Baruch 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Bekenntnis der Sünden. (V. 10) 2. Flehen um Erbarmung.
1 Darum hat der Herr, unser Gott, sein Wort in Erfüllung gehen lassen, das er wider uns und wider unsere Richter, welche Israel richteten, und wider unsere Könige und wider unsere Fürsten und wider ganz Israel und Juda gesprochen, Die Aufzählung der einzelnen Stände erinnert daran, dass ein jeder derselben von den Propheten gemahnt war. - 2 so dass er ein großes Unheil über uns kommen ließ, wie es unter dem Himmel noch nicht geschehen, nun aber Jerusalem betroffen hat, so wie es im Gesetze Moses geschrieben ist, 3 dass man das Fleisch seines Sohnes und das Fleisch seiner Tochter essen würde. Nur ein Beispiel der dort ausgesprochenen Drohungen wird angeführt. Vergl. [Jer 19,9; Ez 5,9.10] Dass dies in der Tat geschehen, bezeugt Jeremias [Klagel 2,20] und [Klagel 4,10]. Ähnliches geschah bei der Belagerung Samarias [2Koe 6,28.29]. - 4 Und er unterwarf sie der Macht aller Könige ringsum uns her, zur Schmach und zur Misshandlung unter allen Völkern, unter welche uns der Herr zerstreut hat. Schon zur Zeit der Richter anderen Völkern unterworfen, waren sie zur Zeit der Könige zuletzt von Assyriern, Ägyptern und Chaldäern, zeitweise von Syriern, Moabitern und Ammonitern bekämpft. Es geschah, was Jeremias öfter vorhergesagt [Jer 18,16; Jer 19,8]. - 5 Wir sind unterdrückt und nicht Herren, Anspielung auf [5Mos 28,30]. Vergl. [Jer 7,24]. - denn wir haben wider den Herrn, unsern Gott, gesündigt und seiner Stimme nicht gehorcht. 6 Des Herrn, unseres Gottes, ist die Gerechtigkeit; uns aber und unseren Vätern gebührt Beschämung des Antlitzes, wie es denn jetzt der Fall ist. 7 Der Herr hat all dieses Übel, das über uns gekommen, über uns ausgesprochen 8 und wir flehten nicht zu dem Herrn, unserm Gott, dass sich ein jeder von uns von seinen schlimmen Wegen bekehrt hätte. 9 Darum wachte der Herr über unser Unheil Vergl. [Jer 1,12]. Die Übel, die er angedroht, ließ er bis auf das letzte über uns kommen. - und ließ es über uns kommen, denn der Herr ist gerecht in all seinem Tun, auf das hin er uns Gebote gegeben; 10 und wir hörten nicht auf seine Stimme, dass wir nach den Geboten des Herrn gewandelt wären, die er uns vor Augen gestellt. 11 Und nun, o Herr, Gott Israels! Gott hat Israel, wenn es Buße tut, Verzeihung verheißen. [5Mos 30,1ff; Jer 3,14ff; Jer 4,4; Jer 30,7; Jer 31,18] u.a. - der du dein Volk aus dem Lande Ägypten mit starker Hand geführt hast, mit Zeichen und Wundern, in deiner großen Kraft und mit erhobenem Arme, und dir einen Namen gemacht hast, wie es an diesem Tage der Fall ist; Lass dies nicht alles umsonst geschehen sein! Und doch ist es fast umsonst geschehen, da wir nur noch so wenige und verachtet und unter die Heiden verstreut sind. – O Jahve, dessen Name Unterpfand seiner Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen ist, Gott Israels, der du verheißen, diesen Namen zu ewiger Erinnerung anzunehmen, der du das Volk durch viele Wunder dir erworben hast, du wirst dein so ruhmvolles Werk zu Ende führen! - 12 wir haben gesündigt, haben gottlos gehandelt, haben Unrecht getan, o Herr, unser Gott! wider alle deine Gebote. Noch [Dan 9,16] ist an dieser Stelle vielleicht zu verbinden: Nach all deinen Gerechtigkeiten wende sich dein Zorn von uns ab. Der du nach deiner Heiligkeit willst, dass wahre Gerechtigkeit auf Erden herrsche, erbarme dich deines Volkes und führe es zu dem Stande zurück, der deiner Herrlichkeit