Ester 2
Die Ausgaben hier ordnen dieses Buch unterschiedlich an, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in jeder einen anderen Text bezeichnet.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Assuerus will an Stelle Vasthis eine andere Königin setzen. Unter den auserwählten Jungfrauen, welche ihm aus dem ganzen Reiche zugeführt werden, wählt er Edissa, persisch Esther genannt, die Nichte des Mardochäus (V. 8), und macht sie, ohne ihre Herkunft und ihr Vaterland zu kennen, im siebenten Jahre seiner Herrschaft zur Königin. (V. 18) C. Mardochäus weilt, um Esther nahe zu sein, an dem Tore des Palastes und entdeckt so eine Verschwörung von Kämmerern, welche er dem Könige durch Esther entdecken lässt.
1 Als sich nach diesen Begebenheiten Kaum lange nach der Verstoßung Vasthis. - der Zorn des Königs Assuerus gelegt hatte, gedachte er der Vasthi und dessen, was sie getan und was über sie gekommen war. 2 Da sprachen die Höflinge des Königs und seine Diener: Man suche dem Könige schöne Jungfrauen 3 und sende Leute aus, die in allen Ländern schöne Jungfrauen Hebr.: alle schönen Jungfrauen: zahlreiche. - suchen und sie in die Stadt Susan führen und in das Frauenhaus bringen unter die Obhut des Egeus, Hebr.: Hege, V. 8, V. 15 Hegai. - des Kämmerers, welcher der Vorgesetzte und Hüter der königlichen Frauen ist; und sie mögen Frauenschmuck erhalten und was sonst zu ihrem Gebrauche vonnöten ist. 4 Welche dann unter allen den Augen des Königs gefällt, diese werde Königin an Vasthis Stelle. Dieser Vorschlag gefiel dem Könige und er befahl zu tun, wie sie geraten hatten. 5 Nun war ein Jude in der Stadt Susan, mit Namen Mardochäus, Der Name wird gewöhnlich von Merodach abgeleitet: dem Merdach (babylonischer Gott) angehörig. - der Sohn Jairs, des Sohnes Semeis, des Sohnes Kis, vom Stamme Benjamin, Wenn Jair sein Vater war, so doch Senai und Kis nur namhafte Vorfahren. Er stammte aus einer nach Babylon weggeführten Familie. - 6 welcher von Jerusalem zu der Zeit weggeführt war, als Nabuchodonosor, der König von Babylon, Jechonias, den König von Juda, wegführte. 7 Dieser war der Nährvater seiner Bruderstochter Edissa, Myrte. - welche mit anderem Namen Esther Pers. stara Stern, Glück. Ihr Vater war der Bruder (nach dem Hebr. Oheim) des Mardochäus. (V. 15) - hieß und beide Eltern verloren hatte. Sie war sehr schön und anmutig. Nachdem also ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mardochäus sie als seine Tochter angenommen. 8 Als nun der Erlass des Königs kundgeworden war und nach seinem Befehle viele schöne Jungfrauen nach Susan gebracht und dem Kämmerlinge Egeus übergeben wurden, ward ihm unter den übrigen Mädchen auch Esther übergeben, um unter der Zahl der Frauen bewahrt zu werden. 9 Sie gefiel ihm und fand Gnade vor seinen Augen. Das Folgende lautet im Hebr.: daher beeilte er sich, sie vorzubereiten, ihr die geeigneten Anteile (Kost) zu reichen und ihr die sieben ihr zukommenden Dienerinnen aus dem königlichen Palaste zu verschaffen, und er versetzte sie und ihre Dienerinnen in die besten Gemächer des Frauenhauses. - Daher befahl er einem Kämmerlinge, den Frauenschmuck zu beschleunigen und ihr ihren Teil zu geben, dazu sieben der schönsten Mädchen aus dem Hause des Königs und sie wie ihre Dienerinnen zu schmücken und auszustatten. 10 Sie aber wollte ihm ihr Volk und Vaterland nicht kundgeben, Dass sie eine Jüdin, nicht dass sie die Tochter eines nichtpersischen Volkes sei. - denn Mardochäus hatte ihr befohlen, gänzlich von dieser Sache zu schweigen. 