Jesus Sirach 17

Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [JSir 18,14]

Gott schuf den Menschen aus Erde und machte ihn nach seinem Bilde. Er ließ ihn wieder zu ihr zurückkehren und rüstete ihn nach seinem Vorbilde mit Kraft aus. Griech. V. 1, V. 2 kürzer und passender: Der Herr hat den Menschen aus Erde geschaffen und lässt ihn wieder zu ihr zurückkehren. Die Vulgata fügt die Geistigkeit und Unsterblichkeit der Seele bei. - Er bestimmte Zahl und Zeit seiner Tage und gab ihm Gewalt über alles, was auf Erden ist. Die Furcht vor ihm legte er auf alle lebenden Wesen und machte ihn zum Herrscher über Tiere und Vögel. Aus ihm selbst schuf er eine Gehilfin, die ihm ähnlich war. Zusatz der Vulgata. - Er verlieh ihnen Vernunft, Und damit Willensfreiheit. - Sprache, Gesicht und Gehör und ein Herz, um zu denken, und erfüllte sie mit weiser Einsicht. Er teilte ihnen die Wissenschaft des Geistes mit, erfüllte ihr Herz mit Empfindung und zeigte ihnen, was böse und was gut ist. Er richtete sein Auge auf ihre Herzen, Gott richtet sein Auge auf den Menschen, wenn er ihn erleuchtet oder besondere Beweise seiner Vorsehung gibt. Hier also: er offenbarte ihnen die Größe seiner Werke. - um sie die Herrlichkeit seiner Werke schauen zu lassen, damit sie seinen heiligen Namen priesen, seine Wundertaten rühmten Zusatz der Vulgata. - und seine großen Werke verkündeten. Dazu verlieh er ihnen Einsicht und gab ihnen das Gesetz des Lebens Das Gesetz, nach dem sie ihr Zeitliches Leben einrichten sollten, um einst das ewige zu erlangen. - zum Erbe. Einen ewigen Bund errichtete er mit ihnen [1Mos 8,21] und [1Mos 9,7.9-17]. - und tat ihnen In das Gewissen es legend. - Recht und Gerechtigkeit kund. Ihre Augen sahen seine große Herrlichkeit Im Werke der Schöpfung. - und ihre Ohren hörten Durch das Gewissen. - seine majestätische Stimme und er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! Und er gab ihnen Vorschriften, wie ein jeder sich gegen seinen Nächsten verhalten solle. Ihr Wandel ist immer vor ihm, Er beobachtet, ob sie das Gesetz beobachten oder nicht. - nicht ist er verborgen vor seinen Augen. Über jedes Volk hat er ein Oberhaupt Einen Engel. Vergl. [5Mos 32,8] nach der Sept. und [Dan 10,13ff]. - gesetzt, aber Israel ist offenbar Gottes Anteil. Über Israel herrscht Gott selbst. Vergl. [2Mos 19,5, 5Mos 7,6, 5Mos 32,9]. Das Wort „offenbar“ ist Zusatz der Vulgata. - Alle ihre Werke sind vor Gott so offenkundig wie die Sonne Wie die Sonne uns offenbar ist. - und seine Augen sind ohne Unterlass auf ihre Wege gerichtet. Nicht ward der Bund durch ihre Missetaten aufgehoben, Gottes Bund und Verheißungen sind durch die Sünden der Menschen nicht aufgehoben. Vergl. [Roem 3,3]. Einfacher griech.: Nicht sind verborgen ihre Ungerechtigkeiten vor ihm und… - aber ihre bösen Taten sind vor Gottes Angesichte. Die Wohltätigkeit eines Menschen ist wie ein Siegelring bei ihm Der Siegelring galt bei den Orientalen als etwas überaus Kostbares. Gott sieht nicht nur die guten Werke, sondern schätzt sie auch hoch. - und die Milde Wohltätigkeit gegen den Nächsten. - eines Menschen bewährt er gleich seinem Augapfel. Ist ihm so teuer wie dieser. - Nachmals aber Nicht alsbald wird immer Lohn und Strafe zuteil. - wird er