menge der Feinde jählings durch die Pforten des Tempels von Bethel hineingestürzt oder weil sie dieselben mit Beilen und Sturmböcken erbrechen, mit Feuer vernichten. (Ps. Ruf., Cyr. m. Theod., Theod. Gr.) - spricht der Herr, Gott, viele werden dahinsterben, Zuerst wütet Gottes Zorn gegen den Ort des falschen Kultes, dann gegen die Götzendiener, endlich gegen das gesamte Reich und alle seine Einrichtungen. Das Stillschweigen der Verwüstung und des Todes wird weit und breit herrschen. - allenthalben wird sich Stille verbreiten. Hebr.: zahlreich sind die Leichen, an jeden Ort wirft man sie hin, stille! (vor der Rache Gottes.) - 4 Höret dies, ihr, die ihr die Armen niedertretet Hebr.: die ihr nach dem Armen schnappt, nämlich ihn zu unterdrücken und zu vernichten. - und die Dürftigen des Landes verschmachten lasset, 5 indem ihr sprecht: Wann geht der Neumond vorüber, dass wir unsere Waren verkaufen, So groß ist ihre Habsucht, dass sie die Feste nicht leiden mögen. - und der Sabbat, dass wir die Speicher auftun? Selbst die Ruhe eines Tages in der Woche ist ihrer unsittlichen Begierde zuviel. - dass wir das Maß vermindern und das Gewicht vergrößern und falsche Waage unterschieben können? Mit der Habgier verbindet sich die Ungerechtigkeit. - 6 dass wir die Dürftigen um Geld und die Armen um ein Paar Schuhe an uns bringen und den Abfall vom Korn verkaufen? Durch solchen Wucherhandel wollen sie die Armen in Leibeigenschaft bringen. Anstatt des Preises, den der Käufer nicht erschwingen kann, wollen sie ihn selbst als Sklaven in Besitz nehmen. Ein Paar Schuhe sind sprichwörtlicher Ausdruck für Dinge von geringem Wert. Den Abfall vom Korn, die Spreu, welchen ein ehrlicher Händler ausschüttet, vermessen sie mit als Korn. Wenn solche Verbrechen sich offen zeigen, welch allgemeine Sittenverderbnis muss da überall herrschen. - 7 Geschworen hat der Herr wider Jakobs Hoffart: Die Furchtbarkeit des Frevels wird von Gott mit einem Eidschwure bezeugt: Ich werde es nicht vergessen, das schwöre ich. Es ist das dritte Mal, dass Gott mit einem Eidschwure solche Versicherung gibt: [Amos 4,2; Amos 6,8] Wie lange die Strafe dauern soll, sagt V. 10b. - Fürwahr! nimmer werde ich aller ihrer Taten vergessen. 8 Soll darob nicht die Erde erzittern, nicht alle ihre Bewohner trauern? Wenn sie solchen Eidschwur vernimmt. - Es wird sich erheben wie der Strom zumal, hinausstürzen und abfließen wie der Strom Ägyptens. Wie Ägypten vom Nil überschwemmt wird, so wird das Land Israel von dem Einbruche der Feinde bedeckt werden, und wenn das Feindesheer vorrückt, werden sie scharenweise vertrieben unter die Völker zerstreut, sich gleichsam verlaufen und nicht mehr erscheinen. Hebr.: Die Erde steigt empor wie der Nilstrom zumal und wird aufgewühlt und senkt sich wie der Strom Ägyptens: Muss nicht wegen solchen Frevels der Erdboden sich aufbäumen, unwillig, ihn länger tragen zu sollen, und wieder zusammensinken unter der furchtbaren Last dieser Schuld? – Sept.: Die Vernichtung erhebt sich, alles niederwerfend und in unzähligen Strömen ganz Samaria überflutend, und senkt sich, alles mit sich fortreißend. - 9 An jenem Tage, spricht der Herr, Gott, wird die Sonne am Mittage untergehen und am hellen Tage werde ich Finsternis senden über die Erde. Diese Überschwemmung wird plötzlich kommen und alles gleichsam in dichter Finsternis begraben. Am hellen Mittage soll es scheinen, dass die Nacht hereingebrochen, solche Verwüstung und Ratlosigkeit soll herrschen mitten in der Fülle des Glückes. Vergl. [Jer 15,9]. - 10 Und ich werde eure Feste in Trauer wandeln und alle eure Lieder in Wehklage, Trauerkleid werde ich über alle eure Rücken bringen und über alle Häupter Kahlheit, Wer trauerte, pflegte das Haupt zu scheren. - ich werde das Land in Leid versetzen wie bei der Trauer um den einzigen Sohn Bild und Beispiel der bittersten Trauer. - und sein Ende einem Tage der Bitterkeit gleichmachen. Nach einigen ist die letzte Zeit, das Ende hier die messianische Zeit. - 11 Sehet, es kommen die Tage, spricht der Herr, da ich Hunger über das Land senden werde; nicht Hunger nach Brot noch Durst nach Wasser, sondern Hunger, das Wort des Herrn zu hören. Weil ihr jetzt das Wort des Propheten verachtet, ja die Propheten sogar an der Ausübung ihrer Berufung zu hindern sucht [Amos 7,10], soll euch der Trost in bitterer Lage und die Vorausverkündigung der Zukunft genommen werden. Es wird nicht nur die Zeit des Exils dargestellt, sondern allgemein die Lage der Israeliten, die von Gott verworfen in steter Unruhe leben und statt der Wahrheit Irrtümern anhängen werden. (Hier., Cyr.) V. 12 handelt in der Tat vom ganzen Erdkreise, auf dem sie umherirren, nachdem sie Gesetz und Propheten verloren. (Hier.) - 12 Da soll es sie von einem Meere zum andern treiben und von Nord bis nach Ost; sie werden umherschweifen, das Wort des Herrn zu suchen, aber sie sollen es nicht finden. 13 An jenem Tag werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge vor Durst verschmachten, Wenn selbst die kräftige Jugend dahinschmachtet, ist der Untergang des Volkes ein allgemeiner. - 14 sie, welche jetzt bei der Schuld Samarias schwören Ursache es Unterganges: weil sie die vom Könige in Samaria aufgestellten und geweihten Kälber mit göttlicher Anbetung verehren. [1Koe 12,28] - und sprechen: So wahr dein Gott lebt, Dan, bei dem Wege nach Bersabee! Sie schwören bei der Pilgerschaft nach Bersabee, die sie als etwas Hochheiliges ansehen. - sie werden stürzen und nicht wieder auferstehen. Wie sie Gott verlassen haben, wird Gott sie verlassen und verwerfen. Sie werden stürzen und nicht wieder auferstehen! Wie furchtbar ist dies an den Zehnstämmen in Erfüllung gegangen!
Zitiert in 24
- Dieses Kapitel Spe Salvi(§3)
- V. 4 CCC(¶2269
¶2409) Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)Veritatis Splendor(§100) - V. 5 CCC(¶2269
¶2409) Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)Veritatis Splendor(§100) - V. 6 CCC(¶2269
¶2409 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)Veritatis Splendor(§100)¶2449) - V. 7 CCC(¶2269)Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
- V. 8 CCC(¶2269)Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
- V. 9 CCC(¶2269)
- V. 10 CCC(¶2269)Salvifici Doloris(§6)
- V. 11 CCC(¶2835)Dies Domini(§39)Verbum Domini(§91)