Esra 9

2. Anfang der Besserung der Sitten durch Fernhaltung unerlaubter Ehen. (9,1 – 10,44) A. Da Esdras erfährt, dass viele Juden mit Verachtung des Gesetzes Ehen mit Heidinnen eingegangen sind (V. 5), beweint er die Verfehlung des Volkes und bittet Gott um Verzeihung für dieselben.

Nachdem dies vollbracht war, traten die Vorsteher zu mir und sprachen: Das Volk Israel und die Priester und die Leviten sind nicht von den Völkern der Lande und ihren Greueln abgesondert, Dem Götzendienste. [5Mos 12,32] - nämlich von den Chananitern, Hethitern, Pherezitern, Jebusitern, Ammonitern, Moabitern, Ägyptern und Amorrhitern; Nach [2Mos 34,16] und [5Mos 7,3] waren nur die Ehen mit den Chananitern verboten, doch bestand die gleiche Gefahr der Verführung zum Götzendienste auch bei Ammonitischen Verschwägerungen oder solchen mit den Moabitern und Ägyptern. - denn sie haben einige von deren Töchtern für sich und ihre Söhne genommen und so den heiligen Samen mit den Völkern der Länder vermischt, auch haben die Vorsteher und Obrigkeiten zuerst sich dieser Übertretung schuldig gemacht. Als ich diesen Vorwurf hörte, zerriss ich meinen Mantel und mein Obergewand und raufte mir die Haare des Hauptes und Bartes aus und setzte mich in Trauer nieder. Alle aber, welche das Wort des Gottes Israels fürchteten, kamen zu mir wegen der Übertretung derjenigen, die aus der Gefangenschaft gekommen waren, und ich saß traurig da bis zum Abendopfer. Das Abendspeiseopfer [2Mos 29,39.41]. - Zur Zeit des Abendopfers aber stand ich aus meiner Trauer auf, zerriss noch einmal Mantel und Kleid, beugte meine Knie, breitete zum Herrn, meinem Gott, meine Hände aus
Esdras kniet im Gebet
und sprach: Mein Gott! Scham erfasst mich und ich erröte, mein Angesicht zu dir zu erheben; denn unsere Missetaten haben sich über unser Haupt gehäuft und unsere Sünden sind bis an den Himmel emporgewachsen von den Tagen unserer Väter an, Im Hebr. beginnt mit dem V. 7 ein neuer Satz: Seit den Tagen unserer Väter sind wir in großer Schuld. - aber auch wir selbst haben schwer gesündigt bis auf diesen Tag und um unserer Sünden willen sind wir selbst und unsere Könige und unsere Priester in die Hand der Könige der Länder gegeben worden, in das Schwert, in Gefangenschaft, in Plünderung und in Beschämung, wie noch heute. Und jetzt ist gleichsam auf einen kleinen Augenblick Die letzten 70 – 80 Jahre von der Befreiung aus Babylon. - unser Flehen zu dem Herrn, unserm Gott, gekommen, Hebr.: ist uns von Jahve Erbarmen zuteil geworden. - dass einige übriggelassen sind und uns ein Pfahl Hebr.: Pflock. Wie ein Pflock Gegenstände trägt, die man an ihn hängt, so hat Gottes Gnade uns den Tempel als Stütze gegeben. - an seiner heiligen Stätte gegeben ward, und dass unser Gott unsere Augen erleuchtete Dass wir wieder froh und lebenskräftig wurden. Vergl. [Ps 12,4]. Aber das verliehene Leben ist ein geringes im Vergleiche zu der Lebensfülle Israels in der Vergangenheit und der von den Propheten verheißenen Zukunft. - und uns noch ein wenig Leben verlieh in unserer Knechtschaft. Denn wir sind Knechte, Stehen unter den Königen der Heiden. - aber unser Gott hat uns nicht in unserer Knechtschaft verlassen, sondern hat uns Gnade vor dem Könige Hebr.: Mehrzahl. - von Persien zugewendet, dass er uns Hebr.: so dass wir neue Lebenskraft gewannen, den Tempel unseres Gottes wieder aufzurichten usw. - das Leben schenkte und das Haus unsers Gottes wieder aufrichtete und aus seiner Verwüstung erhob und uns eine Mauer Eine Mauer dient zur Verteidigung und zum Schutze. - schaffte in Juda und Jerusalem. Und nun, was sollen wir nach diesem allem sagen, unser Gott? Wir haben ja deine Gebote verlassen, die du durch deine Diener, die Propheten, gegeben hast, da du sprachst: Das Land, in das ihr hinziehet, es in Besitz zu nehmen, ist ein unreines Land, sowie die Hebr.: infolge der Unreinigkeit… wegen der Greuel… - Völker und die übrigen Länder unrein sind durch die Greuel derjenigen, welche es von einem Ende zum andern mit ihrer Verunreinigung erfüllt haben. Gebet daher eure Töchter nicht ihren Söhnen und ihre Töchter nehmet nicht für eure Söhne, und nimmermehr suchet Frieden für sie und Glück; In dieser Fassung findet sich das Verbot nirgends. Am verwandtesten ist [5Mos 7,1-3]. - damit ihr stark werdet und genießet, was gut ist im Lande, und eure Kinder auf ewig zu Erben lasset. Und nach allem, was über uns durch unsere schlimmen Taten und durch unsere großen Vergehen gekommen ist, Die Vulg. bietet das Folgende nach der Septuag. Hebr.: wiewohl du, o Gott, uns viel weniger gestraft als unsere Missetat (verdiente) und uns eine solche Rettung gewährt hast, sollten wir wiederum deine Gebote brechen und heiraten usw. - hast du, unser Gott, uns von unserer Ungerechtigkeit befreit und uns Rettung gewährt, wie es heute erscheint, damit wir uns nicht abwenden und deine Gebote übertreten, noch Heiraten mit den Völkern dieser Greuel eingehen. Wirst du denn über uns zürnen bis zur Vernichtung, Sinn nach dem Hebr.: Dann wirst du gewiss gegen uns zürnen bis zur Vernichtung. - dass du uns die Übriggebliebenen nicht zur Rettung lassest? Herr, Gott Israels! du bist gerecht; denn wir sind übriggeblieben, um gerettet zu werden, Hebr.: denn wir sind nur als Entronnene übrig geblieben. wie es sich heute zeigt. Siehe, wir stehen vor dir mit unserer Schuld; denn niemand kann deswegen vor dir bestehen.

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