Jesus Sirach 34

Mittel, sicheren Schutz zu erwerben. (V. 20) Opfer und Gebet. [JSir 35,26]

Eitle und trügerische Hoffnung hegt der Unverständige und Träume machen die Toren stolz. Was im Träume erscheint, ist nichts Solides, außer dem Menschen Bestehendes. Vergl. [Spr 27,19]. - Wie einer, der nach dem Schatten greifen und den Wind haschen will, so ist, wer auf trügerische Träume hält. Traumgesichte sind, wie wenn ein Ding nach einem andern abgebildet wird, wie das Bild eines Menschen vor einem Menschen. Was kann vom Unreinen Reines kommen? Und was kann der Lügner Wahres sagen? So sind Träume ein Schatten, der nichts Sicheres bieten kann und nur Täuschung erzeugt. - Irrige Wahrsagerei, trügerische Zeichendeuterei und Traumgesichte böser Menschen sind eitel. Wie das Herz einer Gebärenden Leidet, so gebiert deine Einbildung törichte Trugbilder. - leidet dein Herz an Einbildungen! Wird nicht vom Allerhöchsten eine Heimsuchung gesendet, Immerhin bezeugt die heilige Schrift, dass auch Gott Träume sendet. [4Mos 12,6] vergl. [1Mos 20,3, 1Mos 37,5, 1Mos 41,1, 1Sam 28,6, Job 33,15, Joel 2,28] u.a. - so nimm sie nicht zu Herzen. Schreibe ihnen keine Bedeutung zu. - Denn viele schon sind durch Träume irregeführt worden und die auf dieselben ihr Vertrauen setzten, kamen zu Falle. Auf das zu achten, was die Träume verheißen oder androhen, ist Torheit und Selbstbetrug. - Aber ohne Trug wird die Vorschrift des Gesetzes Was das Gesetz an Segen verspricht, an Fluch droht, bleibt fest. - vollkommen erfüllt und die Weisheit in glaubwürdigem Munde wird im Werke erfüllt. Wer nicht geprüft ist, was weiß der? Die Erfahrung ist die beste Quelle der Erkenntnis. - Ein Mann, der viel erfahren hat, denkt auch viel; und wer viel gelernt hat, weiß mit Einsicht zu reden. Wer nichts erfahren hat, weiß auch wenig; wer aber viel durchgemacht hat, Nach dem Griech. wird hier eine zweite Quelle der Erfahrung genannt: verschiedene Länder sehen. - ist an Einsicht reich. Wer nicht geprüft ist, was weiß der? Wer irregeführt ward, wird List genug besitzen. Doppelübersetzung, die aber den Sinn nicht richtig wiedergibt, da vom Umherwandern (nicht: irregeführt werden) die Rede ist. - Vieles habe ich erfahren, während ich umherirrte, und mehr Sitte sah ich als ich zu sagen vermag. Öfter war ich deshalb Um jene vielen Dinge aufzusuchen. - in Todesgefahr, aber ich wurde „Deshalb“ steht im Griech. erst hier: um solche Kenntnis zu erwerben, ward ich den Gefahren entrissen. „Durch Gottes Gnade“ ist ein sinngemäßer Zusatz der Vulgata. - durch Gottes Gnade gerettet. Der Geist der Gottesfürchtigen Noch mehr Schutz als die Erfahrung gewährt die Furcht Gottes, wahre Frömmigkeit. - wird beschützt und, da Gott gnädig auf ihn sieht, gesegnet. Denn ihre Hoffnung steht auf den, der sie rettet, Als Lohn ihrer Hoffnung. - und Gottes Augen sehen auf die, welche ihn lieben. Wer den Herrn fürchtet, darf vor nichts erschrecken und nicht zagen; denn er ist seine Hoffnung. Glückselig die Seele des Menschen, der den Herrn fürchtet! Auf wen schaut er? Und wer ist seine Stärke? Die Augen des Herrn ruhen auf denen, welche ihn fürchten. Er ist ein mächtiger Beschützer, eine kräftige Stütze, ein Schirm gegen die Hitze und ein Schattendach am Mittag, Griech.: Eine gewaltige Wehr und eine starke