Jesus Sirach 20

Vergleichung der Toren mit den Weisen.

Wie viel besser ist es, zur Rede zu stellen, als zu grollen, und den, der seine Fehler gesteht, nicht an der Abbitte zu hindern. Wie die Begierde eines Verschnittenen Die kein rechtmäßiges Ziel haben kann und dieses nie erreicht. - eine Jungfrau entehrt, so ist, wer Gewalt übend, ein ungerechtes Urteil fällt. Nur Leidenschaft reißt ihn hin. - Wie gut ist es, wenn du zurechtgewiesen Reue zeigst, denn so wirst du freiwillig gewollter Versündigung entgehen. Mancher schweigt und wird für weise gehalten und mancher ist verhasst, der vorschnell ist zum Reden. Mancher schweigt, weil er zum Reden keine Einsicht hat, und mancher schweigt, weil er die rechte Zeit kennt. Also auch das Schweigen kann ein Anzeichen von Weisheit oder Torheit sein. - Der Weise schweigt bis zur schicklichen Zeit, der Schwätzer aber und der Tor achten auf keine Zeit. Wer viele Worte macht, verletzt seine Seele; Griech.: wird verabscheut. Sinn der Vulgata: Macht sich verhasst oder schadet sich so selbst. - und wer sich ungerechte Gewalt Als wäre er der Lehrer aller. - anmaßt, wird gehasst. Ein sittenloser Mensch hat oft Erfolg im Bösen, aber sein Gewinn gereicht ihm zum Nachteile. Man muss nicht über alles nach dem ersten Scheine urteilen. Griech.: Es gibt Glück im Unglück für manchen, und es gibt Gewinn, der zum Verluste dient. - Es gibt Gaben, welche ohne Nutzen sind, und es gibt Gaben, welche doppelt vergolten werden. Indem der Empfangende Doppeltes dagegen gibt oder indem du doppelt so viel Nutzen hast, als du anfangs gemeint. - Mancher wird erniedrigt wegen seines hohen Ansehens Wegen eigener Überhebung oder durch den Neid anderer. Denk also an die Unbeständigkeit des Glückes. - und mancher hebt aus der Niedrigkeit sein Haupt empor. Verachte also keinen, der einen geringen Platz inne hat. - Mancher kauft vieles um einen geringen Preis, muss es dann aber siebenfach bezahlen. Was bei einer gefundenen Sache, einem Geschenke, dem reichen geschehen kann, eben dies kann sich zutreffen bei Verträgen, Käufen usw., dass, was anfangs ein Glück schien, nachher zum Unglück ausschlägt. Siebenfach: Zum Beispiel wenn ein altes Gebäude, das jemand kauft, vieler Reparaturen bedarf. Ein Kluger erwägt solche Dinge zuvor. - Der Weise macht sich durch seine Rede beliebt, Indem er mit Würde und Liebe usw. Nützliches redet. - die Gunstbezeigungen der Toren aber werden unnütz verschwendet. Ihr törichtes Rühmen beleidigt und bewirkt, dass sie zurückgewiesen werden. - Die Gabe des Toren wird dir keinen Nutzen bringen, denn seine Augen schauen nach siebenfacher Vergeltung aus. Wenig gibt er und viel tadelt er, und tut er seinen Mund auf, so speit er Feuer aus. Griech.: und er tut seinen Mund auf wie ein Ausrufer, ruft mit lauter Stimme seine Wohltaten aus. Vulg.: Mit Feuereifer verkündet er seine Wohltaten und verlangt ungestüm seinen Lohn. - Mancher leiht heute und fordert es morgen zurück, Nur um zu besitzen, ohne Rücksicht auf die Not des Nächsten. - ein solcher Mensch ist verhasst. Der Tor hat keinen Freund und kein Dank wird ihm für seine Wohltaten, Griech. syr.: Der Tor spricht: Ich habe keinen Freund und man dankt mir nicht für meine Wohltaten. Die mein Brot essen, sind schlimme Zungen. – Er glaubt, anderen ungeheure Wohltaten