Jesus Sirach 24
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Lob der Weisheit. (Kap. 24)
1 Die Weisheit lobt sich selbst Im Griech. finden sich V. 3, 4, 5b, 6a, 11 nicht. Vers 3, 4 der Vulgata ist Wiederholung der ersten beiden Verse. - und findet Ehre durch Gott Sie preist sich zu Gottes Ehre. Im Griech. fehlt dieser Zusatz. - und rühmt sich inmitten seines Volkes, Des Gott geheiligten. - 2 tut in der Versammlung des Allerhöchsten ihren Mund auf und rühmt sich angesichts seiner Heerscharen 3 und wird inmitten ihres Volkes erhoben und in der vollen Versammlung der Heiligen bewundert 4 und unter der Schar der Auserwählten erhält sie Lob und wird unter den Gesegneten gesegnet, da sie spricht: Die Weisheit wird redend eingeführt wie [Spr 8,4-36]. - 5 Ich bin aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen, als die Erstgeborene vor aller Schöpfung. 5b. Zusatz der Vulgata, mit Anspielung auf das erste Wort Gottes: Es werde Licht. (V. 6a) - 6 Ich bewirkte, dass das unversiegbare Licht am Himmel aufging, Durch Gottes weise Anordnung leuchtet das Licht allezeit. - und wie ein Nebel bedeckte ich die ganze Erde. Dass aus der öden und wüsten Erde eine wohlgeordnete und geschmückte ward. - 7 Meine Wohnung war in den Höhen Im Himmel. - und mein Thron ruhte auf einer Wolkensäule. Vergl. [Job 22,14; Ps 67,35; Ps 96,2; Ps 103,3]. - 8 Den Umkreis des Himmels umwandelte ich allein, in die Tiefen des Abgrundes drang ich, wandelte auf den Fluten des Meeres 9 und auf der ganzen Erde stand ich und über alle Völker 10 und über alle Nationen übte ich die Herrschaft 11 und bezwang die Herzen aller Großen und Niedrigen; Zusatz der Vulgata: Niemand kann sich ihrer Herrschaft entziehen; sie kann erheben und erniedrigen. - und bei diesen allen sah ich mich um, wo ich eine Ruhestätte fände; in dem Erbe des Herrn will ich weilen. Niemand entbehrt jene Wohltaten, welche Gottes alle umfassende Vorsehung und Leitung spendet, aber in wessen Erbteil soll ich weilen? (Griech.) Die Antwort folgt V. 12. Gott, der Urheber der Weisheit, hat ihr einen festen Wohnsitz zugewiesen (V. 12) und ihr befohlen, in Israel ihren Sitz zu nehmen. (V. 13) – Die Beschreibung der Weisheit weist auf die zweite Person der Gottheit hin. Wenn auch das Neue Testament erst über das Verhältnis der Personen zueinander helles Licht verbreitet, so findet sich doch die erst später voll enthüllte Wahrheit bereits hier von dem Heiligen Geist angedeutet. - 12 Da gebot und sprach zu mir der Schöpfer aller Dinge und der mich geschaffen, ließ mich in meinem Zelte ruhen 13 und sprach zu mir: In Jakob sei deine Wohnung und in Israel habe dein Erbe und bei meinen Auserwählten schlage Wurzel. 14 Im Anfange und vor aller Zeit bin ich erschaffen und werde in aller Ewigkeit nicht aufhören und in der heiligen Wohnung diente ich vor ihm. 15 Und so ward mir eine feste Stätte auf Sion, in der heiligen Stadt verlieh er mir gleicherweise einen Ruheort und so herrschte ich in Jerusalem. 16 Ich schlug Wurzel bei einem geehrten Volk und im Anteile meines Gottes, der sein Des Volkes. - Erbe ist; und bei der Menge der Heiligen ist mein Aufenthalt. 