Jesus Sirach 37

Wahl der Freunde (V. 6), der Ratgeber. (V. 19) Nichts ist ohne guten Rat zu beginnen. (V. 36) Sorge für die Gesundheit. [JSir 38,15]

Jeder Freund spricht: Auch ich habe Freundschaft geschlossen! Aber mancher ist nur dem Namen nach Freund. Bringt es nicht Gram bis zum Tode, wenn ein Genosse und Freund zum Feinde wird? O böse Vermessenheit, woher bist du hereingebrochen, Die Vulgata sagt wörtlich „geschaffen“, genau entsprechend dem hebr. Texte. - die Erde mit Bosheit und Falschheit zu bedecken? Ein Genosse freut sich mit dem Freunde, wenn es diesem wohl geht; aber zur Zeit der Trübsal wird er sein Feind. Ein Genosse hat Mitleiden mit seinem Freunde des Bauches wegen Dieser ist ebenso unzuverlässig wie der in V. 4 geschilderte. – Oder es ist ein Gegensatz da: Ein guter Freund kämpft mit dem Frechen und gegen den Fein ergreift er den Schild. – wie am: Rande des hebr. Fragmentes steht. - und ergreift den Schild wider den Feind. Vergiss deinen Freund nicht in deinem Herzen und sei seiner nicht uneingedenk bei deinen Schätzen. Wahre Freundschaft fordert Mitteilung der Güter. Nach dem Hebr. scheint der Sinn zu sein: Zeige dich als treuer Freund sowohl im Kampfe, indem du deinen Freund verteidigst, wie bei der Teilung der Beute. - Berate dich mit dem nicht, der dir nachstellt, und verbirg deine Absichten vor denen, die gegen dich eifersüchtig sind. Im Griech. steht dieser Vers nach V. 11 der Vulgata. - Jeder Ratgeber erteilt zwar Rat, aber mancher ist Ratgeber sich selbst zum Nutzen. Sei auf deiner Hut vor einem Ratgeber; Traue nicht jedem Ratgeber alsbald. - erforsche zuerst, was ihm Not tut, Damit er nicht einen Rat gebe, der nur seinen eigenen Nutzen im Auge hat. - denn er wird zuerst auf sich selbst bedacht sein. Er möchte etwa einen Pfahl in die Erde schlagen Er möchte dir einen Anstoß schaffen, der dich schädigt, wie ein (kleiner) Pfahl auf dem Wege, der den Fuß verletzt. Griech.: Dass er nicht das über dich werfe – dein Schicksal dem Zufall anheimgebe, sich gleichgültig von dir zurückziehe. - und zu dir sagen: Du bist auf gutem Wege. Dein Handeln ist recht, dein Vorsatz gut. - Indes bleibt er gegenüber stehen, um zu sehen, was dir begegnet. Deines Unglücks lachend, wenn solches dich trifft, und für sich daraus Vorteil ziehend. - Mit einem gottlosen Menschen Hier folgen im Griech. neun Beispiele, wen man nicht als Ratgeber zuziehen soll, in der Vulgata zwölf (einschließlich V. 7). - verhandle über Heiligkeit, Ironisch, wie der Schluss V. 14 zeigt. - mit einem Ungerechten über Gerechtigkeit, Im Griech. fehlen die beiden ersten Glieder des Verses. - mit einer Frau über ihre Nebenbuhlerin, mit einem Furchtsamen über Krieg, Er wird, auch wenn derselbe notwendig, abraten. - mit einem Kaufmann über Handelsgeschäfte, Er wird nur seinen Vorteil vor Augen haben. - mit einem Käufer über Verkauf, mit einem Missgünstigen über Dankbarkeit, mit einem Gottlosen über Frömmigkeit, mit einem Unehrbaren über Ehrbarkeit, mit einem Arbeiter auf dem Acker über allerlei Arbeiten, Griech.: Mit einem Lohndiener im Hause über Arbeitsabschluss. - mit einem auf ein Jahr gedungenen Arbeiter über das Ende des Jahres, mit einem faulen Knechte über viele Arbeit. Nach allen diesen richte dich nie in einer Beratung. Vielmehr halte dich beständig an einen heiligen Mann, von dem du weißt, dass er die Furcht Gottes übt, Ein solcher wird nur raten, was dem Gesetze gemäß ist. - der