Jesus Sirach 32
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Gastmähler. (V. 17) Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. [JSir 33,6]
1 Hat man dich zum Vorstande Der Verfasser, der in Ägypten lebt, redet nach der damals herrschenden griechischen Sitte. Man wählte bei größeren Mahlen einen Gastmeister, Mahlkönig. Vergl. [Joh 2,8]: Speisemeister. - gewählt, so überhebe dich nicht, sondern sei unter ihnen wie einer aus ihrer Mitte. 2 Trage für sie Sorge und dann erst setze dich nieder und nimm Platz, nachdem du alle Sorgfalt angewendet, 3 dass dir durch sie Wenn sie sich freuen, dass alles in guter Ordnung. - Freude zuteil werde und du den Ehrenkranz erhaltest und Zusatz der Vulgata. - Anerkennung von den Eingeladenen erlangest. 4 Nimm das Wort, wenn du der Ältere bist; Was er sprechen soll, wird im Folgenden gesagt. Griech.: Rede du, Alter, denn dir ziemt es, mit besonnener Überlegung. - denn dir kommt es zu, 5 mit besonnener Überlegung zuerst zu reden, doch störe die Musik nicht. Rede nicht ohne Aufhören, wie Greise pflegen redselig zu sein, sondern lass auch Musik machen. [Jes 5,12] Hebr.: Gesang. Vergl. [2Sam 19,36]. - 6 Wo man nicht zuhört, da rede nicht Indem du andere in ihrem Genusse störst. - und prunke nicht zur Unzeit mit deiner Weisheit. 7 Wie ein edler Rubin Griech.: Siegelring von Karfunkel. - in goldenem Schmucke, so ist Musik beim Weingastmahle. 8 Wie ein Siegel von Smaragd in goldener Einfassung, so ist ein Musikchor bei einem frohen und mäßigen Weingastmahle. 9 Höre schweigend zu, so wirst du dir durch deine Bescheidenheit Gunst erwerben. 10 Jüngling! in deiner eigenen Sache rede kaum. V. 9, 10 Zusatz der Vulgata: Jünglinge sollen auf die Reden der Alten und auf Musik, ohne durch bäuerliche Geschwätzigkeit zu stören, hören. - 11 Wenn du zweimal gefragt wirst, so nehme deine Antwort ihren Anfang. Griech.: Rede, Jüngling, wenn es Not tut, aber kaum, und nur kurz, wenn du zweimal gefragt bist. Jünglinge sind gern schnell bereit mit der Antwort. – Bezieht man zweimal zu „rede“ so ist der Sinn: Rede nur, wenn du gefragt wirst, und alsdann nur zweimal, d.i. sehr selten. – Wie er reden soll, wird im Griech. gleichfalls beigefügt: In wenigen Worten sage viel; sei wie einer, der es weiß (zeige, dass du Verständnis hast) und als solcher, der zugleich zu schweigen weiß. – Also: der Jüngling soll die Sache kennen, von der er redet, aber nicht mit Geschwätzigkeit prahlend sie offenbaren, sondern bescheiden schweigen. - 12 In vielen Dingen sei wie ein Unwissender, Bringe nicht alsbald über alles deine Ansicht vor, höre vielmehr auf die Älteren und frage sie. - höre schweigend und fragend zu. 13 Bist du unter Vornehmen, so sei nicht vorlaut; Griech.: stelle dich ihnen nicht gleich, und wenn ein anderer redet, schwatze nicht viel. Das Hebr. erwähnt wie die Vulgata hier die Greise. - und wo Greise sind, rede nicht viel. 14 Dem Hagel So auch das Hebr., Griech.: dem Donner. – Wie vor dem Hagel oder dem Donner der Blitz sich zeigt, so erwirbt die Bescheidenheit und Sittsamkeit noch bevor jemand redet, ihm aller Gunst. - geht der Blitz voraus, so geht vor dem Bescheidenen Anmut einher und Wiederholung aus V. 9, die in die Vulgata eingedrungen. - durch Sittsamkeit erwirbst du dir viel Wohlgefallen. 15 Ist die Stunde des Aufstehens da, so zögere nicht; eile aber als erster nach Haus, begib dich dorthin, Richtiger nach dem Griech.: eile nach Hause und sei nicht lässig. - dort magst du spielen 16 und tun, was dir beliebt; aber hüte dich vor Sünden und Nämlich. - übermütigen Reden. 17 Und überdies preise den Herrn, der dich erschaffen hat und der dich so reichlich mit allen seinen Gütern labt. 18 Wer den Herrn fürchtet, nimmt seine Zucht an Richtet sich in seinem Tun nach Gottes Gesetzen. - und die sich zu ihm wenden, erlangen Segen. Finden sein Wohlgefallen. - 19 Wer auf das Gesetz achtet, Als Richtschnur des Lebens befolgt. - erhält die Fülle von demselben; Der Güter. - aber wer mit Hinterlist handelt, dem wird es zum Anstoß gereichen. 20 Die den Herrn fürchten, werden das Rechte Was nach dem Gesetze recht ist. - finden und die Gerechtigkeit wie ein Licht leuchten lassen. 21 Ein sündiger Mensch weicht der Zurechtweisung aus und findet Ausreden, wie er sie wünscht. 22 Ein Mann von Überlegung verwirft klugen Rat nicht; der, welcher fremd Zusatz der Vulgata. - und übermütig ist, fürchtet auch das nicht, was zu fürchten ist. 23 Ein solcher erfährt, nachdem er ohne Rat eigenwillig gehandelt, ob seiner eigenen Anschläge Rüge. Wegen seiner Torheit niemanden um Rat zu fragen. - 24 Mein Sohn! tue nichts ohne Rat, Vergl. [Tob 4,19]. - so wirst du nach der Tat nichts zu bereuen haben. Was man nach bester Einsicht tut, hat man nicht zu bereuen. - 25 Gehe nicht auf gefahrvollem Wege, Begib dich nicht ohne Not in Gefahr. - so wirst du an keinen Stein stoßen; auch dem beschwerlichen Wege vertraue dich nicht an, Dessen Schwierigkeiten deine Kräfte übersteigen. - damit du dein Leben nicht dem Anstoße preisgebest. Griech.: Traue einem Wege, der ohne Anstoß ist (dennoch) nicht. - 26 Sei auf der Hut selbst vor deinen Kindern und Fehlt im Griechischen. - vor deinen Hausgenossen nimm dich in acht. Wem man trauen soll, folgt in Vers 27. 27 In allem deinem Tun vertraue gläubig deinem Gewissen, denn das heißt in Gottes Geboten wandeln. 28 Wer Gott glaubt, achtet auf die Gebote, und wer auf ihn vertraut, wird an nichts Mangel haben.