Deuteronomium 33
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
B. Ehe Moses den Berg bestieg, sagt er den einzelnen Stämmen ihr zukünftiges Los voraus und segnet das Volk. (Kap. 33)
1 Dies ist der Segen, mit dem Moses, der Mann Gottes, die Söhne Israels vor seinem Tode segnete. Die Rede besteht aus Distichen und Tristichen. V. 2-5 Eingang, V. 26-29 Schluss, dazwischen der Ausruf V. 10. Dieser Segen ist kein prophetischer, weshalb nicht über alle Stämme ein solcher ausgesprochen wird, sondern ihnen Segen, wohl je nach ihrer Treue bei dem großen Abfall in der Wüste zu Teil wird. Juda, Levi, Benjamin, Joseph (Josue mit Ephraim) erhalten feierlichere Segenssprüche (V. 6-17), Zabulon, Issachar, Dan, Nephthali, Aser weniger bedeutungsvolle (V. 18-25), da sie wohl in Kades abgefallen waren; Gad erhält Rüge. In den einzelnen lagern (vergl. [4Mos 2]) wird je ein Stamm gleichsam den anderen vorgezogen. Ob aber der Eingang V. 2-7 und der Schluss V. 26-29 von Moses herrühren? Es war ihm dazu doch wohl kaum Zeit übrig. Ein anderer Prophet mag also diese Teile für den feierlichen Gesang beigefügt haben. Strophe (V. 2 unvollständig): Jahves Taten vom Sinai bis Kades. Gegenstrophe (V. 4, V. 5): Jahve den Israeliten bei Kades versöhnt. - 2 Er sprach: Der Herr Jahve. - ist von Sinai hergekommen und ist uns aufgegangen aus Seir; er erschien vom Berge Pharan her, und mit ihm tausende von Heiligen, Richtiger mit Septuag: Kades, nämlich Kades Barnea. [4Mos 20,1] Also nicht: Tausende von Heiligen, sondern: Und er kam bei den Wassern des Widerspruches, in Kades. - und in seiner Rechten war das feurige Gesetz. Hebr. etwa: Zu seiner rechten hatten sie loderndes Feuer. - 3 Er liebte die Völker, Die zwölf Stämme. - alle Seine. - Heiligen sind in seiner Hand; und die sich seinen Füßen nahen, werden von seiner Lehre empfangen. Der hebr. Text ist verdorben. - 4 Das Gesetz hat uns Moses geboten das Erbteil der Gemeinde Jakobs. Gesetz und Königtum hatte Gott für das Bündnis am Sinai verheißen, beides hatten die Israeliten in Kades verworfen, beides ward ihnen nach langer Buße zurückgegeben. - 5 Er wird König sein über den Gerechten, Hebr.: und es erstand Jeschurun, ein König, als sich die Häupter des Volkes vereinten usw. Der König ist Jahve. - wenn sich die Fürsten des Volkes samt den Stämmen Israels versammeln. 6 Es lebe Ruben, und er sterbe nicht, doch sei er gering an Zahl! Der einzige Segen für Ruben ist: Sein Stamm dauere fort. - 7 Dies ist der Segen über Juda: Nach Ruben sollte Simeon folgen, doch ward sein Gebiet bald von Juda umschlossen. - Höre, Herr, auf die Stimme Judas und führe ihn ein zu seinem Volke; Juda selbst ersehnt Vereinigung mit seinem Volke, als dessen Vorkämpfer in Bedrängnis er sie verdient. - seine Hände werden für dasselbe streiten, und er wird sein Helfer wider seine Jahves. Wo hat Juda für sein Volk gekämpft? Wohl in Kades, als der Stamm Juda mit Kaleb treu blieb. - Feinde sein! 8 Zu Levi sprach er alsdann: Deine Vollkommenheit und Lehre Urim und Thummim. - gehören deinem Jahves. - heiligen Manne, Dem Manne deiner Gunst, dem Stamme Levi, der in Massa vor anderen treu blieb. - den du in der Versuchung geprüft und bei dem Wasser des Widerspruches gerichtet hast. Indem du Wasser aus dem Felsen strömen ließest. - 9 Wer zu seinem Vater und seiner Mutter sprach: Ich kenne euch nicht; und zu seinen Brüdern: Ich weiß von euch nichts; und die nichts wissen wollten von ihren Söhnen, Bei Massa und Me Meribah. - diese haben deine Rede bewahrt, und deinen Bund gehalten. 