Jesus Sirach 40
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen.
1 Große Mühseligkeit ist für alle Menschen geschaffen Vergl. [Job 7,1; Job 14,1; Koh 2,23]. - und ein schweres Joch liegt auf den Kindern Adams von dem Tage an, wo sie aus dem Mutterleibe hervorgehen, bis auf den Tag, wo sie in der Erde, unser aller Mutter, Weil Adam dem Leibe nach von der Erde genommen ist. [1Mos 2,7], vergl. [JSir 17,1]. - begraben werden. Vergl. [1Mos 3,19]. Im Folgenden wird einzelnes genannt, was dem Menschen schwer zu sein pflegt. - 2 Ihre Gedanken und Besorgnisse des Herzens gehen auf die Erforschung der Zukunft und auf den Todestag. Im Hebr. fehlt dieser Vers. - 3 Von dem an, der auf herrlichem Throne sitzt, Erklärung des Ausspruches: alle Menschen. (V. 1) - bis zu dem, der bis zu Staub und Asche erniedrigt ist; Den Niedrigsten und Betrübten. - 4 von dem an, der sich in blauen Purpur kleidet und eine Krone trägt, Bei fröhlichem Gastmahle. - bis zu dem, der in grobe Leinwand gehüllt ist, herrscht Was Schmerz und Mühen bereitet, wird aufgezählt. - Wut, Eifersucht, Unruhe, Wankelmut, Todesfurcht, beständiger Zorn und Streit 5 und zur Zeit der Ruhe auf dem Lager verwirren nächtliche Träume seine Erkenntnis. 6 Wenig oder gar keine Ruhe hat er und alsbald ist es ihm im Schlafe wie am Tage der Sorge. Wie ein ganzer Tag ängstlicher Sorge. - 7 Er wird erschreckt durch innere Gesichte, als ob er aus der Schlacht entfliehe. Zur Zeit, wo es seine Rettung gilt, Wo er sich gerettet glaubt. - wacht er auf und wundert sich über seine grundlose Furcht. 8 So ist es mit allem Fleisch, vom Menschen bis zum Tier; Die Tiere sind mit dem Menschen gestraft: [1Mos 7,23; 2Mos 9,25]. - doch die Sünder trifft es siebenfach. 9 Dazu kommt noch Tod, Hebr.: Pestilenz. - Blutvergießen, Streit, Schwert, Unterdrückungen, Hungersnot, Verderben und Plagen. 10 Dies alles ist für die Gottlosen bestimmt und ihretwegen ist die Sündflut gekommen. 11 Alles, was von der Erde ist, muss wieder zur Erde zurückkehren, wie alle Wasser wieder ins Meer zurückfließen. Das Ende aller Dinge entspricht ihrem Ursprunge. Hebr.: Alles, was aus der Erde ist, kehrt zur Erde zurück und alles, was von oben, nach oben. Die Sünde ist aus dem Übel und führt größeres Übel herbei. - 12 Alle Bestechung und Ungerechtigkeit muss vergehen, Die Sünde ist die Verneinung des Rechten und Guten und so kann aus ihr nichts Beständiges, wahrhaft Gutes und Glückliches entstehen. - Treue aber besteht in Ewigkeit. 13 Die Güter der Ungerechten versiegen wie ein Bach Wie ein Bach im Sommer versiegt, vollkommen. - und wie ein heftiger Donnerschlag im Regen verhallt. So schnell. – Die Vulgata sollte lesen: personabit. - 14 Solange er Der Fromme tut seine Hand auf zum Wohltun und wird sich freuen, hingegen die Sünder müssen umkommen. - seine Hand auftut, freut er sich, aber die Sünder müssen zuletzt verschmachten. 15 Die Nachkommen der Gottlosen treiben nicht viele Zweige Vergl. [Weish 4,3-5]. - und unlautere Wurzeln Sie sind wie Wurzeln, welche nicht zu wachsen und zur Blüte zu gelangen vermögen, weil ihnen das Erdreich fehlt, sondern sie sind durchaus unfruchtbar und unnütz. - rascheln Dies Wort findet sich in keinem Texte. Besser: stehen. - auf schroffem Felsen. 