Jesus Sirach 33

Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. (V. 6) Gottes wunderbare Vorsehung. (V. 15) Mahnungen für den Familienvater.

Dem, der den Herrn fürchtet, widerfährt nichts Böses, Denn Gott beschützt ihn in besonderer Weise und bewirkt, dass ihm alles zum Besten dient. Vergl. [Ps 90,10]. - sondern in der Anfechtung beschützt ihn Gott und befreit ihn vom Bösen. Der Weise hasst die Gebote und die Gerechtigkeit nicht Lässt sich durch nichts von dem Gesetze Gottes entfernen. - und wird nicht zerschellt wie das Schiff im Sturme. Griech.: Wer aber heuchlerisch sich zum Gesetze bekennt, ist wie ein Schiff im Sturme – seine Begierden allein leiten ihn, im Glück handelt er recht, im Unglück verlässt er die Tugend. Wer das Gesetz wahrhaft liebt, bleibt allezeit fest, wie ein durch den Anker gehaltenes Schiff. - Ein Verständiger vertraut Oder: ist ihm treu, wofür das Gesetz auch seinerseits das bietet, was er verspricht, Hilfe und Lohn. - auf das Gesetz Gottes und das Gesetz ist ihm verlässig. Er ist Gott treu, Gott ihm. - Wer eine Frage klar beantworten will, Das Griech. fügt V. 3 am Schlusse bei: wie ein Spruch der Offenbarung, wie eine Antwort des Urim. – Die Vulgata hat, den Sinn der Worte missverstehend, sie zu V. 4 gezogen. - bereite seine Rede vor; und so, nachdem er gebeten ist, wird man ihn hören; er sammle sein Wissen und dann antworte er. Das Herz des Toren gleicht einem Rad am Wagen und seine Gedanken sind wie eine umlaufende Achse. Die Axe war bei den Wagen der Alten beweglich, so dass sie sich zugleich mit den Rädern drehte. Die Gedanken des Toren sind in beständiger Ruhelosigkeit, ohne bei einer Sache ausdauernd zu weilen. - Ein spöttischer Freund ist wie ein brünstiger Hengst, der unter jedem Reiter wiehert. Unter jedem Reiter, unbekümmert, wer dieser ist, wiehert er den Stuten nach, denen sein Sinnen gilt, so achtet ein falscher Freund nicht auf Nutzen oder Schaden anderer, sondern einzig darauf, wie er seiner Bosheit Genüge schaffen kann. - Warum Der folgende Abschnitt V. 7-9 ist im Griechischen viel kürzer und klarer. - hat ein Tag einen Vorzug vor dem anderen, Dass der eine ein Festtag ist, der andere nicht. - warum ein Licht vor dem anderen, und ein Jahr Kürzer griech.: Warum ist ein Tag besser als der andere und doch kommt alles Tageslicht im (ganzen) Jahre von der Sonne? - vor dem anderen, da doch alles von der Sonne kommt? Die Weisheit des Herrn hat diesen Unterschied gemacht, nachdem die Sonne erschaffen ward und ihre vorgeschriebene Ordnung innehält. Er machte einen Unterschied zwischen den Zeiten und ordnete Festtage an und man feiert an denselben Feste bis zur Stunde. Dieser Vers findet sich nicht im Griechischen. - Einige Tage erhob und verherrlichte Gott und andere unter ihnen setzte er unter die Zahl der gewöhnlichen Tage. So kommen auch alle Menschen aus der Erde, aus welcher Adam erschaffen ward; und doch hat der Herr mit vieler Weisheit einen Unterschied unter ihnen angeordnet und ihnen verschiedene Wege vorgezeichnet. Dies wird im Folgenden an Beispielen gezeigt. - Einige von ihnen hat er gesegnet Vergl. [1Mos 9,1] Noe; [1Mos 12,12ff] und [1Mos 25,1] Abraham; Isaak [1Mos 28,1]; Jakob u.a. - und erhoben, Joseph in Ägypten, Saul, David, die Propheten. - andere geheiligt Wie die Söhne Levis. - und ihnen näheren Zutritt zu sich verstattet, Wie die Söhne Aarons. - andere hat er verflucht Wie Kain, Cham, Pharao, Kore, Dathan, Abiron und die Kananäer. - und erniedrigt Ihrer Würde beraubt. - und von dem Orte ihrer Ausscheidung Griech.: von ihrem Standorte. - vertrieben. Wie der Ton in der Hand des Töpfers, Alles dies hat Gott mit der größten Leichtigkeit vollbracht. - der Zusatz der Vulgata. - ihn bildet und bearbeitet, wie dieser ihn ganz nach seinem Gutdünken behandelt, so ist der Mensch in der Hand seines Schöpfers; er gibt ihm nach seinem Ermessen. Das Gute aus Freigebigkeit, die Strafen nach Gerechtigkeit mit Milde. - Dem Bösen steht das Gute, dem Tode das Leben entgegen; so dem