Jesus Sirach 11
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Wahres Lob verschafft einzig die Furcht Gottes. (V. 11) Man muss Maß halten und auf Gott vertrauen. (V. 30) Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen. [JSir 12,19]
1 Die Weisheit hebt das Haupt des Demütigen empor und bereitet ihm einen Sitz mitten unter den Fürsten. Beispiele hierfür sind Joseph in Ägypten und Daniel. - 2 Lobe keinen Menschen seiner Schönheit wegen und verachte Niemanden wegen seiner Gestalt. Das rechte Maß der Schätzung ist die Weisheit. - 3 Die Biene ist zwar das kleinste unter den geflügelten Tieren, doch ihr Erzeugnis hat den Vorzug unter den Süßigkeiten. 4 Sei nie stolz auf deine Kleidung und am Tage, wo du geehrt wirst, überhebe dich nicht; denn die Werke des Allerhöchsten sind wunderbar, ja herrlich und verborgen, und unerforschlich sind seine Werke. Eine dem Anscheine nach kleine Ursache kann große Wirkungen haben. - 5 Viele Gewaltherrscher saßen auf ihrem Throne, aber einer, von dem man es nicht vermutete, trug die Krone davon. Gott sendet oft einen jähen Wechsel des Schicksales und lässt alles eitle Rühmen in Finsternis versinken. Wer begreift zudem Gottes Wege? Anders im Hebr. - 6 Viele Gewaltige wurden gar sehr niedergebeugt und Angesehene wurden in anderer Hände überliefert. Vergl. [Job 12,18]. - 7 Ehe du untersucht hast, Stolze tadeln leicht. - tadle niemanden, und hast du untersucht, so strafe gerecht. Gerecht: Zusatz der Vulgata. - 8 Ehe du gehört hast, antworte kein Wort Zuerst vernimm alles und erwäge es. - und unterbrich niemanden inmitten seiner Rede. 9 Um etwas, was dich nichts angeht, streite nicht und sitze nicht zu Gerichte mit Sündern. Die das Recht verkehren. - 10 Sohn! Sei nicht vielgeschäftig; wenn du dich mit vielem abgibst, wirst du nicht von Schuld frei bleiben; denn wenn du jenen Dingen auch nachstrebst, wirst du sie doch nicht erlangen, Nicht jedes einzelne zu glücklichem Ausgange führen. - und wenn du fliehst, Dich den unüberlegterweise angenommenen Geschäften zu entziehen suchst. - doch nicht entrinnen. Nicht ohne Schuld und Schaden bleiben. - 11 Mancher Gottlose Griech.: Mancher arbeitet mühsam und mit Hast. - arbeitet, Aller Erfolg hängt von Gott ab. - ist unermüdlich und lässt sich's sauer werden; aber wird nur umso weniger reich. 12 Ein anderer ist schwach, Hebr.: arm, elend. - der Hilfe bedürftig, arm an Vermögen und reich an Armut; 13 doch das Auge Gottes schaut gütig auf ihn herab Gottes Segen ergänzt alles Fehlende. - und er richtet ihn auf aus seiner Niedrigkeit und erhöht sein Haupt, Erhebt ihn hoch. - so dass viele über ihn staunen und Zusatz der Vulgata. - Gott preisen. 14 Glück und Unglück, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen von Gott. Stehen unter der Leitung seines Willens. - 15 Weisheit, Zucht und Kenntnis des Gesetzes stehen bei Gott, Liebe und Weg Was ihnen zum Guten hilft. Hebr.: Sünde und rechter Weg. Die Sünde ist insofern von Gott, als er sie zulässt, obwohl er sie verhindern könnte, wenn er wollte. - der Guten stehen bei ihm. 16 Irrtum und Finsternis sind mit den Sündern erschaffen Haften ihnen unlöslich an infolge der Sünde. - und wer am Bösen seine Lust hat, wird darin alt. Griech.: mit denen wird das Böse alt. - 17 Was Gott gibt, bleibt den Gerechten, Wenn sie es nur nicht selbst von sich werfen. Ja, Gott gewährt selbst neue Wohltaten. - und was von ihm ausgeht, hat Fortgang in Ewigkeit. 18 Mancher Gegensatz zu V. 17: bleibt. - wird durch Sparen Art, wie er reich wird. Hebr.: Aus einem Armen reich. - reich und dies wird ihm als Lohn zuteil, Er hat keinen anderen Nutzen davon als die trügerische Hoffnung. - 19 dass er sagt: Nun habe ich Ruhe gefunden und nun will ich allein meine Güter genießen. 