Prediger (Kohelet) 11

Sei eifrig tätig. (V. 6) 8. Befleißige dich der Frömmigkeit von deiner Jugend an. [Koh 11]

Lege dein Brot auf das vorbeifließende Wasser, Man muss standhaft arbeiten, stets etwas versuchen, wie auf ungewisse Hoffnung hin, und Gott den Ausgang der Sache überlassen, der jedem Dinge seine Zeit bestimmt hat. Sei also beständig im Gutestun. Die Wohltätigkeit ist eine der lobenswertesten Handlungen. – Das hier gebrauchte Bild bezeichnet große Freigebigkeit und Vernachlässigung sicherer Hoffnung (nicht aber Torheit im Verteilen). Die Brote waren dünne, flache Kuchen, die mit Leichtigkeit auf dem Flusse fortschwammen. - so wirst du es nach langer Zeit Warte die von Gott vorherbestimmte Zeit ab und du wirst sehen, dass deine Mühe nicht untergegangen ist, sondern vielen, zum wenigsten dir genützt hat und du sie mit Zinsen von Gott zurückerhältst. Wann diese Zeit ist, wird nicht gesagt, aber aus anderen Stellen ist zu schließen, dass es das Gericht ist (obwohl das diesseitige leben nicht gänzlich ausgeschlossen ist). - wieder finden. Teile aus unter sieben, wohl auch unter acht; Unter recht viele. - denn du weißt nicht, was für Unglück auf die Erde kommen wird. Du darfst hoffen, dass dir oder andern zur bösen Zeit (also in diesem Leben) von Nutzen sein wird, was du anderen Gutes tust. Wohltätigkeit ist nie vergeblich, ja hilft sogar auf dieser Erde zur Hebung öffentlichen Unglücks. Oder: Du weißt nicht, welches öffentliche Unglück dich selbst deiner Güter berauben kann, also verteile reichlich, so lange sie dein sind, ehe ein Zufall sie dir raubt. - Wenn die Wolken voll sind, so gießen sie Regen auf die Erde nieder. Wenn der Baum fällt, nach Süden oder nach Norden, so bleibt er an dem Orte, wohin er gefallen ist, liegen. Dies und alles andere ist Gott zu überlassen, wie auch wohin der Wind einen Baum wirft, den wir niedergeworfen finden. – Vom Tode des Menschen ist hier nicht die Rede, doch kann man aus dem Bilde ein passendes Gleichnis schaffen, zumal hier alles Zukünftige in Gottes Vorherbestimmung verborgen genannt wird. - Wer auf den Wind achtet, sät nicht; und wer nach den Wolken schaut, wird niemals ernten. Betrachte Wind und Wolken nicht so, als ob sie in deiner Gewalt sein könnten, sonst wirst du nie säen noch ernten und alle nützliche Arbeit hört auf. - So wenig du weißt, auf welchem Wege die Seele kommt und wie die Gebeine sich im Mutterleibe zusammenfügen, ebenso wenig kennst du auch die Werke Gottes, welcher alles vollbringt. Frühe bestelle deine Aussaat und am Abende raste deine Hand nicht; denn du weißt nicht, was besser aufgeht, dies oder jenes; und wenn beides zugleich aufgeht, wird es noch besser sein. So wenig wir die Gesetze der Natur kennen, so ist uns verborgen, was Gott durch ihre Dienstleistung erreichen will. Also dürfen wir um alles dies nicht ängstlich sorgen, sondern müssen es der göttlichen Vorsehung überlassen und inzwischen am Morgen den Samen ausstreuen und am Abend nicht aufhören, denn entweder geht dies auf oder jenes oder beides. Früh und am Abend sind wohl von der Jugend und dem Alter zu verstehen. - Süß ist das Licht und angenehm ist es den Augen, die Sonne zu sehen. Wenn auch der Mensch noch so viele Jahre lebt Drei Güter hat das leben insbesondere: fruchttragende Arbeit, mäßige Freude, Frömmigkeit. Die letztere besteht besonders in ernster Erwägung der Eitelkeit der Welt (V. 8), der Erinnerung an Gott den Richter (V. 9), an seine Vorsehung (V. 10), an Gott den Schöpfer [Koh 12,1]. - und sich in ihnen allen freut, so Hebr.: Wenn auch der Mensch… so freue er sich ihrer aller und gedenke der Tage der Finsternis, deren viel sein werden, alles, was noch kommt, ist eitel. - gedenke er doch der Tage der Finsternis, Des Todes. Vergl. [Joh 9,4]. - deren viele sein werden; denn wenn diese kommen, werden sie das Vergangene der Eitelkeit zeihen. Freue dich also, Jüngling! in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in den Tagen deiner Jugend und folge den Neigungen deines Herzens und dem, was deine Augen schauen; aber wisse, dass dich Gott über alles dies vor Gericht ziehen wird. Grund, warum fromm zu leben ist. - Verbanne den Zorn Das Wort Zorn umfasst alle Verwirrung des Herzens. - aus deinem Herzen und halte das Böse von deinem Leibe fern, Murre nicht gegen Gottes Vorsehung, sondern erinnere dich an die drohende Strafe seitens des höchsten Richters. denn Jugend und Wollust sind eitel.

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