Deuteronomium 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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c. Kurze Erklärung, wie jenes gesamte Geschlecht in der Wüste starb, ohne dass es ihnen indes Gott an seinem Beistande fehlen gelassen, bis er das Volk endlich glücklich durch das Gebiet der Idumäer in die Ebene von Moab führte. (V. 15) B. Die Barmherzigkeit Gottes gegen das neue Geschlecht. (2,16 – 3,29) a. Die Folge der Ereignisse weiter berichtend, lenkt Moses die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf den göttlichen Beistand, den sie selbst vor ganz kurzer Zeit in dem Siege über zwei Feinde erfahren: Über Sephon, den König der Amorrhäer.
1 Von da brachen wir auf, und kamen in die Wüste, welche sich gegen das rote Meer zieht, wie der Herr mir gesagt hatte; Es ist erfüllt, was [5Mos 1,40] auferlegt war, doch erst nach dem Abfall von Kades. [4Mos 14,25] und [5Mos 1,40] ist an die Hebräer noch nicht der Befehl ergangen, um das Gebirge Seir zu ziehen, da noch kein Grund dazu vorhanden war, sollten die Israeliten doch 37 Jahre in der Wüste bleiben, also zunächst die Richtung nach dem roten Meere einschlagen. Moses musste Gottes Befehl alsbald ausführen, also liegen die Ereignisse [4Mos 20,1] und [4Mos 20,2-13] nicht weit auseinander und sind von dem Aufstande [4Mos 13] durch einen nur geringen Abstand getrennt. Der wohl viele Jahre hindurch andauernde Abfall hinderte vermutlich diesen Marsch. Als jener aufhörte, ward der Marsch begonnen, nicht als bloße Strafe, sondern als göttliche Gnadenbezeugung und als Beginn des Zuges in das jenseits des Jordans gelegene Land. Jetzt trieb nicht allein Gottes Befehl die Israeliten an, sondern auch die Umstände selbst, welche eine andere Richtung nicht gestatteten. Der Aufenthalt in der Wüste war also nicht eine Strafe für die Empörung allein [4Mos 13ff], wenn er auch bei Gelegenheit derselben auferlegt ward, sondern auch ganz besonders für den großen Abfall, den Gott vorhergesehen. [4Mos 20,1.16] und [5Mos 1,46]; ebenso [4Mos 21,4] und [5Mos 2,1] werden dieselben Ereignisse erwähnt. - und wir umzogen durch eine lange Zeit Der Ausdruck besagt selbstverständlich nicht, dass Israel 37 Jahre um Seir herumzog. - das ganze Gebirge Seir. 2 Und der Herr sprach zu mir: Der Verfasser ist hier Redner, nicht Geschichtsschreiber. Wie er [5Mos 1,9-18] ein Ereignis erwähnt hat, das dem Befehle, den Berg Horeb zu verlassen (V. 6-8), vorausging, so beschrieb er V. 1-3 den Marsch, dem doch die Mahnung V. 4-7 vorangegangen war. Wie V. 6 mit [4Mos 20,19] zu vereinigen ist, siehe ebendort. - 3 Ihr habt dieses Gebirge nun genug umzogen, gehet nach Norden; 4 befiehl nun dem Volke und sprich: Wenn ihr durch das Gebiet eurer Brüder, der Söhne Esaus, zieht, die in Seir wohnen, so werden diese sich vor euch fürchten. 5 Gebet also Acht, dass ihr euch nicht wider sie erhebet; Lasset euch nicht im Zorne zum Kriege bewegen. - denn ich werde euch auch nicht einen Fuß breit von ihrem Lande geben, weil ich das Gebirge Seir dem Esau zum Besitze gegeben habe. 6 Lebensmittel kaufet von ihnen um Geld, dass ihr zu essen habet, auch die Erlaubnis, Wasser zu schöpfen, dass ihr zu trinken habet, kaufet um Geld. 7 Der Herr, dein Gott, hat dich in allen Werken deiner Hände Äcker du Herden. Als Wohltaten Gottes werden angeführt: Fruchtbarkeit der Herden, Leitung des Marsches, Wohnen Gottes inmitten des Volkes. - gesegnet; er kennt dein Wandern, wie du durch diese große Wüste zogest, vierzig Jahre hat der Herr, dein Gott, unter dir gewohnt, und nichts hat dir gemangelt. 