Ester 3

Die Ausgaben hier ordnen dieses Buch unterschiedlich an, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in jeder einen anderen Text bezeichnet.

2. Aman zürnt auf Mardochäus und bewegt den König, das ganze Judenvolk dem Verderben zu weihen. [Est 3,1-15, Est 13,1-7] A. Der Meder Aman wird von Assuerus über alle Fürsten erhoben, so dass alle, mit Ausnahme von Mardochäus, vor ihm die Knie beugen. Auf die Kunde von Mardochäus Unbeugsamkeit beschließt Aman seinen und des ganzen jüdischen Volkes Untergang. (V. 6) B. Im ersten Monat des zwölften Jahres des Assuerus wirft Aman das Los über den Tag, der den Juden verhängnisvoll werden soll, und überredet den König, die Juden der Vernichtung preiszugeben. (V. 9) Der König gibt einen Erlass, dass die Juden am dreizehnten Tage des letzten Monats jenes Jahres in seinem ganzen Reiche getötet und ihre Güter ihnen weggenommen werden sollen, und sendet denselben durch die Provinzen. [Est 13,1-7]

Nach diesen Begebenheiten Die Zeit zwischen dem 7. [Est 2,16] und 12. Jahre des Xerxes [Est 3,1] ist inzwischen verflossen. - erhob der König Assuerus Aman, Der Name wird verschieden erklärt: Der Einzige, Erhabene. - den Sohn Amadathis, der vom Geschlechte Agags Sept.: der Vugäer [Est 9,24]: der Macedonier. Da Agag kein Eigenname eines Königs von Amalek, sondern Amtsname war, deutet der Verfasser, wenn er dies Wort gebraucht, wohl auf eine geistige Verwandtschaft hin. - war, und setzte dessen Sitz über den aller Fürsten, die um ihn waren. Und alle Diener des Königs, welche innerhalb der Tore des Palastes waren, beugten die Knie und warfen sich vor Aman nieder; denn so hatte es ihnen der Herrscher geboten. Nur Mardochäus beugte das Knie nicht und warf sich nicht vor ihm nieder. Diese Sitte, sich vor einem Höhergestellten niederzuwerfen, war auch in Israel nicht unbekannt. [2Sam 14,4, 2Sam 18,28, 1Koe 1,16] Dass Mardochäus sich weigerte, lag wohl an dem feindlichen Gegensatze gegen Aman; nach anderen an religiösen Gründen, weil der König und seine Vertreter als göttliche Wesen galten. Indes dem König weigerte Mardochäus diese Ehrerbietung doch wohl nicht. - Da sprachen die Diener des Königs, welche über die Tore des Palastes gesetzt waren, zu ihm: Warum beobachtest du nicht, wie die übrigen, das Gebot des Königs? Als sie dies öfter sagten, ohne dass er darauf hören wollte, zeigten sie es Aman an, begierig, zu erfahren, ob jener auf seinem Entschlusse beharren werde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei. Als Aman dies hörte und selbst wahrnahm, dass Mardochäus das Knie nicht vor ihm beugte noch sich vor ihm niederwarf, ward er sehr zornig und erachtete es für nichts, an Mardochäus allein seine Hand zu legen; denn er hatte gehört, dass er zu dem Volke der Juden gehörte, und so wollte er noch dazu das ganze Judenvolk im Reiche des Assuerus vertilgen. Im ersten Monat (dessen Name Nisan ist), März, April, also im Festmonat der Juden. - im zwölften Jahre der Herrschaft des Assuerus, warf man das Los, hebräisch Vielmehr persisch Pare Stück oder Behre Los. - Phur, vor Aman in die Urne, an welchem Tage und in welchem Monate das Judenvolk getötet werden sollte; da kam der zwölfte Monat heraus, welcher Adar heißt. So ist Aman nicht ungewarnt, da keiner der vorhergehenden Monate als günstig erscheint. - Und Aman sprach zum König Assuerus: Nachdem er den günstigen Tag ermittelt, begibt sich Aman zum Könige. Zuerst verdächtigt er die Juden als zerstreut und abgesondert lebendes Volk, also als unverträglich und widerspenstig, dann als staatsgefährlich. - Es ist ein Volk über alle Landschaften deines Reiches zerstreut, das für sich abgesondert ist und neue Gesetze und Gebräuche hat, auch des Königs Verordnungen missachtet. Nun weißt du sehr wohl, dass es deinem Reiche nicht zuträglich ist, wenn jenes durch Nachsicht übermütig wird. Gefällt es dir, so befiehl, dass es ausgetilgt werde, und ich will den Aufsehern deines Schatzes zehntausend Talente Silber darwägen. Ungefähr 