Jesus Sirach 31

Der Reichtum. (V. 11) Gastmähler. [JSir 32,17]

Wachen um Reichtums willen verzehrt den Leib und Sorge um denselben verscheucht den Schlaf. Und macht so den Leib schwach. - Die Sorge um künftige Dinge verkehrt den Sinn und eine schwere Krankheit macht den Geist nüchtern. Hebr.: Die Sorge um die Nahrung vertreibt den Schlaf und schwere Krankheit vertreibt denselben. – Der griech. Text bietet nach [JSir 30,24] den Abschnitt, den die Vulgata 33,16 – 36,13 bietet, worauf im Griechischen der Text der Vulgata 30,25 – 33,16 folgen. Die Ordnung des lateinischen Textes, dem die des hebräischen zur Seite steht, entspricht allein dem Zusammenhange; der griechische Text ist durch eine Handschrift verstört, der alle Abschreiber gefolgt sind. - Ein Reicher müht sich ab und sammelt Vermögen; und wenn er ruht, erfüllt er sich mit seinen Gütern. Ein Armer müht sich ab bei geringem Unterhalt Der geringe Unterhalt ist Ziel seiner Mühen. - und wird zuletzt ein Bettler. Griech.: und wenn er ruht, wird er dürftig. Vergl. [Mt 13,12]. Ist also das Los des Reichen zu preisen? Die Antwort hierauf folgt V. 5-7: die Gier nach Gold wird leicht zu mächtig und verführt zu Ungerechtigkeit usw. - Wer das Gold liebt, bleibt nicht ohne Verschuldung und wer dem Verderben Richtiger nach dem Hebr.: Wer dem Golde nachtrachtet (dem trügerischen Reichtum dieser Erde), wird durch dasselbe in die Irre geführt. – Vergl. [Spr 28,20]. - nachstrebt, wird es in Fülle erlangen. Schon viele sind des Goldes wegen zu Falle In Verderben. - gekommen und sein Glanz ward ihr Verderben. Griech.: und ihr Verderben war vor ihnen, erreichte sie alsbald. - Ein Balken des Anstoßes ist das Gold für die, welche ihm opfern; Es gleichsam mit göttlicher Verehrung verfolgen. Vergl. [Kol 3,5]. - wehe denen, welche ihm nachstreben, Zusatz der Vulgata. - und jeder Und nur Unverständige. - Unverständige geht dadurch zugrunde. Glückselig der Reiche, Da der Reichtum Ursache so vieler Sünden und des Verderbens ist, ist der Reiche glückselig zu preisen, der mitten im Überfluss und den Anreizungen zur Sünde unbefleckt erfunden wird, da er ohne Gier nach Reichtümern lebt. - der unsträflich erfunden ward, der dem Golde nicht nachging und Zusatz der Vulgata, um zu erklären, was das ist: dem Gold nachgehen, - oder zur Bezeichnung des Lasters des Habgierigen: auf Reichtum seine Hoffnung setzen. Vergl. [1Tim 6,17]. - seine Hoffnung nicht auf Geld und Schätze setzte. Wer ist ein solcher, dass wir ihn preisen? denn Wunderbares hat er in seinem Leben getan. Dies ist bei den Menschen schwer, bei Gott möglich. Vergl. [Mt 19,26]. Hebr.: inmitten seines Volkes, inmitten solcher, die anders handeln. - Wer Im Griech. und Hebr. wird in Frageform fortgefahren. - ist darin erprobt Wer in der Versuchung zum Bösen, welche das Gold zu verursachen pflegt, bewährt erfunden ist. - und vollkommen erfunden? einem solchen wird ewiger Ruhm zuteil. Wer konnte sündigen und hat nicht gesündigt, Böses tun und hat es nicht getan? Darum bleibt sein Wohlstand gesichert durch den Herrn Durch den Herrn: Zusatz der Vulgata. - und seine Almosen Er gebraucht seinen Reichtum gut. - wird die ganze Gemeinde der Heiligen Griech.: die Gemeinde. - verkünden. Wenn du an reichem Tische sitzest, so öffne nicht als erster Nur in der Vulgata. Besser auch wegzulassen, da es keinem Tischgenossen ziemt, Gier zu zeigen. - deinen Mund danach. Nach dem Hebr. und Syr. geht die Mahnung an die Jünglinge. - Sprich nicht: Deine Gier zu entschuldigen. – Mit der Gier ist Neid verbunden, dass andere die vorgelegten Speisen verzehren. Daher V. 14: Neidisches Auge. - Es ist viel aufgesetzt. Bedenke, dass ein neidisches Auge vom Übel ist. Was ist Schlimmeres erschaffen als das Auge? Darum vergießt es Tränen über alles, was es sieht. Strecke deine Hand nicht zuerst Zuerst und: dass der Neid usw. sind Zusätze der Vulgata. Wenn ein anderer schon auf die Speise schaut und du die Hand ausstreckst, kann es leicht geschehen, dass eure Hände sich in der Schüssel stoßen, was ungehörig ist. - aus, dass der Neid dich nicht beflecke und du erröten müssest. Griech.: Dränge dich nicht zusammen mit ihm in der Schüssel. - Überlade dich nicht bei einem