Prediger (Kohelet) 6
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
C. Der genusslose König. (V. 6) 3. Rhetorische Ausführung. (6,7-7,30) A. Der Ratschluss des göttlichen Willens. (6,7-7,1)
1 Noch ein anderes Anderes: Zusatz der Vulg. Die Ähnlichkeit mit dem vorigen ist in der Menschenscheu. - Übel gibt es, das ich unter der Sonne sah und das häufig Besser: hart, schwer lastet es auf den Menschen. - ist bei den Menschen. Vers 1-6 bezieht sich auf [Koh 4,13-16] zurück. Während der dort erwähnte König Reich und Herrschaft verliert an einen Mann von niederer Herkunft, ist es hier Gott, der den König nicht das Gute genießen lässt, sondern es einem Fremden zuweist. [Koh 4,15] wird die Macht hervorgehoben, hier Alter und Haus (Vers 3, V. 6), dort Vers 16ff folgt ihm der Sohn nicht, hier wird ihm nicht einmal ein königliches Grab zuteil. (V. 3) Eines kann auffallen, warum hier nicht vorweg der Grund genannt wird, weshalb Gott ihn nicht sich des Guten freuen lässt. Jedenfalls ist es nicht die Habsucht, da die Darlegung über diese abgeschlossen ist, also das, was [Koh 4,13ff] gesagt wird. Die Verachtung des Rates anderer Menschen stammt aus Menschenscheu, also aus derselben Quelle wie bei dem Habsüchtigen. So ist also 6,1-6 eine Mahnung an einen törichten König: Mögen ihm auch alle Güter zufließen, sein leben ist schlimmer als ein beständiger Tod, wenn nicht eine gewisse, sittlich gerechtfertigte Freude (deren Symbol: Speise und Trank) ihm ein friedliches und freudevolles Leben sichern. - 2 Da ist ein Mann, dem Gott Reichtum und Habe und Ehre Die hier erwähnten drei Güter sind Königsgaben. [2Chr 1,11.12] werden sie deshalb Salomon verheißen. - verlieh, so dass seiner Seele nichts fehlt an allem, was sie wünscht; Hebr.: nirgends entbehrt er für seine Seele etwas, was er wünscht. - aber Gott hat ihm nicht gestattet, Seiner vorhergehenden Verfehlungen wegen. Vergl. [Koh 2,26] und [Koh 5,18]. Gott lohnt nach Verdienst. Das Glück dauert indes bis V. 6. - davon den Genuss zu haben, sondern ein Fremder verschlingt es. Das ist Eitelkeit und großer Jammer! 3 Wenn jemand auch hundert Sehr viele. Es ist also ein orientalischer Dynast. (Vergl. [Koh 4,15]: Menge der Völker) - Kinder zeugte und viele Jahre lebte Also in alter Zeit (z.B. Nimrod [1Mos 10,8]) - und ein hohes Alter erreichte, seine Seele aber sein Hab und Gut nicht genießen könnte und ihm nicht einmal ein Begräbnis Ein seinem Range gebührendes, ehrenvolles Begräbnis. Vergl. [Koh 8,10, Job 21,32]. - zuteil würde, von diesem sage ich, dass eine unzeitige Geburt glücklicher ist denn er. 4 Denn für nichts kam sie auf die Welt und fährt zur Finsternis hin und Vergessenheit tilgt ihren Namen. 5 Jene sah das Sonnenlicht nicht Die Fehlgeburt ist etwas Eitles, aber nicht unglücklich. - und lernte den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht kennen. Dies ist Erklärung, nicht Übersetzung. Hebr.: Ruhe hat sie vor jenem voraus. Vergl. [Job 3,13]. - 6 Auch wenn er zweitausend Jahre lebte und Gutes nicht genösse, eilt nicht alles an einen Ort In Staub und Asche. Wenn der König auch nicht nur tausend Jahre gelebt hätte wie etwa Adam, sondern selbst zweitausend, so war sein Herz doch immer von Traurigkeit und Angst gequält und mehr Ruhe hat eine Fehlgeburt als jener langlebige. (Hier.) – Er hat seine verkehrten Neigungen nicht bekämpft. - hin? 7 Alle Arbeit Nachdem der Prediger für einzelne Fehler [Koh 3,16] die Heilmittel angegeben (4,17 – 6,6), kommt er auf seine Mahnung zurück: Halte die Ordnung inne, die Gott festgesetzt. Was in der Einleitung und im [Koh 3] gesagt ist, wird jetzt wieder eingeschärft (Kap. 6,7 – Kap. 71), doch so, dass die Wahrheit, auf beide Klassen angewendet, noch tiefer eindringt. - des Menschen wird für seinen Mund vollbracht, Nach Gottes Absicht soll alle Anstrengung des Menschen das Ziel haben, dass er innerhalb der von Gott gesetzten Schranke das Gute genieße und so Frieden finde. Kap. 6,7 – Kap. 7,1 lauten im Hebr.: alle Arbeit des Menschen geschieht für den Mund (nach Gottes Gesetz) und auch seine Seele wird nie gesättigt. (Zweiter Grund.) 