10 deine Rechte, o Jakob, und dein Gesetz, o Israel; Besser: Sie lehren deine rechte Jakob und dein Gesetz Israel. – Sie sind zum Lohne Lehrer und Diener des Heiligtums. - bei deinem Zorne werden sie Räucherwerk und Brandopfer auf deinen Altar legen. 11 Segne, o Herr! seine Kraft, Besser: Wohlstand. - und nimm die Werke seiner Hände Seinen Dienst im Heiligtume. - gnädig an. Schlage die Rücken seiner Feinde und lass, die ihn hassen, sich nicht mehr erheben! 12 Und zu Benjamin sprach er: Der Liebling Vielleicht besser (wie auch [1Mos 49,27]): Benjamin wird ruhen bei Jahve, und Jahve wohnt zwischen seinen Schultern. Nach Sam.: Es ruhe der Segen Jahves auf ihm sicher, ihm Segen spendend den ganzen Tag usw. - des Herrn wird sicher bei ihm wohnen; wie auf einem Ruhebett wird er Tag für Tag bleiben und wird in seinen Armen ruhen! 13 Und zu Joseph sprach er: Vom Segen des Herrn sei sein Land gesegnet, Nunmehr werden die Quellen des Segens aufgezählt, Himmel, Meer usw. Alles, was bis 16a genannt ist, sind gnadenvolle Geschenke Gottes. - mit Früchten des Himmels, mit Tau und Wasser aus der Tiefe, 14 mit Erzeugnissen der Sonne und des Mondes, Hebr.: mit dem Köstlichsten, was die Sonne hervorbringt, und dem Köstlichsten, was die Monde sprossen lassen. - 15 vom Gipfel der uralten Berge, So heißen die stets bleibenden Berge im Gegensatze zu den Flüssen, deren Flut ebenso wie ihr Bett Änderungen unterworfen ist. - mit den Früchten ewiger Hügel, 16 mit den Früchten der Erde und mit ihrer Fülle. Der Segen dessen, der im Dornbusche erschienen ist, Alles, was V. 13 – 16 Joseph verheißen ist, entspringt aus dem Wohlgefallen des im Dornstrauche Erschienenen [2Mos 3,2], stammt von Jahves Güte. - komme auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Nazaräers Richtiger, wie [1Mos 49,26]: Des Fürsten. - unter seinen Brüdern! 17 Wie eines erstgebornen Stieres ist seine Schönheit, Hörner des Nashorns sind seine Hörner; mit ihnen wird er Völker niederstoßen bis an das Ende der Erde. Hebr.: entweder: alle Enden der Erde zumal; oder: bis an die Enden der Erde. - Das sind die Scharen Ephraims Ephraim wird Völker besiegen, auch die fernsten. - und das die Tausende Manasses. 18 Und zu Zabulon sprach er: Freue dich, Zabulon, deines Auszuges, Nach [1Mos 49,13] zieht er aus, um von den Phöniziern Waren zu empfangen. - und Issachar, deiner Zelte! Issachar soll sich behaglicher Ruhe daheim erfreuen. Wie [1Mos 49,13] ist der jüngere dem älteren vorangestellt. - 19 Sie werden Völker Wohl die heidnischen Nachbarn, besonders die Phönizier. - zum Berge rufen und daselbst Opfer der Gerechtigkeit darbringen. Sie saugen Überfluss des Meeres wie Milch Sie wohnen nicht weit vom Meere. - und die verborgenen Schätze des Sandes. 