Ester 1
Die Ausgaben hier ordnen dieses Buch unterschiedlich an, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in jeder einen anderen Text bezeichnet.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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I. Den Juden im Perserreiche erwächst große Gefahr. (Kap. 1, V. 1 – Kap. 3, V. 15 [Kap. 13, V. 1-7]) 1. Esther, zur Gemahlin den Königs Xerxes erhoben, offenbart ihm eine von Mardochäus entdeckte Verschwörung. (1,1 – 2,23) A. Im dritten Jahre seiner Herrschaft gibt Assuerus den Großen seines Reiches (V. 3) und hierauf den Bewohnern von Susan ein großes Gastmahl. (V. 8) Am letzten Tage befiehlt er der Königin Vasthi, sich zu zeigen. (V. 11) Diese weigert sich zu kommen und wird auf den Rat der Weisen verstoßen. Es wird ein Befehl erlassen, dass die Frauen ihren Männern gehorchen sollen.
Die gemeinübliche Ausgabe hatte auch den nachfolgenden Anfang, der aber weder im Hebräischen noch bei einem Übersetzer zu finden ist. Anmerkung des hl. Hieronymus. -
1a Im zweiten Jahre der Regierung Artaxerxes, In einer Haupthandschrift der Sept. richtig Assuerus. Da Esther erst im siebenten Jahre des Xerxes Königin ward, liegt ein Zeitraum von fünf Jahren zwischen Traum und Erfüllung. - des Großen, am ersten Tage des Monats Nisan, hatte Mardochäus ein Traumgesicht, der Sohn Jairis, des Sohnes Semeis, des Sohnes Kis, vom Stamme Benjamin, 1b ein Jude, der in der Stadt Susan wohnte, ein großer Mann und einer der Ersten am königlichen Hofe. Griech.: ein ansehnlicher Mann, der da diente am Hofe des Königs. - Er war aber aus der Zahl der Gefangenen, welche Nabuchodonosor, der König von Babylon, aus Jerusalem mit Jechonias, dem Könige von Juda, weggeführt hatte. 1c Und folgendes war sein Traumgesicht: Es ließ sich Geschrei und Lärm hören und Donner und Erdbeben und Verwirrung auf Erden, 1d und siehe, da waren zwei große Drachen, bereit, miteinander zu kämpfen. 1e Auf ihr Geheul kamen alle Völker in Bewegung, um wider das Volk der Gerechten zu streiten. 1f Und jener Tag war ein Tag der Finsternis und der Gefahr, der Drangsal und Angst und es ward ein großer Schrecken auf Erden. 1g Da ward das Volk der Gerechten, die ihren Untergang fürchteten, bestürzt und bereitete sich zum Tode vor. 1h Und sie riefen zu Gott, und da sie flehten, wuchs ein kleiner Quell zu einem mächtigen Strome heran, aus dem sich sehr viele Wasser ergossen. Esther ward groß und teilte von ihrer Größe ihrem Volke mit. - 1i Licht und Sonne Sinnbilder des Glückes. erschienen und die Niedrigen wurden erhöht und verschlangen die Angesehenen. 1k Als Mardochäus dies so gesehen, stand er vom Lager auf und dachte nach, was Gott tun wolle, und fast beständig lag es ihm im Sinne, denn er wünschte zu wissen, was das Traumgesicht bedeute. Zu dieser Zeit hielt er sich am Hofe des Königs auf mit Bagatha und Thara, den Kämmerern des Königs, welche Türhüter des Palastes waren. Nach dem Griech. waren sie Befehlshaber der Leibwache. Vergl. [Est 2,21]. - Als er deren Gesinnungen erkannt und ihre Absichten genauer durchschaut hatte, gewahrte er, dass sie Hand an den König Artaxerxes legen wollten, und zeigte dies dem Könige an. Dieser ließ eine Untersuchung anstellen und, da sie geständig waren, sie zum Tode führen. Der König aber ließ das, was geschehen war, in die Denkbücher eintragen und auch Mardochäus hinterlegte über diese Sache eine Schrift zur Erinnerung. Hierauf befahl ihm der König, am Hofe des Palastes zu bleiben, und gab ihm Geschenke für die Anzeige. Diese waren wohl nicht bedeutend, da sie nicht in die Reichsannalen eingeschrieben wurden. - Aman aber, der Sohn Amadathis, der Bugäer, Ein anderer Text: der Macedonier. - stand in hohen Ehren bei dem Könige und wollte Mardochäus und dessen Volke schaden, wegen der zwei Kämmerer des Königs, welche getötet worden waren. Ob er auch Anlass gegeben, dass Mardochäus mit Geschenken abgefunden ward? - Bis hierher geht die Vorrede. In der Sept. steht dieser Abschnitt am Eingange des Buches. - Was nun folgt, stand an der Stelle, wo es im Buche heißt: „Man solle ihnen ihre Güter und Habe rauben.