Jesus Sirach 38

Sorge für die Gesundheit. (V. 15) Trauerfeier. (V. 24) Streben nach Weisheit. [JSir 39,15]

Ehre den Arzt um des Bedürfnisses willen, Nach dem Hebr. ist vielmehr zu lesen: bevor du seiner bedarfst. Die ärztliche Kunst scheint damals wenig angesehen gewesen zu sein, dass der Weise mahnen muss, man solle den Arzt ehren, noch bevor man seiner bedarf, nicht nur in der Not. - denn der Allerhöchste hat ihn geschaffen. Hebr.: Der Arzt wird weise von dem Herrn. - Denn von Gott kommt alle Heilung und vom König empfängt er Ist er würdig zu empfangen. - Geschenke. Das Wissen erhebt den Arzt zu Ehren und angesichts der Großen wird er gerühmt. Der Allerhöchste schuf Heilmittel aus der Erde So wenig wie der Arzt dürfen Heilmittel verachtet und vernachlässigt werden, denn Gott hat sie aus der Erde hervorgehen lassen zum Nutzen und Gebrauche der Menschen. Ein Beispiel dafür, wie Gott den erschaffenen Dingen heilsame Kräfte verliehen, bietet V. 5 mit Anspielung auf [2Mos 15,23-25]. - und ein kluger Mann verschmäht dieselben nicht. Ward nicht durch Holz das bittere Wasser süß, damit die Menschen ihre Kraft Griech.: auf dass seine Kraft kund würde – die dem Holze von Gott verliehene Wunderkraft. - erkannten? Ja, der Allerhöchste gab den Menschen Wissenschaft, dass er in seinen Wundern verherrlicht werde. Durch diese Griech. Durch sie beseitigt (der Arzt) ihre Beschwerden. - heilt er und lindert er den Schmerz; der Apotheker aber bereitet daraus lieblichen Balsam, Die Arzneien. - setzt Zusatz der Vulgata. - heilsame Salben zusammen und sein Tun findet kein Ende. Wie der Arzt und der, welcher die Arzneien bereitet, nicht aufhören, ihr Amt zu üben, so wird auch durch sie beständig Friede, Heil, Stillung des Schmerzes und Heilung von Krankheiten bewirkt. (V. 8) - Denn der Friede Gottes ruht auf dem Erdboden. Mein Sohn! Weisungen, wie man sich zur Zeit der Krankheit zu verhalten hat. - versäume dich nicht selbst, Hebr.: säume nicht. Lass die Vorsorge für deine Gesundheit nicht außer acht, sei es, dass du an deiner Genesung verzweifelst oder dass du allzu sicher auf diese rechnest. - wenn du krank bist, sondern bete zum Herrn, Wie? sagt V. 30: Aus reinem und unbeflecktem Herzen. - und er wird dich gesund machen. Wende dich ab von der Verfehlung, mache deine Handlungen recht und reinige dein Herz von aller Sünde. Bringe Wohlgerüche Ein Opfer zum Wohlgeruch für den Herrn. Vergl. [1Mos 8,21; 3Mos 1,9.13.17; 3Mos 2,2] u.a. - und Gedenkopfer Vergl. [3Mos 2,2.9.16]. - von Weizenmehl und fette Opfer dar Sei nicht geizig in der Darbringung. Das Griech. fügt bei: Als wäre alle Lebenshoffnung aufgegeben. - und verstatte dem Arzte Zutritt, Zweites Mittel. - denn der Herr hat ihn geschaffen; Syr.: Denn er bringt dir Nutzen. Vergl. auch V. 1. - lass ihn nicht von dir, denn seine Dienste sind dir notwendig. Es kommt eine Zeit, wo du in ihre Hände gerätst. Die Art der Behandlung und die Arzneien müssen damals recht hart gewesen sein. Griech.: Es gibt Zeiten, wo es ihren Händen glückt. - Sie aber werden den Herrn bitten, Auch die Ärzte selbst müssen beten. - dass er ihnen Linderung und Heilung gelingen lässt für ein längeres Leben. Hebr.: Für den Lebensunterhalt, für den Lohn, den der Arzt erwarten kann. - Wer vor den Augen seines Schöpfers sündigt, muss in die Hände des Arztes fallen. Die Krankheiten sind nicht selten Strafe für die Sünden. Unmäßigkeit, Sünden gegen das sechste Gebot, Tollkühnheit, andere Dinge bringen Schaden; zudem wird im Alten Testamente die Sünde oft mit zeitlichen Strafen belegt. [3Mos 26; 5Mos 28; Job 4,7] u.a. Eine doppelte Schwere der Sünde wird bezeichnet: in den Augen Gottes – gegen den Schöpfer. - Mein Sohn! über einen Toten vergieße Tränen und beklage ihn, wie einer, dem großes Leid widerfahren ist. Tue nicht gefühllos wie die Stoiker noch zeige Freude über die etwaige Erbschaft. - Verhülle seinen Leib, wie es sich gebührt, und versäume sein Begräbnis nicht. Erweise ihm die gebührenden Ehren. - Um der Nachrede willen halte bittere Trauer um ihn einen Tag, alsdann getröste dich in deiner Traurigkeit. Trage Leid, wie es ihm zukommt, einen oder zwei Tage, der üblen Nachrede wegen. Die Vulgata bietet eine Doppelübersetzung des Griechischen: Lass deine Klage bitter sein und heiß dein Weinen und trage Leid, wie es ihm zukommt, einen Tag, auch zwei Tage, der üblen Nachrede wegen; dann lass dich trösten ob der Trauer. – Also auch nach dem Begräbnisse soll die Trauer