Esra 4

C. Der Tempelbau wird behindert. (4,1 – 6,12) a. Samariter fordern Zulassung zur Teilnahme am Bau (V. 2) Zurückgewiesen erlangen sie von den Königen der Perser, dass die Fortsetzung des Baues den Juden verboten wird, weshalb derselbe bis zur Herrschaft des Darius ausgesetzt bleibt. (V. 5) b. Der Verfasser fügt bei, durch welche Mittel es den Feinden gelang, den Aufbau der Stadt unter Xerxes I. und Artaxerxes I. zu behindern (V. 7), indem er die Anklageschrift der Feinde (V. 16) und das Dekret des Artaxerxes anführt. (V. 23) c. Der Verfasser kehrt zum Tempelbau zurück.

Als aber die Feinde Judas und Benjamins Die Samariter. [2Koe 17,24ff] - hörten, dass die Kinder der Gefangenschaft Die Zurückgekehrten, welche ja den beiden Stämmen angehörten. - dem Herrn, dem Gott Israels, den Tempel erbauten, traten sie zu Zorobabel und zu den Häuptern der Stammhäuser und sprachen zu ihnen: Lasset uns mit euch bauen, denn wir suchen euern Gott, so wie ihr; sehet, Hebr.: und ihm opfern wie seit den Tagen. - wir haben Opfer dargebracht seit den Tagen Asor-Haddans, des Königs von Assur, welcher uns herbeigeführt hat. [2Koe 17,24, 2Koe 19,37] Die gut organisierte Gemeinde der Zurückgekehrten erschien den Samaritern als gefährliche Konkurrenz, die unschädlich gemacht werden musste durch Intrigen oder durch Gewalt. - Da sprachen Zorobabel und Josue und die übrigen Häupter der Stammhäuser Israels zu ihnen: Zorobabel hatte die Frage nicht vom Standpunkte der Religion zu beantworten, diese ließ ja die Heiden zum Eintritt in die Gemeinde zu, sondern von dem der Politik. Vom Standpunkt des Gemeinwesens aus war es klar, wenn die Samariter einmal in eine Angelegenheit eingriffen, sie es auch in anderen tun würden, so dass die Zurückgekehrten sich schwerlich eine politische Selbständigkeit wahrten. War nicht zudem die Wegführung gerade als Strafe für die Annahme heidnischen Wesens von den Propheten bezeichnet worden? - Nicht euch und uns zugleich gehört es zu, unserm Gott ein Haus zu bauen, sondern nur wir allein wollen es dem Herrn, unserm Gott, bauen, wie uns Cyrus, der König von Persien, befohlen hat. So geschah es denn, dass das Volk des Landes das Volk von Juda hinderte und bei dem Baue störte. Hebr.: Da brachten es die Bewohner des Landes dahin, dass die Bewohner Judas die Hände sinken ließen, und schreckten sie vom Baue ab. - Und sie dingten wider sie Ratgeber, Am persischen Hofe. - um ihr Vorhaben zu vereiteln, so lange Cyrus, der König von Persien, lebte, und bis zur Regierung des Darius, des Königs von Persien. Der Tempelbau wurde während der letzten fünf Jahre des Cyrus, der acht Jahre des Kambyses, des Pseudo-Smerdis und des ersten Jahres des Darius eingestellt. (V. 24) - Unter der Regierung V. 6 – 24 ist vom Mauerbau die Rede. Nach chronologischer Ordnung stehen dieselben nicht an rechter Stelle. - des Assuerus Unter Xerxes I. und Artaxerxes gingen Anklageschriften der Samariter betreffs des Verhaltens der jüdischen Gemeinde nach Susa ab. - aber schrieben sie im Anfange seiner Regierung eine Anklage gegen die Bewohner von Juda und Jerusalem. Und in den Tagen des Artaxerxes schrieben Beselam, Mithridates, Thabeel und die übrigen, welche mit ihnen im Einverständnis waren, an Artaxerxes, den König von Persien; die Klageschrift aber war syrisch geschrieben und man las sie in syrischer Sprache. Die Klage war mit aramäischen Buchstaben in aramäischer Sprache geschrieben, obwohl die Samaritaner eine andere Sprache und Schrift hatten. Aramäisch war die Reichssprache für Vorderasien. Von hier an bis [Esr 6,18] ist auch das Buch Esra geschrieben. - Reum Beelteem und Samsai, der Schreiber, schrieben an den König Artaxerxes einen Brief über Jerusalem, also lautend: Reum Beelteem Hebr.: Reum, der Ratsherr. - und Samsai, der Schreiber, und ihre übrigen Genossen, die Diniter, Apharsathachiter, Terphaliter, Apharsiter, Ein medischer Stamm. - Erchuiter, Babylonier, Susanechiter, Dieviter und Älamiter, und die übrigen Völkerschaften, welche der große und glorreiche Asenaphar Asurbanipal- Asnappar. (668 – 626) - weggeführt und in den Städten Samarias und