8. Denn was hat der Weise, dem Toren verglichen, voraus (nämlich: wenn er nicht seine Begierden bezähmt)? Vergl. [Koh 1,13-18]. Was der Arme, der zu wandeln versteht vor Sterblichen? (der sich klug in die Stellung fügt, die ihm Gott zugewiesen). 9. Besser ist das Sehen der Augen als das Schweifen der Seele. Auch dies ist Eitelkeit und Weiden des Windes. 10. Was geschah, dessen Name war längst genannt und erkannt, was (wie beschaffen) der Mensch (das, was wir Mensch nennen) ist. Nicht vermag er zu rechten mit dem, der stärker ist als er. 11. Denn es gibt der Worte viele, die Eitelkeit bringen, welchen Nutzen hat der Mensch davon? [Koh 7,1] Denn wer weiß, was dem Menschen gut ist im Leben, in den Tagen seiner Eitelkeit, die er wie einen Schatten (oder wie ein Schatten) hinbringt? Wer kann dem Menschen anzeigen, was nach ihm hier sein wird unter der Sonne? - aber seine Seele hat nie ein Genügen. Die verkehrte Begier wird nicht gesättigt. (Vergleiche das Gegenteil V. 9.) - 8 Was hat der Weise vor dem Toren voraus? Und was der Arme als dass er dahin wandelt, wo das Leben ist? Vers 8b ist in der Vulgata nicht übersetzt, sondern im bestimmten Sinne erklärt. Hebr.: Wenn er versteht zu wandeln vor den Menschen, wird er erst so den Toren übertreffen. Kein anderer Weg führt zum Glück, als dass man seine Begierden zügelt und sich mit den von Gott gesetzten Verhältnissen zufrieden gibt. - 9 Besser ist es zu sehen, was man wünscht, als zu wünschen, was man nicht kennt; Vulg.: Besser ist es, für sich Sorge zu tragen, als den blinden Neigungen der Seele zu folgen. Der Sinn des Hebr. ist: Sittenreine und in den Schranken Gottes sich haltende Freude ist besser als Ausschweifung des Herzens. Vergl. [Koh 11,9]. Das Gegenteil [Weish 4,12]. - aber auch dies ist Eitelkeit und Vermessenheit des Geistes. 10 Wer immer kommen wird, ist schon mit seinem Namen genannt; man weiß, dass er ein Mensch ist und nicht gegen einen Stärkeren, als er ist, Gott. - rechten kann. 11 In vielen Worten In V. 7 nur angedeuteter Grund. Was der Mensch außerhalb der von Gott gesetzten Grenze sucht, bringt keinen wahren Frieden, Gott hat alles nach seinem Willen zuvor geordnet und leitet und lenkt alles auch gegen den Willen der Menschen zu seinem Ziele. - ist viel Eitelkeit, wenn man darüber streitet. Streit mit Gott. – Im Hebr. schließt sich [Koh 7,1] der Vulg. noch an [Koh 6] an. 12 Was braucht der Mensch nach Dingen zu forschen, die für ihn zu hoch sind, da er nicht weiß, was ihm frommt in seinem Leben für die wenigen Tage seiner Wanderschaft, in der Zeit, welche wie ein Schatten vorübergeht? Oder wer kann ihm Kunde geben von dem, Grund, warum der Mensch nicht weiß, was ihm frommt, sondern gern annehmen muss, was Gott bestimmt. Wollte er sich nach seiner eigenen Klugheit leiten, so müsste er wissen, was bleibende Frucht aus seiner Arbeit gewährt und wer sein Erbe sein wird. [Koh 2,19.21] - was nach ihm Nicht erst nach dem Tode. - unter der Sonne sein wird? Vergl. [Roem 12,3.16]. Nachdem der Prediger 4,17 – 6,6 für einzelne Fehler, die er von [Koh 3,16] ab getadelt, Heilmittel geboten, stellt er hier eine allgemeine Lebensregel auf: Gottes Vorsehung und Vorherbestimmung weist alle zurück, die allzu weise sein wollen und die murren, weil er sie nicht wie andere reich, vornehm, gesund usw. geschaffen hat. -
Zitiert in 2
- V. 2 Summa (EN)(II-II 119.3)
- V. 7 Summa (EN)(II-II 148.5)