Jesus Sirach 39
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Streben nach Weisheit. (V. 15) Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen. [JSir 42,14]
1 Der Weise erforscht die Weisheit aller Alten Diese soll ja al seine Art Erbschaft an die Späteren übergehen. Vergl. [Job 12,12]. Wer diese Alten sind, wird im Folgenden erklärt. An erster Stelle stehen die Propheten. - und beschäftigt sich mit den Propheten. 2 Er behält die Erzählungen berühmter Männer und dringt zugleich in den Sinn ihrer Gleichnisreden ein. 3 Er erforscht die Geheimnisse der Sprüche und dringt in die Verborgenheiten der Gleichnisreden ein. 4 Inmitten von Großen verrichtet er Dienst Die Erfahrung bietet sich und wird gelernt an den Höfen der Fürsten, den diese haben viele Weise und Ratgeber, und in Gerichten. - und erscheint vor des Herrschers Angesicht. 5 Er durchzieht die Länder fremder Völker, denn Gutes und Böses unter den Menschen sucht er zu erfahren. Jedes Volk hat etwas Gutes in Sinn und Sitten, dies sucht er zu erforschen, vor dem Bösen sich hütend. - 6 Er richtet sein Herz vom frühen Morgen an eifrig zu dem Herrn, seinem Schöpfer, und vor dem Allerhöchsten fleht er. Drittes Mittel, die Weisheit zu erwerben. Vergl. [Jak 1,5]. - 7 Er öffnet seinen Mund im Gebete und fleht für seine Sünden. Insofern diese ihn der Erhörung unwürdig machen könnten. - 8 Denn wenn es dem Herrn, dem Höchsten, gefällt, erfüllt er ihn mit dem Geiste der Einsicht. Die Wiederholung zeigt, wie wichtig dies Mittel ist. - 9 Dann Wie reichlich gibt Gott dem Bittenden! - sendet er die Aussprüche seiner Weisheit wie Regengüsse aus und preist im Gebete den Herrn. Der erste Erfolg und Beweis der Weisheit ist, dass sie Gott preist für seine Wohltaten. - 10 Dieser aber lenkt seine Einsicht und seinen Willen und er sinnt nach über Seine Geheimnisse. Denn Gott offenbart sie ihm. [Ps 50,8] - 11 Er macht die Zucht seiner Lehre kund und rühmt sich des Bundesgesetzes des Herrn. Eine weitere Frucht der Weisheit ist der Nutzen für den Nächsten. Der Weise hat Gottes Gesetz und Offenbarung schätzen gelernt und zeigt allen dessen Wohltat. - 12 Viele werden seine Weisheit preisen und in Ewigkeit wird er nicht vergessen werden. 13 Sein Andenken erlischt nicht und sein Name wird leben von Geschlecht zu Geschlecht. Früchte, welche auf den Weisen selbst zurückfließen. - 14 Seine Weisheit rühmen die Völker und sein Lob verkündet die Gemeinde. Das auserwählte Volk. - 15 Bleibt er am Leben, so hinterlässt er einen größeren Namen als Tausende, und geht er zur Ruhe, so wird ihm auch dies zum Gewinne Wird er noch größeren Ruhm erlangen. Griech. wohl: so fließt ihm (noch reicheres) Lob zu. - gereichen. 16 Nochmals will ich einsichtsvoll reden, denn der Begeisterung bin ich voll. Griech.: wie der Vollmond bin ich voll – von Weisheitssprüchen und Lehren. - 17 Laut spricht er: Fehlt im Griech. - Höret auf mich, ihr Kinder Gottes! und bringet Frucht Griech.: wachset auf. - gleich der Rose, die an Wasserbächen gepflanzt ist. 18 Duftet Wohlgeruch wie der Weihrauch. Griech.: Und wie Weihrauch duftet Wohlgeruch. – Vulg.: Wie der Weihrauch süßen Geruches vor dem Herrn. - 19 Treibet Blüten wie die Lilie, duftet Wohlgeruch und grünet zum Ergötzen, Wie dies geschehen kann, sagt der Rest des Verses. - stimmet ein Loblied an Kein gewöhnliches, sondern das erhabenste Lob erschalle. - und preiset den Herrn ob seiner Werke. 20 Verherrlichet seinen Namen und preiset ihn mit der Stimme eurer Lippen, mit Lobgesängen der Lippen und mit Zithern, und sprechet im Lobpreise also: 21 Alle Werke des Herrn sind sehr gut. Das Griechische fügt bei: Und alles, was er gebeut, zu seiner Zeit geschieht es. - 22 Auf sein Wort hin Zuerst sind die Werke seiner Allmacht zu bewundern. - stand das Wasser wie ein Damm Wohl Anspielung an [1Mos 1,6-10]. - und durch das Wort seines Mundes wie Wasserbehältnisse. 