20 Und zu Gad sprach er: Gesegnet sei Gad, in seiner Weite! Hebr.: Gepriesen sei, der Gad Weite schafft. Die Segnung geht unmittelbar auf Jahve, der Gad jenseits des Jordans sein Gebiet angewiesen. - er ruht wie ein Löwe und raubt Arm und Scheitel. Nachdem er eine Beute Gebiet jenseits des Jordans erhalten. - 21 Er erkennt seinen Vorzug, denn in seinem Erbe liegt der Lehrer aufbewahrt, Hebr.: Er ersah sich das erste (eroberte Land), denn dort lag der Anteil für einen (Stammes) Führer bereit. Von Moses Grabstätte ist nicht die Rede, denn der Nebo gehört zu Ruben. [4Mos 32,38] - welcher bei den Fürsten des Volkes ist, und die Gerechtigkeit des Herrn übt, und sein Gericht mit Israel. 22 Und zu Dan sprach er: Dan ist ein junger Löwe, der kraftvoll aus Basan hervorspringt! Zur Zeit des Dichters hausten dort Löwen. - 23 Und zu Nephthali sprach er: Nephthali wird sich des Überflusses freuen und voll sein von den Segnungen des Herrn; er wird das Meer Den Westen, in dieser Himmelsrichtung lag das Meer. Ein langes und weites Gebiet wird ihm zu Teil werden. - und den Süden in Besitz nehmen! 24 Und zu Aser sprach er: Gesegnet sei Aser mit Er erlange zahlreiche Nachkommenschaft. - Söhnen, er sei das Wohlgefallen seiner Brüder und tauche seinen Fuß in Öl. Er sei so reich an Öl, dass er nicht nur die Füße hoher Gäste, sondern selbst seine eigenen salben könne. - 25 Von Eisen und Erz sind seine Schuhe; Hebr.: Eisen und Erz deine Riegel. Er habe so viel Metall, dass er statt hölzerner, eiserne Riegel gebrauchen kann. - wie die Tage deiner Jugend, so auch dein Alter. Besser: So viele deiner Tage sind, sei deine Stärke, sie nehme nie ab. - 26 Es ist kein anderer Gott, wie der Gott des Gerechten; Jeschuruns. - der im Himmel thront, ist dein Helfer, durch seine Herrlichkeit schweben die Wolken, Hebr.: Der am Himmel daherfährt dir zur Hilfe, und in seiner Hoheit auf den Wolken. - 27 seine Wohnung ist droben, und unten seine ewigen Arme; Gott schirmt Israel von jeher und für alle Zukunft, wie er selbst ewig ist, und nicht nur vom Himmel, sondern auch von unten her mit unermüdlicher Stärke und Geduld tragend. - er treibt von dir den Feind hinweg und spricht: Sei vertilgt! 28 Israel wird sicher und abgesondert wohnen. Jakob wird ein Land voll Getreide und Wein schauen, Besser: Und so wohnt Israel in Sicherheit, von den Völkern gesondert, der Quell Jakobs, in einem Lande voll Getreide usw. - und seine Himmel werden dunkel sein vom Tau. Hebr.: Und sein Himmel träufelt Tau. - 29 Selig bist du, o Israel! wer ist dir gleich, du Volk, das durch den Herrn errettet wird? Er ist der Schild deiner Hilfe, und das Schwert deines Ruhmes; deine Feinde werden dich verleugnen, Besser: Müssen dir schmeicheln. - du aber wirst auf ihre Nacken treten! Auf assyrischen Denkmälern setzen die Könige den Fuß auf den Nacken der Besiegten. Hebr.: Du aber wirst auf ihre Höhe treten. Erst wenn diese eingenommen, ist die Unterjochung eine vollkommene.