Jesus Sirach 28

Verschiedene Sünden und ihre Folgen. Der Zorn und seine Folgen. (V. 14) Verleumdung und Nachrede.

Wer Rache sucht, an dem wird der Herr Rache üben und seine Sünden sicher aufbehalten. Vergib deinem Nächsten, wenn er dir Unrecht getan; so Unter dieser Bedingung. - werden auch dir, wenn du darum bittest, deine Sünden nachgelassen. Der Mensch Das schwache Geschöpf, der Sünder. - beharrt in Zorn gegen den Nächsten und sucht dennoch bei Gott Vergebung? Für einen Menschen, der doch seinesgleichen ist, hat er kein Erbarmen und fleht gleichwohl um Vergebung für seine Sünden? Die viel schwerer wiegen als die Verfehlungen des Nächsten gegen ihn, da sie gegen Gott verübt sind. - Er, der doch selbst nur Fleisch ist, beharrt im Zorne und Zusatz der Vulgata. - bittet Gott um Vergebung? Wer wird für seine Vergehungen Sühne darbringen? Er Selbst ist unwürdig, dass Gott sein Gebet für ihn selbst erhöre, und niemand will oder kann für ihn Fürbitte einlegen. Vergl. [Mt 6,15; Mt 18,32-35, Jak 2,13]. - Gedenke an das Ende Die letzten Dinge. - und lass ab von Feindschaft, denn Griech.: (denke) an Verwesung und Tod und beharre bei den Geboten. - Verwesung und Tod stehen nach seinem Gebote bevor. Dem, der nicht vergeben will. - Gedenke der Furcht Gottes und zürne wider deinen Nächsten nicht. Gedenke an den Bund des Allerhöchsten und übersieh deines Nächsten Verfehlung. Vers 8, 9 lauten im Griech.: Gedenke an die Gebote und grolle nicht dem Nächsten, an den Bund des Höchsten und sieh hinweg über die Vergehung. – Das Gebot, dem Feinde zu verzeihen, findet sich [2Mos 23,4.5, 3Mos 19,13.17.18]. Dem Bunde Gottes hat das Volk Gehorsam gelobt. [2Mos 19,5] - Halte dich ferne vom Streite, Dieser entspringt der gleichen Quelle wie Groll und Zorn. - so wirst du weniger sündigen; denn ein zornmütiger Mensch facht Streit an und ein Gottloser bringt Freunde gegeneinander auf und stiftet Feindschaft unter denen, die in Frieden leben. Indem er Freunde durch Verdächtigungen und Lügen einander entfremdet. - Je nachdem das Waldholz ist, brennt das Feuer, Das Griech. fügt noch bei: so entbrennt je nach der Stärke des Kampfes der Streit. Auch dadurch wächst der Streit, dass jemand mächtiger ist oder sich mächtiger glaubt, ebenso je reicher jemand ist. - so ist nach des Menschen Macht auch sein Grimm beschaffen und je reicher er ist, desto höher steigt sein Zorn. Ein vorschneller Streit entzündet Feuer, übereilter Zank verursacht Blutvergießen und eine Zunge, welche Zeugnis ablegt, Über eine zugefügte Unbill und zur Rache auffordert – fehlt im Griech. - führt den Tod herbei. Bläsest du einen Funken an, so flammt er zu einem Feuer auf; Bei dir also steht es, ob der Streit alsbald beigelegt werden oder entflammen soll. - speiest du aber auf denselben, so erlischt er; beides kommt aus dem Munde. Zornige Worte lassen den Hader ins unendliche wachsen, freundliche ersticken ihn, beide kommen aus dem Munde. Vergl. [Spr 18,21] und [Spr 15,1]. - Fluch dem Ohrenbläser und Doppelzüngigen; Der Ohrenbläser redet heimlich Böses, der Doppelzüngige redet anders vor dir, anders hinter deinem Rücken. - denn viele, die in Frieden leben, entzweit er. Eine dritte Zunge Die sich zwischen zwei Menschen eindrängt und Zwietracht sät. - hat schon viele gestürzt und sie von Volk zu Volk getrieben, hat feste Städte Wohlhabender zerstört und Häuser von Vornehmen zu Falle gebracht. Sie hat die Kraft der Völker gebrochen und starke Völker zerstreut. Zusatz der Vulgata. - Die dritte Zunge hat wackere Frauen vertrieben und sie des Ertrages ihrer Mühen Vergl. [Spr 31,13ff]. - beraubt. Wer auf sie merkt, wird keine Ruhe finden noch einen Freund, mit dem er in Ruhe wohnen kann. Griech. kürzer: Und kann nicht in Ruhe leben. - Der Streich der Geißel macht Striemen, aber der Schlag der Zunge zerschmettert die Gebeine. Viele sind durch die Schärfe des Schwertes gefallen, aber nicht so viele, als schon durch ihre eigene Zunge Der Zusatz: eigene, den die Vulgata macht, ist sinnwidrig. Es ist die Rede von der Nachrede seitens anderer. - ins Verderben geraten sind. Glücklich, wer vor einer bösen Zunge gesichert bleibt, wer ihre Wut nicht auszustehen hat, ihr Joch Die von ihr verursachte harte Beschwerde. - nicht tragen muss, nicht in ihren Fesseln liegt! Als ihr Gefangener. - Denn ihr Joch ist ein eisernes Joch und ihre Fesseln eherne Fesseln. Schwerer als Eisen und Erz ist nichts. - Der Tod, den sie bringt, ist ein schlimmer Tod Der Kummer, den üble Nachrede verursacht, führt zuletzt den Tod herbei, oder besser: Die üble Nachrede führt den bürgerlichen Tod herbei, beraubt der Freunde und der Ehre. - und die Unterwelt ist besser als sie. Besser ist es, in die Unterwelt hinabzusteigen, als der bösen Nachrede ausgesetzt zu sein. - Doch sie ist von keiner Dauer. Gott wird nicht zulassen, dass sie bei allen verbleibe, zu allen dringe. Vergl. [Ps 124,3]. - Sie wird über die Wege der Ungerechten herrschen, aber ihre Flamme wird die Gerechten nicht verzehren. Wenn diese Flamme auch die Gerechten angreift, wird Gott diese schützen. - Die Gott verlassen, fallen ihr Der Flamme der verkehrten Zunge. - zur Beute, sie entbrennt gegen diese und erlischt nicht. Sie Die böse Nachrede. - überfällt sie wie ein Löwe und zerreißt sie wie ein Panther. Umhege deine Ohren mit Dornen, Wie Gärten mit Dornen umzäunt werden, so bewahre dein Ohr, dass es nicht auf böse Nachrede höre. Doch außerdem sei klug im Reden. - höre nicht auf eine gottlose Zunge und versieh deinen Mund mit Tor und Riegel. Der Text der Vulg. V. 28-30 ist mit Erklärungen und Zusätzen vermehrt, der griech. Text ist gedrängter. - Schmelze Falsche Übersetzung, vielmehr: Bewahre mit aller Sorgfalt, dass es dir nicht gestohlen werde. - dein Gold und dein Silber ein und Und mit derselben Sorgfalt habe acht auf deine Worte, mach dir eine Waage und Gewichte und erwäge alle Worte sorgfältig, ehe du redest. - mache eine Waage daraus für deine Worte und rechte Zügel für deinen Mund. Hüte dich, dass du nicht durch deine Zunge strauchelst und vor den Feinden, die dir nachstellen, zu Falle kommest und dein Fall unheilbar sei zum Tode. Diese Worte fehlen in den anderen Texten.

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