23 Er gebeut und es geschieht, was ihm gefällt, und nichts kann hindernd entgegenstehen, wenn er helfen will. Allgemeine Schilderung der Allmacht Gottes. - 24 Das Tun aller Menschen liegt vor ihm offen da und vor seinen Augen ist nichts verborgen. Was je in Zeit und Ewigkeit geschieht. - 25 Von Ewigkeit zu Ewigkeit reicht sein Blick und nichts ist wunderbar vor seinem Angesichte. Weil nichts geschieht, als was er will und zulässt. Ihm ist nichts neu und unerwartet oder seinem Willen entgegen. - 26 Man darf nicht sagen: Alles ist gut (V. 21), aber nicht alles erkennen wir. Darum darf niemand verächtlich sprechen: Was ist das? Oder: wozu soll das nützlich sein? - Was ist dies oder was ist jenes? denn alles wird zu seiner Zeit erforscht. Und als zu irgend etwas dienend erkannt. - 27 Sein Segen fließt reichlich wie ein Strom. Hebr.: wie der Nil. - 28 Wie die Flut Hebr.: der Fluss, der Euphrat. - den dürren Erdboden tränkt, so wird sein Zorn über jene Völker kommen, die ihn nicht suchen. Griech. Hebr.: Wie er wasserreiche Orte in Salzland verwandelt. (Sodoma und Gomorrha). - 29 Wie er Wasser in Trockenheit wandelte und die Erde trocken ward, so dass ihre Pfade eben waren und für sie zum Wege dienten, so leiden die Sünder Anstoß durch seinen Zorn. 30 Gutes ist für die Guten von Anfang an bestimmt, Durch Gottes Anordnung werden alle Güter zuteil, und wer Gott verehrt, dem wird (nach der Ökonomie des Alten Testamentes) es wohl gehen. Im Übrigen dient denen, die Gott lieben, alles zum Guten. - so auch für die Bösen Gutes und Böses. So lautet der Satz auch im Hebr. Den Bösen wird der Gebrauch der geschaffenen Dinge, die an sich gut und nützlich sind, nicht entzogen. Eine andere Frage ist es, ob dieser Gebrauch ihnen zuletzt zum Guten dient. Die Antwort hierauf gibt V. 32. - 31 Die Hauptbedürfnisse im menschlichen Leben sind: Beispiele der Dinge, welche Gott Guten und Bösen in gleicher Weise gewährt, doch nicht mit gleichem Erfolge. - Wasser, Feuer, Eisen, Salz, Milch, Weizenbrot, Honig, Traubensaft, Öl und Kleidung. 32 Dies alles gereicht den Frommen zum Guten, den Gottlosen und Sündern aber zum Bösen. 33 Es gibt Sturmwinde, Außer den Dingen, welchen Guten und Bösen gemeinsam sind, welche die Guten gut, die Schlechten schlecht gebrauchen, sind andere, deren sich Gott bedient, die Gottlosen zu strafen. - die zur Rache geschaffen sind Indem Gott sie sendet. - und in ihrem Grimme verstärken sie ihre Geißeln. Ihren Grimm. - 34 Zur Zeit des Verderbens Wenn der Böse untergehen soll. - lassen sie ihre Kraft aus und besänftigen den Grimm ihres Schöpfers. Durch Vollstreckung seiner Rache. Vergl. [Ez 5,13]. - 35 Feuer, Hagel, Vergl. [2Mos 9,18.24; Jos 10,11; Ps 17,13; Ps 77,47; Weish 5,23; Weish 16,16] - Hungersnot [5Mos 28,20; 2Sam 24,13; Spr 10,3] - und Tod, Hebr.: Pestilenz: [3Mos 26,25; 4Mos 14,12; 5Mos 28,21; Jer 29,18; Ez 7,15] - dies alles ist zur Rache geschaffen; Von Gott gesendet, was nicht geschähe, wollte er nicht Gericht halten. - 36 die Zähne der wilden Tiere, [1Koe 13,24; 1Koe 20,36; 2Koe 2,24] - Skorpione, Schlangen [4Mos 21,6; Ju 8,25] - und das Schwert, welches an den Gottlosen Rache übt, zum Untergange. [2Mos 22,24; 3Mos 26,25.33; 5Mos 32,25] - 37 Sie frohlocken über seine Befehle Um Rache zu nehmen. - und stehen, wo er auf Erden ihrer bedarf, bereit und übertreten, wenn ihre Zeit da ist, den Befehl nicht. Erfüllen ihn genau. - 38 Darum Weil alle Werke Gottes seiner Macht und Güte gegen die Guten, seiner Gerechtigkeit gegen die Bösen dienen. - war ich von Anfang an fest in meiner Überzeugung, ich erwog und dachte nach und legte es in Schrift nieder: 39 Alle Werke des Herrn sind gut und jedes Werk gibt Hilfe zur rechten Zeit. 40 Man kann nicht sagen: Dies ist schlechter als jenes, Je nachdem man den Nutzen einer Sache kennt, einer anderen nicht. - denn alles bewährt sich wohl zu seiner Zeit. In seinem Nutzen. - 41 Lobet also nun Nach Erwägung alles dessen. mit ganzem Herzen und Munde und preiset den Namen des Herrn!
Zitiert in 15
- V. 1 Summa (EN)(II-II 188.5)Laborem Exercens(§26)
- V. 2 Laborem Exercens(§26)
- V. 3 Laborem Exercens(§26)
- V. 4 Laborem Exercens(§26)
- V. 5 Laborem Exercens(§26)
- V. 6 Laborem Exercens(§26)
- V. 7 Laborem Exercens(§26)
- V. 8 Laborem Exercens(§26)
- V. 13 Magnae Dei Matris(§9)
- V. 17 Magnae Dei Matris(§35)
- V. 18 Magnae Dei Matris(§35)
- V. 19 Magnae Dei Matris(§35)
- V. 20 Magnae Dei Matris(§35)
- V. 41 Magnae Dei Matris(§35)