Deuteronomium 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Spezieller Teil: Die Hauptpflichten der Kinder Israels (12,1 – 26,19). A. Die Pflichten gegen Gott. (12,1 – 16,17) a. Nach Zerstörung der Götzenaltäre sollen die Israeliten ihre Opfer an einem Orte, den der Herr erwählen wird, Gott darbringen. (V. 14) Zugleich wird ihnen, mit Aufhebung der früheren Vorschrift gestattet, andere Tiere an jedem beliebigen Orte zu schlachten und zu essen, wenn sie sich nur des Blutes enthalten.
1 Dies sind die Gebote und die Vorschriften, Man kann drei Sammlungen unterscheiden (die erste und zweite Kap. 12 – Kap. 16,16 und von da bis Kap. 20). Die aus Exodus und Numeri wiederholten Gesetze enthalten die Substanz der Vorschriften, die Zusätze und daraus hergeleitete Fälle. In der ersten Reihe haben nur die wichtigsten Gesetze über den Gottesdienst eine besondere Stellung, die Anordnung der zweiten richtet sich wesentlich nach der Wichtigkeit des Gegenstandes (Richter, König, Priester, Propheten), doch die dritte (Kap. 21 – 26,15) Reihe hat keine bestimmte Ordnung. Geändert werden: durch [5Mos 12,15ff20-25] || [3Mos 17,1-9] ||; [5Mos 14,22-29] || [4Mos 18,21-32] ||; durch [5Mos 15,19-23] || [4Mos 18,15-16]; [5Mos 18,1-8] || [3Mos 7,25-34] || [4Mos 18,1-20]; | Was hier mit dem Exodus übereinstimmt, ist besonders aus [2Mos 20,22-23,33] sowie [2Mos 34,10-27] genommen. Vieles andere stimmt dem Inhalte nach mit den älteren Büchern überein. Die Gesetze [2Mos 20] und [2Mos 34] waren nicht allein göttliche, sondern auch kraft des Bündnisses so lange dauernde als dieses selbst, d. i. bis zur Zeit, wo Christus das neue Gesetz gab. Die übrigen Gesetze konnten Änderungen unterworfen werden. - welche ihr beobachten sollt in dem Lande, welches der Herr, der Gott deiner Väter, dir geben wird, dass du es besitzest alle Tage, die du auf Erden wandeln wirst. Die Vorschriften bis V. 7 lösen nicht alle ragen, die auftauchen können. Darf man z.B. Jahve auch auf Altären verehren, welche aus privater Autorität errichtet sind und an anderen Orten als die vorher heidnischen Kulten dienen? Deshalb waren drei weitere Bestimmungen notwendig 8-19; 20-28; 29.31; die beiden ersten für den positiven, die dritte für den negativen Teil des Gesetzes. Diese Zusätze beantworten die oben erwähnten Fragen freilich nicht. Sie verwerfen mithin nicht, was Samuel getan, die Darbringung von Opfern an Orten, die Gott besonders ausgezeichnet, öffentlich [1Sam 7], privatim [Rich 5,24]. Ja in V. 11.14.17.18 dieses Kapitels kann man eine Billigung derselben finden, insofern hier nur von den durch das Gesetz vorgeschriebenen Opfern die Rede ist. Hieraus lässt sich der Schluss ziehen, dass diese weiteren Bestimmungen nur vom offiziellen Gottesdienst handeln. - 2 Zerstöret alle Stätten, Es sind, wie das Folgende zeigt, Berge, Hügel, einzelne Bäume. - an denen die Völker, welche ihr verdrängen werdet, ihre Götter verehrten, auf den hohen Bergen, und auf den Hügeln, und unter allerlei laubreichen Bäumen. 3 Stürzet ihre Altäre um und zertrümmert ihre Bildsäulen, verbrennet ihre Haine Heiligen Bäumen. Diese Dinge waren an sich nicht schlecht, wie das Beispiel Abrahams zeigt, der einen Hain pflanzte [1Mos 21,33], unter einer Eiche Altäre errichtete [1Mos 12,6] und [1Mos 13,18]. Ebenso finden sich rechtmäßige Altäre auf Bergen. [1Mos 22,2, 5Mos 27,4ff, Rich 6,26, 1Sam 7,1, 1Koe 18,19, 1Chr 2,52] Bilder Gottes freilich kannten auch die Patriarchen nicht. Die Chananiter verbanden indes mit ihrem Kulte viel Abergläubisches, weshalb Bilder, Spitzsäulen, heilige Bäume im mosaischen Gesetze verboten werden. - mit Feuer und zerschlaget ihre Götzenbilder; vertilget ihre Namen von jenen Orten. 