Jesus Sirach 7

Mahnungen, gewisse Sünden zu meiden. (V. 19) Verschiedenes Verhalten gegen verschiedene Menschen.

Tue nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses. Halte dich fern vom Unrechten, so wird das Böse Das, was du dir nicht angetan wünschest. - von dir lassen. Sohn! säe nichts Böses in die Furchen der Ungerechtigkeit, Vergl. [Hos 8,7]. - so wirst du es auch nicht siebenfältig Vielfältig. - ernten. Vergl. [Spr 22,8] und [Hos 10,12, Gal 6,8]. - Begehre nicht vom Herrn Herrschaft noch von dem Könige einen Ehrenstuhl. Ein hohes Amt. Ein solches bringt nicht nur Ehre, sondern viele Last und Gefahr. - Stelle dich nicht als gerecht hin vor Gott, denn er ist der Herzenskenner; Zusatz der Vulgata. - und vor dem Könige wolle nicht weise scheinen. Eine andere Art des Hochmutes. - Trachte nicht darnach, Richter zu werden, wenn du nicht vermagst, dem Unrecht mit Kraft zu steuern; du möchtest etwa des Mächtigen Angesicht scheuen und deine Rechtschaffenheit in Gefahr bringen. Verfehle dich nicht gegen die Bürger der Stadt Durch Anmaßung oder Verachtung. - und mische dich nicht unter den Pöbel. Griech.: und wirf dich nicht selbst fort an das Volk. Verliere dein Ansehen nicht durch Schmeichelei oder durch Nachgiebigkeit gegen ungerechte Forderungen. - Verstricke dich nicht in doppelte Sünden, denn schon die eine wird dir nicht ungestraft hingehen. Sei nicht kleinmütig in deinem Herzen. Griech.: in deinem Gebet. Deine Sünde raube dir nicht den Mut. - Versäume nicht zu beten und Almosen zu geben. Sprich nicht: Gott wird auf die Menge meiner Gaben schauen, Versprich dir nicht Straflosigkeit, weil du viele Opfer darbringst. - und wenn ich Gott, dem Allerhöchsten, meine Gaben darbringe, wird er sie annehmen. Häufe nicht in so törichter Einbildung Sünde auf Sünde. - Spotte Wie vor anderen von V. 4 an genannten Fehlern, so wird jetzt vor Verfehlungen im Umgang gewarnt. Hebr.: Verachte nicht. - des Menschen nicht, dessen Seele bekümmert ist; denn Gott, der erniedrigt und erhöht, Der Relativsatz ist Beifügung der Vulgata. Gott erniedrigt leicht den stolzen Verächter. - sieht alles. Streue Oder: Schmiede nicht. - nicht Lügen wider deinen Bruder aus und tue gleicherweise nicht wider deinen Freund. Wolle nie eine Lüge sagen, denn die Gewöhnung daran ist nicht gut. Ist überaus schädlich. - Sei nicht geschwätzig in der Versammlung der Greise Gesetzter Männer. Die Geschwätzigkeit verstößt gegen die ihnen gebührende Ehrfurcht und führt die Gefahr der Lüge herbei, wie auch der, der über alles reden will, bald seine Unwissenheit bekennen muss. - und mache nicht viele Worte in deinem Gebete. Im Sinne von [Mt 6,7]. Ein inbrünstiges Gebet, Lob oder Danksagung schließt die Wiederholung nicht aus, da solche in der menschlichen Natur begründet ist und in der Heiligen Schrift zahlreiche Beispiele hat [Ps 135, Ps 148-150], ja auch der Heiland selbst dreimal dasselbe Gebet sprach [Mt 26,44] und der heilige Paulus den Herrn dreimal um dasselbe bat. [2Kor 12,8] - Hasse nicht beschwerliche Arbeit noch den Landbau, den der Allerhöchste geschaffen. [1Mos 2,15, 1Mos 3,17] und [1Mos 2,5]. - Halte dich nicht zu der Menge der Zuchtlosen. Gedenke, dass der Zorn Gottes. - nicht zögern wird. Demütige deinen Geist sehr, Aus Furcht vor Gottes Strafgerechtigkeit. - denn die Strafe für den Leib des Gottlosen ist Feuer und Wurm. Vergl. [Jes 66,24]. Hebr.: Da das Letzte aller Menschen (der Leib im Tode) den Würmern gehören wird. - Handle nicht unrecht gegen deinen Freund, wenn er mit dem Gelde zögert, und verachte einen lieben Bruder nicht um Goldes willen. Griech.: Vertausche einen Freund nicht um Geld, noch einen treuen Bruder um Ophirgold. [1Koe 9,28] u.a. Vergl. [Jes 13,12]. Die jetzige Lesart der Vulgata ist verderbt. Es muss wohl heißen: pecunia differenti, um vieles Geld. - Scheide dich nicht von einer verständigen und guten Frau, Eine Frau, die dem Hauswesen wohl