75. Mill. Mark. So viel hoffte Aman aus den konfiszierten Gütern der Juden zu erübrigen. - Da zog der König den Ring, dessen er sich bediente, von seiner Hand und gab ihn Aman, dem Sohne Amadathis, vom Geschlechte Agags, dem Feinde der Juden, So konnte dieser fortan alle ihm gutdünkenden Erlasse durch Beisetzung des königlichen Siegels rechtskräftig machen. - und sprach zu ihm: Das Silber, das du versprichst, soll dein sein. Der König will Amans Sorge um das Reich fürstlich lohnen. - Mit dem Volke tue, was dir gut dünkt. Dann wurden die Schreiber des Königs im ersten Monate Nisan, am dreizehnten Tage dieses Monats, berufen und es wurden, wie Aman befahl, im Namen des Königs Assuerus an alle Statthalter des Königs und die Richter Die über kleinere Bezirke gesetzten Statthalter (Pecha). Da im königlichen Befehl [Est 13] das Volk nicht genannt, dem der Blutbefehl gelten soll, durften wohl vorerst nur die höchsten Beamten den Namen desselben kennen, doch wird Aman schwerlich denselben so geheim gehalten haben, dass er nicht zur Kenntnis anderer gelangte. – Die schnelle Veröffentlichung machte den Befehl unwiderruflich. - der Landschaften und der verschiedenen Völker Schreiben erlassen nach der Verschiedenheit der Sprachen, so dass es jedes Volk lesen und verstehen konnte, und die Schreiben wurden mit seinem Ringe gesiegelt und durch die Läufer des Königs in alle Länder gesandt, dass man alle Juden vom Knaben bis zum Greise, bis zu den Kindern und Frauen, an einem Tage, das ist am dreizehnten des zwölften Monats, welcher Adar heißt, töten und vernichten und ihre Güter plündern solle. Die Hoffnung auf Beute musste die Mordlust entflammen. Immerhin behielt sich Aman einen bestimmten Teil der erhofften Beute vor. Artaxerxes, der Große, König von Indien bis Äthiopien, entbietet den Fürsten der hundertundsiebenundzwanzig Landschaften und den Statthaltern, die seiner Herrschaft unterworfen sind, Gruß! Als ich Herrscher wurde über sehr viele Völker und den ganzen Erdkreis Orientalische Prahlerei. - meiner Gewalt unterwarf, wollte ich keineswegs die Größe meiner Macht missbrauchen, sondern meine Untertanen mit Milde und Sanftmut regieren, damit sie das Leben ohne alle Furcht in Stille hinbrächten und des allen Sterblichen erwünschten Friedens genießen könnten. Da ich aber meine Räte befragte, wie dies erreicht werden könnte, zeigte der, welcher an Weisheit und Treue die übrigen übertraf und der nächste nach dem Könige war, Aman mit Namen, mir an, dass ein Volk auf dem ganzen Erdkreise zerstreut sei, das neue Gesetze Religiöse Vorschriften. - habe und, gegen die Gewohnheit aller Völker handelnd, die Befehle der Könige verachte Betreffend die Ehrung Amans. - und die Eintracht aller Völker durch seine Verschiedenheit störe. Als wir dies vernahmen und sahen, dass ein einziges Volk sich dem ganzen Menschengeschlechte widersetze, verkehrte Gesetze habe und unsern Befehlen zuwiderhandle, auch den Frieden und die Eintracht der uns unterworfenen Länder störe, haben wir geboten, dass alle, welche Aman bezeichnen wird, der allen Landschaften vorgesetzt und der nächste nach dem Könige ist und den wir an Vaters Statt verehren, mit ihren Weibern und Kindern von ihren Feinden vertilgt werden sollen, ohne dass jemand sich ihrer erbarme, am vierzehnten Tage Am 14. Sollte die Vernichtung vollendet sein. - des zwölften Monats Adar des gegenwärtigen Jahres, damit die verruchten Menschen an einem Tage in die Unterwelt hinabfahren und so unserm Reiche den Frieden wiedergeben, welchen sie gestört haben. Dies aber war der Inhalt der Schreiben, dass alle Landschaften es wissen und sich bereit halten sollten auf den angegebenen Tag. Und die Eilboten, welche abgesandt wurden, eilten hin, des Königs Befehl zu erfüllen. Alsbald ward auch in Susan der Erlass angeschlagen, während der König und Aman ein Gastmahl feierten, aber alle Juden, welche in der Stadt waren, weinten.

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  • Dieses Kapitel Caritas In Veritate(§34)