Stütze ist er, ein Schirm gegen den Wüstenwind und ein Schutz gegen die Mittagshitze usw. - ein Schutz vor dem Straucheln und eine Hilfe vor dem Falle. Er erhebt die Seele und erleuchtet die Augen, gibt Gesundheit, Leben und Segen. Zeitliche und geistige Güter. - Wer von ungerechtem Gute opfert, Im folgenden Abschnitt hat die Vulgata [JSir 34,22] und [JSir 35,3.19] Sätze, die im Griechischen fehlen, wie auch [JSir 34,23.26.27] und [JSir 35,2] Zusätze enthalten. - dessen Gabe ist unrein Griech.: Opfer des Spottes. – Weil Gott die Ungerechtigkeit hasst, ist ihm ebenso die Opfergabe wie der Opfernde verhasst. Das Opfer muss eine Anerkennung der höchsten Majestät und Herrschaft Gottes sein, die der Opfernde anerkannt und verehrt. Die Gottlosen aber bekennen mit Herz und Tat das Gegenteil von dem, was die Opfer sagen. - und die Spöttereien der Ruchlosen können Gott nicht gefallen. Der Herr ist nur bei denen, die auf dem Wege der Wahrheit und Gerechtigkeit wandeln und auf ihn vertrauen. Dieser Vers findet sich im Griechischen nicht. Im Zusammenhange muss er den Sinn haben: Wenn sie auch viele Opfer darbringen, so wird ihnen Gott nicht gnädig sein, dass er ihre Sünden vergeben sollte; Buße ist es, die er zuvor fordert, da er nur denen nahe ist, die ihn in Geduld erwarten, Wahrheit und Gerechtigkeit übend. - An den Gaben der Gottlosen hat der Allerhöchste kein Wohlgefallen und Doppelübersetzung. - schaut nicht auf die Opfer der Ungerechten noch lässt er sich durch die Menge ihrer Opfer wegen ihrer Sünden versöhnen. Wer ein Opfer von dem Gute eines Armen darbringt, gleicht dem, der den Sohn angesichts seines eigenen Vaters schlachtet. Gott ist der Vater der Armen, wer also aus einer den Armen weggenommenen Sache ein Opfer darbringt, betrübt Gott, weil er den des Unterhaltes und des Lebens beraubt, den Gott als seinen Sohn liebt. Ein wie schweres Vergehen dies ist, zeigt V. 25. - Brot der Dürftigen ist das Leben Unterhalt. - der Armen; wer ihn um dasselbe bringt, ist ein Blutmensch. Wer das im Schweiße gewonnene Vergl. [1Mos 3,19]. - Brot raubt, ist dem gleich, der seinen Nächsten tötet. Wer Blut vergießt und wer einen Taglöhner betrügt, sind Brüder. Griech.: Den Nächsten mordet, wer ihm den Lebensunterhalt raubt, und Blut vergießt, wer des Taglöhners Lohn zurückhält. - Der eine baut auf und der andere reißt nieder, was gewinnen sie davon mehr als Mühe? Wenn der eine aufbaut, der andere niederreißt usw. So ist der, welcher Gott äußerlich durch Opfer verehrt, aber sich nicht von Sünden enthält. Ebenso betet, wer aus dem Gute der Armen Opfer darbringt, durch dieses, aber der bedrückte und beraubte Arme schreit zum Herrn, dem Bösewichte fluchend. Dem Gebete stellt sich der Fluch des Armen und seine gerechte Klage entgegen, was wird Gott erhören? Nicht vielmehr die Klage des ungerecht Bedrückten? - Der eine betet und der andere flucht, auf wessen Stimme wird Gott hören? Wer sich wäscht, Nach der Vorschrift, [4Mos 19,11-19]. wenn er einen Toten angerührt hat, und denselben doch wieder anrührt, was hilft dem seine Waschung? So ist der Mensch, welcher seiner Sünden wegen fastet und dieselben dennoch wiederum begeht; was hat er durch seine Verdemütigung gewonnen? Wer wird sein Gebet erhören?

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