vorsteht und tugendhaft ist. - die du in der Furcht Gottes erlangt hast; Zusatz der Vulgata: die du gleichsam als Lohn deiner Gottesfurcht erlangt hast, oder die du dir in der Furcht des Herrn genommen hast. - denn die Anmut ihrer Sittsamkeit ist mehr wert als Gold. Halte den Knecht nicht übel, der treu arbeitet, noch den Taglöhner, der seine Lebenskraft einsetzt. Ein verständiger Knecht sei dir so lieb wie deine Seele, Griech.: liebe deine Seele. - enthalte ihm die Freilassung nicht vor Die [2Mos 21,2] vorgeschriebenen. Die Verletzung dieses Gesetzes wird [Jer 34,11] erwähnt. - und lass ihn nicht arm von dir gehen. Zusatz der Vulgata aus [5Mos 15,13]. - Hast du Vieh, so warte sein, Überlass nicht anderen alle Sorge. - und bringt es dir Nutzen, so behalte es. Verkaufe sie nicht alsbald wieder, wenn sie dir für den Acker nützlich sind. - Hast du Söhne? So ziehe sie Vergl. [JSir 30,1]. - und beuge sie von Jugend auf. Wo sie noch biegsam sind. Hebr.: und nimm ihnen ein Weib in der Jugend. - Hast du Töchter? So hüte ihren Leib Dass er keusch bleibe, - und zeige kein zu heiteres Angesicht vor ihnen. Wahre deine Autorität, damit sie nicht etwa frech werden und sündigen. - Verheirate deine Tochter, und du hast ein großes Werk vollbracht, Du befreiest dich von der Pflicht der Hut und sorgst für deine Tochter für das Leben. - nur gib sie einem verständigen Manne. Ein solcher aber ist nur der Gottesfürchtige. - Hast du eine Frau nach deinem Herzen, Dieser Beisatz fehlt im Hebr. Der Weise mahnt einzig, von dem Rechte der Verstoßung keinen Gebrauch zu machen. - so verstoße sie nicht; und einer Gehässigen traue dich nicht an. Öffne nicht dein ganzes Herz. - Von ganzem Herzen ehre deinen Vater und vergiss der Schmerzen deiner Mutter nicht. Vergl. [JSir 3,5ff]. - Gedenke, dass du ohne sie nicht geboren wärest, und erweise ihnen Gutes, wie auch sie dir erwiesen haben. Griech.: was kannst du ihnen tun (vergelten) für das, was sie dir getan? Im Hebr. fehlt dies. - Mit ganzer Seele fürchte den Herrn und seinen Priestern erweise Ehrerbietung. Aus allen Kräften liebe den, der dich erschaffen, Vergl. [5Mos 6,5]. - und verlass seine Diener nicht. Wie? besagt V. 33. Vergl. [5Mos 12,19]. - Ehre Gott aus ganzer Seele und ehre die Priester und entsündige dich durch Schulterstücke. Hebr. Griech.: Fürchte den Herrn und ehre den Priester und gib ihm seinen Anteil, wie es dir geboten. Über die Schulterstücke vergl. [3Mos 7,32, 4Mos 18,18]. - Gib ihnen, wie es dir befohlen ist, ihren Anteil von den Erstlingen [2Mos 22,28, 2Mos 23,19; 2Mos 34,26; 3Mos 23,17; 4Mos 15,19; 5Mos 26,1] - und von den Reinigungsopfern Sündopfer [3Mos 6,18-22; 3Mos 7,6ff] - und entsündige dich von deiner Versäumnis Schuldopfer [3Mos 4,1.27; 3Mos 5,14]. - durch kleine Gaben. Wenn du nicht die Gaben der Reichen darzubringen vermagst. - Bringe dem Herrn die Gaben deiner Schulterstücke [2Mos 29,27; 3Mos 7,32, 5Mos 18,3] - dar, das Opfer der Heiligung, Vielleicht das [3Mos 2,3] Erwähnte? - sowie die Erstlinge des Geheiligten. [4Mos 18,26] - Reiche auch dem Armen deine Hand, Gern, reichlich. – Das Erbarmen gegen die Armen wird im Gesetze oft eingeschärft. - damit deine Sühne Zusatz der Vulgata. - und dein Segen vollkommen werden. Wohltätigkeit beweise allem, was lebt, und auch dem Toten enthalte deine Huld nicht vor. Durch Begräbnis [Tob 12,12], Trost der Hinterbliebenen, Opfer [2Mak 12,43] und Gebete. - Lass die Weinenden nicht ohne Trost und wandle mit den Trauernden. An ihrer Trauer teilnehmend. - Lass es dich nicht verdrießen, einen Kranken zu besuchen; denn dadurch wirst du in der Liebe feststehen. Du wirst von Gott und Menschen geliebt werden. Hebr.: Sei nicht grob gegen deinen Freund. - Bei allem, was du tust, gedenke an dein Ende, Tod und Gericht. Vergl. [Koh 11,9, Koh 12,14]. so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen.

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