in den andern Landschaften jenseits des Flusses Westlich vom Euphrat. - angesiedelt hat in Frieden; Hebr.: und so weiter. In Frieden ist wohl als Wunsch- und Schlussformel des Briefes zu fassen. - (Dies ist die Abschrift des Briefes, den sie an ihn sandten:) Dem Könige Artaxerxes! Die Ursache, weshalb die Juden die Stadt befestigten, lag wohl in der Absicht, die Mischehen zu beseitigen. Die Nachbarn hatten durch dieselben ungemein an Einfluss in der Gemeinde gewonnen, die Beseitigung derselben soll die drohende religiös-nationale Gefahr beseitigen. Dafür aber tritt eine andere Gefahr ein, die Anfechtung durch die Samaritaner, welche die Selbständigkeit der Juden nicht zulassen wollen. Die Befestigung Jerusalems gibt jenen Gelegenheit, die Juden hochverräterischer Absichten zu beschuldigen. - Deine Knechte, die Männer, welche jenseits des Stromes wohnen, wünschen dir Heil! Es sei dem Könige kund, dass die Juden, welche von dir zu uns heraufzogen, nach Jerusalem gekommen sind, und diese aufrührerische und schlechte Stadt aufbauen, ihre Mauern aufrichten, und die Wände zusammenfügen. Chald.: Die Fundamente ausgraben (?) - So sei also dem Könige kund, dass, wenn diese Stadt aufgebaut und ihre Mauern hergestellt sein werden, sie keine Steuer, noch Zoll und jährliche Abgaben Chald.: Wegegelder. - mehr geben werden, und diese Schädigung wird zuletzt selbst die Könige treffen. So dass es zuletzt dem Einkommen der Könige Eintrag tut. - Wir aber sind des Salzes eingedenk, das wir im Palaste essen, Dass wir im Solde (salarium) des Königs stehen. - und weil es uns unrecht scheint, den Schaden des Königs ansehen zu müssen, darum senden wir hin und geben dem Könige Nachricht, damit du in den Büchern der Denkwürdigkeiten deiner Väter Der vorausgehenden persischen, medischen, babylonischen und assyrischen Könige. - nachsuchen lassest; und du wirst in den Denkwürdigkeiten geschrieben finden und ersehen, dass diese Stadt eine aufrührerische Stadt ist und Königen und Ländern Schaden zufügt und dass in ihr von jeher Kriege Chald.: Aufstände. - angestiftet werden, weshalb denn auch diese Stadt zerstört wurde. Wir tun dem Könige zu wissen, dass du, wenn diese Stadt aufgebaut wird und ihre Mauern wiederhergestellt werden, jenseits des Stromes keinen Besitz mehr haben wirst. Da sandte der König einen Befehl an Reum Beelteem Den Ratsherrn. - und an Samsai, den Schreiber, und an die übrigen Bewohner Samarias, die ihre Genossen waren, und an die andern jenseits des Stromes, indem er ihnen Heil und Frieden wünschte. Chald.: Heil und so weiter. - Die Anklage, welche ihr an uns gesendet, ist deutlich vor mir gelesen worden und es ward von mir Befehl gegeben, man hat nachgeforscht und gefunden, dass diese Stadt von alters her sich gegen die Könige auflehnt und Aufruhr und Streit in ihr angestiftet werden; denn Chald.: und. - auch sehr mächtige Könige waren in Jerusalem, welche über die ganze Landschaft jenseits des Stromes ihre Herrschaft ausübten Dies gilt eigentlich voll nur von David und Salomon. - und Zoll und Abgaben Chald.: und Weggeld. - empfingen. So höret nun die Entscheidung: Tuet jenen Männern Einhalt, Chald.: So erlasset denn einen Befehl, dass diese Männer ihre Arbeit einstellen. - dass diese Stadt nicht wieder aufgebaut werde, bis etwa von mir Befehl dazu gegeben wird. Sehet zu, dass ihr dies nicht saumselig vollziehet und allmählich der Nachteil, den die Könige erdulden, wachse. Als die Abschrift des Befehles des Königs Artaxerxes vor Reum Beelteem Fehlt im Chald. - und Samsai, dem Schreiber, und ihren Genossen gelesen war, zogen sie eilig nach Jerusalem zu den Juden und taten ihnen mit mächtigem Arme Einhalt. Damals Der Bericht kehrt zu der Zeit zurück, von der V. 1 – 5 handelte. Der Tempelbau war nicht verboten, wohl aber der Bau der Stadt und der Mauern. Doch sie stellen auch den Tempelbau ein, denn was soll das Gotteshaus in öder Gegend? ward das Werk am Hause des Herrn zu Jerusalem eingestellt und es geschah nichts bis zum zweiten Jahre der Regierung des Darius, des Königs von Persien.

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