Jesus Sirach 14

Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. (V. 21) Das Suchen nach der Weisheit und ihre Güter. [JSir 15,21]

Glückselig Wessen Herz ist stets heiter? [JSir 13,31] Antwort. - der Mann, der sich in keinem Worte aus seinem Munde verfehlt und der nicht von Reue über eine Sünde gequält wird. Wohl dem, dem sein Herz keine traurigen Vorwürfe macht und der die Hoffnung Auf Gott. - nicht sinken lässt. Einem geldgierigen und kargen Manne Wem nützt der Reichtum nichts? Und warum nicht? - nützt Reichtum nichts, und wozu soll dem Missgünstigen Gold dienen? Er gebraucht es weder für sich noch für andere. - Wer sich selbst Unrecht tut und abdarbt, sammelt für andere, und ein Fremder wird seine Güter verprassen. Wer gegen sich selbst böse ist, Dass er sich aus Habsucht selbst das Notwendige nicht gönnt. - gegen wen wird ein solcher gut sein? Er wird seines Besitzes nimmer froh werden. Da er ihn nicht mit Dank gegen Gott genießt. - Keiner ist schlimmer als wer sich selbst nichts gönnt, Das erste Gebot der Natur ist, dass man sich selbst liebt und glücklich sein will. - und das ist der Lohn für seine Bosheit. Dass er sich selbst alles versagt. - Tut er auch etwas Gutes, so tut er es ohne Absicht und nicht mit Willen und zuletzt macht er seine Schlechtigkeit offenbar. Das Auge des Neidischen ist boshaft, er wendet sein Angesicht ab Von denen, die sein Mitleid anrufen und seiner Hilfe bedürfen. - und missachtet seine eigene Seele. Weniger passend. Besser griech.: und Seelen missachtet. Nicht zufrieden, nicht zu helfen, weist er sie mit Verachtung zurück. V. 7, V. 8 fehlen im Hebr. - Das Auge des Habsüchtigen gibt sich nie zufrieden mit einem Teile des Unrechts; Nicht zufrieden damit nur einen Teil ungerecht zu beziehen und ungerecht zu erwerben. - es wird nicht satt, bis es seine Seele austrocknet und verzehrt. Alles menschlichen Gefühles und aller Empfänglichkeit für das Gute beraubt. - Ein böses Auge sieht nur auf Böses, es wird nicht vom Brote satt, Griech.: Ein böses (neidisches) Auge (schaut) neidisch auf das Brot und leidet Mangel am eigenen Tische. - sondern darbt und sitzt trauernd am eigenen Tische. Anstatt mit Danksagung gegen Gott dessen Gaben freudig zu genießen, versagt er sich dieselben, sich selbst dadurch betrübend. - Mein Sohn! wenn du es hast, tue dir Gutes und bringe Gott nach Gebühr Opfer dar. Genieße Gottes Gaben zur Erhaltung und Verschönerung des Lebens und sage Gott Dank durch freiwillige Gaben über die strenge Pflicht hinaus. - Gedenke, dass der Tod nicht säumt Die Lebenszeit ist kurz und unsicher. - und dass dir der Ratschluss der Unterwelt offenbart ist, denn das Gesetz dieser Welt ist: Man muss sterben. Besser griech. (in V. 18): Das Gesetz gilt von Anfang an: du wirst des Todes sterben. - Vor dem Tode tue deinem Freunde wohl und nach deinem Vermögen reiche dar und gib dem Armen. Diesen letzten Versteil setzt nur die Vulgata bei. - Entziehe dir keinen guten Tag Beraube dich nicht der Freude der Festtage. - und lass dir keinen Teil guter Gabe Nach dem Griech.: dessen, was du ehrbarerweise begehren kannst. - entgehen. Wirst du nicht den Ertrag deiner Mühen und Arbeiten anderen zurücklassen zur Verteilung durch das Los? Gib und nimm Gib anderen und nimm dir Gutes an. - und tue recht für deine Seele. Bewahre deine Seele gut und recht bei dem Genuss des Guten. - Vor deinem Tode übe Gerechtigkeit, Zusatz der Vulgata. - denn im Grabe gibt es keine Speise. Irdische Güter, welche Freude bringen. Vergl. [JSir 9,10]. - Alles Fleisch veraltet wie Gras Griech.: wie ein Kleid. - und wie ein frischsprossendes Blatt an einem grünen Baume. Die einen kommen hervor, die anderen fallen ab, so ist das Geschlecht von Fleisch und Blut: das eine stirbt, das andere wird geboren. Alle vergänglichen Werke vergehen endlich und wer solche betreibt, geht mit ihnen dahin. Alle auserlesenen Werke aber werden gerechtfertigt und wer sie verrichtet, findet durch dieselben Ehre. Zusatz der Vulgata. - Glückselig der Mann, der in der Weisheit beharrt und der seine Gerechtigkeit erwägt und Zusatz der Vulgata. - in seinem Herzen über Gottes Vorsehung nachsinnt; der ihre Wege in seinem Herzen bedenkt, Die Weisheit Gottes in seinen Werken und Geboten zu erkennen sucht. ihre Geheimnisse erforscht, ihr nachgeht wie ein Späher und auf ihren Wegen bleibt; der durch ihre Fenster hineinblickt und an ihren Türen lauscht; der nahe bei ihrem Hause wohnt und den Zeltpfahl bei ihren Wänden einschlägt, um seine Wohnung an ihrer Seite aufzurichten. Auf ewig wird in seinem Hause das Glück wohnen. Er stellt seine Kinder unter ihren Schutz und lagert unter ihren Zweigen. Unter ihrem Schirme ist er geschützt vor Hitze und findet Ruhe in ihrer Herrlichkeit.

Zitiert in 26