und Gerechtigkeit entspricht. Die Versabteilung hat für die Bestimmung des rechten Sinnes keinerlei Bedeutung. - 13 Es wende sich dein Zorn von uns ab, denn wenige sind wir übriggelassen unter den Völkern, unter die du uns zerstreut hast. 14 Erhöre, Herr! unser Flehen und unser Gebet und rette uns um deinetwillen; Wie du durch Isaias verheißen. [Jes 48,11] Ähnlich fleht Jeremias [Jer 14,7]. - lass uns Gnade finden vor dem Angesichte derer, die uns weggeführt haben, Schon unterwerfen sie sich dem Joche und bitten nur, Gott wolle es milder gestalten um seiner Barmherzigkeit willen. - 15 auf dass die ganze Erde inne werde, dass du der Herr, unser Gott, bist, und dass dein Name über Israel und dessen Geschlecht angerufen ist. Zeige offenbar, dass du der Beschützer deines Volkes bist, der auch feindliche Gesinnung anderer gegen dasselbe in Wohlwollen umzuwandeln vermag. So wird allen offenbar werden, dass Israel das Volk Jahves mit Recht heißt. - 16 Blicke auf uns, o Herr! von deinem heiligen Hause her und neige dein Ohr und erhöre uns. Auch dass Gott in Jerusalem seine Wohnung hat (wenngleich das Volk fortgeführt ist, betet auch Daniel dorthin gewendet [Dan 6,10]), ist ein neuer Grund zum Erbarmen. Dort sind ja seine Augen geöffnet und sein Name wohnt daselbst, Gebete zu erhören. [1Koe 8,29] - 17 Tue deine Augen auf und siehe; denn nicht die Toten in der Unterwelt, deren Geist aus ihrem Leibe genommen, werden der Gerechtigkeit des Herrn Preis und Ehre darbringen; Jene können Gott nicht als gerecht und herrlich preisen und anderen seine Ehre und Gerechtigkeit verkünden. Deshalb gehört es den Lebenden zu, Gott zu loben, was jedes Mal gilt, so oft Lebende und Tote verglichen werden. Vergl. [Jes 38,18.19; Ps 6,6; Ps 87,11; Ps 113,17] und insbesondere [Ps 29,10] hebr. - 18 sondern die Seele, welche über die Größe des Unglücks betrübt ist und gebeugt und kraftlos einhergeht, und die ermatteten Augen und die Mangel leidende Seele, sie werden dir, dem Herrn, Ehre und Rechtfertigung darbringen. Die Seele, welche Gott erkennt, hat diese Erde verlassen und nur ihr Leib ist zurückgeblieben. Wohl aber verkünden die Büßenden Gottes Lob und preisen seine Gerechtigkeit. - 19 Denn nicht ob der Gerechtigkeit unserer Väter bringen wir unser Flehen dar und bitten um Barmherzigkeit vor deinem Angesichte, Herr, unser Gott! 20 sondern weil du deinen Zorn und deinen Grimm über uns gesandt hast, Gottes Lob und Ehre wird um so größer sein, weil er denen Gnade erweist, welche weder ein eigenes Verdienst, noch ein Verdienst ihrer Väter aufweisen können, wohl aber viel Verschuldung und Sünde. Sondern fehlt im Griech, anderer latein. Text, Syr. Der Sinn ist also: Nicht im Vertrauen auf unser oder unserer Väter Verdienst flehen wir, wir verdienen kein Glück, denn gerecht sucht uns das Unglück heim, wir dulden, was bei uns durch deine Diener, die Propheten, angedroht. - wie du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen und gesagt hast: Das Folgende ist aus [Jer 27,12] und [Jer 7,34] und [Jer 25,10] zusammengestellt. - 21 So spricht der Herr: Beuget eure Schulter und euern Nacken Und euren Nacken ist Doppelübersetzung. - und seid dem Könige von Babylon untertan, so werdet ihr in dem Lande wohnen bleiben, welches ich euern Vätern gegeben habe. 22 Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hört und dem Könige von Babylon nicht dienstbar sein wollt, so werde ich euch aus den Städten von Juda und aus Jerusalem verstoßen 23 und werde den Ruf des Jubels und den Schall der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut bei euch verstummen machen und das ganze Land soll unwegsam werden ohne Bewohner! 