Deuteronomium 6

B. Mahnung, nur einen Gott zu ehren und sich allen Götzendienstes zu enthalten. (6,1 – 7,26) a. Erklärung des ersten Gebotes: Gott allein ist zu lieben und die Erinnerung an ihn, als den Spender der höchsten Wohltaten, auf die Nachkommen fortzuerben.

Dies sind die Gebote und Satzungen und Rechte, die der Herr, euer Gott, mir geboten hat, euch zu lehren, damit ihr sie in dem Lande, in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, übet; Das Bündnis auf der Ebene von Moab war nicht eine bloße Erneuerung, sondern eine Wiederherstellung des Bündnisses am Sinai, ein neues Bündnis außer dem am Horeb geschlossenen. [5Mos 29,1] Auch dieses musste also seine schriftliche Bezeugung haben, wie das am Horeb, aber eine von diesem verschiedene. Waren zudem die Israeliten in Kades, wie es wahrscheinlich ist, zum großen Teil von der Verehrung Jahves abgefallen und in Götzendienst versunken, so musste das Zeugnis der Wiederherstellung des Bundes vor allem die Pflichten gegen Gott und das Verbot des Götzendienstes ausdrücklich enthalten, wenn es nicht alle Pflichten einzeln aufzählte. Ein anderes Zeugnis des Bundes auf der Ebene von Moab sind die Segnungen und Flüche [5Mos 28], die zwar auch [3Mos 26] sich finden, doch hier einen Teil der Worte des Bundes ausmachen. - dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest und dein ganzes Leben lang alle seine Gebote und Vorschriften haltest, die ich dir, und deinen Söhnen, und deinen Enkeln befehle, damit deine Tage lange währen. Höre Israel und habe Acht, dass du tuest, was der Herr dir geboten, und es dir wohlgehe und du überaus zahlreich werdest, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir das Land verheißen hat, das von Milch und Honig fließt. Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist allein der Herr. Dies Grundbekenntnis des Judentums sagt nicht nur die Einheit, sondern vielmehr noch die Einzigartigkeit Jahves aus. Es gibt nur einen, der verdient, Jahve, der ewig seiende, zu heißen, und dieser Eine ist Israels Gott. Das Stichwort der Aufklärung: „Wir glauben all an einen Gott“ enthält eine Unwahrheit. - Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften. Dies ist das höchste und erste Gebot. Es wird mit drei Synonymen wiederholt. Der Gegensatz ist nicht so zwischen Gott und den Geschöpfen, als zwischen dem wahren Gotte und den Götzen. Der Sache nach ist dies Gebot das gleiche wie das erste des Dekaloges, in der Form indes zeigt sich ein Fortschritt. [2Mos 20,2] wurde die ausschließliche Verehrung Gottes aus der Vorstellung Gottes als Wohltäters abgeleitet, hier aus seiner Einzigkeit. Anbeten, lieben, dienen, fürchten werden hier, wenngleich es an sich verschiedene Akte sind, praktisch als Synonyma gebraucht. - Und diese Worte, Die gleiche Einschärfung wie für dies eine, für alle Gebote [5Mos 11,18-20]. - die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen bleiben, und du sollst sie deinen Kindern mitteilen, und sie betrachten, Hebr.: Schärfe sie deinen Kindern ein und rede davon, wenn du in deinem Hause sitzest. - wenn du in deinem Hause sitzest, und wenn du auf der Reise bist, wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und zwischen deinen Augen schwebend haben, und sollst sie an die Pfosten und Türen deines Hauses schreiben. Wörtlich wie [2Mos 13,16]. Besser zu übersetzen: An die Pfosten deines Hauses und an die Tore (der Stadt). Die späteren Juden glaubten dies alles buchstäblich nehmen zu müssen. Vergl. [Mt 23,5]. - Und wenn dich der Herr, dein Gott, in das Land führt, welches er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat, und dir große und schöne Städte gibt, die du nicht erbaut hast, Häuser, mit Gütern aller Art gefüllt, die du nicht gebaut Hebr.: gefüllt. - hast, Wasserbrunnen, die du nicht gegraben, Weinberge und Ölgärten, die du nicht gepflanzt hast, und du issest, und satt wirst: so hüte dich wohl, des Herrn zu vergessen, Den irdischen Dingen dein Herz zuzuwenden. - der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, herausgeführt hat. Gott diene, der dich aus dem Lande der Dienstbarkeit herausgeführt hat. - Den Herrn, deinen Gott sollst du fürchten, und ihm allein dienen, und bei seinem Namen schwören. Ihr sollt nicht den fremden Göttern von irgendeinem der Völker nachgehen, die um euch her wohnen; denn der Herr, dein Gott, ist ein eifernder Gott in deiner Mitte; damit der Zorn des Herrn, deines Gottes, nicht einmal wider dich entbrenne und dich von der Erde hinwegraffe. Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen, wie du ihn am Orte der Versuchung versucht hast. Besonders [4Mos 20]. - Halte die Gebote des Herrn, deines Gottes, und seine Verordnungen und Satzungen, die er dir geboten hat, und tue, was in den Augen des Herrn wohlgefällig und gut ist, damit es dir wohlgehe, und du hineinziehest und das gute Land in Besitz nehmest, das der Herr deinen Vätern zugeschworen hat, dass er alle deine Feinde vor dir vertilge, wie er verheißen hat. Und wenn dich in der Folge dein Sohn fragt und spricht: Was bedeuten diese Verordnungen und Satzungen und Rechte, die der Herr, unser Gott, uns anbefohlen hat? so sage ihm: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der Herr führte uns mit starker Hand aus Ägypten heraus, und tat vor unsern Augen große und schreckliche Zeichen und Wunder in Ägypten an Pharao und dessen ganzem Hause, und führte uns von dort hinweg, um uns hierher zu bringen und uns das Land zu geben, das er unsern Vätern zugeschworen hat. Und der Herr gebot uns, alle diese Satzungen zu halten und den Herrn, unsern Gott, zu fürchten, damit es uns wohlgehe alle Tage unseres Lebens, Das Hebr. fährt fort: uns am Leben zu erhalten, wie es heute steht. - wie es heute ist. Und er wird gegen uns barmherzig sein, Hebr.: Und es wird uns als Gerechtigkeit gelten. - wenn wir alle seine Besser: Diese vier Gebote enthalten Dinge, die jetzt und immer zu tun sind, das fünfte eine bald, nach Überschreitung des Jordans und bis zur völligen Vernichtung der sieben chananitischen Völker zu beobachtende Vorschrift. Das vierte Gebot hat gleichsam als Schlusswort die Mahnung V. 20 – 25. Das fünfte endet [5Mos 7,6-10] mit dem Preise der Auserwählung Israels. [5Mos 6,25] zeigt die Gerechtigkeit, welche Israel üben soll; [5Mos 7,6] die Heiligkeit Israels. Gebote halten und vor dem Herrn, unserm Gott, tun, wie er uns geboten hat.

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