Deuteronomium 9
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. Damit die Israeliten nicht meinen, diese Wohltaten seien ihnen und ihrer Gerechtigkeit gebührend, (V. 9) sollen sie sich immer an die Übertretungen ihrer Väter erinnern, die, als kaum das Bündnis mit Gott geschlossen war, sich dem Götzendienst ergaben und immer von neuem gegen Gott sich empörten (V. 24), so dass der Herr nur durch die Bitten Moses bewogen werden konnte, das Bündnis mit ihnen zu erneuern. (9,25 – 10,11)
1 Höre Israel! Du wirst heute über den Jordan ziehen, um Völker zu bezwingen, die größer und stärker sind als du, und große Städte, deren Mauern bis zum Himmel reichen, 2 ein großes und hochgewachsenes Volk, die Söhne der Enakiter, die du selbst gesehen Hebr.: Von denen du selbst erfahren. - und von denen du gehört, denen niemand zu widerstehen vermag. 3 So sollst du nun heute erkennen, dass der Herr, dein Gott, selbst dir voranziehen wird, als ein verzehrendes und vertilgendes Feuer, um sie niederzuwerfen, und zu vernichten, und schnell vor deinem Angesichte zu vertreiben, wie er dir gesagt hat. Das bisherige Gelingen, selbst übermächtigen Feinden gegenüber, wie Og und Sehon, soll Israel zeigen, dass Jahve in der Tat ihm als Führer voranschreitet. - 4 Aber sage nicht in deinem Herzen, wenn sie der Herr, dein Gott, vor deinen Augen vertilgt hat: Um meiner Gerechtigkeit willen hat mich der Herr hergeführt, um mir dieses Land zum Besitz zu geben, während diese Völker ihrer Gottlosigkeit willen vertilgt wurden. 5 Denn nicht um deiner Gerechtigkeit und der Rechtschaffenheit deines Herzens willen wirst du einziehen, um ihr Land in Besitz zu nehmen, sondern weil diese Völker gottlos handelten, wurden sie vertilgt bei deinem Einzuge; Das göttliche Strafgericht über die Chananiter macht zunächst nur deren Land herrenlos. Dass gerade Israel es zum Besitze erhält, verdankt es der göttlichen Verheißungstreue gegen die Väter. - und damit der Herr seine Verheißung erfüllte, die er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eide gegeben hat. 6 So wisse denn, dass der Herr, dein Gott, dir dieses gute Land nicht um deiner Gerechtigkeit willen zum Besitze gibt; denn du bist ein halsstarriges Volk. 7 Gedenke und vergiss nicht, wie du den Herrn, deinen Gott, in der Wüste zum Zorne gereizt hast. Von dem Tage an, wo du aus Ägypten auszogest, bis an diesen Ort bist du immer gegen den Herrn widerspenstig gewesen. 8 Denn Von der allgemeinen Charakteristik geht er zu den bestimmten Tatsachen über. - schon am Horeb hast du ihn gereizt, und er wollte dich in seinem Grimme vertilgen, 9 als ich auf den Berg stieg, die steinernen Tafeln zu empfangen, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat, und ich auf dem Berge vierzig Tage und Nächte verweilte, ohne Brot zu essen und Wasser zu trinken. 10 Und der Herr gab mir die zwei steinernen Tafeln, die mit dem Finger Gottes beschrieben waren und alle Worte enthielten, welche er zu euch auf dem Berge mitten aus dem Feuer, als alles Volk versammelt war, sprach. 11 Als nun vierzig Tage und ebensoviele Nächte verflossen waren, gab mir der Herr die zwei steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes, 12 und sprach zu mir: Mache dich auf und steige eilends von hier hinab; denn dein Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast, hat schnell den Weg verlassen, den du ihnen gezeigt hattest, und hat sich ein gegossenes Bild gemacht. Gegensatz: Moses oben betend, das Volk unten das Bild verehrend. - 13 Und wiederum sprach der Herr zu mir: Ich sehe, dass dieses Volk halsstarrig ist; 14 so lass mich, dass ich es vertilge, und seinen Namen unter dem Himmel vernichte, und dich über ein Volk setze, das größer und stärker ist als dieses. 