Prediger (Kohelet) 10

Suche die wahre Weisheit. (V. 3) 5. Meide das Murren gegen die göttliche Vorsehung. (V. 15) 6. Im Übrigen sei eifrig tätig. [Koh 11,6]

Tote Fliegen Hebr.: Fliegen des Todes. Diese verderben durch ihre modernden Leichen oder durch Gift, das sie mitbringen, die Salbe. (Vergl. 18b) - verderben die Annehmlichkeit der Salbe. Welches Verderben also bringt selbst eine kleine Torheit! - Teurer als Weisheit und Ehre kommt eine geringe und zeitweilige Torheit zu stehen. Diese Güter kommen durch einen einzigen Fehler in Gefahr, wie ein einziges Tierchen die Salbe verdirbt. - Das Herz der Weisen ist auf seiner Rechten Besser: Nach seiner Rechten, nach seiner Linken: dem Guten, dem Bösen zugewendet. - und das Herz des Toren auf seiner Linken. Auch wenn der Tor auf seinem Wege wandelt, Hebr.: Und auch auf dem Wege, den immer der Tor wandelt, fehlt ihm das Herz (der Verstand) usw. - hält er, da er selbst ein Tor ist, alle für Toren. Wenn der Geist eines Gewaltigen Der Mächtige, wenn er zornig ist (und ungerecht hart). Vergl. [Koh 4,17ff; Koh 7,7ff]. - gegen dich aufwallt, so weiche nicht von deiner Stelle; Verliere die Ruhe und Geistesgegenwart nicht. - denn die Sanftmut verhindert die größten Vergehungen. Es gibt ein Unglück, das ich unter der Sonne sah, Viele Dinge können den Menschen erbittern. - wie ein Versehen, das vom Machthaber Gott. deshalb heißt es: wie ein Versehen. - ausgeht: Die folgenden Dinge fügt Gott nicht so wie er sie vielmehr zulässt. - den Toren zu Würden emporgehoben, während die Würdigen unten sitzen müssen. Ich sah Knechte hoch zu Ross und Fürsten auf der Erde zu Fuß einhergehen, gleich Knechten. Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Zaun niederreißt, den wird eine Schlange beißen. Bei jeder gefährlichen Handlung ist Klugheit und Vorsicht notwendig. Vergl. [Koh 5,3.4]. Das wahrscheinlich Eintretende wird als sicher eintretend hingestellt, wie wir sagen: Hüte dich, du kommst zu Falle. - Wer Steine versetzt, Hebr.: losbricht. - wird sich dabei wehe tun; und wer Holz spaltet, wird davon verletzt werden. Wenn das Eisen stumpf geworden und nicht wie zuvor ist, sondern keine Schärfe mehr hat, muss es mit großer Mühe geschärft werden; ebenso folgt auch auf Fleiß Weisheit. Der hebr. Text und der Sinn des Verses sind sehr zweifelhaft. Vulg.: Wenn das Eisen stumpf, muss der Mensch es mit vieler Anstrengung wieder schärfen und wird durch seine Bemühungen Weisheit erlangen. Hebr. etwa: Wenn das Eisen stumpf geworden ist und der Mensch die Schneide nicht schärft, muss er seine Kraft doppelt anstrengen, doch die Weisheit ist geeignet, gedeihlich zu handeln. - Wer heimlich verleumdet, unterscheidet sich in nichts von einer Schlange, die heimlich beißt. Im Hebr. lautet der Schluss etwas anders: wo die Beschwörung verabsäumt wird (und der Beschwörer so keinen Nutzen hat). – Zu seiner Zeit und an seinem Orte sind Klugheit und Weisheit anzuwenden, damit ein Werk gedeihe oder eine Gefahr vermieden werde. - Die Worte, die aus dem Munde des Weisen kommen, sind Anmut, aber die Lippen des Toren sind dessen Untergang. Hebr.: verschlingen ihn. - Seine Worte beginnen mit Torheit und das Ende seiner Reden ist der ärgste Irrwahn. Der Tor macht viele Worte. Der Mensch weiß nicht, was vor ihm gewesen ist, Hebr.: Der Tor macht viele Worte, während der Mensch doch nicht weiß, was sein wird. - und wer kann ihm Kunde geben, was nach ihm sein wird? Die Bemühung der Toren wird denen zur Plage, die den Weg in die Stadt nicht kennen. Hebr.: Die Mühsal des Toren ermüdet ihn, welcher nicht weiß, zur Stadt zu gehen. Sinn: alle Mühe des Toren ist erfolglos, da er sich selbst auf dem bekanntesten Wege nicht zurecht findet. - Wehe dir, o Land! dessen König ein Knabe ist und dessen Fürsten von frühe an schmausen! Wenn der Zufall die Welt regiert, nicht Verdienst und Gerechtigkeit Lohn finden, so ist es vielleicht besser, die Hände ineinander zu legen und das Glück zu erwarten? So könnte jemand denken. Aber dies wäre töricht. (V. 20) Die Arbeit des Toren bietet den Übergang zu der des Weisen. - Glückselig das Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur rechten Zeit essen, um sich zu stärken, und nicht zur Üppigkeit! Vielleicht besser nach dem Hebr.: mit Manneskraft und Tugend. - Bei Trägheit senkt sich das Gebälk und bei Fahrlässigkeit der Hände lässt das Haus den Regen eindringen. Folgen der Trägheit und Vergnügungssucht: alles wird vernachlässigt, bis das Haus selbst zusammenstürzt. - Mit Lachen tischen sie Brot und Wein auf, um lustig zu leben, Hebr.: Zur Belustigung hält man Mahlzeiten und Wein erfreut des Menschen Herz. – Land, Haus, Schmaus sind poetische Symbole, die alle Art Müßiggang darstellen und geißeln. Sinn der V. 16-19: Wehe einen Menschen, in dessen Seele alle Neigungen, gleichsam Herrscher eines Staates, nicht der Arbeit und Enthaltsamkeit ergeben sind, sondern der Trägheit und Gaumenfreude frönen. Wir nicht durch die Trägheit alle Kraft ausgetrocknet, so dass das vernachlässigte Haus notwendig zusammenbricht? Ist es nicht schimpflich, sich ganz in äußere Vergnügungen zu ergießen und Brot, Wein und Gold, sie Mittel zur Arbeit sein sollten, schmählich zu missbrauchen. - und dem Gelde gehorcht alles. Schmähe den König nicht in deinen Gedanken und fluche dem Reichen nicht in geheimer Kammer, Dem der Weisheit Beflissenen wird die Tätigkeit empfohlen; da dieser, die Verkehrtheit in der Welt betrachtend, leicht den Mut verliert und die göttliche Vorsehung anklagt, wird er gewarnt, dass die Arbeit der Menschen nicht stets nach Verdienst gelohnt wird. Der König ist Gott wie V. 5 und [Koh 8,2]. - denn die Vögel Wohl die Engel. des Himmels könnten deine Worte forttragen und der Geflügelte das Gesprochene verraten.

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