Gerechten der Sünder. Betrachte so alle Werke des Allerhöchsten. Da eine vollständige Aufzählung nicht möglich ist. - Zwei Dinge stehen sich immer gegenüber, eines ist der Gegensatz zum anderen. Ich habe als letzter gewacht und wie einer, der hinter den Winzern Beeren sammelt. Hier sagt der Verfasser selbst, was der Enkel in der Vorrede von ihm berichtet. Nach den Propheten und anderen Lehrern, die Gott gesegnet, ist auch er aufgetreten als letzter von denen, welche die Weisheit Gottes in ihren Schriften niederlegten. - Gleichwohl hoffte ich gleichfalls auf den Segen Gottes Griech.: Mit dem Segen des Herrn bin ich dahin gelangt. - und füllte wie einer, der Trauben sammelt, die Kelter. Ich habe verschiedenartige Lehren und Weisheitssprüche gesammelt und überliefert. - Bedenket, dass ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für alle, welche Unterweisung suchen. Höret auf mich, ihr Großen und alle Völker! und ihr Vorsteher Religiösen Vorsteher. - der Gemeinde, vernehmet es! Gib weder dem Sohne, noch dem Weibe noch dem Bruder oder Freunde Gewalt über dich, solange du lebst, Hüte dich davor, dass du je von anderen abhängen müssest. - und überlasse dein Vermögen nicht einem anderen, damit es dich nicht etwa gereue und du wieder darum bitten müssest. Solange du lebst und noch atmest, soll kein Mensch dich verdrängen. Denn es ist doch besser, dass deine Kinder dich bitten, als wenn du auf die Hände deiner Kinder schauen musst. In allem, was du tust, behalte die Leitung. Lass dein Ansehen nicht beflecken. Es wäre eine Schande für dich, wolltest du dich in Abhängigkeit bringen. - Erst an deinem Lebensende, zur Zeit deines Abscheidens verteile dein Erbe. Futter, Stock und Bürde gebühren dem Esel; Brot, Zucht und Arbeit dem Knechte. Strenge und Milde werden gegen die Knechte empfohlen. Der Knecht ist zur Arbeit angenommen, der Esel gilt im Morgenlande nicht als verächtliches Tier, also ist auch der Vergleich nicht kränkend. Damit ein Zugtier nützlich sein kann, muss es gut genährt werden, erhält also der Esel Futter, so muss der Knecht um so mehr die zukömmliche Nahrung erhalten. Wie der Esel mit dem Stocke angetrieben wird, so der Knecht durch die Zucht, dem Tiere wird die Last, dem Knechte die Arbeit zugewiesen. - Arbeitet er in Zucht, so sucht er auszuruhen; lässest du ihm die Hände müßig, so sucht er die Freiheit. Griech.: Halte den Knecht zur Arbeit an, so wirst du Ruhe haben (keine Beschwerlichkeit seinerseits erdulden, kannst dich mit deinen eigenen Angelegenheiten beschäftigen); lässt du ihm die Hände los, so wird er die Freiheit begehren (zu fliehen suchen). Vulg.: Wenn er auch in Zucht arbeiten muss, sucht er sich der Arbeit zu entziehen und zu ruhen; lässest du ihn aber müßig gehen, so wird ihm die Ruhe nicht genügen und er frei sein wollen. - Joch und Riemen beugen den harten Hals, so Bewahrt ihn vor Übermut. – Zusatz der Vulgata. - beugt den Knecht beständige Arbeit nieder. Einem böswilligen Knechte gebühren Folter und Fußeisen; treibe ihn zur Arbeit an, damit er nicht müßig gehe, denn der Müßiggang lehrt viel Böses. Deshalb muss jeder nach seinem Stande beschäftigt sein. - Stelle ihn zur Arbeit an, denn das gebührt ihm. Gehorcht er nicht, so beuge ihn mit Fußeisen; Bei aller Strenge wahre die Gerechtigkeit. - bürde aber niemanden zu viel auf und tue nichts Wichtiges ohne Überlegung. Griech.: Ohne Recht. - Hast du einen treuen Unpassend in der Vulgata beigefügt. Es handelt sich nicht um andere als die vorerwähnten Knechte. - Knecht, so sei er dir so wert wie deine eigene Seele; behandle ihn wie deinen Bruder, Vergl. [Philo 1,10.12]. - denn du hast ihn mit einer Seele Als Menschen, die dir gleich, da er dasselbe Leben hat. Im Griech. folgt noch: so wirst du wie deine Seele ihn an dich fesseln. erworben. Wenn du ihn aber ungerecht misshandelst, so wird er die Flucht ergreifen; und hat er sich aufgemacht und ist er davongegangen, so weißt du nicht, wen du fragen oder auf welchem Wege du ihn suchen sollst.

Zitiert in 7