Jesus Sirach 4

Verschiedene Art des Verhaltens gegen verschiedene Menschenklassen. (V. 11) Früchte der Weisheit. (V. 22) Mahnungen gegen die falsche Scham. (V. 33) Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. [JSir 6,4]

Sohn, Anrede des Nachdrucks und der Liebe. - entziehe den Armen nicht das Almosen Das, worum er bittet oder was er zum Leben nötig hat. - und wende dein Auge nicht von dem Dürftigen ab. Als ob du ihn nicht siehst oder aus Ärger. – Griech.: Bedürftige Augen halte nicht hin. - Verachte Griech.: Betrübe nicht, nämlich indem du ihm Hilfe weigerst oder ihn hart behandelst. - den Hungernden nicht und kränke den Armen nicht in seiner Armut. Betrübe das Herz des Dürftigen Griech.: Ein gekränktes Herz rege nicht noch mehr auf. - nicht und halte dem Hilfsbedürftigen die Gabe nicht zurück. Vergl. [Spr 3,28]. - Die Bitte des Bedrängten weise nicht ab und wende dein Angesicht nicht von dem Armen weg. Wende deine Augen von dem Dürftigen nicht hinweg ob des Zornes Zusatz der Vulgata. Ob des Zornes des Armen oder Gottes, der für sein Geschöpf eintritt. - und gib den Bittenden keine Veranlassung, dir Böses nachzuwünschen; Im Hebr. ist V. 4, 5 kürzer, ohne die Wiederholungen. - denn wenn er dir mit erbittertem Herzen flucht, so wird sein Wünschen erhört; der ihn erschaffen, wird ihn hören. Sei freundlich gegen die Menge der Armen, Nicht dem Sinne voll entsprechender Zusatz der Vulgata. Es ist vielmehr von den Gleichgestellten und Untergeordneten die Rede, von denen, mit denen man verkehren muss. - verdemütige dich vor dem Greise Dieser Teil des Verses ist nur der Vulgata eigen. - und neige dein Haupt vor dem Großen. Neige dein Ohr vor dem Armen ohne Unlust und gib, was du schuldig bist, Nach dem Gesetze der Liebe schuldig bist. - und antworte ihm friedlich und mit Sanftmut. Befreie den, der Unrecht leidet, aus der Hand des Unterdrückers und trage nicht Bitterkeit in deiner Seele. Griech.: Sei nicht kleinmütig, wenn du richten sollst. – Die Aufforderung geht an die Richter. Demgemäß zieht die Vulgata die letzten Worte mit Unrecht zu V. 10. - Wenn du Recht sprichst, sei gegen die Waisen barmherzig wie ein Vater und gegen die Mutter derselben wie ihr Gatte, Der für ihr Recht einsteht. - so wirst du wie ein gehorsamer Zusatz der Vulgata. Einen gehorsamen Sohn liebt der Vater besonders. - Sohn des Allerhöchsten sein und er wird sich deiner mehr erbarmen als eine Mutter. Die Weisheit haucht ihren Söhnen Denen, welche sie gleichsam erzeugt, denen sie ihre Natur mitgeteilt hat. - Leben ein Ein des Weisen würdiges Leben, das ganz unter der Leitung der Weisheit steht. - und nimmt sich derer an, welche sie suchen, und Zusatz der Vulgata. Die Weisheit zeigt ihnen, was zu tun und was zu meiden. - geht ihnen auf dem Wege der Gerechtigkeit voran. Wer sie lieb hat, liebt das Leben, Die Weisheit gestaltet dies glücklich. - und die eifrig nach ihr trachten, erwerben ihr Wohlgefallen. Erfahren ihre Annehmlichkeit. Hebr.: empfangen von dem Herrn Wohlgefallen. - Wer sie besitzt, wird das Leben erben; Griech.: Wer sie festhält, erlangt Ruhm. - und wo er immer wandelt, wird Gott seinen Segen spenden. Die ihr dienen, folgen dem Heiligen; Dienen ihm gleichsam wie Diener des Heiligtums. - und die, welche sie lieben, liebt Gott. Wer auf sie hört, wird über Völker richten; Richtiger mit dem Hebr.: Wer auf mich hört (die Weisheit selbst redet), wird Wahrheit richtig urteilen, - sie lernen und verstehen. - und wer auf sie sieht, wird sicher Ohne Furcht. - bleiben. Wenn jemand ihr vertraut, wird er sie ererben und seine Nachkommen werden in ihrem Besitze bleiben. Denn Teils weil sie so von den Eltern erzogen sind, teils weil Gott diesen es als Belohnung für ihre Erziehung gewährt. - in der Versuchung wandelt sie mit ihm und vorerst erwählt sie ihn. Furcht und Schrecken und Prüfung bringt sie über ihn Die Weisheit verfährt mit dem Weisen so, dass sie ihn durch mannigfache Heimsuchungen prüft und am Anfange