Jesus Sirach 16
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Gott straft die Sünder. (V. 23) Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [JSir 18,14]
1 Freue dich nicht über gottlose Kinder, mögen ihrer auch viele sein; Kindermenge galt als besonderer Segen. [JSir 15,22] der Vulgata gehört im Hebr. und Griech. Bereits zu diesem Kapitel und zu dieser Mahnung. - freue dich nicht über sie, wenn nicht die Furcht Gottes sie erfüllt. Gottlose Kinder ziehen Gottes Strafe herab und bereiten den Eltern Schmerz. - 2 Traue nicht auf ihr Leben Meine nicht, sie werden lange leben, weil sie jetzt kräftig und stark sind. - und verlass dich nicht auf ihre Arbeit; 3 denn ein Kind, das Gott fürchtet, ist besser als tausend gottlose 4 und besser ist es, kinderlos zu sterben, als gottlose Kinder zu hinterlassen. 5 Durch einen Einsichtsvollen kann das Vaterland bevölkert werden, aber der Stamm der Gottlosen stirbt aus. Vergl. [3Mos 26, 5Mos 28, 5Mos 29, 5Mos 32]. - 6 Von vielem derart war ich Augenzeuge und noch Gewaltigeres hat mein Ohr Durch Bericht anderer und die Geschichte. Einige Beispiele folgen. - vernommen. 7 Gegen die Schar der Sünder entbrennt Feuer Abiron [4Mos 16,1ff]. - und gegen ein ungläubiges Volk entflammt Zorn. [4Mos 16,35] - 8 Die Riesen der Vorzeit baten Gott nicht um Verzeihung Griech.: Nicht verzieh Gott dem alten Riesen. - für ihre Sünden, sondern vertrauten auf ihre Kraft und wurden ausgerottet. 9 Auch den Ort verschonte er nicht, an dem Lot als Fremdling weilte, und verabscheute die Einwohner wegen ihrer übermütigen Reden. Vergl. [Ez 16,49]. - 10 Er hatte kein Erbarmen mit ihnen, sondern vertilgte das ganze Volk, das sich in seinen Sünden überhob. Hebr.: Und er hatte kein Erbarmen gegen das Volk der Verfluchung – die sieben kananäischen Völker. - 11 So verfuhr er auch mit den sechshunderttausend Wanderern, die sich in der Verhärtung ihres Herzens zusammenrotteten. Und wäre auch nur einer halsstarrig gewesen, so wäre es zu verwundern, wenn er ohne Strafe geblieben wäre. 12 Denn bei ihm ist wohl Erbarmen, aber auch Zorngericht. Er lässt sich zwar erbitten, gießt aber auch seinen Zorn aus. Er ist es seiner Heiligkeit schuldig, über den Unbußfertigen gerechte Strafe zu verhängen, wie er sich gern des Bußfertigen erbarmt. - 13 So groß sein Erbarmen ist, so groß ist seine Züchtigung: er richtet den Menschen nach dessen Werken. 14 Nicht wird der Sünder mit seinem Raube entrinnen Gottes Zorn wird er nicht entrinnen noch bleibenden Nutzen haben von seiner Sünde. - und des Barmherzigen stille Hoffnung wird nicht zuschanden werden. 15 Jedes Werk der Barmherzigkeit wird einem jeden nach seinem Verdienste hinterlegt und je nachdem sein Wandel weise war, wird ihm vergolten. Bei Gott. - 16 Sage nicht: Ich werde mich vor Gott verbergen, wer wird aus der Höhe meiner gedenken? Vergl. [Job 22,14, Jer 23,23]. - 17 Unter der großen Menge werde ich nicht bemerkt werden, denn was bin ich in der so unermesslichen Schöpfung? 18 Siehe, Vergl. [Jer 23,24]. - der Himmel, ja die Himmel der Himmel, Der höchste Himmel. - des Meeres Abgrund, die ganze Erde und was darin ist, bebt vor seinem Anblicke. 19 Die Berge allzumal, die Hügel und die Grundfesten der Erden werden erschüttert und zittern, wenn Gott auf sie schaut. 20 Aber auf alles dies achtet das Herz nicht, doch Zusatz der Vulgata. Im Griech. folgt alsbald die V. 21 gesetzte Frage. - wird jedes Herz von ihm erkannt. 21 Und wer kennt seine Wege, wie den Sturmwind, Wie der Mensch den Sturmwind nicht kennt und dessen Ursprung. - den des Menschen Auge nicht sieht? 22 Denn die meisten seiner Werke sind verborgen. Wer kann die Werke seiner Gerechtigkeit verkündigen? Der Sünder denkt nicht an Gottes Gerechtigkeit und deren Erweise. - oder wer sie ertragen? Erwarten, bis sie ihn trifft. - Fern ist freilich sein Bund Mit Verheißungen und Drohungen. - von manchen, aber am Ende werden alle erforscht. 23 Wer wenig Einsicht hat, denkt nur an eitle Dinge Die in V. 21, V. 22 angegebenen. - und der Unkluge und Irrende denkt auf Torheiten. Besser wird im Hebr. erklärt, wie der Gottlose in falscher Zuversicht sich tröstet: der Vernunft Entbehrende denkt so usw. - 24 Höre auf mich, Sohn! nimm die Lehre an, die dir Erkenntnis gibt, und richte dein Herz auf meine Worte. 25 Ich will dir die rechte Griech.: auf der Waage wohl abgewogen. - Unterweisung geben und dir die Weisheit mitzuteilen suchen. Gib acht Das weiter in diesem Verse Folgende ist Zusatz der Vulgata. - in deinem Herzen auf meine Worte, so will ich mit aufrichtigem Geiste die Kräfte kundgeben, welche Gott von Anfang an in seine Werke gelegt, und getreue Einsicht mitteilen. 26 Nach Gottes Ratschluss bestehen seine Werke von Anbeginn an und von ihrer Erschaffung an sonderte er sie nach ihren Teilen und ihre vornehmsten Teile Sonne, Mond und Sterne. - nach ihren Gattungen. Besser (dass sie dauern) von Geschlecht zu Geschlecht. - 27 Er ordnete auf ewig ihre Tätigkeit, sie leiden keinen Mangel, sie ermüden nicht und lassen von ihren Verrichtungen nicht ab. 28 Eines hindert das andere in Ewigkeit nicht. Griech.: Und bis in Ewigkeit gehorchen sie seinem Worte. - 29 Sei nicht ungläubig gegen sein Wort. Diese Mahnung der Vulgata passt nicht wohl hierher. - 30 Hiernach Vergl. [1Mos 1,9-13]. - schaute Gott auf die Erde und erfüllte sie mit seinen Gütern. Mit lebenden Wesen, als deren Herrscher er den Menschen einsetzte. - 31 Alle lebenden Wesen verkünden dies auf der Oberfläche derselben Das Wort: verkünden ist in der Vulgata wohl Fehler eines Abschreibers. Griech.: Allerlei lebende Wesen bedeckten ihre Oberfläche. und zu ihr kehren sie wieder zurück.