Deuteronomium 29

Und Moses berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Es ist eine andere Rede als die [5Mos 5,1] berichtete. Das „heut“ ist also gleichfalls ein anderes als [5Mos 5,1] und [5Mos 28,1], wo der Tag der Versündigung des Gesetzes gemeint ist, ein anderes als [5Mos 27,1.11], an dem Tag Moses bestimmte, was am Garizim und Hebal geschehen sollte. Ob auch ein anderes als [5Mos 26,16-18]? - Ihr habt alles gesehen, was der Herr vor euch im Lande Ägypten an Pharao und allen seinen Dienern, und seinem ganzen Lande getan hat, die schweren Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, Besonders in Raphidim, Me Meriba und während des 37 jährigen Abfalls. - jene gewaltigen Zeichen und Wunder; aber der Herr hat euch kein einsichtiges Herz gegeben, und keine Augen, die sehen, noch Ohren, die hören können, bis auf den heutigen Tag. Doch Moses hofft von der Zukunft Besseres, indem er die Abirrungen ihrer schwerfälligen Einsicht und dem Mangel an Gnade zuschreibt. Eigentlich war freilich der Mangel des rechten Verständnisses der Rettungstaten Gottes bereits eine Strafe für die Untreue. [Jer 58,17, Ps 19,27] - Er hat euch vierzig Jahre in der Wüste geführt; eure Kleider wurden nicht abgenützt und die Schuhe an euren Füßen sind nicht vor Alter verschlissen. Ihr habt kein Das ist: selten. Vergl. [5Mos 8,3]. - Brot gegessen und keinen Wein und starkes Getränk getrunken, auf dass ihr erkennen solltet, dass ich der Herr, euer Gott, bin. Und als ihr an diesen Ort Jenseits des Jordans. - kamet und Sehon, der König von Hesebon, und Og, der König von Basan, auszogen, und uns zum Kampfe entgegentraten, haben wir sie geschlagen, und nahmen ihr Land ein, und gaben es Ruben und Gad und dem halben Stamme Mannasse zum Besitze. Beobachtet denn die Worte dieses Bundes und erfüllet sie, damit ihr weise seid in allem, was ihr tuet. Hebr.: damit ihr alles, was ihr unternehmt, glücklich ausführt. - Ihr stehet heute alle vor dem Herrn, eurem Gott, Der in seinem Heiligtum euch nahe ist. - eure Fürsten und Stämme, Wohl besser: Richter. - und Ältesten und Lehrer, Schreiber. - das ganze Volk Israel, eure Kinder und Weiber, und der Fremdling, der bei dir im Lager weilt, samt den Holzhauern und den Wasserträgern; Also noch vor den Gabaoniten waren solche bei den Israeliten. Der heilige Hieronymus übersetzt eigentlich: ausgenommen, weil er annahm, dass jene nicht beschnitten waren. Indes waren dies denn damals alle Israeliten? - dass du in den Bund mit dem Herrn, deinem Gott, und in die Eidespflicht eintretest, Von dem Abfall zur Pflicht, zur Wiederherstellung des Bündnisses übergehend. - den der Herr, dein Gott, heute mit dir schließt; dass er dich zu seinem Volke annehme und er dein Gott sei, wie er zu dir geredet, und wie er es deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Und nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und bekräftige diese Eide, Die Segnungen und Flüche [5Mos 28]. - sondern mit allen Gegenwärtigen und Abwesenden. Denn ihr wisset ja, wie wir im Lande Ägypten gewohnt haben, und wie wir mitten durch die Völker hindurchgezogen sind, und bei dem Durchzuge sahet ihr deren Greuel und Unrat, das heißt ihre Götzen, Holz und Stein, Silber und Gold, die sie verehrten. Möge nicht etwa unter euch ein Mann oder ein Weib, ein Geschlecht oder ein Stamm sein, dessen Herz heute von dem Herrn, unserm Gott, abgewendet ist, um zu den Göttern jener Völker zu gehen und diesen zu dienen, und möge nicht