ihn der Probe unterwirft, ehe sie ihn annimmt. - und verfährt hart gegen ihn in der Strenge ihrer Zucht, Die Übung der Tugenden und der Kampf gegen die Fehler bereitet dem Menschen Schwierigkeiten und bisweilen überkommt sein Herz Furcht bei denselben. - bis sie ihn in seinen Gesinnungen erprobt hat und ihm vertrauen kann. Dass er fest bleibt. - Alsdann stärkt sie ihn und leitet ihn auf geradem Wege Den Gegensatz: verschlungene Wege bietet das Griech.: V. 18. - und erfreut ihn Vergl.: [Hebr 12,11]. - und gibt ihm ihre Geheimnisse kund Gewährt ihm tiefere Erkenntnis. Das Folgende ist Erklärung der Vulgata. - und bereichert ihn mit Wissenschaft und Erkenntnis der Gerechtigkeit. Wenn er sich aber auf Irrwege abwendet, so verlässt sie ihn und gibt ihn den Händen seines Feindes Griech.: des Unterganges. - preis. Sohn! beachte die Zeit Nimm dich vor der Gelegenheit in acht, dass nicht das Böse dich vom rechten Wege abbringe. - und hüte dich vor dem Bösen. Um deiner Seele willen Dass du sie nicht befleckest. – Griech. und Hebr. nur: Möge deine Seele sich nicht schämen (müssen); tue nichts, wessen du dich zu schämen hättest. - schäme dich nicht, die Wahrheit zu sagen. Denn es gibt eine Scham, die zur Sünde führt, und es gibt eine Scham, die Ehre und Gnade mit sich bringt. Über beide [JSir 41,20] bis [JSir 42,8]. Vergl. [JSir 20,24]. - Nimm auf niemanden Rücksicht dir zum Nachteil Beispiel falscher Scham: Sei nicht parteilich zum Schaden deiner Seele. - und lüge nicht zu deinem eigenen Schaden. Scheue dich nicht vor deinem Nächsten bei seinem Falle. Entschuldige ihn nicht fälschlich aus Furcht, schäme dich nicht, ihn zu rügen. - Halte das Wort nicht zurück, Aus falscher Scham. - wenn es zu retten gilt; und verbirg deine Weisheit nicht, wenn es ihre Ehre gilt. Wenn Gelegenheit und Hoffnung ist, dass du einen heilsamen Rat zu geben vermagst. - Denn durch die Rede wird die Weisheit erkannt, und durch die Worte des Verständigen zeigt sich Einsicht, Wissenschaft und Zucht Weitere Erklärung der ersten Worte durch die Vulgata. Wenn du nicht sprichst, wo es gefordert ist, wozu bist du weise? - und Festigkeit durch die Werke der Gerechtigkeit. Weiterer Zusatz der Vulgata. Die Lehre ist eine Grundlage, welche die Menschen zur Vollbringung guter taten stützt. - Auf keine Weise widersprich dem Worte der Wahrheit und schäme dich, wenn du aus Mangel an Zucht gelogen hast. Schäme dich nicht, Griech.: Schäme dich nicht (zu bekennen), wenn du gefehlt. - deine Sünde zu bekennen Ob derselben gemahnt. Im Griech. folgt hier 32b er Vulgata: Wer sein Vergehen leugnet, ist dem ähnlich, der den Lauf des Flusses aufzuhalten sucht. - und gib keinem Menschen nach, um Böses zu tun. Hebr.: und unterwirf dich nicht einem törichten Menschen. - Widersetze dich einem Mächtigen nicht und kämpfe nicht wider den Strom an. Griech.: Unterwirf dich nicht einem törichten Menschen und nimm nicht Partei für einen Mächtigen. Vulg.: Wenn der Richter oder ein anderer dazu Berechtigter dich beschuldigt, verteidige dich nicht mit Lügen gegen den, der mit der Wahrheit kämpft, dies hieße gegen den Strom ankämpfen. - Kämpfe mit allen Kräften für die Gerechtigkeit um deiner Seele willen und streite bis zum Tode für die Gerechtigkeit, Doppelübersetzung. - so wird Gott deine Feinde für dich unterwerfen. Hebr.: für dich kämpfen. - Sei nicht vorschnell Griech.: rauh, andere verletzend. - mit deiner Zunge und träge und lässig in deinen Handlungen. Befiehl nicht anderen viel, während du selbst nichts tust, versprich nichts, ohne es zu halten. - Sei nicht in deinem Hause wie ein Löwe, Hund? (Hebr.) wie ein Hund, der durch das Haus läuft und alle anbellt und beißt. - zum Verderben deiner Hausgenossen und zur Unterdrückung deiner Untergebenen. Griech.: Gib dich nicht unbegründetem Verdachte gegen deine Hausgenossen hin. Lass deine Hand nicht ausgestreckt sein zum Nehmen und geschlossen zum Geben.

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