andauern, doch mit Maß, die Trauer soll nicht lange bitter sein. Die gewöhnliche Trauer dauerte sieben Tage. [JSir 22,13] Warum die bittere Trauer nicht länger festzuhalten ist, besagt V. 19. - Denn aus der Traurigkeit kommt schnell der Tod, sie lähmt die Kraft Dieser Versteil (lähmt die Kraft) fehlt im Griechischen. - und die Traurigkeit des Herzens beugt die Stärke. Des Leibes und der Seele. - Die Traurigkeit bleibt bei der Wegführung des Toten Nach anderer griech. Lesart: Bei Heimsuchung dauert auch die Trauer an und des Armen Leben ist wider sein Herz – wider das, was er wünscht, ist elend. - und das Leben des Armen ist wie sein Herz. Überlass dein Herz nicht der Betrübnis, Erwägungen, welche allzu bittere Trauer vertreiben. - sondern treibe sie von dir und gedenke des Endes. Vergl. [JSir 30,22; Spr 17,22]. Unnütz ist es, sich zu grämen über das, was unvermeidlich ist, denke also, dass der Tod auf alle harrt. - Vergiss es nicht, Halte es fest im Gedächtnis. - denn von dort gibt es keine Wiederkehr; Wenn du dich auch noch so grämst. Vergl. [1Sam 12,22]. - jenem nützest du nichts, dir selbst aber schadest du. Gedenke an das Urteil über mich, Der Tote selbst wird redend eingeführt. - denn ebenso wird das deinige sein; Auch an dir wird das Urteil des Todes vollzogen werden. – Versprich dir nicht ein langes Leben, sondern denke daran, dass jeder Tag dein letzter sein kann. Vergl. [Jak 4,13-15]. - gestern mir und heute dir! Wenn der Tote ruht, lass auch sein Andenken Die peinigende und quälende Erinnerung, wie die zweite Hälfte des Verses im Griechischen zeigt. - ruhen und tröste dich über ihn, wenn sein Geist ihn verlässt. Dass er jetzt frei ist vom Elende dieses Lebens. - Die Weisheit des Schriftgelehrten gedeiht zur Zeit seiner Muße und wer wenige Geschäfte hat, kann zur Weisheit gelangen. Wie kann der Weisheit erlangen, Da hierzu Muße gehört. - der den Pflug führt, sich seines Steckens rühmt, Rinder mit dem Stachel antreibt, mit solcher Arbeit umgeht und nur von jungen Stieren zu reden weiß? Sein Sinn ist darauf gerichtet, Furchen zu ziehen und seine Sorge geht Tag und Nacht. - auf die Mästung der Kühe. So ist auch jeder Künstler und Baumeister, welcher Tag und Nacht arbeitet, so der Siegelringstecher, dessen beharrlicher Fleiß mannigfaltige Gebilde hervorbringt; er richtet seinen Sinn darauf, die Zeichnung dem Bilde recht ähnlich zu machen und vollendet das Werk durch seinen Fleiß. So auch der Schmied, der an seinem Amboss sitzt und das Eisen bearbeitet. Der Qualm des Feuers zehrt an seinem Fleische und er kämpft mit der Hitze des Ofens, des Hammers Schall betäubt sein Ohr und sein Auge ist auf die Vorlage des Gerätes gerichtet. Er richtet den Sinn auf die Vollendung der Arbeit und seine Sorge ist es, sie bis zur Vollendung zierlich zu gestalten. So der Töpfer, der bei seiner Arbeit sitzt und die Scheibe mit seinen Füßen dreht. Er schwebt immer in Besorgnis um seiner Arbeit willen und alle seine Verrichtungen sind ihm abgemessen. Er muss eine bestimmte Zahl von Gefäßen oder von Gefäßen jeder Art eine vorgeschriebene Anzahl verfertigen. - Mit seinem Arme bildet er den Ton und mit seinen Füßen bearbeitet er dessen Masse. Er wendet seine Aufmerksamkeit daran, die Glasur zu vollenden und mit Sorgfalt reinigt er den Ofen. Diese alle vertrauen auf ihre Hände Nicht in anderen Dingen. - und jeder ist geschickt in seiner Kunst, ohne diese alle kann keine Stadt erbaut werden Diese Handwerke sind notwendig, ohne sie kann die menschliche Gesellschaft nicht bestehen. - und man kann darin weder wohnen noch umherwandeln; aber in der Versammlung tun sie sich nicht hervor. Sie sitzen nicht auf dem Richterstuhle, kennen das Gesetz nicht, nach dem Gericht gehalten wird, und was Recht und Richterspruch verlangt, sprechen sie nicht aus und beschäftigen sich nicht mit Weisheitssprüchen, Welche den Lehrern Ansehen verschaffen. - sondern sie bleiben fest bei dem irdischen Schaffen Das der Menschheit so großen Nutzen bringt. - und ihr Gebet geht Auf nichts Höheres, sondern einzig auf Erfolg in ihrer Kunst. - auf die Ausübung ihrer Kunst; ihr Diese Worte gehören bereits zum folgenden Kapitel. Griech.: dagegen wer seine Seele darauf richtet und nachsinnt über das Gesetz des Höchsten, der erforscht die Weisheit der Alten usw. Die gleiche Teilung zeigt der syrische Text. weihen sie ihre Seele und forschen im Gesetze des Allerhöchsten.

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