Offenbarung 19
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Im Himmel ist großer Jubel über den Untergang Babylons. (V. 10) B. Das mittlere, die Wiederkunft Christi darstellende Gesicht. (V. 11 – 16) C. Die drei letzten, die Folgen der Wiederkunft weisenden Gesichte (Kap. 19,17 – 22,5): 1) Fünftes Gesicht. (V. 17 – 21) Das göttliche Wort zieht mit dem Himmelsheer in den Kampf gegen das Tier und dessen Heer. (V. 18) Das Tier wird überwunden, sein Heer getötet, es selbst mit seinem Lügenpropheten in den Abgrund gestürzt.
1 Hiernach Nach Vollstreckung des Gerichtes preisen die himmlischen, der Aufforderung des Engels [Offenb 18,20] folgend, mit lautem Lobgesange Gottes Macht, Herrlichkeit und Gerechtigkeit, die sich hier kundgetan. Dieser Lobpreis nimmt die Lobgesänge [Offenb 4,8-11, Offenb 5,8-14, Offenb 11,15-19] und [Offenb 12,10-12] wieder auf. Was dort erbeten ward, dafür wird hier Dank gesagt, was dort begonnen ist, findet hier seinen Abschluss. V. 1, V. 2 bilden die erste Strophe, an welche sich die Gegenstrophe V. 4 anschließt. Ein zweiter Teil beginnt V. 5 mit einer Einzelstimme, auf welche V. 6 – 8 der Chor der Himmlischen respondiert. - hörte ich wie die Stimme Griech.: Eine laute Stimme eines großen Haufens. Wie [Offenb 18,20] zeigt, ist es die Gesamtheit der Himmelsbewohner (Engel, Wesen, Älteste). Sie preisen Gott mit dem alttestamentlichen Alleluja, Lobet den Herrn! Das sich sonst im N. T. nicht findet. Aus dem Lobgesange erhellt die - von vielen Scharen im Himmel, die sprachen: Alleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist unserm Gott! 2 Denn Zwei Gründe: Gottes Gerichte sind stets wahrhaft und gerecht, vergl. [Offenb 15,3, Offenb 16,7], und: Hier haben sie sich als solche auf's neue an Babel erwiesen. Auch der Hinweis auf Babels Schuld fehlt nicht: Es hat durch seine Unzucht die Erde verderbt, aber darum hat Gott das Blut seiner Knechte an ihm gerächt. Was [Offenb 6,10] erbeten ward, dafür wird jetzt gedankt. - wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte, denn gerichtet hat er die große Buhlerin, welche die Erde verderbte durch ihre Unzucht, und hat das Blut seiner Diener von ihrer Hand gerächt. 3 Und abermals sprachen sie: Alleluja! Und der Rauch derselben steigt empor von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das zweite Alleluja, das dieselben anstimmen, wie V. 1, findet wieder seine Begründung: Babel wird nie wieder aufgebaut werden. Vergl. [Offenb 18,9, Offenb 15,18] und damit [Jes 34,9.10]. - 4 Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebenden Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen, Alleluja! Ja, lobet den Herrn! Vergl. [Ps 105,48]. - 5 Und Wohl sofort. - eine Stimme Es ist die Stimme eines der vier Wesen. - ging vom Throne aus, die sprach: Lobpreiset unsern Gott, alle seine Diener, und die ihr ihn fürchtet, Klein und Groß! Da die Szene im Himmel vor sich geht, richtet sich die Aufforderung zunächst an die im Himmel Befindlichen. Der Engel motiviert seine Aufforderung nicht, doch die, welche derselben entsprechen, fügen V. 6 – 8 die Begründung bei. - 6 Und ich hörte wie eine Stimme Wer redet, sagt V. 5. - vielen Volkes und wie das Rauschen großer Wasser, und wie das Rollen starker Donner, Wie der Gesang V. 1, tönte dieser wie das Stimmengewoge einer großen Menge, dann aber auch wie das Rauschen vieler Wasser und das Rollen vieler Donner. Die Singenden sind also diejenigen wie V. 1, nur ist ihr Gesang voller, weil der Gegenstand ihrer Lobpreisung hier herrlicher ist. - welche sprachen: