Jesus Sirach 12

Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen.

Willst du Wohltaten erzeigen, so siehe zu, wem du sie erweisest; Wer derselben bedarf und zugleich würdig ist. - dann wirst du für deine Wohltaten vielen Dank ernten. Tue dem Gerechten wohl, so wirst du reiche Das Adjektiv ist erklärender Zusatz der Vulgata. - Vergeltung finden; wenn nicht von ihm selbst, Weil er es nicht vermag oder zuvor stirbt. - so doch von dem Herrn. Demjenigen ist nicht wohl zu tun, der im Bösen beharrlich ist, Jene missbrauchen die Wohltaten. - noch dem, der kein Almosen gibt; Wer selbst anderen Hilfe weigert, ist seinerseits solcher unwürdig. - denn Fehlt im Griech. - auch der Allerhöchste hasst die Sünder und erbarmt sich der Bußfertigen. Gib dem Barmherzigen und nimm dich des Sünders nicht an. Gott Dieser Versteil ist Zusatz der Vulgata. - wird ebenso den Gottlosen wie den Sündern mit Strafe vergelten, indem er sie für den Tag der Strafe aufbewahrt. Gib dem Guten und nimm dich des Sünders nicht an. Wiederholung aus V. 2, V. 4. - Tue dem Elenden Gutes und gib dem Gottlosen nichts; lass ihm kein Brot geben, damit er nicht hierdurch Übermacht über dich erlange. Denn zweifaches Böses wirst du für alles Gute erfahren, das du ihm erwiesen, Du verlierst deine Wohltat und erntest Böses für Gutes. - hasst ja auch der Allerhöchste die Sünder Wen Gott hasst, den darf der Fromme nicht zur Wohltat vertrauten Umganges zulassen. - und wird den Gottlosen mit Strafe vergelten. Nicht Es folgen Weisungen, wie man Freunde und Feinde erkennt. - im Glücke wird ein Freund erkannt und im Unglücke bleibt der Feind nicht verborgen. Ein Beispiel hierfür [2Sam 16,5]. - Geht es einem Manne wohl, so sind seine Feinde in Trauer; Aus Neid. - aber geht es ihm übel, so wird der Freund erkannt. Hebr.: Ist jemand glücklich, so ist auch sein Feind Freund, im Unglück weicht auch der Freund von ihm. - Traue deinem Feinde nimmermehr; denn wie das Erz rostet, so ist auch seine Bosheit; Wie das Eisen seiner Natur nach immer wieder Rost ansetzt, so kehrt Feindschaft, auch wenn sie aufgegeben war, leicht wieder. Oder besser: Wie der Rost das Eisen verdeckt, so versteckt die Feindschaft sich unter Heuchelei. - auch wenn er sich demütigt und gebeugt einhergeht, sei vorsichtig und hüte dich vor ihm. Vergl. [Spr 26,25]. Hier folgt im Griech.: Sei gegen ihn wie wenn einer den Spiegel abwischt, so wirst du sehen, dass er nicht für immer gerostet ist. (Du wirst ihm die Larve herabreißen.) Die Spiegel der Alten waren von Metall, das der Rost bedecken konnte. Im Hebr. ist der Sinn: durchforsche sein Herz, so wird er dir nicht schaden können und du wirst das Ziel seines Hasses erkennen. - Lass ihn nicht neben dir stehen noch Zusatz der Vulgata. - zu deiner Rechten sitzen, damit er sich nicht etwa nach deinem Platze wende und nach deinem Sitze trachte und du zuletzt, wenn du meine Warnung wahr erfunden, dich mit Schmerz an meine Worte erinnerst. Des Mitleids unwürdig. Denn wer sich selbst einer Gefahr aussetzt, die er sieht, ist nicht zu bemitleiden, kommt er in derselben zu Schaden. - Wer wird mit einem Beschwörer Mitleid haben, wenn die Schlange ihn beißt, oder mit jenen allen, die sich wilden Tieren nahen? So auch niemand mit dem, der mit einem schlechten Menschen Umgang hat und in dessen Sünden verstrickt ist. Hebr.: und er wird nicht vorübergehen, bis Feuer in ihm entzündet wird. - Eine kleine Weile wird er zwar bei dir bleiben; aber wenn du zu Falle kommst, harrt er nicht aus. Hat auch der Feind süße Worte auf seinen Lippen, so sinnt er doch in seinem Herzen darauf, dich in die Grube zu stürzen. Mit seinen Augen weint der Feind Tränen; aber wenn er den rechten Zeitpunkt gefunden, Wird er nicht nur kein Mitleid haben, sondern selbst nicht einmal satt sein, wenn er dein Blut vergossen. - kann er nicht satt werden an Blut; und wenn dich Unglück trifft, so wirst du ihn zuerst um dich Gleichsam vor dir, anscheinend um sein Mitleid kundzutun und dir zu helfen. - finden. Tränen hat der Feind in seinen Augen Unpassende Wiederholung in der Vulg. aus V. 16. In den besseren Handschriften der Vulgata fehlt dieselbe. - und, als ob er dir helfen wollte, stellt er dir ein Bein. Dich noch tiefer ins Unglück zu bringen. - Dann schüttelt er sein Haupt Höhnend. - und klatscht in die Hände Vor Freude. - und flüstert allerlei Verwünschungen und Beschimpfungen. - und verändert sein Gesicht. Vorher hat er geweint, jetzt jauchzt er; vorher hat er Freundschaft vorgegeben, jetzt offenbart er sich als Feind.

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