8 Und als wir nun von unsern Brüdern, den Söhnen Esaus, die in Seir wohnten, auf dem Wege der Ebene von Elath und Asiongaber weiterzogen, kamen wir auf den Weg, der zur Wüste Moab führt. 9 Und der Herr sprach zu mir: Kämpfe nicht gegen die Moabiter und lass es nicht zum Streite mit ihnen kommen, denn ich werde dir nichts von ihrem Lande geben, weil ich den Söhnen Lots Ar zum Besitze gegeben habe. Gott hieß die Vereinbarung Abrahams mit Lot [1Mos 13,5] und Esaus mit Jakob ebenda [1Mos 36,6] gut. - 10 Zuerst D. i.: Vor den Moabitern. Die Verse 10-12 unterbrechen den Text. Sind sie vielleicht später beigefügt? - wohnten die Emiter darin, ein großes und starkes Volk, so hochgewachsen wie die vom Stamme der Enakiter, 11 so dass sie zu den Riesen gerechnet wurden und den Enakssöhnen ähnlich waren. Übersetze: Sie wurden den Raphaitern beigezählt, wie die Enakiter. – Die Raphaiter waren ein Volk, dessen Land Gott den Nachkommen Abrahams [1Mos 15,20] verheißen; ich Gebiet lag jedenfalls diesseits des Jordans. Die Moabiter hatten die Raphaiter jenseits des Jordans ausgerottet und sich so als Helfer des göttlichen Ratschlusses erwiesen. Ihnen überlässt Gott Ar. Warum über die Bewohner von Seir hier eine Bemerkung gemacht ist, zeigt V. 22. Die Edomiter waren den Israeliten stets freundlicher gesinnt als die Ammoniter und Moabiter. - Die Moabiter aber nennen sie Emiter. 12 In Seir wohnten vordem die Horrhiter; aber die Söhne Esaus vertrieben sie, und vertilgten sie, und schlugen dort ihre Wohnsitze auf, wie Israel im Lande seines Erbbesitzes getan hat, das der Herr ihm gegeben. Wie Israel seinen Besitz von Gott erhalten hat, so Esau den Berg Seir. (V. 5) Die Verse 10 – 12 sind wohl erst nach der Einnahme des Landes eingefügt. Sie sind vermutlich einer verloren gegangenen inspirierten Schrift entlehnt aus der Anfangszeit der Herrschaft Davids. - 13 So machten wir uns auf, um über den Bach Zared zu ziehen, und kamen an denselben. Hebräisch: Nun machet euch auf und überschreitet den Bach Zared! Da überschritten wir den Bach Zared. - 14 Die Zeit aber, welche wir von Kadesbarne unterwegs waren, bis zum Übergange über den Fluss Zared, war achtunddreißig Jahre; Die letzten Israeliten starben wohl bei dem Flusse Zared vor dem Ende des 38. Jahres. - bis das ganze Geschlecht der streitbaren Männer aus dem Lager ausgestorben war, wie der Herr geschworen hatte, 15 denn seine Hand war gegen sie, dass sie aus der Mitte des Lagers dahingerafft wurden. Was ihr erduldet habt, hat Gott eurer Sünden halber verhängt. - 16 Nachdem aber alle streitbaren Männer gestorben waren, 17 redete der Herr zu mir und sprach: 18 Du wirst jetzt die Grenzen Moabs überschreiten, bei der Stadt namens Ar, Die Stadt mit ihrem Gebiete. - 19 und in die Nähe der Söhne Ammons gelangen; hüte dich, gegen sie zu kämpfen und Krieg mit ihnen zu beginnen, denn ich werde dir von dem Lande der Söhne Ammons nichts geben, weil ich es den Söhnen Lots zum Besitze gegeben habe. 20 Es ward V. 20 – 22 ist eine Einschiebung. - für ein Land der Riesen gehalten; und es wohnten auch einst Riesen darin, welche die Ammoniter Zomzommiter nennen, Hebr.: Auch dies ward für ein Land von Riesen gehalten, Riesen wohnten vor Zeiten darin, aber die Ammoniter nannten sie Zomzommiter. V. 21 enthält (wie V. 10) die Begründung. Zur Zeit des Verfassers war wohl keine Feindschaft zwischen Israel und Edom, wohl aber zwischen Israel einerseits und Moab und Ammon anderseits. - 21 ein großes und zahlreiches Volk, und hoch von Gestalt wie die Enakiter, welche der Herr vor ihnen vertilgte; und er ließ sie statt ihrer darin wohnen, 22 wie er für die Söhne Esaus getan, welche in Seir wohnen, indem er die Horrhiter vertilgte, und ihnen deren Land gab, das sie bis zur Gegenwart besitzen. 