15 Als ich nun von dem flammenden Berge herabstieg, die zwei Tafeln des Bundes in beiden Händen, 16 und sah, dass ihr gegen den Herrn, euern Gott, gesündigt, und euch ein gegossenes Kalb gemacht, und seinen Weg, den er euch gewiesen, so bald verlassen hattet, 17 warf ich die Tafeln aus meinen Händen und zerbrach sie vor euern Augen. Die Zerbrechung der Tafeln symbolisiert den Bundesbruch. - 18 Dann warf ich mich vor dem Herrn wie vorher, vierzig Tage und vierzig Nächte, nieder, ohne Brot zu essen und Wasser zu trinken, um aller eurer Sünden willen, die ihr gegen den Herrn begangen und mit denen ihr ihn zum Zorne gereizt hattet; 19 denn ich fürchtete mich vor seinem Grimme und Zorne, mit dem er gegen euch entflammt euch vertilgen wollte. Da erhörte mich der Herr auch dieses Mal. Vergl. [5Mos 10,10]. Die Erzählung [5Mos 9,18 – 10,11] unterscheidet ein dreifaches Eintreten oder eine dreifache Frucht der Fürbitte. Moses bat [5Mos 9,18ff], dass Jahve das Volk nicht vernichten wolle, und der Herr erhörte ihn wie schon zuvor. Zum zweiten Male legte Moses Fürbitte ein [5Mos 9,25-29], das Bündnis in's Gedächtnis zurückrufend, und erhielt von Jahve [5Mos 10,1ff] als Zeichen des wiederhergestellten Bündnisses die in der Bundeslade zu bewahrenden Tafeln. Zum dritten Male trat er für das Volk ein [5Mos 10,10] und erhielt das Gebot, er solle mit den Tafeln und der Bundeslade, also mit Jahve, der im Heiligtume wohnt, das verheißene Land aufsuchen und unterwerfen. Dieses dreifache Eintreten entspricht etwa dem dreifachen Flehen [2Mos 32-34], durch welches Moses zuerst erlangte, dass das Volk nicht vertilgt ward, dann, dass er das Volk unter Führung eines Engels, wenn auch nicht Jahves, in das verheißene Land führen sollte [2Mos 33,1ff] endlich, dass, nachdem durch die zweiten Tafeln der Bund wiederhergestellt, Gott selbst inmitten des Volkes zu ziehen verhieß. [2Mos 33,14] Die Erfolge des Eintretens werden indes hier nicht in geschichtlicher Reihenfolge, sondern in rhetorischer Ordnung geboten (an dritter Stelle, was [2Mos 33,1ff] die zweite Stelle einnimmt). - 20 Auch über Aaron zürnte er heftig und wollte ihn töten, da bat ich gleicherweise auch für ihn. Wird im Exodus nicht berichtet. - 21 Euer Sündenwerk aber, das ihr gemacht, das ist das Kalb, ergriff ich, und verbrannte es mit Feuer, und zerschlug es in Stücke, zermalmte es vollends zu Staub, und warf es in den Bach, der vom Berge herabfloss. 22 Auch bei der Feuersbrunst, Hebr.: Thabera. - und bei der Versuchung, Hebr.: Massa. - und bei den Lustgräbern Kibroth ha Taawa. - habt ihr den Herrn zum Zorne gereizt; 23 und als er euch von Kadesbarne wegsandte, und sprach: Ziehet hinauf und nehmet das Land, das ich euch gegeben, in Besitz, habt ihr den Befehl des Herrn, eures Gottes, verachtet und ihm nicht geglaubt, noch auf seine Stimme hören wollen; 24 sondern ihr seid immer widerspenstig gewesen seit dem Tage, an dem ich Richtiger: er. Vom Tage an, wo Jahve euch als sein Volk angenommen. [2Mos 3] Kehrt man die Ordnung um, so berührte Moses in beiden Reden [5Mos 1,6 - 4,40] und [5Mos 5-11] alle Auflehnungen des Volkes. angefangen, euch zu kennen. 25 Da warf ich mich vor dem Herrn nieder vierzig Tage und vierzig Nächte, während welcher ich inständig zu ihm flehte, er möchte euch nicht vertilgen, wie er gedroht hatte, 26 und ich betete und sprach: Herr, Gott! vertilge dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Macht erlöst und mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hast. 27 Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Jakob; siehe nicht die Halsstarrigkeit dieses Volkes und ihre Missetat und Sünde an, 28 dass die Bewohner des Landes, aus dem du uns weggeführt hast, nicht etwa sagen: Der Herr vermochte nicht, sie in das Land zu führen, das er ihnen verheißen hat, und da er sie hasste, führte er sie heraus, um sie in der Wüste zu töten. 29 Sie sind ja dein Volk und dein Erbe, das du mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arme herausgeführt hast.
Zitiert in 2
- V. 5 Summa (EN)(I-II 105.3)
- V. 6 Summa (EN)(I-II 98.4)