Alleluja! denn der Herr hat sich als Herrscher gezeigt, unser Gott, der Allmächtige. Vergl. V. 6. Was [Offenb 11,17, Offenb 12,10] noch bevorstand, ist jetzt da, das Gericht über Babel und damit das Reich der Herrlichkeit Gottes. - 7 Lasset uns frohlocken und jubeln und ihm den Preis darbringen; denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und seine Braut hat sich bereitet. Siehe [Offenb 3,20]. Die Hochzeit des Lammes mit der Kirche steht bevor (ist gekommen: proleptisch, denn [Offenb 19,11] wird dieselbe erst beschrieben.) - 8 Und es ward ihr gegeben, sich mit glänzendem, weißen Linnen zu kleiden; denn das Linnen sind gerechte Taten der Heiligen. Sie hat in der Leidenszeit ihre Treue bewährt, sich von Sünden gereinigt und mit Tugenden geschmückt. Daher empfängt sie jetzt das glänzend reine Gewand, den Gegensatz zu der Pracht der Buhlerin [Offenb 17,4]. Die guten Werke stammen aus Gottes Gnade und der Mitwirkung der Frommen. - 9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Wer? Ist nicht gesagt, vielleicht der Engel [Offenb 18,21] oder irgend ein anderer. An diese Aufforderung knüpft sich V. 10 wieder ein Vorgang zwischen dem Redenden und Johannes. Vergl. auch [Offenb 14,13]. - Selig, die zum Hochzeitsmahle des Lammes berufen sind! Die Kirche in ihrer einheitlichen Gestalt ist die Braut des Herrn (V. 7), die einzelnen Glieder die Hochzeitsgäste. Das Bild von der Hochzeit wird vertauscht mit dem Bilde vom Hochzeitsmahl, weil bei letzterem, vergl. [Offenb 3,20], die Teilnahme der Einzelnen als Gäste mehr hervortritt. - Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Gottesworte! Die in V. 5 – 8 enthaltene Verkündigung von der Wiederkunft Christi, der Besiegung der Feinde, der Hochzeit des Lammes usw. Diese Wiederholung erhöht die Sicherheit. - 10 Ich aber fiel ihm zu Füßen, um ihn anzubeten. Johannes fällt vor dem Redenden nicht nieder, weil er meint, es sei der Herr; denn dies ist doch kaum anzunehmen, sonst würde der Engel den Apostel ja an den Herrn, nicht an Gott verwiesen haben. Die Stelle entspricht [Dan 8,17, Dan 10,9.17] wo Daniel niederfällt, nicht weil er den Engel für Gott hält, sondern weil derselbe ein Himmelsbürger ist. So fällt wohl Johannes, von dem Inhalt des Verkündigten freudig überwältigt, vor dem nieder, der ihm zuletzt sie feste Versicherung von der Wahrheit der Verheißungen gegeben, und bezeugt dem Engel seine Ehrfurcht, nicht Anbetung. (Thom.) - Da sprach er zu mir: Tue es nicht; Der Engel weist diese Ehrenbezeugung Gott zu mit Worten, die auf das V. 9 Gesagte zurückgreifen. Eine Zurechtweisung liegt nicht darin, sonst würde Johannes [Offenb 22,9] nicht dasselbe wiederholt haben. - ich bin dein und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu Das von Jesus ausgehende Zeugnis. Gemeint sind also die Christen. - haben, Mitknecht. Der Engel dient demselben Gott, wie die Christen. - Gott bete an! Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung. Dieser Zusatz ist noch als des Engels anzusehen. (Beda.) Warum steht der Apostel und andere Propheten den Engeln gleich? Weil sie den gleichen Geist der Prophezeiung haben, das Zeugnis Jesu. - 11 Und ich sah den Himmel aufgetan, Was der Lobgesang der Himmelsbewohner V. 1 – 10 als mit dem Gerichte gegeben verkündet, die Erscheinung des Herrn zur Annahme seiner Herrschaft und zur Hochzeit, stellt nun die Wiederkunft des Herrn dar, welche das Gesicht [Offenb 14,14] erklärt. Von dieser Wiederkunft des Herrn ist alles was folgt bis [Offenb 22,5] die Folge und Wirkung. - und siehe, ein weißes Pferd, Die