23 Auch die Heviter, welche in Haserim Richtiger: In Gehöften. - bis Gaza Stadt der Philister. - wohnten, Diese Heviter werden noch [Jos 13,4] erwähnt und sind zu unterscheiden von den Hevitern [1Mos 10,17]. - wurden von den Kappadociern Nach einigen: Kreter. – Jedenfalls nicht Kappadocier. - vertrieben, die aus Kappadocien kommend sie vertilgten und an ihrer Statt sich niederließen. 24 Machet euch nun auf und überschreitet den Bach Arnon! Die Worte sind unmittelbar an Moses, mittelbar an das Volk gerichtet. - siehe, ich gebe Sehon, den König zu Hesebon, den Amorrhiter, in deine Hand; schicke dich an, sein Land in Besitz zu nehmen, und kämpfe gegen ihn. 25 Heute werde ich anfangen, Schrecken und Furcht vor dir auf die Völker fallen zu lassen, die unter dem weiten Himmel wohnen, dass sie erschrecken, wenn sie deinen Namen hören, Nach [2Mos 23,27] soll der Schrecken auch den Völkern diesseits des Jordans eingeflößt werden, diesen unbedingt, den Völkerschaften jenseits des Jordans bedingungsweise. Das jenseits des Jordans gelegene Gebiet war nicht streng genommen ein Teil des verheißenen Landes, sondern nur, da die dort wohnenden Völker den Durchzug verweigerten, kam es zum Kampfe und zur Eroberung. - und erbeben wie Gebärende, und von Schmerzen erfasst werden. 26 Da sandte ich aus der Wüste Kademoth zu Sehon, dem Könige von Hesebon, Boten mit Worten des Friedens und ließ ihm sagen: 27 Wir möchten durch dein Land ziehen, auf der Heerstraße werden wir bleiben und nicht abweichen weder zur Rechten noch zur Linken. 28 Verkaufe uns Lebensmittel, dass wir zu essen haben, und gib uns Wasser um Geld, und so wollen wir trinken. Nur um eines bitten wir, dass du uns den Durchzug gestattest, Nach dem Hebr. redete Moses in seinem eigenen Namen, wie [4Mos 21,22] - 29 wie die Söhne Esaus, die in Seir wohnen, und die Moabiter, die in Ar wohnen, getan haben; Die Edomiter und Moabiter hatten den Durchzug durch das äußerste Grenzgebiet gestattet. - bis wir an den Jordan kommen und in das Land hinüberziehen, welches der Herr, unser Gott, uns geben will. 30 Aber Sehon, der König von Hesebon, wollte uns den Durchzug nicht gestatten, weil der Herr, dein Gott, seinen Geist verhärtet und sein Herz verstockt hatte, damit er in deine Hände gegeben würde, wie du jetzt siehst. 31 Da sprach der Herr zu mir: Siehe, ich beginne dir Sehon und sein Land preiszugeben; schicke dich an, es in Besitz zu nehmen. 32 Als nun Sehon uns mit seinem ganzen Volke zum Kampfe nach Jasa entgegenzog, 33 gab der Herr, unser Gott, ihn uns preis, und wir schlugen ihn mit seinen Söhnen und seinem ganzen Volke. 34 Damals nahmen wir alle Städte ein, erschlugen ihre Einwohner, Männer und Weiber und Kinder, und ließen nichts Besser: Niemanden. - darin übrig; 35 außer das Vieh, das uns als Beute zu Teil ward, und die Beute der Städte, welche wir einnahmen, Das Relativ ist besser auf Beute zu beziehen. - 36 von Aroer an, am Ufer des Baches Arnon, von der Stadt Übersetze wie [Jos 13,9.16]: Ar. Also Von Aroer und von Ar, das im Tale liegt. - im Tale, bis Galaad. Es war kein Dorf und keine Stadt, die unsern Händen entgangen wäre; alle gab der Herr, unser Gott, uns preis, 37 ausgenommen das Land der Söhne Ammons, in das wir nicht gekommen sind, und Zu streichen. alles was am Bache Jebok liegt, und die Städte im Gebirge, und alle Orte, die uns der Herr, unser Gott, verboten hat.