Deuteronomium 24

Fortsetzung

Wenn ein Mann ein Weib nimmt und heimführt, und sie findet dann kein Wohlgefallen vor seinen Augen wegen irgend etwas Garstigem, Dieser Ausdruck fand später verschiedenartige Deutung. Jedenfalls genügte nicht jedes Missfallen als Ursache zur Verstoßung. Die Schule Schammais bezog ihn auf Unkeuschheit, die Hillels auf irgendeine Unannehmlichkeit an dem Weibe (so die Pharisäer [Mt 19,3]). - so soll er einen Scheidebrief schreiben, Die Verstoßung soll unmittelbar und mittelbar beschränkt werden. Der Ehemann darf nicht aus jeder beliebigen Ursache verstoßen, und ist eine rechtmäßige vorhanden, so nicht ohne Beobachtung gewisser Formalitäten. Nach dem Hebr. ist V. 1-3 als Vordersatz zu fassen. Hiernach führt Moses nicht eine neue Vorschrift ein, sondern erwähnt nur eine herrschende Sitte als Voraussetzung der Beschränkung, die er auferlegen will. Schriftliche Bezeugung war erforderlich, um die Freiheit zum Eingehen einer neuen Ehe zu begründen oder, wenn auch diese aufgelöst ward, das Weib gegen Forderungen ihres ersten Mannes sicher zu stellen. (V. 4) - und ihr denselben einhändigen, und sie aus seinem Hause entlassen. Und wenn sie fortgegangen ist und einen anderen Mann genommen hat, Durch die Scheidung wurde der erste Mann für sie wie tot. - und dieser ihr gleichfalls abgeneigt wird, und ihr den Scheidebrief gibt, und sie aus seinem Hause entlässt, oder wenn er etwa stirbt, Zwei Weisen der Lösung des Ehebundes. - so kann der erste Mann sie nicht wieder zum Weibe nehmen; denn Hebr.: Nachdem. - sie ist verunreinigt und verabscheuungswürdig geworden vor dem Herrn; Hebr.: Denn das (dass sie zum ersten Manne zurückkehrt) ist ein Greuel vor Jahve. Es läge entweder der Verdacht nahe, dass der erste Mann die Scheidung nicht wahrhaft gewollt, sondern nur den Missbrauch seiner Gattin hat gestatten wollen, oder es ist die gebührende Strafe für die Übereilung. - bringe keine Sünde auf dein Land, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitze geben wird. Das Land nimmt teil an der Strafe. - Wenn jemand vor kurzem ein Weib genommen hat, so braucht er nicht in den Kampf zu ziehen, noch soll ihm irgend eine öffentliche Last auferlegt werden, sondern er mag zu Hause bleiben, ohne dadurch eine Schuld auf sich zu laden, um sich ein Jahr mit seinem Weibe zu freuen. Du sollst den untern und auch den obern Mühlstein nicht zum Pfande nehmen; Hebr.: Pfände nicht Handmühle oder Mühlstein. Ohne den oberen Stein wird die Mühle wertlos. Dies Pfand kommt nur bei Armen in Betracht. - denn so hat er dir sein Leben verpfändet. Es ist zur Bereitung des täglichen Unterhaltes unbedingt notwendig. - Wird jemand dabei betroffen, dass er seinem Bruder, einem von den Söhnen Israels nachstellt Hebr.: raubt und ihn gewalttätig behandelt und verkauft. Vergl. [2Mos 21,16]. Der Verkauf ist wohl in's Ausland gedacht, so dass der Arme aus der Gemeinschaft Israels herausgerissen wird; ein Verbrechen, das dem Morde gleichgestellt wird. - und ihn für Geld verkauft, so soll er getötet werden, und du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegtilgen. Hüte dich wohl, nicht der Plage des Aussatzes zu verfallen, Das Hebräische ist etwa zu übersetzen: Beobachtet, was den Aussatz angeht, sorgfältig; alles wahrend und nach allem tuend, was euch die Leviten und Priester lehren werden, wie ich euch vorschreibe, so sollt ihr es beobachten und tun. - sondern tue