Beschreibung des Heilandes umfasst V. 11 – 13; 15 – 16 und wird V. 14 durch die Beschreibung seiner Begleitung unterbrochen. - und der auf ihm saß, ist genannt Treu und Wahrhaftig, Siehe [Offenb 6,2]. Auch dort erschien der Herr am Anfang der letzten Weltwoche, so die großen Entscheidungskämpfe zwischen Gottes Reich und der feindlichen Welt einzuleiten. Das weiße Ross kennzeichnet ihn wie dort als Sieger (Gegensatz der Esel [Mt 21,2]), doch nicht mehr hat der Heiland wie dort den fernhin tragenden Bogen, sondern das Schwert, nicht mehr die Siegerkrone, sondern viele Diademe. - und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit. Vergl. [Offenb 3,14]. In ihm erfüllen sich alle Verheißungen und Drohungen Gottes, und er richtet seine Feinde mit Gerechtigkeit, seine Kirche befreiend und belohnend. - 12 Seine Augen aber waren wie Feuerflammen, Dieses wie andere Attribute entsprechen [Offenb 1]. - und auf seinem Haupte waren viele Kronen, Weil er der König der Könige ist. [Dan 7,14] Gegensatz nicht allein zu der beschränkten Zahl der Diademe des Tieres [Offenb 13,1, Offenb 12,3], sondern auch weil sein Königtum über alle Königtümer wirklich ein solches und ein rechtmäßiges und unvergängliches ist. - er hatte einen Namen geschrieben, den niemand kennt außer er selbst. Gegensatz zu [Offenb 13,1]. Er trägt den Namen wohl auf der Stirn. - 13 Er war angetan mit einem blutgetränkten Kleide; Das Blut seiner Feinde, die er jetzt besiegen wird, so sein Gericht vorbildend. [Jes 63,1ff] - und sein Name heißt: Das Wort Gottes. Die Beifügung hebt jeden Zweifel, wer der Reiter ist, da er hier nach dem allgemein bekannten Namen genannt wird. - 14 Und die Heerscharen im Himmel folgten ihm auf weißen Rossen, gekleidet in weißes, reines Linnen. Es sind Engel, wie die Voraussagungen [Mt 16,27, Mt 25,31, Mt 26,53, Lk 9,26, Mk 3,38, 2Thes 1,7] bezeugen. Eine ähnliche Kleidung weisen die Engel [Mt 28,3, Apg 1,10] auf. Als Priester und Diener der Gerechtigkeit (auch sie sind hier auf weißen Pferden) müssen die Engel rein und heilig sein. Ihre Gewänder sind nicht mit Blut besprengt, denn der Herr tritt die Kelter allein. Sie folgen ihm, nicht damit er durch ihre Hilfe siege, sondern um Zeugen seines glorreichen Sieges zu sein. - 15 Und aus seinem Munde geht ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor, um mit ihm die Völker zu schlagen. Das Schwert, wie [Offenb 1,16, Offenb 2,12]; vergl. [2Thes 2,8]. - Und er wird sie leiten mit eisernem Stabe; Nach [Ps 2]. Das Wort blickt auf [Offenb 2,27] und [Offenb 12,5] zurück. Was der Herr [Offenb 12,5] wurde, als das erweist er sich jetzt, nachdem die kurze Zeit der Verzögerung verstrichen. - und er tritt die Kelter des Zornweins, des Grimmes Gottes, des Allmächtigen. Die Bilder der Kelter [Offenb 14,19] und des Zornweines [Offenb 14,10] sind hier zusammengeflossen. Der Herr wird hier als strafender Richter beschrieben. - 16 Auf seinem Kleide und auf seiner Hüfte So kann der Name deutlich gelesen werden. - ist geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. 