“ [Est 3,13] - Dies haben wir nur in der gewöhnlichen Ausgabe gefunden. Anmerkung des hl. Hieronymus. - Des Briefes Abschrift war aber diese: Nach [Est 3,13]. 1 Zur Zeit des Assuerus, Assuerus (hebr. Achaschwerosch). Von [Est 10,3] an in der Vulgata nach dem Vorgange der Septuag Artaxerxes, ist der König Xerxes (485 – 465), auf Keilinschriften Chsy-arscha oder Chsayarscha. Die Übersetzung der Septuaginta ist demnach falsch, da Artaxerxes dem hebräischen Namen Arthaschaschta (keilinschriftlich Artachschatra) entspricht. - der von Indien bis Äthiopien über hundertsiebenundzwanzig Landschaften Verwaltungsbezirke, von denen je eine Anzahl eine Provinzverwaltung bilden. - herrschte, 2 als er auf seinem königlichen Throne saß, Die Könige von Persien werden in der Regel auf dem Throne sitzend abgebildet. - war Susan die Hauptstadt seines Reiches. 3 Im dritten Jahre seiner Herrschaft also veranstaltete er ein großes Gastmahl für alle seine Fürsten und Diener, die Gewaltigen unter den Persern und die Angesehenen unter den Medern Perser und Meder werden als verwandte Stämme des über die Juden herrschenden Volkes immer zusammen genannt. Vergl. [Dan 6,8.12]. - und die Statthalter der Landschaften Die zur Beratung des Feldzuges gegen Griechenland berufen waren. - vor sich, 4 viele Tage lang, nämlich einhundertundachtzig Tage, Nicht dass das Gastmahl 180 Tage gedauert hätte, sondern diese Zeit hindurch dauerten die Beratungen und zeigte der König die Reichtümer und Herrlichkeit seines Reiches usw. - um Hebr.: wobei er zur Schau stellte. - die Reichtümer der Herrlichkeit seines Reiches und die Größe und Pracht seiner Macht zur Schau zu stellen. 5 Und als die Tage des Gastmahles vorüber waren, lud er das ganze Volk, das sich in Susan befand, Nur die Genannten in der Burg von Susa befindlichen, oder auch die ganze männliche Bevölkerung der Stadt. - vom Größten bis zum Kleinsten, Hoch und niedrig. - ein und ließ sieben Tage lang ein Mahl bereiten im Vorhofe des Gartens und des Haines, der mit königlicher Sorgfalt und künstlich angelegt war. 6 Dort hingen überall lichte und rote und veilchenblaue Tücher, Hebr.: Weißes Wollenzeug und purpurblaues Tuch. Blau und weiß waren die königlichen Farben der Perser. - von linnenen und purpurnen Seilen gehalten, die in elfenbeinernen Ringen liefen und an marmornen Säulen befestigt waren. Auch waren dort goldene und silberne Lagerpolster Mit Gold- und Silberfaden durchzogene Stoffe oder massive Gestelle. - auf dem Fußboden aufgestellt, der mit smaragdgrünem und parischem Marmor belegt und in wunderbarer Abwechslung mit Mussivarbeit Hebr.: Auf einem Steinpflaster von Alabaster und weißem Marmor und Perlmutterstein und geflecktem Marmor. – Es war Mosaikpflaster. - geschmückt war. 7 Die Geladenen aber tranken aus goldenen Bechern und die Speisen Vielmehr: wobei in immer wechselnden Gefäßen aufgetragen wurde. - wurden in immer wechselnden Gefäßen aufgetragen, auch ward, wie es königlicher Herrlichkeit geziemte, der beste Wein in Überfluss aufgesetzt. 8 Und niemand nötigte jemanden wider seinen Willen zum Trinken, Hebr.: Und das Trinken richtete sich nach der Verordnung, dass niemanden nötigen sollte (bei anderen Gelagen wurden allgemeine Befehle gegeben). - sondern wie der König, der über jeden Tisch einen von seinen Fürsten gesetzt, bestimmt hatte, sollte jeder nehmen, was er wollte. 9 Auch Vasthi, Pers. Vahista: die Beste. - die Königin, veranstaltete ein Gastmahl für die Frauen in dem Palaste, in dem der König Assuerus sich aufzuhalten pflegte. Bei öffentlichen Gastmählern erschienen die Frauen nicht, sondern gaben eigene Tafeln in den Palästen für Angehörige ihres Geschlechtes. -Zitiert in 3
- Dieses Kapitel Caritas In Veritate(§29)
- V. 3 Summa (EN)(II-II 112.1)
- V. 4 Summa (EN)(II-II 112.1)