16 Sumpfgras an jedem Wasser und am Ufer der Flüsse wird vor allem Grase ausgerauft. So haben auch die Bösen keine Beständigkeit. - 17 Gütigkeit Die Wohltätigkeit und Güte der Frommen. - ist wie ein Paradies an Segnungen Bringt wahre Glückseligkeit. - und Barmherzigkeit währt in Ewigkeit. Gegensatz zu V. 12-16. - 18 Das Leben eines Genügsamen und Arbeitsamen ist süß und du wirst in demselben einen Schatz finden. Hebr. folgen zehn Doppelglieder, in denen je drei Dinge so nebeneinander gestellt werden, dass das dritte als das vorzüglichere bezeichnet wird. Hebr. lautet V. 18: Das Leben des zur Genüge Habenden und des Gewinn Erwerbenden ist süß, aber über beide ist, wer einen Schatz findet (dieser wird mit einem Schlage reicher als beide). - 19 Kinder zeugen und Städte bauen schaffen einen bleibenden Namen, aber höher als beide ist ein untadeliges Weib zu schätzen. 20 Wein und Musik Hebr.: Berauschende Getränke, syr.: alter Wein. - erfreuen das Herz, aber höher als beides steht die Liebe zur Weisheit. Hebr.: eines Freundes. - 21 Flöten und Harfen spielen liebliche Weisen, aber über beiden steht freundliche Rede. Hebr.: reine Rede – Rede frei von aller Verleumdung und Lüge. - 22 Anmut und Schönheit begehrt dein Auge, aber mehr noch als diese das Grün der Saaten. Denn dieses bringt so Annehmlichkeit wie Nutzen, während jene nur das erstere gewähren; ja, größere Annehmlichkeit gewährt die den Augen angenehme grüne Farbe. Vergl. auch [Mt 6,20]. - 23 Ein Freund und Genosse ist hilfreich zur rechten Zeit, aber besser als beide ist eine Frau mit dem Manne. Die Frau steht dem Manne beständig hilfreich zur Seite. Hebr.: eine weise Frau. - 24 Brüder Griech.: Brüder und Helfer (Nahestehende). - helfen einander zur Zeit der Bedrängnis, mehr aber als beide rettet die Barmherzigkeit. Diese erwirbt die Gnade Gottes, auf die man mehr seine Hoffnung setzen muss als auf menschliche Hilfe. - 25 Gold und Silber gewähren festen Fuß, Sichere Lage und Stand. - aber höher als beide ist guter Rat zu schätzen. 26 Reichtum und Vermögen erheben das Herz, Wecken Selbstvertrauen und Mut. - aber über beide geht die Furcht des Herrn. Diese gewährt die Hoffnung auf den Schutz Gottes. - 27 Bei der Furcht des Herrn leidet man keinen Mangel, Vergl. [Ps 33,10]. - und wo sie ist, braucht man keine Hilfe zu suchen. 28 Die Furcht des Herrn ist wie ein gesegneter Lustgarten, Eine Fülle göttlicher Segnungen. - der Herr kleidet mit Herrlichkeit ohnegleichen. 29 Mein Sohn! ergib dich, solange du lebst, nicht dem Bettelleben, denn besser ist sterben als ein Bettelleben führen. Vergl. [JSir 30,17; Spr 30,8]. – Nach dem ganzen Charakter des Alten Testamentes hat der Herr den Gottlosen Armut und Not angedroht [3Mos 26; 5Mos 28], den Beobachtern des Gesetzes verheißen, es werde kein Bettler unter ihnen sein. [5Mos 15,4] Warum es besser ist zu sterben, besagt V. 30. - 30 Wer auf fremden Tisch hinschaut, dessen Leben ist nicht für ein Leben zu achten, Ist kein menschenwürdiges Leben. - denn er erhält sein Leben mit fremden Speisen. Griech.: er verunreinigt sich mit fremden Speisen. Vulg.: mit unziemlichen Speisen. - 31 Der verständige und einsichtsvolle Mann hütet sich davor. 32 Dem Munde des Unverständigen Es ist in der Vulgata vielmehr zu lesen impudentis: des Unverschämten. Einem andern kann solches Leben nicht gefallen. - schmeckt das Betteln süß, aber Er muss auch Strafe und Schaden der Bettelhaftigkeit empfinden. - in seinem Leibe brennt es wie Feuer. Er will nicht arbeiten und so Vorsorge treffen, dass er nie Hunger leide, er halt es für sich süßer zu betteln, darum muss er auch bisweilen hungern.