Jesus Sirach 27
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Verschiedene Sünden und ihre Folgen. [JSir 28,30]
1 Aus Mangel Griech.: Wegen dessen, was gleichgültig ist: den Reichtum nannten die Stoiker so. Vergl. [JSir 7,20]. - sündigen viele und wer reich zu werden sucht, wendet sein Auge Vom Rechten und Guten, von Gott. - ab. Vergl. [1Tim 6,9]. - 2 Wie zwischen den Spalten der Steine ein Pflock eingetrieben wird, so Mit gleicher Gewalt und Festigkeit. Käufer und Verkäufer suchen sich zu übervorteilen. - drängt sich zwischen Kauf und Verkauf die Sünde ein. 3 Mit dem Sünder wird die Frucht der Sünde vertilgt. Aus einer anderen Übersetzung am Rand beigefügt und später in den Text gebracht. - 4 Hältst du nicht mit Eifer fest an der Zucht des Herrn, so wird dein Haus bald den Untergang finden. Was sichert den Besitz? Wahre Frömmigkeit. Vergl. [3Mos 26, 5Mos 28]. - 5 Wie Anzeichen, an denen ein Mensch erkannt wird. (V. 5-8) - beim Rütteln eines Siebes der Staub zurückbleibt, so das Unvermögen Was immer den Menschen verlegen und ängstlich macht: Nach allem Sinnen bleibt nur Ängstlichkeit. Griech.: Unrat, Fehlerhaftes. - eines Menschen bei seinem Sinnen. 6 Die Gefäße des Töpfers bewährt der Ofen Wenn sie nicht zerspringen, sind sie gut gearbeitet. - und gerechte Menschen die Prüfung der Trübsal. Die wahrhaft Gerechten werden durch dieselbe nicht gebrochen. – Griech.: Eines Menschen Prüfung erfolgt durch seine Rede: Im Zwiegespräch offenbart sich der Charakter. - 7 Wie die Pflege Sorgsame oder nachlässige Pflege. - eines Baumes aus dessen Frucht kund wird, so So zeigt das aus den Gedanken des Herzens hervorgehende Wort den Charakter des Menschen. Griech.: so das Wort die Gedanken des menschlichen Herzens. - das Wort aus den Gedanken des Menschenherzens. 8 Lobe keinen Menschen, ehe du seine Rede gehört, Und ihn so als gerecht erfunden. - denn sie ist der Prüfstein der Menschen. 9 Wenn du der Gerechtigkeit nachstrebst, so wirst du sie erlangen und sie wie ein Ehrenkleid anlegen. Das Folgende fehlt im Griech. Der erste Teil von V. 9 wird in V. 10 weiter erklärt. - Du wirst bei ihr wohnen und sie wird dich immerdar schützen und am Tage des Gerichtes wirst du Sicherheit finden. 10 Die Vögel halten sich zu ihresgleichen, so kommt auch die Wahrheit zu denen, welche sie üben. Vergl. [Joh 3,21]. - 11 Der Löwe Wie der Löwe den anderen Tieren auflauert und unter ihnen Verwüstung anrichtet, so die Sünde. Vergl. [1Mos 4,7]. - lauert immer auf Raub, so die Sünden auf die, welche Unrecht tun. 12 Ein heiliger Mensch bleibt in der Weisheit, gleich der Sonne; Griech.: Das Gespräch eines Frommen ist allezeit Weisheit. Vulg.: Der Heilige bleibt beständig dabei, Weisheit vorzubringen, er bringt vor, was anderen Nutzen schafft, und lässt seine Meinung nicht nach der Verschiedenheit der Zeiten oder Personen im Stich, bald weise, bald töricht redend. Den Zusatz: wie die Sonne, hat der Übersetzer gemacht, um gegen den Mond ein Gegenbild zu schaffen. Der Weise ist beständig wie die Sonne. - aber der Tor ist veränderlich Auch im Reden bald lobend, bald tadelnd nach dem Ansehen anderer. - wie der Mond. 13 Im Kreise der Unverständigen spare dein Wort, bis es Zeit ist; Griech.: Um zu den Unverständigen zu gehen, nimm die Zeit wahr. - doch im Kreise der Verständigen weile gern. 14 Die Rede der Sünder Grund, warum man sich von der Gemeinschaft der Toren fernhalten soll (bis V. 16). - ist abscheulich Weil sie töricht reden. Vergl. auch [Spr 2,14]. - und ihr Lachen ertönt bei sündhafter Schwelgerei. 