11 Täglich ging er vor dem Vorhofe des Hauses, in dem die auserlesenen Jungfrauen verwahrt wurden, auf und ab, Die jüdischen Ausleger nehmen an, er habe ein Hofamt bekleidet. [Est 3,2ff] - besorgt um das Wohl Esthers und begierig zu erfahren, wie es ihr gehe. 12 Bis aber die Zeit für ein jedes Mädchen der Reihe nach kam, zum Könige zu gehen, vergingen, ehe alles geschehen war, was zur Pflege der Frauen gehörte, zwölf Monate; sechs Monate nämlich wurden sie mit Myrrhenöl gesalbt und andere sechs Monate gebrauchten sie allerlei Salben und Spezereien. 13 Wenn sie dann zu dem Könige gingen, erhielten sie, was sie als zum Schmucke gehörig verlangten; und wie sie geschmückt sein wollten, so gingen sie aus dem Frauensaal in das Gemach des Königs. 14 Die, welche am Abend hineingegangen war, kam am Morgen heraus und wurde von da in ein zweites Haus geführt, das unter der Obhut des Kämmerers Susagazi war, welcher über die Nebenfrauen des Königs die Aufsicht führte; sie durften alsdann nicht wieder zu dem Könige kommen, es sei denn, dass der König es wollte und sie ausdrücklich kommen hieß. 15 Als nun die Reihenfolge um war, kam auch der Tag heran, an welchem Esther, die Tochter Abihails, des Bruders des Mardochäus, welche dieser als Tochter angenommen hatte, zum König gehen sollte. Sie verlangte keinen Frauenschmuck, sondern was der Kämmerling Egeus, der Hüter der Jungfrauen, wollte, gab er ihr zum Schmuck. Sie kannte sein Wohlwollen (V. 9) und bewies ihre Bescheidenheit. - Sie war nämlich sehr wohlgestaltet und unglaublich schön, holdselig und anmutig in aller Augen. 16 So ward sie denn in das Gemach des Königs Assuerus geführt im zehnten Monate, welcher Tebeth Auf Keilinschriften Tebetu. Die vier Jahre zwischen der Verstoßung der Vasthi und Esthers Erhebung sind wohl durch den Krieg gegen Griechenland ausgefüllt. - heißt, im siebenten Jahre seiner Herrschaft. 17 Der König gewann sie lieber als alle anderen Frauen, sie fand Gnade und Gunst bei ihm mehr als alle anderen Frauen und er setzte die Königskrone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vasthis Statt. 18 Sodann ließ er ein prächtiges Gastmahl für alle seine Fürsten und Diener zurichten, zur Feier seiner Verbindung und Hochzeit mit Esther. Auch gewährte er allen Ländern Nachlass Nach der Vulg. Nachlass von Frohnden dem Hebr. und der Septuag entspricht mehr Steuernachlass. - und verteilte mit fürstlicher Freigebigkeit Geschenke. 19 Als nun ein zweites Mal Jungfrauen gesucht und zusammengebracht wurden, Es ist eine zweite Auswahl von Jungfrauen gemeint. - blieb Mardochäus an der Pforte des Königs. Besser: Mardochäus weilt gerade an der Pforte des Königs. - 20 Esther aber hatte ihr Vaterland und Volk noch nicht kundgegeben, wie es ihr befohlen war; denn sie beobachtete alles, was er befahl, und tat alles so, wie sie zu jener Zeit gewohnt war, da er sie noch als Kind aufzog. So war also Mardochäus nicht als Pflegevater der Königin bekannt. Die beiden Verschworenen achten nicht auf ihn als auf einen Mann aus dem Volke. - 21 Zur Zeit also, da Mardochäus an der Pforte des Königs weilte, wurden Bagathan und Thares, zwei Kämmerer des Königs, welche Türhüter waren und die erste Schwelle des Palastes beaufsichtigten, Die obersten Türhüter. - erbittert und wollten sich wider den König erheben und ihn ermorden. 22 Dies blieb Mardochäus nicht verborgen und er teilte es alsbald der Königin Esther mit und diese dem Könige im Namen des Mardochäus, der ihr die Sache hinterbracht hatte. 23 Als man nun nachforschte und es richtig befand, wurden beide an den Galgen gehängt, Hebr.: an ein Holz gehängt, d.i. gepfählt oder gekreuzigt. - das Ereignis aber ward in die Jahrbücher vor dem Könige Das dem Könige immer zur Hand sein musste. eingetragen.