17 Ich wuchs empor Was die Bäume an Schönheit und Nutzen haben, besitzt die Weisheit. Die Zeder ist der Schmuck des Libanon, hoch erhebt sie sich, ihr Holz ist fest und dauerhaft und kostbar. - wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf dem Berge Sion, Vielmehr bis zum Berge Sion, der auch ein Hermon ist. Vergl. [5Mos 4,48]. Die Zypresse ist ein hoher und vornehmer Baum, dessen Holz duftend und dauernd ist. - 18 wie eine Palme Auch die Palme ist hoch und schön. - in Kades Griech.: in Engaddi. - wuchs ich empor und wie ein Rosenstock in Jericho, 19 wie ein lieblicher Ölbaum auf den Gefilden und wie ein Ahornbaum wuchs ich auf am Wasser auf den Plätzen, Griech.: Ja, ich wuchs empor wie ein Ahornbaum. - 20 wie Zimmet Auf den Vergleich mit hohen Bäumen folgt ein solcher mit durch Geruch und angenehme Harze ausgezeichneten Sträuchern. - und wohlriechender Balsam Richtiger: Gewürzrohr. - gab ich Duft und verbreitete lieblichen Geruch wie die auserlesenste Myrrhe Die von selbst fließende. - 21 und wie Storax Zusatz der Vulgata. - und Galban Saft einer Staude. Vergl. [2Mos 30,34]. - und Onyx Decke der roten Meeresmuschel, die beim Verbrennen einen angenehmen Geruch verbreitet. - und Stakte, Tropfenweise aus Bäumen hervorfließender Wohlgeruch. - und wie Rauchwerk, das ohne Einschnitt hervorquillt, durchduftete ich meine Wohnung Der ohne Einschneiden der Bäume hervorquillt. Griech.: und wie Duft des Weihrauchs im (heiligen) Zelt. Im Griech. werden die vier Bestandteile des heiligen Weihrauchs genannt. [2Mos 30,34]. Durch die Weisheit wird das wahre Weihrauchopfer Gott dargebracht, dessen Sinnbild auf dem goldenen Weihrauchopferaltar dargebracht ward. - und Das Folgende ist Zusatz der Vulgata. - wie ungemischter Balsam war mein Wohlgeruch. 22 Wie eine Terebinthe breitete ich meine Zweige aus, Die Weisheit erstreckt ihre Wirksamkeit über viele, und wie sie selbst erhaben ist, verleiht sie anderen Schmuck und Anmut. - voll Pracht und Lieblichkeit waren meine Zweige. 23 Einem Weinstock gleich sprosste ich mit lieblichem Dufte Griech.: Lieblichkeit. - und meine Blüten trugen herrliche und reiche Frucht. 24 Ich bin die Mutter Vergl. [Weish 7,12] und [Weish 8,7]. - der schönen Liebe und der Furcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung. Der Vers fehlt im Griech. - 25 Bei mir ist alle Gnade des Wandels Andere Handschriften: des Lebens. - und der Wahrheit, bei mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. Durch mich erlangt man alle Gnade, die in einem guten Leben (Weg: weise zu handeln) und der Erkenntnis der Weisheit besteht, alles was notwendig ist zu einem glücklichen Leben und zur Tugend. - 26 Kommet her zu mir alle, die ihr meiner begehrt, und sättiget euch an meinen Früchten! 27 Denn mein Geist Griech.: Mein Andenken, wenn jemand sich meiner erinnert. - ist süßer als Honig und mein Besitz über Honig und Honigseim. Diesen begehrten die Hebräer überaus. - 28 Mein Andenken überdauert alle Geschlechter in Ewigkeit. Fehlt im Griech. - 29 Wer mich kostet, hungert noch; und wer von mir trinkt, dürstet noch. 30 Wer auf mich hört, Zwei weitere Segnungen der Weisheit. - wird nicht zuschanden, Wird nie Ursache haben sich zu schämen, denn wer der Weisheit folgt, handelt immer recht. - und wer sich um mich bemüht, wird nicht sündigen. 31 Die über mich Licht verbreiten, Die anderen die Weisheit lehren. - erhalten das ewige Leben. Der Vers fehlt im Griech. - 32 Alles dies ist das Buch des Lebens, der Bund des Allerhöchsten und die Erkenntnis der Wahrheit. Griech.: Dies alles ist das Bundesbuch Gottes, des Höchsten, das Gesetz, das Moses usw. - 33 Als Gesetz gab es Moses in den Geboten der Gerechtigkeit, als Erbteil dem Hause Jakob Die folgenden Worte bis V. 35 ausschließlich Zusatz der Vulgata. - und als Verheißungen für Israel. 