24 Doch sie hörten nicht auf deine Stimme, dass sie dem Könige von Babylon dienstbar geworden wären, und so hast du deine Worte erfüllt, die du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen, dass die Gebeine unserer Könige und die Gebeine unserer Väter von ihrer Stätte weggenommen werden sollten: [Jer 8,1.2] - 25 und siehe, sie liegen der Glut der Sonne und der Kälte der Nacht preisgegeben, nachdem jene unter peinigenden Schmerzen durch Hunger und Schwert und Vertreibung gestorben sind. Vergl. [Jer 4,14; Jer 10,19; Jer 14,12.17; Jer 15,18; Jer 24,10; Jer 30,12; Jer 34,17; Jer 38,2] u.a. Vertreibung: richtiger Pest. - 26 Und den Tempel, in dem dein Name angerufen ward, hast du in den Stand versetzt, in dem er heute ist, Zerstört und verbrannt. [Jer 7,14] und [Jer 26,6.9] - ob der Verschuldung des Hauses Israel und des Hauses Juda. 27 Gegen uns aber, Herr, unser Gott! hast du nach all deiner Güte und nach all deiner so großen Barmherzigkeit gehandelt, Wir haben verdient, gänzlich ausgetilgt zu werden, doch du hast deine Gerechtigkeit durch Güte gemildert und so sind noch Überlebende da, die Chaldäer lassen nach in ihrem Grimme und dem Volke geht die Hoffnung auf Rückkehr auf. Sie preisen, dass Gott erfüllt, was er durch Jeremias verheißen. [Jer 4,27; Jer 5,10]. Vergl. [Klagel 3,22]. - 28 wie du durch deinen Diener Moses gesprochen Wie sie in ihrer Zerstreuung die durch Moses gegebenen Weissagungen erfüllt sehen, so dürfen sie vertrauen, dass auch in Erfüllung gehen wird, was der Herr betreffs ihrer Rückkehr zugesagt. - an dem Tage, da du ihm befahlst, dein Gesetz vor den Söhnen Israels aufzuschreiben, 29 indem du sprachst: Wenn ihr nicht auf meine Stimme hört, so soll diese große Menge zu einer winzigen Schar werden unter den Völkern, unter die ich sie zerstreuen werde; Vergl. [3Mos 26,32ff; 5Mos 28,62-64]. - 30 denn ich weiß, dass dies Volk nicht auf mich hört, da es ein halsstarriges Volk ist; dort im Lande seiner Gefangenschaft wird es in sich gehen Vergl. [2Mos 32,9; 2Mos 33,3.5; 2Mos 34,9; 5Mos 9,6.13; 5Mos 31,27.29] und [Jer 7,26; Jer 17,23; Jer 19,15]. Die Bekehrung wird vorausgesagt [3Mos 26,40.41; 5Mos 4,30; 5Mos 31,1]. - 31 und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, und ich werde ihnen ein Herz geben, dass sie einsehen, Vergl. [3Mos 26,44; 5Mos 4,39; 5Mos 30,6]. - und Ohren, dass sie hören, Vergl. [5Mos 29,4; Jer 5,21; Jer 24,7]. - 32 und sie werden mich preisen im Lande ihrer Gefangenschaft und meines Namens eingedenk sein. 33 Und sie werden sich von ihrer Störrigkeit und ihren bösen Taten abwenden; weil sie sich erinnern werden, wie es ihren Vätern ergangen ist, die gegen mich gesündigt haben. 34 Dann will ich sie zurückrufen in das Land, das ich ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin herrschen und ich will sie mehren und sie sollen nicht gering werden an Zahl. Rückkehr, ruhiger Besitz des Landes, Vermehrung des Volkes Gottes werden verheißen. Vergl. [5Mos 30,3.5; Jer 30,3]. - 35 Und ich will mit ihnen einen anderen, ewigen Bund schließen, so dass ich ihr Gott und sie mein Volk sein werden, und nicht mehr will ich mein Volk, die Kinder Israels, aus dem Lande vertreiben, welches ich ihnen gegeben habe. Beschreibung des Messianischen Reiches, zu dem die Rückkehr nach Palästina gleichsam der erste Schritt und die Vorbereitung war.