alles, was die Priester vom Geschlechte Levi dich lehren werden, dem gemäß, was ich ihnen geboten habe, und erfülle es sorgfältig. Gedenket, was der Herr, euer Gott, an Maria auf dem Wege getan hat, nach eurem Auszuge aus Ägypten. Der Verfasser weist auf Maria hin, um zu zeigen, dass Gott sich diesen Gegenstand vorbehalten hat und ihn durch die Priester ordnet, insbesondere was die Absonderung angeht. - Wenn du Israelit. - von deinem Nächsten etwas einforderst, was er dir schuldet, so sollst du nicht in sein Haus gehen, um ein Pfand zu nehmen, Nicht dir gehört es zu, dir das Pfand zu wählen. Bei dem unbedingten Zinsverbot ward ein Unterpfand für das Kapital gestellt. Schien dies ungenügend, so konnte der Gläubiger das Darlehen verweigern. - sondern du sollst draußen stehen bleiben, und er soll dir hinausbringen, was er hat. Ist er aber arm, so soll das Pfand nicht über Nacht bei dir bleiben, vielmehr sollst du es ihm alsbald vor Sonnenuntergang zurückgeben, damit er in seinem Kleide schlafe und dich segne, und du gerechtfertigt seiest vor dem Herrn, deinem Gott. Die Missachtung dieses Gebotes rügt [Amos 2,8, Job 22,6]. Wie V. 6 das zum Unterhalte Notwendige zu nehmen verbietet, so V. 13 das zur Ruhe Erforderte, V. 17 das bei Tag und Nacht vom Anstande Verlangte. - Deinem bedürftigen und armen Bruder sollst du den Lohn nicht versagen, noch auch dem Fremdling, der bei dir im Lande weilt und innerhalb deiner Tore ist, Dieser wird im rechte dem Israeliten gleichgestellt. - sondern an demselben Tage sollst du ihm den Lohn seiner Arbeit geben noch vor Sonnenuntergang, denn er ist arm und erhält sein Leben damit; damit er nicht wider dich zu dem Herrn rufe und es dir zur Sünde gerechnet werde. Die Väter sollen nicht um der Söhne willen Hebr.: Zu den Kindern hinzu. Gegensatz zu heidnischen Blutgesetzen. Gott sucht die Vergehungen der Väter an den Kindern heim bis in's vierte Glied, doch hier handelt es sich nicht um Gottes Vorsehung, sondern um die von der menschlichen Autorität zu verhängende Strafe. Achans Strafe bildet keine Ausnahme, da bei ihm der Bann vollstreckt ward. [Jos 7,24ff] Vergl. auch [2Sam 21,6.8ff]. Wegen der Beobachtung dieser Vorschrift wird Amasias [4Mos 30,3] gelobt. - getötet werden, und die Söhne nicht um der Väter willen, sondern jeder soll für seine eigene Verschuldung sterben. Du sollst das Recht des Fremdlings oder der Waise nicht verkehren, noch das Kleid einer Witwe als Pfand wegnehmen. Gedenke, dass du in Ägypten dienstbar warest und der Herr, dein Gott, dich von dort freigemacht hat. Darum gebiete ich dir, dies zu tun. Wenn du die Saat von deinem Acker einerntest und eine Garbe aus Versehen zurücklässest, so sollst du nicht umkehren, um sie zu holen: sondern du sollst den Fremdling, die Waise und die Witwe sie auflesen lassen, damit der Herr, dein Gott, dich in allen Werken deiner Hände segne. Vergl. [2Koe 14,6, 2Chr 25,4]. Wenn du die Früchte der Ölbäume sammelst, so sollst du nicht umkehren, um abzunehmen, was an den Bäumen zurückgeblieben ist, sondern du sollst es dem Fremdlinge, der Waise und der Witwe überlassen. Wenn du in deinem Weinberg Lese hältst, sollst du die zurückbleibenden Trauben nicht nachlesen, sondern sie sollen dem Fremdling, der Waise und der Witwe überlassen sein. Gedenke, dass auch du dienstbar gewesen bist in Ägypten, und darum gebiete ich dir, dies zu tun.

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