4 Nicht also tuet dem Herrn, eurem Gott; Wenn Gott einen Ort zu seinem Hause wählt. Weder der Ort, noch die Symbole des Kultes stehen euch wie den Heiden zur Wahl frei. - 5 sondern ihr sollt an den Ort kommen, welchen der Herr, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, seinen Namen dorthin zu setzen Als später die Israeliten weit zerstreut waren, brachten einige, den vormosaischen Ritus nachahmend [2Mos 20,24ff], Opfer auf von ihnen erbauten Altären dar, wie Gedeon und Samuel. - und dort zu wohnen, 6 und ihr sollt an diesem Orte eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, Die übrigen Opfer, welche mit einem Friedmahle schließen. - die Zehnten und die Erstlinge eurer Hände, eure Gelübde und freiwilligen Gaben, und die Erstgeburten eurer Rinder und Schafe darbringen. 7 Dort sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein über alles, woran ihr und eure Familien eure Hand gelegt habt, womit der Herr, euer Gott, euch gesegnet hat. 8 Dort sollt ihr nicht tun, was wir heute hier tun, ein jeder nach seinem Gutdünken; 9 denn bis zur Zeit seid ihr noch nicht zur Ruhe und zu dem Erbbesitze gelangt, Bundeslade und Volk sollen im verheißenen Lande volle Ruhe finden. - welchen der Herr, euer Gott, euch geben will. 10 Ihr werdet aber den Jordan überschreiten und in dem Lande Wohnung nehmen, das der Herr, euer Gott, euch geben will, damit ihr Ruhe habet vor allen Feinden ringsum und furchtlos wohnet Die Einheit der Opferstätte und die Beobachtung der Vorschrift V. 27 ward unter David herbeigeführt. Wie das Volk und die Bundeslade nur durch Zwischenstufen zur Ruhe gelangte, so wollte wohl auch der Verfasser eine allmähliche Reform herbeiführen. - 11 an dem Orte, den der Herr, euer Gott, erwählen wird, dass sein Name daselbst sei; dorthin sollt ihr alles bringen, was ich gebiete, die Brandopfer und Schlachtopfer, und die Zehnten, und die Erstlinge eurer Hände, und alle auserlesenen Gaben, die ihr dem Herrn geloben werdet. In nicht gebotenen Opfern also bleibt Freiheit. (V. 6) V. 11 und V. 7 sind ein Gesetz, das in V. 11 positiv, V. 17 negativ ausgedrückt wird. Mithin sind die freiwilligen Darbringungen entweder in V. 11 ausgelassen oder in V. 17 eingedrungen. - 12 Daselbst sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, Festmahle halten, ihr und eure Söhne und Töchter, Knechte und Mägde samt dem Leviten, der in euren Städten wohnt; denn er hat sonst keinen Anteil, und keinen Erbbesitz unter euch. Erklärung von V. 7. - 13 Hüte dich, deine Brandopfer an jedem Orte darzubringen, den du siehest; Synonym von V. 8 dünken. - 14 sondern an dem Orte, welchen der Herr in einem deiner Stämme erwählen wird, sollst du deine Opfer Hebr.: Brandopfer. - darbringen und alles tun, Welches Opfer immer darbringen. - was ich dir befehle. Es handelt sich um vorgeschriebene Opfer. - 15 Wenn du aber essen willst und es gelüstet dich, Fleisch zu essen, so schlachte und iss, wie es dir durch den Segen des Herrn, deines Gottes, in deinen Städten gegeben Nicht allein auf dem Lande oder in den Häusern versteckt. - ist; Diese Freiheit war sicher schon in der letzten Zeit Moses gestattet, da das Volk sonst überhaupt nicht hätte schlachten können. - es sei unrein, Nach dem Hebr. ist dies auf den Essenden zu beziehen: Es soll Reiner und Unreiner essen, auch wenn jemand eine Unreinheit auf sich hat, ohne bis zum Abend zu warten. Anders lauten die Vorschriften für das Opferfleisch. Die Tiere müssen rein sein, dann aber mag man sie zum Genuss mit Gottes Segen töten. Gazellen und Hirsche wurden nicht als Friedopfer getötet und gegessen. - das ist fehlerhaft und gebrechlich, oder rein, das ist unversehrt und fehlerlos, was man als Opfer darbringen darf, iss es wie das Reh oder den Hirsch; 16 nur das Blut darfst du nicht genießen, Vom Verbote des Festessens schweigt das Deuteronomium. - sondern sollst es wie Wasser auf die Erde ausgießen. 