34 Er verhieß seinem Diener David, aus ihm den mächtigsten König Den Messias. - zu erwecken, der auf dem Throne der Herrlichkeit sitzen soll in Ewigkeit. 35 Er Gott. Nach dem Griech.: das Gesetz. - strömt Weisheit aus wie der Phison Wie der Phison Wasser. - und wie der Tigris zur Zeit der Erstlinge, Im Frühjahr, wo er anzuschwellen pflegt. - 36 erfüllt mit Einsicht wie Reichlich wie der Euphrat. - der Euphrat und fließt reichlich wie der Jordan zur Zeit der Ernte. Zur Osterzeit (März, April). - 37 Er strömt Zucht aus wie Licht Vielmehr nach dem Syr.: wie der Nil. - und leistet Hilfe wie der Gehon Wohl derselbe Fluss wie der Nil. - zur Zeit der Weinlese. Die vier Flüsse des Paradieses werden zum Vergleiche herangezogen, Phison, Gehon, Tigris, Euphrat. - 38 Er kannte sie als der erste vollkommen und ein Schwächerer ergründet sie nicht, Griech.: Es hat der erste sie nicht ausgelernt und ebenso der letzte sie nicht ergründet. - 39 denn voller Und so weniger zu erfassen. - als das Meer ist ihr Sinn und ihr Ratschluss tiefer als der große Abgrund. 40 Ich, die Weisheit, Nach der Vulgata redet im Folgenden wieder die Weisheit, im letzten Verse wieder der Weise. Nach dem griech. Texte erklärt der Weise vielmehr selbst, was er von der Weisheit gelernt und anderen mitteilt. - goss die Ströme Der Lehre. - aus. 41 Ich bin wie ein Arm unendlicher Gewässer aus einem Strome, Vers 40 und 41a fehlen im Griech. In die Vulgata ist hier eine zweite Übersetzung eingedrungen. - ich bin wie der Kanal eines Flusses Griech.: Ich aber wie ein Kanal vom Strome (ausgeht): aus dem Fluss der Weisheit habe ich einen Kanal in den Garten geleitet. Mit anderen Worten: Aus der Fülle der Lehre der Weisheit habe ich einen Teil in diesem Buche gesammelt und lege ihn vor. - und wie eine Wasserleitung ging ich aus einem Lustgarten Griech.: In einen Lustgarten. - hervor. 42 Ich sprach: Ich will meinen Pflanzgarten bewässern Mein Buch aus der Weisheit bereichern. - und die Früchte meiner Auen tränken. 43 Und siehe, der Kanal ward mir zum Strome und der Strom mir zum Meere; Immer reichlichere Belehrung empfing ich. - 44 denn Griech.: Hinfort, nämlich im weiteren Verlaufe des Buches. - ich will meine Lehre ausstrahlen wie Morgenglanz für alle und sie kund machen bis in die Ferne. 45 Ich will alle Tiefen der Erde durchdringen und alle heimsuchen, die entschlafen sind, und alle erleuchten, die auf den Herrn vertrauen. Weitere Ausführung der Vulgata zu den letzten Worten von V. 44. Die Worte können auf das Lob der Väter 46,1 – 50,23 bezogen werden. - 46 Forthin will ich Belehrung wie Weissagung Unter der Eingebung des Geistes Gottes. - ausgießen und sie denen zurücklassen, welche die Weisheit suchen, und bei ihren Nachkommen bleiben bis in die heilige Ewigkeit. Zusatz der Vulgata. 47 Sehet, dass ich mich nicht für mich allein abmühe, sondern für alle, welche nach Wahrheit trachten.
Zitiert in 13
- Dieses Kapitel CCC(¶721)
- V. 5 Summa (EN)(I 41.3)Augustissimae Virginis Mariae(§1)
- V. 14 Summa (EN)(I 41.3)
- V. 21 Summa (EN)(III 72.2)
- V. 23 Summa (EN)(I-II 70.1)Augustissimae Virginis Mariae(§4)
- V. 27 Summa (EN)(I-II 102.3)
- V. 29 Summa (EN)(I-II 2.1
I-II 33.2 I-II 67.4) - V. 31 Summa (EN)(I 1.9)
- V. 45 Summa (EN)(III 52.2)