Jesus Sirach 2

1. Weisungen über die Übung der Weisheit. (Kap. 2,1 – Kap. 43,37) Mahnungen für die Zeit der Versuchung. (V. 6) Mahnung zum Gottvertrauen. (V. 13) Verschiedenes Schicksal der auf bösen Wegen Wandelnden und der Gottvertrauenden.

Sohn, Nur in der Vulgata war diese Anrede bereits [JSir 1,33] gebraucht; hier kommt sie zum ersten Male im Griech. vor. Hiernach ist [JSir 1] eine Art Einleitung, eine Mahnung, auf die folgenden Weisungen zu hören. - willst du dich dem Dienste Gottes ergeben, Das erste, was der, welcher sich Gottes Dienste weiht, empfindet, ist eine gewisse Schwierigkeit, die aus verschiedenen Gründen hervorgeht. - so stehe fest in Gerechtigkeit und Furcht Das zweite Substantiv ist Zusatz der Vulgata. - und mache dich auf Anfechtung gefasst. Gott dienen ist seine Gebote beobachten, hiergegen aber lehnen sich die Begierden und Leidenschaften auf, mit denen Gottes Getreue kämpfen sollen. - Sei von Herzen demütig Sinn des Griech.: Richte dein Herz (mache es recht) und harre aus. Vulg.: unterwirf dich Gott in Demut. - und standhaft, neige dein Ohr und nimm die Worte der Erkenntnis an Worte über die Nützlichkeit des Leidens und Gottes gnädige Ratschlüsse. – Dieser Teil fehlt im Griech. - und übereile dich nicht In Ungeduld. - zur Zeit der Trübsal. Trage, was Gott dir auferlegt; Harre auf Gottes Hilfe. - bleibe mit Gott vereint und harre aus, damit dein Leben zuletzt noch zunehme. In Glück und Frieden. Vergl. [Ps 90,16]. - Alles, was über dich verhängt wird, nimm an; In der V. 3b ausgesprochenen Hoffnung. - harre aus im Schmerze und habe Geduld bei deiner Demütigung; In deiner Heimsuchung. - denn Gold und Silber wird durch Feuer bewährt, die aber Gott angenehm sind, im Feuerofen der Demütigung. Wie das Gold durch das Feuer sich als echt bewährt, so zeigen die Trübsale, was jemand ist, ob seine Tugend standhaft oder nur Schein ist. - Vertraue auf Gott, so wird er sich deiner annehmen; gehe den rechten Weg und hoffe auf ihn; halte fest an seiner Furcht und werde in ihr alt. Das letzte Glied fehlt im Griech. - Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, harret auf sein Erbarmen und weichet nicht von ihm, dass ihr nicht zu Falle kommet. Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, vertrauet auf ihn, so wird euer Lohn nicht verloren gehen. Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, hoffet auf ihn, so wird euch sein Erbarmen Freude bringen. Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, liebet ihn, so werden eure Herzen erleuchtet werden. Dieser Vers fehlt im Griech, und ist von jemanden beigefügt, damit die dritte göttliche Tugend nicht ungenannt blieb. Erst in V. 18 ist von der Liebe die Rede. Es folgen nunmehr die Gründe, warum auf Gott alle Hoffnung zu setzen ist. - Schauet, Kinder, auf alle Geschlechter der Menschen hin und wisset, dass noch keiner, der auf den Herrn vertraute, zuschanden ward. Denn wer blieb seinen Geboten treu und wäre von ihm verlassen worden? Oder wer hat ihn angerufen und wäre von ihm missachtet worden? Gütig und barmherzig ist ja Gott und vergibt die Sünden am Tage der Bedrängnis und ist der Schützer aller, die ihn in Wahrheit suchen. Grund, warum man sicher hoffen darf. - Wehe dem, der geteilten Herzens ist, Griech. Syr.: denen, die furchtsam sind, die nicht auf Gott vertrauen und sich deshalb durch Schwierigkeiten leicht vom rechten Wege abschrecken lassen. Dasselbe ist in der Vulg. Ein geteiltes Herz: die Gott nicht mit ganzem Herzen anhängen. - dessen Lippen lasterhaft und dessen Hände Böses tun, sowie dem Sünder, der auf geteiltem Wege wandelt! Bald auf Gott vertrauend, bald ihm misstrauend. - Wehe den verzagten Menschen, die Gott nicht fest anhängen. - Herzen, die auf Gott nicht vertrauen und darum auch nicht von ihm beschirmt werden! Wehe denen, welche die Geduld verlieren und Zur Erklärung beigefügter Zusatz der Vulgata. - welche die rechten Wege verlassen und auf böse Wege abbeugen! Was werden sie tun, wenn der Herr zu untersuchen Und zu richten. - beginnt? Die den Herrn fürchten, sind seinen Worten nicht ungehorsam; und die ihn lieben, halten seine Wege inne. Die den Herrn fürchten, streben dem nach, was ihm wohlgefällig ist; und die ihn lieben, werden von seinem Gesetze erfüllt. Erfüllen sein Gesetz voll und ganz. - Die den Herrn fürchten, halten ihre Herzen bereit Gott zu dienen und Trübsale standhaft zu ertragen. - und heiligen ihre Seelen vor seinem Angesichte. Indem sie Gott als gegenwärtig verehrend, in Demut alles annehmen, was er ihnen zusendet. Vergleiche Jobs Beispiel [Job 1,21]. - Die den Herrn fürchten, beobachten seine Gebote und haben Geduld bis zu seiner Besuchung, Bis er wieder auf sie schaut und sie tröstet. - indem sie sprechen: Wenn wir nicht Buße tun, werden wir in die Hände des Herrn fallen und nicht in die Hände der Menschen. Wie seine Größe, so ist auch sein Erbarmen. Der Vordersatz: Wenn wir… fehlt im Griech. So groß Gottes furchtbare Majestät ist, ebenso groß ist seine Barmherzigkeit, welche Hoffnung weckt. So ist es also besser, Gott unterworfen zu sein als den Menschen.

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