Jesus Sirach 22

Verhalten gegen den Toren. (V. 23) Bewahrung der Freundschaft. (V. 32) Gebet zu Gott. [JSir 23,6]

Der Faule ist wie mit einem beschmutzten Steine getroffen Griech.: Einem beschmutzten Stein gleicht der Faule. Vulg.: Er ist würdig, damit geworfen zu werden. - und alle reden Griech.: zischen ihn aus. - über seine Schande. Der Faule ist wie mit Kot von Rindern getroffen Griech.: Dem Mistkot gleicht der Faule. Jeder, der ihn aufhebt, schüttelt die Hand ab. - und jeder, der ihn berührt, wischt sich die Hände ab. So flieht und verabscheut jeder Weise die Gemeinschaft mit dem Faulen. - Ein ungezogener Sohn ist des Vaters Schande, eine solche Tochter aber gereicht ihm zur Erniedrigung. Eine verständige Tochter ist ein Erbteil Vorzügliche Ausstattung. - für ihren Mann; die aber, welche Schande bereitet, Schande würdiges tut. - gereicht ihrem Vater zur Schmach. Die Freche macht ihrem Vater und ihrem Manne Schande und Zusatz der Vulgata. - steht den Gottlosen gleich; sie wird aber von beiden verachtet. Wie Musik Fröhliche Musik. - zur Trauerzeit, ist ein Reden Zur Belehrung. - zur Unzeit; Zurechtweisung aber und Belehrung ist zu jeder Zeit Weisheit. Wer einen Toren belehrt, leimt Scherben zusammen. Sie halten nicht. - Wer einem etwas erzählt, der nicht zuhört, ist dem gleich, welcher einen in tiefem Schlafe Liegenden aufweckt. Dieser lässt sich nicht gern stören und wird alsbald in denselben zurücksinken. - Wer einem Toren Weisheit mitteilt, redet mit einem Schlafenden und am Ende der Mitteilung sagt dieser: Wer ist das? Griech.: Was ist das? - Über einen Toten weine, denn sein Licht ist erloschen, und über einen Toren weine, denn ihm ist der Verstand ausgegangen. Weniger weine über einen Toten, denn er ist zur Ruhe eingegangen; aber viel schlimmer ist das Leben des Nichtswürdigen als der Tod des Toren. Die Trauer über einen Toten währt sieben Tage, Vergl. [Ju 16,29]. - aber die Trauer über einen Toren und Gottlosen, so lange sie leben. Mit einem Toren rede nicht viel und mit einem Unverständigen habe keinen Umgang. Hüte dich vor ihm, dass du keine Unannehmlichkeit von ihm habest und nicht mit seiner Sünde befleckt werdest. Weiche ihm aus, so wirst du Ruhe haben und dich nicht über seine Torheit betrüben müssen. Was ist schwerer als Blei? Und welcher andere Name gebührt ihm als Tor? Nichts ist schwerer zu ertragen als ein Tor, und will jemand das Lästigste bezeichnen, wählt er diesen Namen. - Sand und Salz und Eisenklumpen sind leichter zu tragen als ein unverständiger und törichter und gottloser Mensch. Wie das feste Spanngefüge im Grunde des Hauses nicht in Stücke zerteilt wird, Griech.: beim Erdbeben. - so steht auch ein Herz fest, das sich auf einsichtsvollen Entschluss stützt. Vergl. [Ps 111,8]. - Der Sinn des Verständigen wird zu keiner Zeit durch Furcht verdorben. Griech.: Ein Herz, gegründet auf vernünftigen Sinn, ist wie sandige Tünche auf geglätteter Mauer. - Wie ein Pfahlwerk auf einer Anhöhe und eine ohne Mörtel aufgeführte Mauer dem Winde nicht standhalten können, so leistet auch ein furchtsames Herz mit unverständiger Denkungsart dem Anfalle des Schreckens keinen Widerstand. Wie das Herz des Toren, unstet in seinen Gedanken, allezeit unbesorgt ist, so auch, wer in den Geboten Gottes allezeit treu beharrt. Vers 23 ist Zusatz der Vulgata und wohl zu lesen: Et in omni tempore non metuet qui in præceptis usw. Eine Glosse. - Wer das Auge reibt, lockt Tränen hervor; und wer das Herz verletzt, regt seine Empfindlichkeit auf. Wer einen Stein unter Vögel wirft, scheucht sie auseinander; so löst auch die Freundschaft auf, wer seinen Freund schmäht. Solltest du auch das Schwert wider deinen Freund gezogen haben, so verzage nicht, es lässt sich ja noch wieder gut machen. Hat dein Mund zu deinem Freunde betrübende Worte gesprochen, so fürchte dich nicht, denn noch ist Versöhnung möglich, wenn es nur nicht Beschimpfung, Vorwürfe, Überhebung, Offenbarung eines Geheimnisses und hinterlistige Tücke war; denn durch alle solche Dinge wird ein Freund verscheucht. Erzeige deinem Freunde in seiner Armut Treue, damit du auch bei seinem Glücke Freude habest. Indem er dich an demselben teilnehmen lässt. - Zur Zeit seiner Bedrängnis harre bei ihm aus, damit, wenn er zu Besitz kommt, du mit teilhabest. Ofendampf und Rauch kommen vor dem Feuer, so gehen auch Flüche, Schmähungen und Drohungen dem Blutvergießen voraus. Meinen Freund zu grüßen, werde ich mich nicht schämen und mich nicht vor ihm verbergen; und wenn mir durch ihn etwas Schlimmes begegnet, will ich es ertragen. Jeder, der es hört, wird sich vor ihm hüten. So wird, was er mir getan, ihn zum Schaden gereichen. Der Weise zeigt in den letzten Versen, was zu meiden und was zu tun ist dem Freunde gegenüber. O dass ich vor meinem Munde eine Wache hätte und auf meinen Lippen ein unverbrüchliches Siegel, dass ich durch dieselben nicht zu Falle komme und meine Zunge mich nicht ins Verderben stürze!

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