Prediger (Kohelet) 4

B. Eitel ist der Schmerz der Neidischen. (V. 6) 2. Eitel ist die Menschenflucht (V. 16), sei es aus Habsucht (V. 8), sei es aus Hochmut. 2. Wiederholung und Nutzanwendung derselben Wahrheiten. (4,17 – 5,7) A. Die sich über die Ungerechtigkeit auf Erden Entrüstenden. (4,17 – 5,7)

Ich wandte mich zu andern Dingen und sah die Bedrückungen, welche unter der Sonne vorgehen, die Tränen der Unschuldigen und dass sie keinen Tröster haben und deren Gewalttätigkeit nicht widerstehen können, allerseits der Hilfe beraubt. Da pries ich die Toten glücklicher als die Lebendigen, Ähnliche Klagen sind bei den Klassikern besonders häufig. Bei solchen Aussprüchen ist besonders der Affekt zu beachten, der im Ausdruck über das rechte Maß hinausgeht. Aber gerade dies will der Prediger zeigen, dass der Affekt zu mäßigen ist. - doch für glücklicher als beide hielt ich den, der noch nicht geboren ist und der das Böse nicht sieht, das unter der Sonne geschieht. Wiederum erwog ich alle die Mühen der Menschen und bemerkte, dass geschäftiges Wirken dem Neide Dem Eifer, es einander zuvorzutun. - der Menschen ausgesetzt ist; auch darin ist also Eitelkeit und unnütze Sorge. Der Tor Der, welchen die Eifersucht peinigt. - legt seine Hände zusammen und verzehrt sein eigenes Fleisch und spricht: Besser ist eine Handvoll in Ruhe als beide Hände voll mit Arbeit und Herzensharm. Vergl. [Koh 9,11]. Von Gottes Anordnung hängt alles ab. - Ich dachte weiter nach und fand eine andere Eitelkeit unter der Sonne: Zwei Fehler pflegen zur Menschenflucht zu führen: Habsucht (V. 4, 7, 8) und Hochmut. (V. 13ff) Dass der Prediger sich über beide so ausführlich verbreitet, liegt wohl daran, dass er das Entgegengesetzte einschärfen will: dass die Menschen durch gegenseitigen Verkehr wie durch Verwandtschaft verbunden sein müssen. - Da ist einer, ohne einen andern neben sich, ohne Hebr.: auch ohne. - Sohn und ohne Bruder, und doch hört er nicht auf zu arbeiten und seine Augen sättigen sich nicht am Reichtume und es kommt ihm nicht in den Sinn zu sagen: Für wen arbeite ich Ein solcher denkt nur an sich und seine Gedanken schweifen nicht über seine Person hinaus. - und entziehe meiner eigenen Seele das Gute? Auch darin ist Eitelkeit und leidige Plage. Besser ist es also, dass zwei zusammen sind als einer; denn sie haben doch einen Vorteil von ihrer Gemeinschaft. Die Mahnung geht an den Habsüchtigen, nicht einsam zu bleiben, sondern sich an die Menschen anzuschließen zu hilfsbereiter Gemeinschaft. - Fällt der eine, In. V. 10-12 werden je zwei Menschenpaare untereinander verglichen. - so unterstützt ihn der andere; wehe dem, Hebr.: ihm, dem einen usw. - der allein ist! Denn wenn er fällt, hat er keinen, der ihm aufhelfe. Auch wenn zwei beisammen schlafen, erwärmt einer den andern; Ein durch die kalten Nächte Palästinas nahegelegtes Beispiel, vielleicht mit Rücksicht darauf, dass der Arme nur sein Oberkleid hatte als Decke. [2Mos 22,26]. - wie soll der einzelne warm werden? Und wenn jemand Herr wird Hebr.: Und wenn jemand ihn, den einen, angreift, so werden ihrer zwei ihm Widerstand leisten. - über einen einzelnen, so werden ihm doch zwei Widerstand leisten können; eine dreifache Schnur zerreißt nicht so leicht. Stehen ihrer zwei, drei zusammen, so ist der Erfolg sicherer. - Besser ist ein armer aber weiser Jüngling als ein alter aber törichter König, der für die Zukunft nicht Vorsorge zu treffen weiß. Richtiger nach dem Hebr.: der sich nicht mehr weiß belehren zu lassen. Ein Fürst, der vor Alter menschenscheu oder aus Stolz unzugänglich ist, lässt sich nicht Rat erteilen und stürzt ins Verderben, weil er nicht Rat annimmt. Den Gegensatz dazu bildet ein armer, aber weiser Jüngling. Der König ist dem Habsüchtigen in der Zurückgezogenheit vom Verkehr mit Menschen ähnlich. - Denn aus Gefängnis und Ketten gelangt zuweilen jemand Der Jüngling. (V. 3) - zur Königswürde, wohingegen ein anderer, der in der Königswürde geboren ist, in Armut verkommt. Hebr.: Wenngleich er (der Jüngling) in seinem (des alten Königs) Reich als Armer geboren ward. Er war noch nicht so alt wie die Regierungszeit des Königs an Jahren betrug. - Ich sah, dass alle Lebenden unter der Sonne mit dem andern Jüngling Hebr.: mit dem Jünglinge, dem zweiten. - wandelten, der statt seiner Statt des alten Königs. - die Stelle einnehmen wird. Kein Ende schien die Schar derer zu haben, die vor ihm gewesen; Richtiger: Kein Ende schien die Schar derer zu haben, die vor ihm (dem Jünglinge) standen. - jedoch auch die nachher sein werden, haben keine Freude an ihm; aber Denn. - auch dies ist Eitelkeit und Geistesplage. Also auch die Weisheit des Jünglings. (V. 13) - Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und nahe dich, um zu hören; denn viel besser ist Gehorsam als die Opfer der Toren, Wenn du in Gottes Gegenwart trittst. Vergl. [1Mos 28,17]. Komme nicht unvorbereitet vor sein Antlitz. Besser ist es, Gott um Worte der Gebote zu bitten als alle Werke der Frömmigkeit der Toren zu erfüllen. - die nicht wissen, was sie Schlimmes tun. Hebr. allenfalls: Gott weiß nicht. Der Plural bezeichnet alsdann Gottes Majestät: Gott weiß nichts Böses zu tun.

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