einerlei Gesinnung mit dir hat Außer der Frömmigkeit wird erfordert, dass er dir in Freundschaft verbunden sei. - und der, wenn du im Finstern strauchelst, mit dir leidet. Und dir aufhilft. - Bereite dir selbst ein Herz, das dir gut rät, So darf niemand von dem Rate anderer abhängen, dass er nicht sein eigenes Herz befrüge und selbst wohl überlegte. Niemand kennt besser deine Wünsche als du selbst. - denn nichts anderes hat solchen Wert für dich wie dies. Die Seele eines heiligen Fehlt im Griech. - Mannes sagt oft mehr Wahres als sieben Wächter, die auf hoher Warte sitzen, um auszuspähen. Was gegen die eigene Meinung und Neigung geschieht, nimmt keinen guten Fortgang. - Zu dem allem aber rufe den Allerhöchsten an, dass er deine Schritte nach der Wahrheit Ohne Irrtum. - leite. Vergl. [Ps 24,5, Tob 4,19]. - Bei allem Tun gehe dir ein Wort der Wahrheit Was darunter zu verstehen ist, sagt die zweite Hälfte des Verses. - voraus und vor jeder Handlung sicherer Rat. Ein böses Wort verführt das Herz, vier Dinge entspringen daraus: Aus dem Herzen. - Gutes und Böses, Leben und Tod, Lohn und Strafe. - und deren beständige Oberherrscherin ist die Zunge. Durch die Zunge wird Gutes und Böses dem Herzen tiefer eingeprägt, durch dieselbe wird es verbreitet und auf andere übertragen. Vergl. [Spr 18,21]. - Mancher ist wohl geschickt, viele andere zu belehren, aber sich selbst vermag er nicht zu nützen. Mancher geschickte Mann unterweist viele andere und tut dabei seiner eigenen Seele wohl. Wiederholung des zweiten Teiles von V. 21. - Mancher, der sich weise dünkt in Worten, Ein Sophist, der mit seinem scheinbaren Scharfsinn prahlt. - ist verhasst, er wird an allem Mangel haben. Ist des Brotes unwürdig, das er fordert. - Der Herr hat ihm keine Anmut Der Rede. - verliehen, denn es gebricht ihm an aller Weisheit. An wahrer Weisheit. Wahre Weisheit sucht nicht den Pomp der Worte, sondern ist klar und weiß sich mit einer gewissen Annehmlichkeit und Süßigkeit mitzuteilen. - Mancher Weise ist für sich selbst weise Er besitzt in sich Weisheit und die Frucht dieser Weisheit tut sich auch allezeit in seinen Worten kund. – Nach anderen hat das Griech. den Sinn: Mancher ist nur für sich selbst weise und die Früchte seiner Einsicht sind nur dem Munde nach zuverlässig. - und die Früchte seiner Einsicht sind rühmlich. Ein weiser Mann belehrt sein Volk Ist nicht nur für sich weise. - und die Früchte seiner Einsicht sind zuverlässig. Und dauernd. - Ein weiser Mann wird reich gesegnet, und die ihn sehen, preisen ihn. Das Leben des Menschen hat eine bestimmte Zahl von Tagen, aber die Tage Israels Des Volkes. So bleibt des wahren Weisen Andenken in Ewigkeit. - sind ohne Zahl. Der Weise erwirbt sich unter seinem Volke Ehre Alle setzen auf ihn ihr festes Vertrauen. - und sein Name lebt ewig. Vergl. [Ps 110,10]. - Mein Sohn! prüfe bei deiner Lebensart deine Seele, Was dir nützlich und was dir schädlich ist. - und wenn ihr etwas schädlich ist, gewähre es ihr nicht, denn alles ist nicht allen zuträglich und nicht jedem gefällt alles. Sei nicht gierig nach einer Mahlzeit Sei nicht gierig nach irgend einem Genusse. und gib dich nicht maßlos hin bei allen Speisen, denn auf den Genuss vieler Speisen entsteht Beschwerde und die Unmäßigkeit führt zum Erbrechen. Durch Unmäßigkeit sind schon viele gestorben; wer aber enthaltsam ist, verlängert sein Leben.

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