15 Die Rede eines, der viel schwört, Weil Gottes Name gemissbraucht wird. - macht die Haare des Hauptes sich sträuben und seine Unverschämtheit macht, dass man sich die Ohren verstopft. Griech.: und ihr Gezänk, dass man sich die Ohren verstopft. - 16 Blutvergießen entsteht aus dem Gezänke der Übermütigen und ihr Lästern ist widrig anzuhören. 17 Wer des Freundes Geheimnisse verrät, verliert das Vertrauen und findet keinen Freund mehr nach seinem Wunsche. 18 Liebe deinen Nächsten und bleibe ihm treu verbunden. Dies ist das Mittel, Freundschaft zu bewahren. - 19 Hast du aber seine Geheimnisse verraten, so wirst du ihn nicht wieder gewinnen. 20 Denn gleich einem Menschen, der seinen Freund Schreibfehler der Vulgata, vielmehr: seinen Feind. - vernichtet, so ist der, welcher die Freundschaft seines Nächsten vernichtet. Wie jemand ohne Hoffnung den Feind zum Freunde machen zu können, seinen Feind vernichtet, so hast du die Freundschaft mit deinem Nächsten durch die Offenbarung des Geheimnisses vernichtet. - 21 Und gleich dem, der einen Vogel aus seiner Hand lässt, so hast du deinen Nächsten verscherzt und wirst ihn nicht wieder fangen. 22 Folge ihm nicht nach, denn er hält sich von dir fern; er ist entflohen wie eine Gazelle aus der Schlinge, weil seine Seele verwundet ist. 23 Du wirst ihn nicht mehr verbinden können, Die Vulgata gibt den Grund an, warum man den Freund nicht zurückgewinnt: seine Wunde lässt sich nicht mehr verbinden. Griech.: denn eine Wunde lässt sich verbinden. - bei Schmähungen ist eine Wiederversöhnung möglich; 24 aber wer des Freundes Geheimnisse verrät, macht eine Seele unglücklich und verzweifelt. Griech.: dessen Hoffnung ist dahin. Die Vulgata nennt den unglücklich, der einen Freund verliert, denn ein Freund ist ein Schatz. [JSir 6,14] - 25 Wer mit den Augen winkt, Wer Freundschaft gegen jemand heuchelt, um ihm desto sicherer zu schaden. - sinnt auf Böses; doch niemand macht sich von einem solchen frei. Eben weil derselbe heuchelt. - 26 Vor deinen Augen macht er seine Rede süß und bewundert deine Worte, danach In deiner Abwesenheit. - aber verkehrt er seine Sprache Redet über dich böse (Gegensatz: macht Rede süß). - und macht, dass deine Worte anstößig erscheinen. 27 Vielerlei hasse ich, aber nichts so sehr wie einen solchen, und Ich nicht allein, sondern auch der Herr. - auch der Herr hasst ihn. Darum darf er sich nicht freuen, denn das Böse, das er anderen bereitet, fällt auf ihn zurück. - 28 Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf, und ein heimtückischer Streich schlägt dem Heimtückischen Wunden. Vergl. [Ps 7,17]. - 29 Wer eine Grube gräbt, fällt selbst in dieselbe; Vergl. [Spr 26,27]. - wer seinem Nächsten einen Stein legt, Damit er über denselben falle. - stößt selbst daran; und wer einem anderen eine Schlinge legt, geht selbst in ihr zugrunde. 30 Wer mit einem bösen Anschlage umgeht, auf den fällt derselbe zurück, ohne dass er weiß, woher es ihm zustößt. 31 Wohl treiben die Übermütigen Hohn und Spott, doch Doch mögen sie nicht wähnen, dass ihre Anschläge gelingen werden. - die Rache lauert ihnen auf wie ein Löwe. 32 In der eigenen Schlinge kommen die um, welche sich über den Fall der Gerechten freuen; und Schmerz zehrt sie auf, noch bevor sie sterben. 33 Zorn V. 33 gehört dem Sinne nach bereits zum nächsten Kapitel: Griech.: Groll und Zorn, auch das sind Greuel. und Wut sind beide verabscheuungswürdig, aber der Sünder hegt sie.
Zitiert in 4
- V. 1 Summa (EN)(II-II 186.3)
- V. 8 Summa (EN)(II-II 115.1)
- V. 16 CCC(¶2489)
- V. 17 CCC(¶2489)