Deuteronomium 25

Fortsetzung

Wenn zwei über etwas in Streit geraten und die Richter anrufen, so sollen Hebr.: und man sie richtet und den Unschuldigen freispricht, den Schuldigen aber verurteilt, wenn sich dann zeigt, dass der Schuldige Schläge verdient, soll der Richter… - diese dem den Sieg des Rechtes zuerkennen, den sie als gerecht befinden, und denjenigen, welchen sie als schuldig befinden, sollen sie als schuldig verurteilen. Sehen sie aber, dass der, welcher fehlte, Schläge verdient hat, so sollen sie ihn niederlegen und vor ihren Augen schlagen lassen. Welche Verschuldungen so zu ahnden sind, wird hier nicht gesagt, doch vergleiche [5Mos 17,8, 5Mos 19,21]. - Nach Verhältnis der Verschuldung soll auch die Zahl der Streiche sein; jedoch so, dass man die Zahl vierzig nicht überschreite, Bei den späteren Juden 29. Siehe [2Kor 11,24]. - auf dass dein Bruder nicht übel zerschlagen vor deinen Augen weggehe. Als ein schutzlos der Willkür der Menschen Preisgegebener. Wird die Grenze innegehalten, so waltet göttliches Recht über ihm, das nicht entehrt. - Du sollst dem Ochsen, der auf der Tenne deine Früchte drischt, das Maul nicht verbinden. Rinder traten die auf der Tenne ausgebreiteten Ähren aus; bisweilen ward auch ein Dreschschlitten angewendet. Die Fürsorge hat die Tiere im Auge, doch gilt daraus der Schluss umso mehr von den Menschen. [1Kor 9,9] - Wenn Brüder beisammen wohnen Wenn der enge Familienverband aufrecht erhalten ist. Die Gewohnheit der Leviratsehe ist eine uralte. [1Mos 38] Die Pflicht derselben lag allen Brüdern der Reihe nach ob. Vergl. [Rut 1,12f, Mt 22,24ff]. Als Brüder sind, da das Erbe vom Vater in Frage kommt, nur Söhne desselben Vaters anzusehen. Weiteren Verwandten lag die Pflicht nicht ob, deshalb zieht der Verwandte [Rut 4,8] den Schuh aus, zum Zeichen, dass er seiner Rechte entsagt, wird aber nicht beschimpft. - und einer von ihnen ohne Kinder stirbt, so soll das Weib des Verstorbenen keinen Fremden heiraten, sondern sein Bruder soll sie nehmen und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken; Eine Ausnahme von dem Verbote [3Mos 18,16, 3Mos 20,21]. - und den ersten Sohn von ihr soll er nach dem Namen jenes Des Verstorbenen. - nennen, damit dessen Name nicht aus Israel verschwinde. Wenn er aber das Weib seines Bruders nicht nehmen will, die ihm nach dem Gesetze gebührt, so soll das Weib zum Tore der Stadt gehen, und die Ältesten anrufen, und sagen: Der Bruder meines Mannes will den Namen seines Bruders nicht erwecken in Israel und mich nicht zum Weibe nehmen. Alsbald sollen sie ihn kommen lassen und befragen. Antwortet er: Ich will sie nicht zum Weibe nehmen, so soll das Weib vor den Ältesten zu ihm hintreten, und ihm den Schuh vom Fuße ziehen, Das Ausziehen des Schuhes ist Zeichen der Entsagung auf ein Recht. Das Hinwerfen des Schuhes Symbol der Besitznahme. [Ps 59,10] - und ihm Vielleicht auch vor ihm, also auf die Erde. - in's Angesicht speien, und sagen: So soll dem Manne geschehen, der das Haus seines Bruders nicht baut. Und sein Name Der Name seines Hauses. Gegensatz [Rut 4,11]. - soll fortan in Israel das Haus des Barfüßers Entblößung der Füße ist vielleicht auch ein Zeichen von Schimpf und Trauer. [Jes 20,2.3, 2Sam 15,30] - heißen. Wenn zwei Männer miteinander einen Zank haben, und sie fangen an einer mit dem andern zu ringen, und des einen Weib will ihren Mann aus der Hand des Stärkern retten, und streckt ihre Hand aus, und fasst diesen bei seinen Schamteilen, so sollst du ihr die Hand abhauen, und dich durchaus nicht zum Mitleid gegen sie bewegen lassen. Schamlosigkeit ist bei Frauen unter keinen Umständen zu dulden. - Du sollst nicht zweierlei Gewicht im Beutel haben, ein größeres und ein kleineres; Hebr.: Steine, größere zum Einkauf, kleinere zum Verkauf. - auch sollst du in deinem Hause nicht einen größeren und einen kleineren Scheffel Epha, Maß für trockene Gegenstände, Früchte. - haben. Volles und richtiges Gewicht sollst du halten, und dein Scheffel soll voll und recht sein, auf dass du lange lebest im Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird. Denn dein Herr verabscheut den, der solches tut, und ist ein Feind aller Ungerechtigkeit. Gedenke, was dir Amalek auf dem Wege getan, als du aus Ägypten zogst; wie er dir entgegenkam und den Nachtrab deines Zuges, welcher ermattet zurückgeblieben war, schlug, als du von Hunger und Mühsal erschöpft warst, und wie er Gott nicht fürchtete. Die Amalekiter, mit den Idumäern vermischt [1Mos 36,12] waren gewissermaßen Brüder der Israeliten, aber handelten nicht brüderlich, sondern wie Räuber. Zu Gedeons Zeiten litten die Israeliten viel von den Amalekitern, die sich mit den Madianitern verbündeten. - Wenn dir darum der Herr, dein Gott, Ruhe gegeben und alle Völker ringsum im Lande, das er dir verheißen, unterworfen hat, Hebr.: Vor allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Lande, welches dir Jahve, dein Gott, als Erbbesitz verleiht. - so sollst du seinen Namen unter dem Himmel austilgen. Hüte dich, es zu vergessen! Saul nahm Rache für alle Unbilden. [1Sam 14,48]

Zitiert in 28