Gastmahle. Fehlt im Griech. - Lerne an dir selbst, was deinem Nächsten gebührt. Das Griech. und Hebr. fügt bei: und denke bei allem nach, was du tust. - Genieße wie ein mäßiger Mensch Griech.: wie ein Mensch, wie es einem Menschen geziemt. - das, was dir vorgesetzt wird, damit man dich nicht ungern sehe, wenn du zu viel issest. Griech.: und schmatze nicht, damit du nicht gehasst werdest. - Höre als erster auf, der guten Zucht wegen, und sei nicht unersättlich, damit du nicht Anstoß gebest. Wenn du im Kreise vieler zu Tische sitzest, so strecke deine Hand nicht eher aus als sie Das Folgende ist Zusatz der Vulgata. - und verlange nicht zuerst zu trinken. Wie leicht begnügt sich der Gutgesittete mit wenigem Weine! Die Beschränkung des Gebotes auf den Wein, den die Vulgata hier hat, passt nicht in den Zusammenhang. Vom Weine ist erst V. 30ff die Rede. - Dafür wirst du im Schlafe von demselben Passt nicht. Griech.: Wie gern lässt der wohlerzogene Mensch sich an wenigem genügen und leidet (demgemäß) nicht Atemnot auf seinem Lager. - nicht beschwert und keinen Schmerz empfinden. Schlaflosigkeit, Erbrechen und Leibschmerzen treffen den Unmäßigen. Eines gesunden Schlafes genießt der Mäßige, er schläft Ruhig. - bis zum Morgen und seine Seele labt sich in ihm. Griech.: ist seiner Seele (Sinne, Fähigkeiten) Herr, bald bereit, seinen Geschäften nachzugehen. - Wenn du mit Speise überlastet bist, so stehe mitten während des Essens auf und brich es aus; Besser nach dem Griech.: und du wirst Ruhe finden. - das wird dich erleichtern und du wirst deinem Körper keine Krankheit zuziehen. Höre auf mich, mein Sohn! und missachte mich nicht, Siehe meine Weisungen nicht als Kleinigkeiten an. - in der Folge wirst du meine Worte wahr finden. Durch die Erfahrung belehrt. - Sei eifrig in allem, was du tust, so wird dich keine Schwachheit überraschen. Wer mit Speisen freigebig ist, den loben viele Lippen und das Zeugnis, das man seiner Trefflichkeit gibt, ist zuverlässig. Wer aber kargt mit Speisen, über den murrt die Stadt und das Zeugnis von seiner Kargheit ist wahr. Vorschriften, was bei der Einladung anderer zu tun, was zu meiden ist. - Fordere die nicht zum Trinken auf, Nunmehr redet der Weise von dem anderen Teile des Gastmahles, dem Weine. - welche den Wein lieben; Griech.: Sei nicht ein Held im Weintrinken. - denn der Wein hat schon viele zugrunde gerichtet. Das Feuer erprobt die Härte des Eisens, so verrät der Wein, wenn er bis zur Trunkenheit genossen wird, die Herzen der Übermütigen. Griech.: Der Ofen erprobt das Eisen beim Eintauchen (in das Wasser), ob es mehr oder weniger hart ist, so der Wein die Herzen beim Streite der Übermütigen. – Wo Bosheit ist, bringt der Wein sie zu Tage. - Wird der Wein mäßig getrunken, so gibt er den Menschen ruhiges Leben; wenn du ihn mit Maß trinkst, bleibst du nüchtern. Anders das Griech., nach dem der, welcher keinen Wein hat, einen Vorteil des Lebens entbehrt. - Was ist das Leben für den, dem der Wein fehlt? Was beraubt des Lebens? Der Tod. Diesen Zusatz hat jemand in der Vulgata gemacht, um zu Vers 32 eine Steigerung beizufügen. - Der Wein ist vom Anfang an So ist es Gottes Wille gewesen bei der Schöpfung. - zur Freude geschaffen und nicht zur Berauschung. Mäßig getrunken, erfreut der Wein Herz und Gemüt. Ein mäßiger Trank ist gesund für Seele und Leib. Zusatz der Vulgata. - Der Wein verursacht, unmäßig getrunken, Streit, Zorn und viele Unfälle. Unmäßig getrunken, bringt der Wein der Seele Bitterkeit. Kühnheit und Trunkenheit sind Ursache des Anstoßes für den Toren, der Wein vermindert seine Kraft und bringt ihm Wunden bei. Griech.: Trunkenheit mehrt den Grimm des Toren bis zum Anstoß, schwächt seine Kraft und fügt ihm Wunden zu. - Beim Weingelage mache deinem Nächsten keine Vorwürfe Ein Weingelage ist dazu keine passende Gelegenheit; sei auch kein grämlicher Richter, wenn jemand bei solchem fröhlich ist. - und begegne ihm nicht verächtlich, wenn er heiter ist. Dies ist keine dazu geeignete Zeit. – Der Wein ist zur Mehrung der Fröhlichkeit gegeben. Stoße kein beschimpfendes Wort gegen ihn aus und bedränge ihn nicht mit Zurückforderungen.

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