Jesus Sirach 18

Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. (V. 14) Weisungen über die Klugheit im Handeln.

Der ewig Lebende hat alles zumal Ohne Ausnahme. - erschaffen. Gott allein wird gerecht erfunden und Zusatz der Vulgata. - bleibt unüberwindlicher König in Ewigkeit. Sein Wille bleibt unveränderlich und kann durch niemanden behindert werden. - Wer vermag alle seine Werke zu verkünden? Wer vermag seine großen Taten zu ergründen? Wer kann das Maß seiner Größe aussprechen? Oder wer vermag seine vielfältigen Gnadenerweise zu erzählen? Weil Gott mächtig, ist er barmherzig. Vergl. [Weish 11,24]. - Man kann die Großtaten Gottes weder vermindern noch vermehren Zeigen, was zu viel oder was zu wenig ist. - noch ergründen. Ist der Mensch am Ende, so fängt er erst an, und hört er auf, so fühlt er erst sein Unvermögen. Was ist der Mensch? Im Vergleich zu Gott. - wozu taugt er? Welchen Nutzen oder Schaden vermag er Gott zu bringen? Vergl. [Job 23,3, Job 35,6.7]. - was kann er Gutes oder Böses tun? Die Zahl der menschlichen Lebenstage beträgt, wenn es viel ist, hundert Jahre. Wie ein Wassertropfen im Meere sind sie zu rechnen, wie ein Sandkörnchen, so gering sind seine Jahre gegen einen Tag der Ewigkeit. Darum ist Gott langmütig gegen sie und gießt über sie sein Erbarmen aus. Reichlich aus. - Er sieht, wie vermessen und böse ihr Herz ist, er weiß, wie boshaft ihre Verkehrtheit ist. Darum Damit sie nicht ins Verderben geraten. - gewährt er ihnen reichlich Verzeihung und zeigt ihnen den rechten Weg. Des Menschen Erbarmen erstreckt sich auf seinen Nächsten, Seinesgleichen, also wenige. - Gottes Barmherzigkeit aber über alle Geschöpfe. Durch alle Zeiten. So überragt Gottes Barmherzigkeit die der Menschen in doppelter Weise. - Wer Barmherzigkeit kennt, lehrt und unterweist Griech.: Indem er rügt und züchtigt und lehrt. - wie ein Hirt seine Herde. Vergl. die Parabel vom guten Hirten. - Wer die Zucht der Erbarmung annimmt und wer eifrig ist in seinen Geboten, dessen erbarmt er sich. Mein Sohn! wenn du Gutes tust, mache keinen Vorwurf und gestatte dir bei keiner Gabe kränkende Worte. Mildert nicht der Tau die Hitze? Den Glutwind. - So ist auch ein Wort besser als eine Gabe. Richtet ein freundliches Wort den Betrübten und Bedrückten mehr auf als eine kalt gespendete Wohltat. - Ist nicht ein Wort mehr als eine Gabe? Aber beides findet sich bei einem gerechten Manne. Ein Tor macht harte Vorwürfe und die Gabe eines ruchlosen Menschen ruft Tränen hervor. Während doch die Gabe erfreuen sollte. - Erwirb dir Gerechtigkeit, ehe du vor Gericht kommst, Nur in der Vulgata. Vorwegnahme der Mahnung V. 20. - und lerne, bevor du redest. Ehe du krank wirst, brauche Heilmittel Welche die Krankheit fernhalten. - und erforsche dich selbst vor dem Gerichte, Und bereue und entferne es. Es handelt sich um das Gericht Gottes. Vergl. [1Kor 11,31]. - so wirst du vor den Augen Gottes Gnade finden. Bevor du krank wirst, demütige dich Damit dir nicht Krankheit von Gott als Strafe für die Sünde auferlegt werde, wende Gottes Zorn durch aufrichtige Demütigung ab. - und zur Zeit der Krankheit zeige deinen Wandel. Vulg.: Zeige dein gewohntes Wesen, lass dich nicht zu Ungeduld und Klagen fortreißen. Griech.: Wenn du aber gesündigt hast, zeige Bekehrung. - Lass dich nicht abhalten, allezeit zu beten und scheue dich nicht, bis zum Tode dich der Gerechtigkeit zu befleißen; Griech.: Lass dich nicht hindern, ein Gelübde rechtzeitig zu erfüllen, und verschiebe es nicht zum Tode, bis dieser dich davon befreit. Vergl. [2Kor 4,17]. - denn Gottes Belohnung währt ewig. Ehe du betest, bereite deine Seele vor Entferne die Zerstreuungen und erwäge, um was du bitten willst. Griech.: Ehe du etwas gelobst, prüfe dich selbst. - und sei nicht wie ein Mensch, der Gott versucht. Vielmehr Gottes Zorn herausfordert. - Denke an den Zorn am Tage der Vollendung und an die Zeit der Vergeltung, wenn er sein Angesicht von dir abwendet. Und straft. Lateinisch zu lesen: conversione. - Denke an die Entbehrung zur Zeit des Überflusses und an Armut und Mangel Die dich treffen können wie andere. - in den Tagen des Reichtums. Vom Morgen bis zum Abend In kurzem Zwischenraume. - ändert sich die Zeit und alles ändert sich schnell vor Gottes Augen. Wenn Gott es will. - Ein weiser Mensch ist in allem vorsichtig und hütet sich, wenn er gefehlt hat, vor Trägheit. Im Dienste Gottes. - Jeder Verständige weiß die Vorstehend vorgelegte. - Weisheit zu schätzen und spendet dem Lob, der sie gefunden. Wer verständig ist im Reden, Wer die dargelegten Spruchreden zu Herzen nimmt. - handelt auch weise, erkennt Weitere Erklärung der Vulgata. - Wahrheit und Gerechtigkeit und lässt weise Sprüche und Grundsätze ausströmen. Gehe deinen Begierden nicht nach und wende dich von deinem eigenen Willen Statt voluntate ist zu lesen voluptate: Gelüsten. - ab. Wenn du deiner Seele ihre Begierden gestattest, so wird sie dich zum Gespött deiner Feinde machen. Ergötze dich nicht weder in großen noch in kleinen Zusammenkünften, Griech. hebr.: Ergötze dich nicht an vielem Schwelgen und lass dich nicht binden an ihre (der Schwelger) Gesellschaft. - denn stets sündigt man dabei. Werde nicht mittellos, indem du auf Wucher borgst, Um anderen gleichzukommen. Griech.: Mache dich nicht arm, indem du Schmäuse gibst für geliehenes Geld und hast nichts in deinem eigenen Beutel. - so dass du nichts im Beutel hast; denn du wirst des Lebens überdrüssig werden. Es wird so scheinen, als gönntest du dir selbst kein ruhiges Leben.

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