20 Und er weiß nicht, dass die Zeit vergeht, der Tod herankommt und er alles anderen zurücklassen Ohne es selbst zu genießen. Vergl. [Lk 12,19]. - und sterben muss. 21 Stehe fest in deinem Bunde, Mit Gott. [2Mos 19,5] - bleibe dabei und werde alt bei dem Tun dessen, was dir auferlegt ist. 22 Halte dich nicht an die Werke der Sünder, Wenn du auch siehst, dass es den Bösen gut geht, vertraue dennoch auf Gott. - sondern vertraue auf Gott und bleibe an deiner Stelle. Der V. 21 beschriebenen. Dazu muss dich Gottes Macht und freigiebiges Wohlwollen bewegen. - 23 Denn es ist leicht Macht Gottes. - in den Augen Gottes, einen Armen plötzlich reich zu machen. 24 Gottes Segen kommt schnell herbei, den Gerechten zu belohnen, und sein Erscheinen bringt in kurzer Zeit Frucht. Freigebige Güte Gottes. - 25 Sprich nicht: Von dieser Weisung weicht der verzagende Arme (V. 25) und der sich überhebende Reiche (V. 26) ab. - Was habe ich nötig? Wozu bin ich noch nutz in der Welt? - und welches Glück wird mir von nun an noch zuteil werden? 26 Sprich nicht: Ich bin mir selbst genug Griech.: Ich habe genug. - und was kann mir fortan noch Übles widerfahren? 27 Zur Zeit des Glückes vergiss des Unglückes nicht und zur Zeit des Unglückes vergiss des Glückes nicht, Verzage nicht. - 28 denn Gott ist es ein Leichtes, einem jeden am Tage des Todes nach seinem Wandel zu vergelten. Mit dem Tage des Todes wird Gott beginnen zu ergänzen, was in diesem Leben seiner Gerechtigkeit abzugehen schien. V. 28 fehlt im Hebr. - 29 Das Unglück einer Stunde Ein kurzes Unglück. - lässt reichliches Wohlleben vergessen und beim Ende des Menschen werden seine Taten offenbar. 30 Vor dem Tode lobe keinen Menschen, Denn vorher ist alles unsicher. (V. 29) Nicht wegen seines Glückes, denn dieses ist unbeständig; nicht wegen seiner Frömmigkeit und Tugend, denn du weißt nicht, ob er beharrt. - denn aus seinen Söhnen wird ein Mann erkannt. An der Erziehung und dem Beispiel, die er ihnen gegeben. Es folgen verschiedene Klugheitsvorschriften. - 31 Führe nicht jedermann in dein Haus ein, In deinen vertrauten Umgang. - denn vielfältig sind die Ränke des Betrügers. 32 Wie aus einem kranken Magen widriger Geruch kommt und das Rebhuhn in den Käfig und die Gemse in die Schlinge gelockt wird, so ist auch das Herz des Stolzen Und bereitet Nachstellungen. - und wie ein Auflaurer, der auf den Sturz seines Nächsten schaut. Griech.: einfacher: Nicht jeden Menschen lass zu in dein Haus, denn vielerlei sind die Listen des Betrügers. Ein Jagdrebhuhn im Käfig (ein abgerichtetes Rebhuhn, das seine wilden Genossen anlockt, dass dieselben gefangen werden können) – so ist des Übermütigen Herz, und wie der Auflauerer sinnt er auf Verderben. - 33 Denn das Gute trachtet er hinterlistig in Böses zu verkehren und selbst dem Vortrefflichsten hängt er einen Flecken an. Einen solchen muss man fliehen, wie das folgende Gleichnis zeigt. - 34 Aus einem einzigen Funken entsteht ein großes Feuer; so Griech.: So lauert ein hinterlistiger Mensch auf Blut. - wird durch einen Arglistigen großes Blutvergießen angerichtet, denn ein sündhafter Mensch lauert auf Blut. 35 Hüte dich vor einem Bösewichte, denn er schmiedet Böses, dass er nicht etwa auf ewig Schimpf über dich bringe. 36 Nimmst du einen Fremden Dessen Charakter du nicht kennst. in dein Haus auf, so wird er dich in Unruhe stürzen und dich um dein Eigentum bringen.
Zitiert in 10
- V. 2 Summa (EN)(II-II 115.1)
- V. 10 Gaudete Et Exsultate(§126)
- V. 14 CCC(¶304)Summa (EN)(II-II 145.1
II-II 145.3) - V. 23 Summa (EN)(I-II 112.2
II-II 14.4 III 52.4) - V. 29 Summa (EN)(I-II 37.1)
- V. 30 Summa (EN)(II-II 115.1)