Jesus Sirach 13

Belehrung über das Zusammenleben mit den Menschen. (V. 29) Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. [JSir 14,20]

Wer Pech anrührt, besudelt sich damit und wer mit einem Hochmütigen Umgang hat, wird auch hochmütig werden. Im Hebr. fehlt das Bild des Vergleiches. - Eine Last bürdet sich auf, wer mit einem Angeseheneren als er ist Gemeinschaft macht, Griech.: Eine Last, die zu schwer für dich ist, lade dir nicht auf und mit einem (stärkeren und) reicheren als du gehe nicht um. - auch geselle dich nicht zu einem Reicheren als du bist. Doppelübersetzung. - Wie passt der Topf zum Kessel? Denn stoßen sie aneinander, so wird jener zerbrechen. Ein Reicher tut Unrecht und trotzt, Tut, als ob er Unrecht erlitten hätte. - ein Armer leidet Unrecht und muss schweigen. Machst du jenem Geschenke, so gebraucht er dich; hast du nichts, so lässt er dich im Stiche. Der vorher aus dir Nutzen gezogen. - Wenn du etwas hast, wird er mit dir leben und dich aussaugen, ohne Mitleid mit dir. Bedarf er deiner, so wird er listig dir nahen. Zulächelnd wird er dir Hoffnung machen und wird dir gute Worte geben und sagen: Was hast du nötig? Ich werde dir alsbald helfen. - Er wird dich durch seine Gastgelage beschämen, bis er dich zwei- oder dreimal ausgeleert hat, Durch Anleihen oder durch Forderung gleicher Bewirtung. - und zuletzt wird er deiner spotten. Wenn er dich darnach sieht, Wie du nun von allem entblößt bist. - wird er dich stehen lassen und den Kopf über dich schütteln. Dich noch verhöhnen. - Demütige dich vor Gott und hoffe auf seine hilfreiche Hand. Hüte dich, dass du nicht zur Torheit verführt und gedemütigt werdest. Sei bei deiner Weisheit nicht kleinmütig, damit du nicht niedergebeugt und zur Torheit verleitet werdest. Sei nicht töricht, indem du die Gemeinschaft der Reihen erwählst und dich ihnen allzu sehr unterwirfst und zur Torheit verführt werdest. Im Hebr. Vers 9-11: Hüte dich, sehr anmaßend zu sein und denen ähnlich, denen Wissenschaft fehlt. - Ruft dich ein Mächtiger, so halte dich fern, Folge nicht alsbald, erkläre dich unwürdig der Einladung oder des Amtes. Vergl. das Beispiel [1Sam 18,18]. - denn um so dringender wird er dich rufen. Deine Ehrfurcht gegen ihn wird ihn nicht beleidigen, sondern erfreuen. - Dränge dich nicht auf, dass du nicht zurückgewiesen werdest; stehe aber auch nicht allzu fern von ihm, Wenn du zu ihm berufen bist. - dass du nicht in Vergessenheit kommest. Hebr.: dass er dich nicht hasse. - Trachte nicht darnach, mit ihm wie mit deinesgleichen zu reden Wenn er etwa gegen dich herablassend ist. - und baue nicht auf seine vielen Worte; denn durch vieles Reden wird er dich auf die Probe stellen und dir zulächelnd deine Geheimnisse herauslocken. Sein hartes Herz wird deine Worte bewahren und weder Übeltat noch Bande gegen dich scheuen. Hüte dich und habe genau acht auf das, was du hörst, Von den Mächtigeren. - denn du wandelst am Rande deines Verderbens. Hebr.: und wandle nicht mit Gewalttätigen. - Was du aber hörst, siehe wie einen Traum an Tue, als ob du nichts hörtest, aber beobachte alles. - und sei auf deiner Hut. Dein ganzes Leben hindurch liebe Gott und rufe ihn für dein Heil an. Jedes Tier liebt seinesgleichen, Unähnliches soll sich nicht zusammenfinden, wie die Natur selbst lehrt. - so auch jeder Mensch seinen Nächsten. Jedes Geschöpf hält sich zu seinesgleichen, auch jeder Mensch gesellt sich zu seinesgleichen. Wie der Wolf nicht mit dem Lamme Gemeinschaft hat, so auch der Sünder nicht mit dem Gerechten. Wie der Wolf dem Lamme nachstellt, so sind Gerechte und Böse einander entgegengesetzt. - Welche Gemeinschaft besteht zwischen einem Heiligen Griech.: einer Hyäne. - und einem Hunde und welchen Teil nimmt der Reiche Räuberisch wie die Hyäne. - an dem Armen? Des Löwen Raub ist der wilde Esel in der Wüste, so dienen auch die Armen den Reichen zur Weide. Wie die Demut dem Stolzen ein Greuel ist, so ist der Arme dem Reichen ein Abscheu. Wie verschieden beider Los ist, wird im Folgenden gezeigt. - Wenn der Reiche wankt, wird er von seinen Freunden gestützt; fällt Schöner Gegensatz: wankt – fällt, und in den Folgen. - aber der Arme, so wird er auch von seinen Bekannten verstoßen. Verfehlt sich der Reiche, so findet er viele Verteidiger; spricht er frevelhaft, so rechtfertigen sie ihn. Wird der Arme hintergangen, Griech.: Verfehlt sich der Arme. - so wird er noch dazu gescholten; redet er auch verständig, so gibt man ihm doch nicht Gehör. Spricht ein Reicher, so schweigen alle und erheben seine Reden bis zu den Wolken. Redet ein Armer, so heißt es: Wer ist der? Dass er es wagt, zu uns zu reden. - und stößt er an, Mit einem Worte. - so bringt man ihn vollends zu Falle. Gut ist der Reichtum, Da über die Reichen zuvor viel Ungünstiges gesagt ist, könnte jemand meinen, der Reichtum selbst sei etwas Böses. Dem entgegen wird die rechte Lehre dargestellt. - wenn keine Sünde dabei das Gewissen belastet; Armut aber ist etwas sehr Schlimmes im Munde des Gottlosen. Nicht an sich. Der Fromme spricht mit Job: Gott hat es gegeben, Gott hat es genommen [Job 1,21], für den Gottesfürchtigen ist das Schlimmste die Sünde, für den Gottlosen die Not. Doch wahre Glückseligkeit besteht nicht in äußeren Gütern, sondern in der rechten Beschaffenheit des Herzens. - Das Herz verändert das Angesicht des Menschen, sei es zum Guten oder zum Bösen. Man kann eine Zeitlang vielleicht sein Aussehen verstellen, doch bald wird dieses das Herz in seiner Betrübnis oder Freude wiederspiegeln. - Das Anzeichen eines guten Herzens, ein heiteres Angesicht, wirst du schwer und mit Mühe finden. Bei einem Menschen immer und stets finden. Nicht lange währt die Ruhe des Herzens ungetrübt. Griech. hebr.: Anzeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Antlitz, aber mühsame Gedanken fordert das Aussinnen von Sprüchen.

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