zu erweisen, wenn er nur das Geringste tut, und fordert großen Lohn. - denn die sein Brot essen, sind falsche Zungen. Nach seiner Meinung. - Wie oft und von wie vielen wird er verspottet! Denn sowohl was er behalten sollte, verteilt er ohne Verstand, wie auch das, was er nicht behalten sollte. Ohne Sinn und Verstand braucht er, was er hat, und was er anderen spendet, gibt er ohne zu beachten, auf welche Weise. - Der Fall einer trügerischen Zunge ist wie der Fall auf das Pflaster. Griech.: Lieber ein Fehltritt auf dem Fußboden als einen mit der Zunge. Vulg.: Ein Fall mit der Zunge ist unerwartet und schwer wie ein solcher auf dem Fußboden. - So kommt schnell der Fall über den Gottlosen. Ein ungesitteter Mensch ist wie eine eitle Erzählung, die im Munde der Zuchtlosen sich immer wieder findet. Ein Weisheitsspruch aus dem Munde des Toren wird verworfen, denn nie bringt er ihn zur rechten Zeit vor. Vergl. [Spr 26,7]. - Mancher wird durch Armut abgehalten zu sündigen, Denn also nicht der Wille zur Sünde fehlt, sondern die Möglichkeit. - ein ruhiges Leben reizt ihn dazu an. Er trägt das Fernbleiben von der Sünde nur hart und diese böse Begierde peinigt ihn um so mehr, weil er sie nicht befriedigen kann. Viel besser das Griech.: Und bei seinem ruhigen Leben (in dem er die Sünde nicht begeht) wird er keine Gewissensbisse haben. Die Armut ist also nicht ohne Nutzen. - Mancher verdirbt sich selbst aus Schamgefühl Aus falscher Scham, indem er Notwendiges nicht zu erbitten oder ungerechte Forderung nicht zurückzuweisen wagt. - und bringt sich selbst zu Schaden wegen eines Unverständigen, aus Rücksicht auf einen Menschen stürzt er sich ins Verderben. Mancher verspricht aus Besorgnis vor Schande dem Freunde etwas Was er nicht leisten kann. - und macht ihn sich so unnötigerweise zum Feinde. Da dieser glaubt, jener habe sein Versprechen nicht gehalten. Und doch wird der Freund ohne wahre Ursache und Notwendigkeit zum Feinde, denn der Versprechende konnte die Unmöglichkeit offenbaren und sich von Versprechungen hüten. - Ein böser Schandfleck am Menschen ist die Lüge, im Munde des Zuchtlosen findet sie sich beständig. Besser noch als ein beharrlicher Lügner ist ein Dieb, Der Dieb stiehlt aus Not, der Lügner redet aus Bosheit oder Unaufrichtigkeit die Unwahrheit. - beide aber erben Verderben. Bei den Menschen Schande, bei Gott Strafe. Vergl. [1Kor 6,10]. - Das Verhalten lügnerischer Menschen bringt Unehre und Schande begleitet sie unaufhörlich. Wer im Reden weise ist, bringt sich empor und ein kluger Mann gefällt den Vornehmen. Wer sein Land bebaut, macht seine Fruchthaufen hoch und Zusatz der Vulgata, wohl eine Randbemerkung, die in den Text gekommen. - wer Gerechtigkeit übt, kommt empor. Wer den Vornehmen gefallen will, wird Unrecht meiden. Durch das er missfallen könnte. - Geschenke und Gaben verblenden die Augen der Richter und halten diese zurück, als wären sie stumm, dass sie nicht strafen. Verborgene Weisheit und ein versteckter Schatz wozu sind beide nütze? Vergl. [Mt 25,26]. - Besser ist, wer seine Torheit verhehlt, Der erstere handelt hierbei wenigstens weise. - als wer seine Weisheit verbirgt. Wenn er aus Liebe oder Gerechtigkeit verpflichtet war, anderen damit Nutzen zu bringen.

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