sich erheben Hebräischer Pleonasmus, vergl. [1Mos 22,3], und Hervorhebung der folgenden Handlung. - und ihnen vergelten, einem jeden auf sein Haupt, Vergl. [Joel 3,7]. - und Zusatz der Vulgata. - wird sie in das Innerste der Erde hinabstürzen. Durch vorzeitigen Tod. - Jedoch Auch die Gottlosen können, falls sie sich bekehren, auf Vergeltung etwa guter Taten hoffen. - den Bußfertigen verstattet er die Rückkehr zur Gerechtigkeit und die Kraftlosen stärkt er, dass sie ausharren, und Zusatz der Vulgata. - bestimmt ihnen die Wahrheit Das der Wahrheit und Gerechtigkeit gebührende Los. - zum Erbteil. Bekehre dich zu dem Herrn und lass ab von deinen Sünden. Bete an vor dem Angesichte des Herrn und mindere die Ärgernisse. Kehre um zu dem Herrn, wende dich vom Unrecht ab und hasse ernstlich, was verabscheuungswürdig ist. Lerne Vers 24 findet sich nur in der Vulgata. - Gottes Gerechtigkeit und Gerichte Seine gerechten Gebote und Vorschriften. - kennen und stehe fest in dem vorgesteckten Berufe Der Beobachtung der Gebote Gottes. - und Dazu wird aber weiter gefordert. - im Gebete zu Gott, dem Allerhöchsten. Gehe hin zu dem Anteile der Heiligen in der Welt, Vereinige dich mit den Frommen und folge ihrem Wandel nach. Griech.: Wer wird dem Höchster in der Unterwelt lobsingen anstatt der Lebendigen, die ihm Preis darbringen? - zu denen, welche leben und Gott preisen. Beharre nicht im Irrtume der Gottlosen, Gott, dein letztes Ziel vergessend und in Lastern lebend. - preise Gott Dem Preise gesellt sich ein dem entsprechendes Leben zu. - vor dem Tode. Für einen Toten, der dem Nichts gleich ist, Insofern er nicht mehr da ist. - ist das Lob zu Ende. Vergl. [Ps 6,6, Jes 38,18]. - Preise, da du noch lebst, lebend und gesund preise und lobe Gott Mit Worten und mit Werken. - und Zusatz der Vulgata. - rühme dich seiner Erbarmungen. Wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn und seine Versöhnlichkeit gegen die, welche sich zu ihm wenden! Freilich vermag der Mensch nicht alles, Der Mensch, seiner Natur nach gebrechlich, fällt leicht in Unvollkommenheiten. - denn des Menschen Sohn ist nicht unsterblich Sondern wird geboren, der Unsterblichkeit und ursprünglichen Gerechtigkeit dar und deshalb geneigt zur Unvollkommenheit. - und Weitere Erklärung der Vulgata. - sie haben Wohlgefallen an eitler Bosheit. So kommen sie leicht zu Falle. Diese Gründe rechtfertigen die Barmherzigkeit Gottes. Vergl. [Ps 102,13]. - Was ist heller als die Sonne? Und doch verfinstert auch sie sich. Geht abends unter. Wenn selbst das Licht der Sonne nicht stets bleibt, ist es da wunderbar, wenn der Mensch nicht stetig ist? Vergl. [Ps 102,13]. - Oder was ist ärger als was Fleisch und Blut erdacht haben? Die Verderbnis der Natur ist Ursache des Bösen. - Auch dies wird gestraft werden. Zusatz der Vulgata: Nicht Notwendigkeit zwingt den Menschen zum Bösen, sein freier Wille lässt ihn dasselbe vollbringen. - Die Heere des hohen Himmels überschaut sie, Obwohl die Sonne gleichsam über die Gestirne herrscht, leuchtet sie doch nicht immer. Wie also sollte der Mensch, Staub und Asche, nie fehlen? So vertraue er also auf Gottes Barmherzigkeit! aber die Menschen alle sind nur Erde und Staub.

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