Deuteronomium 10

Erneuerung der Tafeln und des Bündnisses Gottes mit Israel. (V. 11) c. Zur Beobachtung des Gesetzes muss endlich die große Liebe veranlassen, mit der Gott sie erwählt, und seine höchste Majestät.

In jener Zeit Moses zieht hier zeitlich auseinander liegende Ereignisse zusammen, sie in rhetorischer Übersicht darstellend. - sprach der Herr zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten waren, und steige zu mir auf den Berg; auch mache eine hölzerne Lade, so will ich auf die Tafeln die Worte schreiben, welche auf denen standen, die du vorhin zerbrochen, und diese lege in die Lade. Dies war Jahves Antwort auf die Fürbitte [5Mos 9,26-29]. - Ich machte also eine Lade von Akazienholz. Als ich nun zwei steinerne Tafeln wie die ersten zurechtgehauen hatte, stieg ich auf den Berg, sie in den Händen tragend. Und der Herr schrieb Durch mich. - auf die Tafeln wie vorher die zehn Worte, welche er zu euch auf dem Berge, mitten aus dem Feuer, als das Volk versammelt war, geredet hatte; und er übergab sie mir. Da stieg ich wieder vom Berge herab und legte die Tafeln in die Lade, welche ich gemacht hatte, und in der sie noch sind, wie der Herr mir geboten. Die Söhne Israels aber brachen von Beroth bei den Söhnen Jakans nach Mosera V. 6, V. 7 ist ein Fragment der Beschreibung des Zuges der Israeliten, das [4Mos 33,30-33] entspricht. Beroth der Söhne Jakans (Beneiaacan) ist dasselbe wie Beneiaacan. Mosera – Moseroth, wo Aaron starb. [4Mos 20,22], vergl. [4Mos 33,38]. Dieses Einschiebsel dürfte sich hier an ganz ungeeigneter Stelle finden, kann jedenfalls nicht [4Mos 20, 4Mos 33] entgegengestellt werden. - auf, wo Aaron starb und begraben wurde, Der Erfolg der Fürbitte Moses für Aaron war [5Mos 9,20] nicht ausdrücklich angegeben worden. Hier wird in einer geschichtlichen Paranthese bemerkt, dass Aaron nicht schon am Horeb, sondern erst im vierzigsten Jahre des Wüstenzuges [4Mos 20,12.28] starb, also göttliche Begnadung erfahren hatte. - an dessen Statt Eleazar, sein Sohn, Priester ward. Von da kamen sie nach Gadgad; von dort zogen sie weiter und lagerten in Jetebatha, einem Lande voller Wasser und Bäche. Zu jener Zeit Ehe die Israeliten vom Sinai wegzogen. Zeigt V. 1-5, wie eng die Bundeslade mit der wiedergeschenkten Gnade Gottes zusammenhängt, so weist V. 8ff auf den Zusammenhang zwischen der gleichen Gnade und der dem Stamme Levi verliehenen Auszeichnung. Darum beginnt V. 8 mit dem Vorrechte, die Bundeslade zu tragen. - bestimmte er den Stamm Levi dazu, die Lade des Bundes des Herrn zu tragen, vor ihm in seinem Dienste zu stehen, und in seinem Namen zu segnen, bis auf den heutigen Tag. Darum erhielt Levi keinen Anteil noch Erbbesitz mit seinen Brüdern; denn der Herr selbst ist sein Erbe, wie der Herr, dein Gott, ihm verheißen hat. So wird Levi selbst ein Wahrzeichen des wiederhergestellten Bundes. - Ich aber stand auf dem Berge, wie vorher, vierzig Tage und vierzig Nächte; und der Herr erhörte mich auch dieses Mal und wollte dich nicht verderben. Zum dritten Male kommt die Rede auf Moses Fürbitte zurück, wie viel habe ich für euch getan! Wie schwer aber auch war euer Vergehen! - Und er sprach zu mir: Mache dich auf und ziehe vor dem Volke her, dass es hingehe und das Land in Besitz nehme, das ich ihren Vätern geschworen, ihnen zu geben. Vergl. [5Mos 1,7] und [2Mos 33,1]. - Und nun Israel, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir anderes, als dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, und auf seinen Wegen wandelst, und ihn liebest, Gott, der die Hebräer nach so vielen Verstößen gegen die Gerechtigkeit zu Gnaden angenommen und ihnen das verheißene Land geben will, fordert als Entgelt das eine, dass sie ihn vollkommen lieben sollen und diese Liebe durch die Beobachtung der heute (V. 13) verkündeten Gebote beweisen. Dies fordert er ihres eigenen Besten willen. - und dem Herrn, deinem Gott, aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele dienest, Die vier Ausdrücke besagen praktisch das Gleiche. Fordert Gott etwa Unerhörtes, Unerfüllbares? - und die Gebote des Herrn und seine Vorschriften haltest, die ich dir heute gebe, damit es dir wohlgehe? Siehe, dem Herrn, deinem Gott, gehört der Himmel und der Himmel des Himmels, die Erde und alles, was darauf ist; und doch hat der Herr sich mit deinen Vätern aufs engste verbündet, und hat sie geliebt und ihre Nachkommenschaft nach ihnen, das ist euch, aus allen Völkern auserwählt, wie es sich heute erweist. Zweiter Grund: Gottes Liebeserweise: Der höchste Gott, auf ewig, von der Zeit der Patriarchen an, euch allen anderen Völkern vorziehend. - So beschneidet denn die Vorhaut eures Herzens Vergl. [3Mos 26,41]. - und verhärtet euern Nacken nicht länger; denn Dritter Beweggrund: Gottes Größe. Gottes Gerechtigkeit ist frei von aller Unvollkommenheit menschlicher Richter und verbunden mit großer Barmherzigkeit. - der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herrscher, der große und mächtige und furchtbare Gott, der nicht auf die äußere Stellung sieht, noch auf Geschenke. Er schafft den Waisen und Witwen Recht, liebt den Fremdling und gibt ihm Nahrung und Kleidung. Darum liebet auch ihr die Fremden, denn auch ihr seid Fremdlinge im Lande Ägypten gewesen. Paranthese, wohl aus [3Mos 19,34] hier eingefügt. - Du sollst den Herrn, deinen Gott, fürchten und ihm allein dienen; du sollst ihm anhängen und bei seinem Namen schwören. Durch den Schwur allein bei Jahves Namen [5Mos 6,13] wird der Herr als einzige oberste Instanz der Wahrheit und des Gerichtes anerkannt. Das Gegenteil [Jer 5,7] - Er ist dein Ruhm und dein Gott, der diese großen und furchtbaren Dinge an dir getan hat, die deine Augen gesehen haben. Eine Art Doxologie. - Siebenzig Seelen stark zogen deine Väter nach Ägypten hinab; und siehe, jetzt hat der Herr, dein Gott, dich vermehrt gleich den Sternen des Himmels. In Erfüllung von [1Mos 15,5] und als Beweis seiner Wundermacht, die Israel zur Furcht und Liebe verpflichtet.

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