17 Den Zehnten Auch den [4Mos 18,20ff] bezeichneten. Die Erstgeburten der Schafe und Ziegen gehören den Priestern [4Mos 18,15], ebenso die Weihegabe. [4Mos 18,8ff] - deines Getreides, und Weines, und Öles darfst du nicht in den Städten essen, noch die Erstgeburt deiner Rinder und Schafe, noch irgend etwas, was du gelobst und freiwillig darbringen willst, noch die Erstlingsgaben deiner Hände; 18 sondern vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du sie essen an dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, und der Levit, der in deinen Städten weilt; und du sollst fröhlich sein und dich vor dem Herrn, deinem Gott, mit allem erquicken, woran du deine Hand gelegt hast. 19 Hüte dich, dass du den Leviten nicht übergehest, so lange du lebest in dem Lande. Dein ganzes Leben hindurch. Moses kann nicht sofort alles regeln und betont zwei Dinge: Jene Zehnten usw. sind zum Heiligtum zu bringen; die armen Leviten sind nicht zu vernachlässigen. - 20 Wenn V. 20 – 28 behandeln denselben Gegenstand wie V. 10 – 19 mit gewissen Auslassungen und Erklärungen, so dass V. 10 – 19 mehr für die weit vom Heiligtum Wohnenden, V. 20 – 28 mehr für die näher Wohnenden Weisungen enthält. - der Herr, dein Gott, dein Gebiet erweitert hat, Wie V. 10. - wie er dir verheißen, und du Fleisch essen willst, nach dem deine Seele gelüstet, 21 der Ort aber, den der Herr, dein Gott, auserwählen wird, dass sein Name daselbst sei, fern ist, Wenn jemand z.B. außerhalb der Stadt des Heiligtums wohnt. - so schlachte von den Rindern und Schafen, welche du hast, so wie ich es dir geboten habe, und iss es in deinen Städten, wie es dir gefällt. 22 Wie man das Reh und den Hirsch isst, so sollst du es essen; Nicht wie ein Opfermahl. - der Reine wie der Unreine mögen es auf gleiche Weise essen. 23 Nur vor einem hüte dich, dass du das Blut nicht issest; denn ihr Blut gilt für ihre Seele; und darum darfst du die Seele nicht mit dem Fleische essen, 24 sondern sollst es mit Wasser auf die Erde ausgießen, 25 auf dass es dir und deinen Söhnen nach dir wohlgehe, wenn du tust, was vor dem Herrn wohlgefällig ist. 26 Was du aber geheiligt und dem Herrn gelobt hast, Opfer, die kraft des Gesetzes oder infolge eines Gelübdes dargebracht werden. Oder: Brand- und Friedopfer. - sollst du nehmen und damit an den Ort kommen, den der Herr erwählen wird, 27 und deine Opfer, Hebr.: Brandopfer. - das Fleisch und das Blut, auf dem Altare des Herrn, deines Gottes, darbringen; das Blut der Schlachtopfer Hebr.: Der Friedopfer. - gieße auf den Altar aus, das Fleisch aber darfst du selbst essen. 28 Merke und vernimm alles, was ich dir gebiete, dass es dir und deinen Söhnen nach dir immerdar wohlgehe, wenn du tust, was vor dem Herrn, deinem Gott, gut und wohlgefällig ist. Was V. 8 – 27 vorgeschrieben ist. - 29 Wenn der Herr, dein Gott, die Völker vor dir vertilgt, zu welchen du ziehest, sie zu verdrängen, und wenn du ihrer mächtig geworden und dich in ihrem Lande niedergelassen hast, 30 so hüte dich, sie nachzuahmen, nachdem sie bei deinem Einzuge vernichtet worden, und nach ihren Gebräuchen zu fragen und zu sagen: Wie diese Völker ihre Götter verehrt haben, so will auch ich sie verehren. Hebr.: So will auch ich tun. - 31 So handle nicht gegen den Herrn, deinen Gott! Denn alles, was dem Herrn ein Greuel ist, was er verabscheut, haben sie für ihre Götter getan, indem sie ihre Söhne und Töchter opferten und sie im Feuer verbrannten.
Zitiert in 5
- V. 5 Summa (EN)(I-II 102.4)
- V. 6 Summa (EN)(I-II 102.4)
- V. 9 Dies Domini(§8)
- V. 23 Evangelium Vitae(§9)
- V. 31 Summa (EN)(I-II 102.5)