17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, der rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die inmitten des Himmels hinflogen: Ein Engel kündigt den Sieg über die beiden Tiere und ihre Heere an. Er steht in der Sonne, d. i. im herrlichsten, der Siegesbotschaft angemessenen Glanze, und in der Mitte des Himmels, wo er den in der Mitte fliegenden Vögeln [Offenb 14,6.8, Offenb 8,13] am besten zurufen kann. In den Worten des Engels wird sinnbildlich ausgedrückt, dass den Feinden Gottes die völlige Vernichtung bevorsteht. Die Worte erinnern an [Ez 39,17-20], wo von der Niederlage Gogs die Rede ist. Das große Mahl, zu dem alle Tiere eingeladen werden, bildet die schreckenvolle Kehrseite zu dem Mahle des Lammes. (V. 9) Trotz der großen Machtentfaltung des Antichrist, auf welche auch die Einzelschilderung V. 18 hinweist, ist der Antichrist doch nur ein Sohn des Verderbens [2Thes 2,3], der in's Verderben führt. [Offenb 17,18] Das Weltwesen ist im Grunde nur eine aufgeputzte Leiche. - Herbei, sammelt euch zu dem großen Mahle Gottes, 18 dass ihr fresset das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Heerführer, und das Fleisch der Helden, und das Fleisch der Rosse und ihrer Reiter, und das Fleisch aller Freien und Knechte, Kleinen und Großen! 19 Und ich sah Diese Schilderung schließt sich an [Offenb 16,12-16] an. - das Tier, und die Könige der Erde, und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heere. In wahnwitziger Vermessenheit will der Antichrist mit seinem Anhange, den zehn Königen nebst ihren Heeren [Offenb 17,12ff] den schon [Offenb 16,12] und [Offenb 17,14] angekündigten Kampf mit dem König der Könige beginnen. Doch keine Schlacht wird berichtet, sondern einzig die Niederlage der antichristlichen Scharen. Die bloße Erscheinung des Herrn genügt, um die Macht des Antichrist zu vernichten. Vergl. [2Thes 2,8]. - 20 Und das Tier ward ergriffen, und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm getan, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und dessen Bild anbeteten. Lebendig wurden diese zwei in den Feuerpfuhl geworfen, der mit Schwefel brennt. V. 20 schildert den Ausgang der Führer, V. 21 den der Massen. Der Antichrist und sein Pseudoprophet [Offenb 13,11] waren im gottesfeindlichen Wirken vereint, auch ihre Strafe ist eine gemeinsame, die gleiche, welche bereits Daniel [Dan 7,11] sah. Diese Strafe führen die Heerscharen des Herrn aus. Der Feuerpfuhl, in den sie lebendig geworfen werden, während ihre Anhänger den Tod finden, bildet den Gegensatz zu der Erhebung Enochs und Elias in den Himmel [Offenb 11,12]. Über den Feuerpfuhl siehe [Offenb 20,14ff, Offenb 21,8]; er ist die Hölle. In diese fahren sie also mit Seele und Leib unmittelbar nach dem Siege des Herrn. - 21 Und die übrigen wurden getötet durch das Schwert dessen, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde geht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleische. Durch Christi Hauch, durch sein Richterwort, werden die übrigen getötet. So ist die Weltmacht des Endes gerichtet, wenn auch damit noch nicht alle Feinde Gottes abgetan sind, wie das Folgende zeigt.
Zitiert in 57
- V. 1 CCC(¶677
¶2642) - V. 2 CCC(¶677
¶2642) - V. 3 CCC(¶677
¶2642) - V. 4 CCC(¶677
¶2642) - V. 5 CCC(¶677
¶2642) - V. 6 CCC(¶677
¶865 ¶2642) - V. 7 CCC(¶677
¶757 Amoris Laetitia(§318)Ecclesia In Europa(§23)Gaudium et Spes(§48)Lumen Gentium(§6)Sacramentum Caritatis(§31¶1602 ¶1612 ¶2642) §81) - V. 8 CCC(¶677
¶2642) Summa (EN)(I-II 102.4)Ecclesia In Europa(§23)Gaudium et Spes(§48)Incarnationis Mysterium(§10)Sacramentum Caritatis(§31§81) - V. 9 CCC(¶677
¶1244 Amoris Laetitia(§63)Dies Domini(§38)Dominicae Cenae(§11)Sacramentum Caritatis(§31¶1329 ¶1602 ¶1612) §81) - V. 10 Christifideles Laici(§14
§25) Familiaris Consortio(§5)Lumen Gentium(§35)Presbyterorum Ordinis(§2) - V. 16 CCC(¶966)Summa (EN)(II-II 67.1)Ad Caeli Reginam(§8)Lumen Gentium(§59)Novo Millennio Ineunte(§35)Redemptoris Mater(§41)Summi Pontificatus(§2
§51 §52) - V. 20 Compendium of the Social Doctrine of the Church(382)