unter euch eine Wurzel sein, die Galle und Bitterkeit treibt; Hebr.: Dass nur nicht unter euch eine Wurzel sei, die Gift und Wermut trägt! Wenn einzelne oder eine größere Zahl [5Mos 13,13ff] abfällt; würde daraus für die Gesamtheit nur Gift [5Mos 32,32] und Wermut, tödliche und bittere Folgen erwachsen. - dass etwa jemand, wenn er die Worte dieses Schwures hört, sich in seinem Herzen segne Sich tröstlich zurede. - und spreche: Es wird mir schon wohlgehen, wenn ich auch nach der Bosheit meines Herzens wandle; es würde die Trunkene den Durstenden verzehren. Hebr.: So würde alles miteinander, das Bewässerte mit dem Dürren (das Getränke mit dem Durstigen) dahingerafft. Sprichwort: Auch der Bundesbruch des Einzelnen würde das Verderben des ganzen Landes nach sich ziehen. - Und der Herr möge ihm nicht vergeben, Solche Sünde der Bosheit (V. 18) ist todeswürdig. [Jes 22,14], während Gott sonst stets bereit ist, zu verzeihen. - sondern sein Zorn und Eifer möge alsdann noch mehr auflodern gegen diesen Menschen, und alle Flüche mögen sich auf ihm niederlassen, welche in diesem Buche Hebr.: und der ganze in diesem Buche geschriebene Fluch wird sich auf ihn lagern. - geschrieben sind; und Auszustreichen. - der Herr tilge seinen Namen unter dem Himmel aus Eine der schwersten Strafen ist es, wenn Jemand der Nachkommenschaft beraubt wird. - und raffe ihn aus allen Stämmen Israels weg zum Untergange, den Verfluchungen gemäß, welche in dem Buche dieses Gesetzes und Bundes enthalten sind. Die künftige Heimsuchung wird mit Bildern beschrieben, die vom Untergange Sodomas und Gomorrhas entlehnt sind. - Und das kommende Geschlecht, Die Nachkommen der Wenigen, welche in Chanaan zurückgelassen sind. - und die Söhne, welche fernerhin geboren werden, und die Fremden, welche von fernher kommen, werden sagen, wenn sie die Strafen dieses Landes, und das Siechtum sehen, mit denen der Herr es geschlagen hat, indem er es mit Schwefel und Salzglut verbrannte, so dass es nicht mehr besät werden, noch etwas Grünes sprossen kann, nach dem Beispiele der Verwüstung von Sodoma und Gomorrha, Adama und Seboim, welche der Herr in seinem Zorn und Grimme von Grund aus zerstörte. Ja, alle Völker werden sagen: Selbst die Heiden werden fühlen, dass Gott sein Gericht geübt, aber sich auch verwundern, dass der Herr sein eigenes Erbland so verwüstet hat. - Warum hat der Herr so an diesem Lande getan? Was ist das für ein ungeheurer Grimm und Zorn? Dann wird man antworten: Weil sie den Bund des Herrn verlassen haben, den er mit ihren Vätern schloss, als er sie aus dem Lande Ägypten führte, und sie andern Göttern dienten und solche anbeteten, die sie nicht kannten und denen sie nicht zugeteilt waren; Andere Völker mögen Gott unter anderen Namen verehren, wenngleich der Herr den beigemischten Aberglauben verwirft. - darum entbrannte der Grimm des Herrn gegen jenes Land, dass er alle Verfluchungen über dasselbe kommen ließ, die in diesem Buche geschrieben sind; und er vertrieb sie aus ihrem Lande im Zorne und Grimme, und großem Unwillen, und warf sie in ein fremdes Land, wie es sich heute zeigt. Das Verborgene gehört dem Herrn, unserm Gott; aber was geoffenbart ist, gilt für uns und unsere Söhne in Ewigkeit, dass wir alle Worte des Gesetzes erfüllen. Wie sich die angedrohten Schicksale in Zukunft vollenden, ist in Gott verborgen, uns und unseren Kindern genügt es, die deutlich offenbarte Bundespflicht zu wahren.

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